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Wasserdampf wird von einem Muldenabzug abgesaugt

Welche Arten von Dunstabzugshauben gibt es?

Lesedauer 4 Minuten

Die Arten von Dunstabzugshauben lassen sich nach zwei Merkmalen ordnen, und die sind unabhängig voneinander. Die erste betrifft die Betriebsweise: Wird die Luft nach draußen geführt oder gefiltert und zurückgegeben? Die zweite betrifft die Bauform, also ob die Haube an der Wand hängt, im Schrank sitzt, über der Insel schwebt oder in der Arbeitsplatte verschwindet.

Abluft oder Umluft

Der Unterschied ist grundlegend. Im Abluftbetrieb saugt die Haube Dampf, Fett und Gerüche an und bläst sie durch ein Rohr nach draußen. Im Umluftbetrieb läuft die Luft durch einen Fettfilter und einen Aktivkohlefilter und kommt gereinigt in den Raum zurück.

KriteriumAbluftUmluft
Geruchsentfernungvollständiggut, nicht vollständig
Feuchtigkeitwird abgeführtbleibt im Raum
EinbauMauerdurchbruch nötigüberall möglich
Folgekostenkeine30 bis 80 € im Jahr
Wärmeverlustim Winter spürbarkeiner
Geräuschleiser bei gleicher Leistungetwas lauter

Abluft ist die wirksamere Betriebsweise, weil Wasserdampf tatsächlich aus der Wohnung verschwindet. In Küchen, in denen viel gekocht wird, ist das der entscheidende Punkt: Ein Aktivkohlefilter bindet Gerüche, aber keine Feuchtigkeit, und die schlägt sich in kalten Ecken nieder.

Umluft gewinnt überall dort, wo eine Öffnung nach außen nicht möglich ist. In Mietwohnungen, bei Innenküchen ohne Außenwand und in Passivhäusern mit kontrollierter Lüftung ist es oft die einzige Option, und moderne Filter arbeiten sehr gut.

Ein dritter Weg wird selten genannt: Viele Hauben lassen sich umrüsten. Wer heute in Umluft betreibt und später eine Außenwand öffnen kann, wechselt mit einem Bausatz. Umgekehrt geht es genauso.

Die Bauformen im Überblick

Die Wandhaube ist die klassische Form. Sie hängt über dem Kochfeld an der Wand, führt einen Kamin nach oben und sammelt den Dampf in einem Schirm, dessen Fläche darüber entscheidet, wie viel überhaupt erfasst wird. Preislich beginnt sie bei 200 € und reicht bis über 2.000 €.

Die Einbau- oder Unterbauhaube verschwindet im Oberschrank. Sichtbar bleibt nur die Unterkante. Mit 150 bis 600 € ist sie die günstigste Variante und hat zugleich die kleinste Ansaugfläche, was sich bei großen Töpfen bemerkbar macht.

Die Flachschirmhaube zieht beim Kochen einen Schirm nach vorn heraus, wodurch sich die Fangfläche vergrößert, während das Gerät im Ruhezustand flach im Schrank sitzt. Sie kostet 250 bis 800 €.

Die Inselhaube hängt frei an der Decke über einer Kochinsel. Sie ist ein Gestaltungselement und mit 600 bis 2.500 € entsprechend bepreist. Der Nachteil: Sie hängt im Blickfeld, und in Räumen unter 2,60 m Deckenhöhe wirkt das erdrückend.

Der Muldenlüfter sitzt zwischen oder unter den Kochzonen und zieht den Dampf nach unten ab, bevor er aufsteigt. Er kostet 1.200 bis 3.000 €, oft als Kombigerät mit dem Kochfeld, und ist die Wahl für Inseln in niedrigen Räumen. Wie er sich in die Planung einfügt, steht unter Kücheninsel Kosten.

Welche Leistung ist nötig?

Multiplizieren Sie Grundfläche mal Deckenhöhe und dann mit 6 bis 12, je nachdem wie intensiv gekocht wird.

Eine Küche mit 12 m² und 2,50 m Höhe hat 30 m³ Volumen. Daraus ergeben sich 180 bis 360 m³ je Stunde. Für eine offene Wohnküche rechnen Sie das Volumen des gesamten offenen Bereichs, nicht nur des Kochbereichs.

Herstellerangaben sind mit Vorsicht zu genießen. Die genannten Maximalwerte gelten im Freiblasbetrieb ohne angeschlossenes Rohr. Im eingebauten Zustand mit 4 m Rohr und zwei Bögen bleiben davon 60 bis 70 % übrig.

Wichtiger als die Spitzenleistung ist deshalb der Wert bei mittlerer Stufe, denn dort läuft die Haube die meiste Zeit. Und wichtiger als beides ist die Fangfläche: Eine große Haube auf mittlerer Stufe arbeitet leiser und wirksamer als eine kleine auf voller Leistung.

Was zählt bei der Auswahl noch?

Die Lautstärke wird in Dezibel angegeben, und sie ist der Grund, warum viele Hauben selten eingeschaltet werden. Unter 55 dB auf mittlerer Stufe gilt als leise. Über 65 dB stört ein Gespräch am Esstisch, und dann läuft die Haube eben nicht. Bei Umluft liegen die Werte etwas höher, weil der Aktivkohlefilter dem Luftstrom Widerstand entgegensetzt und der Motor mehr arbeiten muss, um dieselbe Menge zu bewegen.

Die Beleuchtung ist heute überwiegend LED und in der Farbtemperatur unterschiedlich. Warmweiß passt zu offenen Wohnküchen, neutralweiß zeigt beim Kochen die Farbe der Speisen besser.

Metallfettfilter gehören in die Spülmaschine, und wie leicht sie sich entnehmen lassen, merkt man erst nach dem Einbau. Prüfen Sie das im Ausstellungsraum, indem Sie den Filter einmal herausnehmen.

Bei raumluftabhängigen Feuerstätten im selben Raum, also Kaminofen oder Gastherme, ist eine Ablufthaube nur mit Sicherheitseinrichtung zulässig. Der Schornsteinfeger prüft die Kombination, und ohne diese Freigabe darf sie nicht betrieben werden.

Welche Haube passt in welche Küche?

Die geschlossene Küche mit Außenwand hinter dem Herd ist der einfachste Fall. Hier bietet sich eine Wandhaube im Abluftbetrieb an, weil der Weg nach draußen kurz ist und keine Bögen nötig sind. Wirkung und Geräuschentwicklung sind in dieser Konstellation am besten.

Die Küchenzeile mit Oberschränken über dem Kochfeld spricht für eine Einbau- oder Flachschirmhaube. Sie verschwindet in der Schrankreihe und stört die Fluchtlinie nicht. Achten Sie auf die Bauhöhe, weil der Schrank darüber weniger Stauraum behält.

Die offene Wohnküche mit Insel führt zur Entscheidung zwischen Inselhaube und Muldenlüfter. Bei Deckenhöhen ab 2,60 m funktioniert die Haube gut, darunter engt sie den Raum ein. Der Muldenlüfter kostet mehr, hält aber die Sichtachse frei, was in offenen Grundrissen oft der Grund für die Insel überhaupt war.

Die Innenküche ohne Außenwand lässt nur Umluft zu, sofern kein Lüftungsschacht zur Verfügung steht. Bestehende Schächte in Mehrfamilienhäusern sind meist der Wohnungslüftung zugeordnet und dürfen nicht ohne Weiteres für eine Dunstabzugshaube genutzt werden, weil sonst Küchengerüche in andere Wohnungen gelangen. Fragen Sie in solchen Fällen bei der Hausverwaltung nach, bevor Sie planen.

Für alle vier gilt derselbe Grundsatz: Die Haube sollte mindestens so breit sein wie das Kochfeld, und die Leistungsangabe des Herstellers ist ein Laborwert, keine Alltagsleistung. Wer diese beiden Punkte beachtet, ist mit fast jeder Bauart gut bedient. Wie die Montage abläuft, steht unter Dunstabzugshaube einbauen.

Häufige Fragen

Ist Umluft wirklich schlechter als Abluft?

Bei Gerüchen liegt Umluft heute nahe an Abluft, dank moderner Aktivkohlefilter. Bei Feuchtigkeit bleibt der Unterschied bestehen, denn Wasserdampf lässt sich nicht filtern. In Küchen, in denen täglich mit Topf und Pfanne gearbeitet wird, ist Abluft die bessere Wahl.

Wie oft muss der Aktivkohlefilter gewechselt werden?

Alle vier bis zwölf Monate, abhängig von Bauart und Kochhäufigkeit. Regenerierbare Filter werden im Backofen ausgeheizt und halten zwei bis drei Jahre. Der Fettfilter aus Metall wird dagegen nur gereinigt und nie ersetzt.

Welche Breite sollte die Haube haben?

Mindestens so breit wie das Kochfeld, besser 10 bis 20 cm breiter. Bei einem 60-cm-Kochfeld ist eine 60-cm-Haube das Minimum und eine 80-cm-Haube die wirksamere Wahl, weil aufsteigender Dampf sich seitlich ausbreitet.

Kann ein Muldenlüfter eine Haube ersetzen?

Bei Induktionskochfeldern ja, dort steigt der Dampf weniger stark auf als bei Gas. Bei Gaskochfeldern ist die Wirkung schwächer, weil die Flamme eine kräftige Thermik erzeugt, gegen die der Muldenlüfter nach unten arbeiten muss.

Was kostet der Einbau?

Zwischen 150 € für den einfachen Austausch und 900 € mit neuer Abluftführung und Elektroanschluss. Der Ablauf ist unter Dunstabzugshaube einbauen beschrieben.

Brauche ich eine Haube überhaupt?

Vorgeschrieben ist sie nicht. Ohne Abzug schlagen sich Fett und Feuchtigkeit an Schränken, Decke und Wänden nieder, was in geschlossenen Küchen nach wenigen Jahren sichtbar wird. In offenen Wohnküchen kommt der Geruch in den Textilien dazu.

Bild: istock.com/Pridannikov

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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