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Was Handwerker wirklich kosten - Praxis-Ratgeber

Was kostet Handwerk in Deutschland? Der Überblick

Handwerkerleistungen in Deutschland kosten 2026 zwischen 45 und 95 € pro Stunde netto, abhängig von Gewerk, Region und Qualifikation. Der Baupreisindex von Destatis zeigt für 2025 eine Steigerung von rund 3,2 % gegenüber dem Vorjahr. Material und Lohn machen zusammen etwa 80 % der Gesamtkosten aus.

Auf dieser Seite finden Sie konkrete Preisrahmen für die häufigsten Bauvorhaben: Kernsanierung, Hausbau, Bodenplatte, Treppe, Umzug, Kamin, Wärmepumpe und mehr. Dazu kommen aktuelle Förderprogramme, Hinweise zur Handwerkerwahl und Antworten auf typische Endkundenfragen. Jeder Themenblock verlinkt auf einen Detail-Ratgeber mit ausführlichen Kalkulationsbeispielen.

Die Zahlen basieren auf öffentlichen Statistiken sowie Anfragedaten aus dem deutschen Handwerkermarkt. Sie können damit erste Budgets abschätzen, sollten aber für verbindliche Preise immer mindestens drei schriftliche Kostenvoranschläge einholen.

Stundenlöhne und Kostenfaktoren auf einen Blick

Der durchschnittliche Handwerker-Stundenverrechnungssatz lag laut Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) 2025 bei rund 62 € netto. Maurer, Elektriker und Heizungsbauer bewegen sich in unterschiedlichen Spannen. Drei Faktoren bestimmen Ihren Endpreis: Materialeinkauf, Lohnkosten und regionale Nachfrage. Eine Stunde Arbeit besteht selten nur aus reiner Tätigkeitszeit.

Stundenlohn-Vergleich nach Gewerk 2026

GewerkStundenverrechnungssatz nettoMit MwSt brutto
Maler und Lackierer45 bis 65 €54 bis 77 €
Maurer55 bis 75 €65 bis 89 €
Elektriker60 bis 85 €71 bis 101 €
Heizungsbauer65 bis 95 €77 bis 113 €
Fliesenleger50 bis 70 €60 bis 83 €
Tischler55 bis 80 €65 bis 95 €

Materialkosten als zweiter Hauptfaktor

Material schlägt bei Neubau und Sanierung mit 40 bis 60 % der Gesamtkosten zu Buche. Stahl, Holz und Dämmstoffe sind seit 2022 spürbar teurer geworden. Der Destatis-Baupreisindex stieg von 2020 bis Ende 2025 um rund 38 %.

Region als dritter Faktor

München, Hamburg und Frankfurt liegen bei Handwerkerpreisen 15 bis 30 % über dem Bundesdurchschnitt. Ländliche Regionen in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt zeigen oft die niedrigsten Stundensätze. Anfahrtspauschalen von 30 bis 60 € fallen besonders ins Gewicht, wenn Sie weit ausserhalb der nächsten Kreisstadt wohnen.

Schritt für Schritt: Von der Anfrage zur Abnahme

Ein typischer Handwerkerauftrag durchläuft fünf klar abgegrenzte Phasen, von der ersten Anfrage bis zur formalen Abnahme. Laut ZDB dauert der Prozess bei Sanierungsprojekten im Schnitt 8 bis 14 Wochen. Wer strukturiert vorgeht, spart 10 bis 20 % gegenüber spontanen Beauftragungen, vor allem durch bessere Angebotsvergleiche und klare Leistungsbeschreibungen.

Phase 1: Anfrage und Leistungsverzeichnis

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben so präzise wie möglich. Fotos, Massangaben, gewünschte Materialien und Zeitfenster gehören in jede Anfrage. Je konkreter Ihre Beschreibung, desto vergleichbarer die späteren Angebote.

Phase 2: Angebote einholen und vergleichen

Holen Sie immer drei bis fünf schriftliche Kostenvoranschläge ein. Achten Sie auf Vollständigkeit: Anfahrt, Entsorgung, Material, Lohn und Mehrwertsteuer müssen separat ausgewiesen sein. Ein günstiger Pauschalpreis ohne Aufschlüsselung birgt häufig Nachtragsrisiken.

Phase 3: Auftragserteilung

Erteilen Sie den Auftrag schriftlich, idealerweise mit Verweis auf das konkrete Angebot. Vereinbaren Sie Zahlungstermine, Beginn, Fertigstellung und Vertragsstrafen bei Verzug. Eine Anzahlung über 30 % sollten Sie nicht überschreiten.

Phase 4: Ausführung und Baubegleitung

Dokumentieren Sie den Baufortschritt wöchentlich mit Fotos. Mängel sofort schriftlich rügen, am besten per E-Mail mit Lesebestätigung. So sichern Sie Ihre Gewährleistungsansprüche.

Phase 5: Abnahme und Schlusszahlung

Die formale Abnahme erfolgt mit Protokoll. Listen Sie alle Mängel auf und behalten Sie 5 bis 10 % der Schlussrechnung bis zur Mängelbeseitigung ein. Erst nach mangelfreier Abnahme beginnt die Gewährleistungsfrist von vier Jahren (BGB-Werkvertrag) oder fünf Jahren (VOB/B mit besonderer Vereinbarung).

Kernsanierung: Was kostet eine komplette Sanierung?

Eine Kernsanierung in Deutschland kostet 2026 zwischen 1.200 und 2.500 € pro m², je nach Bausubstanz und Ausstattung. Bei einem Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche ergibt das eine Spanne von 168.000 bis 350.000 €. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) beziffert die durchschnittliche Sanierungstiefe in Deutschland mit rund 1.500 € pro m².

Was zur Kernsanierung gehört

Bei einer echten Kernsanierung wird das Gebäude bis auf den Rohbau zurückgeführt. Elektrik, Sanitärinstallation, Heizung, Fenster, Türen, Dämmung, Estrich und alle Innenausbauten kommen neu. Tragwerk und Aussenwände bleiben in der Regel stehen.

Praxis-Beispiel Hamburg 140 qm

Ein typisches Einfamilienhaus Baujahr 1965 in Hamburg-Rahlstedt kostet bei mittlerer Ausstattung 280.000 € für die Kernsanierung. Davon entfallen rund 80.000 € auf Heizung und Sanitär, 45.000 € auf Elektrik, 60.000 € auf Fenster und Dämmung, der Rest auf Innenausbau, Estrich und Bodenbeläge.

Mehr Details zu Kostenstruktur, Förderfähigkeit und Bauzeitplanung finden Sie im Ratgeber Kernsanierung Kosten.

Bodenplatte Kosten: Fundament richtig kalkulieren

Eine konventionelle Stahlbeton-Bodenplatte kostet 2026 zwischen 100 und 180 € pro m², inklusive Aushub und Bewehrung. Bei einem Einfamilienhaus mit 100 m² Grundfläche liegen die Kosten zwischen 10.000 und 18.000 €. Die Werte schwanken stark mit Bodenbeschaffenheit, Frostschürzentiefe und gewünschter Dämmqualität, so der ZDB.

Standard-Bodenplatte vs. Thermobodenplatte

Eine einfache Bodenplatte ohne integrierte Dämmung beginnt bei rund 100 € pro m². Eine Thermobodenplatte mit U-Wert unter 0,2 W/m²K kostet 160 bis 220 € pro m², spart aber später Heizenergie und Bodenaufbau.

Praxis-Beispiel: 120 qm Bodenplatte bei mittlerem Baugrund

Bei normalem, tragfähigem Baugrund kostet eine Bodenplatte für ein 120-qm-Haus 14.000 bis 19.000 €. Bei lehmigem oder feuchtem Untergrund müssen Sie zusätzlich 5.000 bis 15.000 € für Bodenaustausch oder Pfahlgründung einplanen.

Was die Kosten beeinflusst

  • Bodenbeschaffenheit und Tragfähigkeit (Bodengutachten empfohlen)
  • Frostschürzentiefe (regional unterschiedlich)
  • Stärke der Dämmschicht und Folientyp
  • Bewehrungsmenge nach Statik
  • Erschwernisse wie Hanglage oder hoher Grundwasserstand

Detailrechnungen und Vergleichstabellen finden Sie im Ratgeber Bodenplatte Kosten.

Einfamilienhaus bauen: Komplett-Kostenrahmen

Ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus kostet 2026 inklusive Grundstück zwischen 380.000 und 750.000 €, ohne Grundstück 2.200 bis 3.500 € pro m². Der reine Hausbau für 140 m² Wohnfläche liegt damit bei 310.000 bis 490.000 €. Destatis meldet für 2025 einen Anstieg der Wohnbaupreise um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Aufschlüsselung der Hauptgewerke

GewerkAnteil an GesamtkostenKosten 140 qm Haus
Rohbau (Bodenplatte, Mauerwerk, Dach)30 bis 35 %100.000 bis 170.000 €
Ausbau (Innenausbau, Estrich, Putz)20 bis 25 %70.000 bis 120.000 €
Haustechnik (Heizung, Sanitär, Elektrik)20 bis 25 %70.000 bis 120.000 €
Fenster, Türen, Aussenanlagen10 bis 15 %35.000 bis 70.000 €
Baunebenkosten (Architekt, Genehmigung)10 bis 15 %35.000 bis 70.000 €

Was die Preisspanne erklärt

Die untere Grenze gilt für einfache Standard-Häuser im Massivbau ohne Keller. Die obere Spanne deckt KfW-40-Standard mit Wärmepumpe, Lüftungsanlage, Keller und gehobener Ausstattung. Ein Keller kostet zusätzlich 35.000 bis 60.000 €.

Eine vollständige Kalkulation mit Beispielrechnung finden Sie im Ratgeber Einfamilienhaus bauen Kosten.

Treppenbau: Materialien und Preisrahmen

Eine neue Innentreppe kostet 2026 je nach Material zwischen 1.500 und 15.000 €. Holztreppen aus Buche oder Eiche bewegen sich zwischen 2.500 und 6.000 €, Betontreppen mit Holzbelag zwischen 3.500 und 8.000 €. Filigrane Stahltreppen mit Glasgeländer liegen bei 8.000 bis 15.000 €.

Preisrahmen nach Material

TreppenartPreisrahmen komplettTypischer Einsatz
Einfache Holzwangentreppe (Buche)1.500 bis 3.500 €Standard-Reihenhaus
Massivholztreppe (Eiche)3.500 bis 6.500 €Mittlere Ausstattung EFH
Betontreppe mit Holzauflage3.500 bis 8.000 €Massivbau, Schallschutz
Stahltreppe gerade4.000 bis 9.000 €Loft, Aussentreppe
Designtreppe mit Glasgeländer8.000 bis 15.000 €Gehobene Ausstattung

Was den Preis treibt

Die Geometrie ist der grösste Kostenfaktor. Eine gerade Treppe ist günstiger als eine viertelgewendelte oder halbgewendelte Konstruktion. Geländer aus Edelstahl oder Glas können den Preis schnell verdoppeln. Auch Brandschutzauflagen, die in Mehrfamilienhäusern gelten, erhöhen die Kosten.

Vergleich, Materialberatung und Planungstipps im Ratgeber Treppenbau Kosten und Planung.

Umzugskosten: Was Spediteure heute verlangen

Ein Umzug innerhalb derselben Stadt kostet 2026 für eine 3-Zimmer-Wohnung zwischen 800 und 2.200 €. Fernumzüge über 200 Kilometer beginnen bei 1.500 € und können bei 4-Zimmer-Wohnungen 4.500 € übersteigen. Die Preise hängen stark von Etage, Aufzug verfügbar und Halteverbot ab.

Preisrahmen nach Wohnungsgrösse

WohnungLokal (gleiche Stadt)Fernumzug (über 200 km)
1-Zimmer (40 qm)400 bis 900 €800 bis 1.600 €
2-Zimmer (60 qm)600 bis 1.500 €1.200 bis 2.500 €
3-Zimmer (80 qm)800 bis 2.200 €1.500 bis 3.500 €
4-Zimmer (100 qm)1.200 bis 3.000 €2.200 bis 4.500 €

Was zusätzlich kostet

  • Halteverbotszone einrichten: 80 bis 200 € pro Standort
  • Möbeldemontage und Aufbau: 35 bis 60 € pro Stunde
  • Klaviertransport: 200 bis 600 €
  • Etagen ohne Aufzug: Aufschlag 10 bis 15 % pro Stockwerk
  • Einpackservice: 25 bis 45 € pro Stunde und Helfer

Vollständige Kalkulation mit Saison-Tipps im Ratgeber Umzugskosten.

Kamin und Ofen: Anschaffung und Einbau

Ein Kaminofen kostet 2026 inklusive Einbau zwischen 1.500 und 12.000 €. Einfache Schwedenöfen beginnen bei 1.500 €, hochwertige Speicheröfen reichen bis 6.000 €, Kachelöfen mit Specksteinverkleidung können 12.000 € überschreiten. Der Schornsteinfeger muss jeden Neueinbau abnehmen, was 80 bis 200 € zusätzlich kostet.

Preisrahmen nach Ofentyp

OfentypAnschaffungEinbau und Schornstein
Schwedenofen (Stahl)800 bis 2.500 €800 bis 2.000 €
Pelletofen2.500 bis 5.500 €1.000 bis 2.500 €
Speicherofen3.500 bis 6.500 €1.500 bis 3.000 €
Kachelofen massgefertigt6.000 bis 12.000 €2.000 bis 4.000 €

Was zu beachten ist

Seit 2025 gelten strengere Feinstaubgrenzwerte nach 1. BImSchV. Alte Öfen müssen oft nachgerüstet oder ersetzt werden. Pelletöfen sind unter bestimmten Bedingungen über BAFA förderfähig, klassische Holzöfen meist nicht mehr.

Welcher Ofentyp zu welchem Haus passt, klärt der Ratgeber Kamin und Ofen Kosten.

Fliesen entfernen: Aufwand und Kosten

Fliesen entfernen kostet 2026 zwischen 25 und 60 € pro m², inklusive Entsorgung. Bei einem Badezimmer von 8 m² liegen Sie damit bei 200 bis 480 €. Bei harten Klebern oder bei Fliesen auf alten Estrichen können die Kosten bis 80 € pro m² steigen.

Preisrahmen nach Aufwand

SituationKosten pro qmBeispiel 8 qm Bad
Wandfliesen lose, einfach15 bis 30 €120 bis 240 €
Bodenfliesen Standard25 bis 45 €200 bis 360 €
Festsitzende Bodenfliesen40 bis 65 €320 bis 520 €
Fliesen auf Heizestrich55 bis 80 €440 bis 640 €

Entsorgung als Kostenfaktor

Fliesenbruch zählt als mineralischer Bauschutt und kostet 80 bis 150 € pro Tonne in der Deponie. Ein 8-qm-Bad ergibt rund 800 Kilogramm Schutt. Asbestverdacht bei sehr alten Fliesenklebern muss vor Beginn durch Laboranalyse geklärt werden.

Vollständige Vorgehensweise und Werkzeugauswahl im Ratgeber Fliesen entfernen.

Wärmepumpe: Anschaffung, Einbau, Förderung

Eine Wärmepumpe kostet 2026 inklusive Einbau zwischen 18.000 und 42.000 €, abhängig von Bauart und Hausgrösse. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen bei 18.000 bis 28.000 €, Sole-Wasser-Anlagen mit Erdsonde bei 28.000 bis 42.000 €. Das KfW-Programm 458 fördert den Heizungstausch im Bestand mit bis zu 70 % Zuschuss.

Preisrahmen nach Wärmepumpen-Typ

TypAnschaffungEinbau und Erschliessung
Luft-Wasser (Aussenaufstellung)12.000 bis 18.000 €6.000 bis 10.000 €
Sole-Wasser mit Erdsonden15.000 bis 22.000 €13.000 bis 20.000 €
Wasser-Wasser (Grundwasser)14.000 bis 20.000 €12.000 bis 18.000 €

Förderung über KfW 458 und BAFA

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird seit 2024 für Einzelmassnahmen über die KfW abgewickelt. Der Grundzuschuss für den Wärmepumpentausch beträgt 30 %. Mit Klimageschwindigkeits-Bonus (20 %), Einkommens-Bonus (30 %) und Effizienz-Bonus (5 %) sind kumuliert bis zu 70 % möglich, gedeckelt auf 30.000 € förderfähige Kosten.

Was Sie beachten sollten

Förderanträge müssen vor Auftragserteilung gestellt werden. Die genauen Boni-Bedingungen ändern sich regelmässig, aktuelle Werte prüfen Sie auf kfw.de. Eine fachliche Energieberatung ist Pflicht für die meisten Boni.

Detaillierte Vergleichsrechnung im Ratgeber Wärmepumpe Kosten.

Sechs Kriterien für seriöse Handwerksbetriebe

Rund 18 % aller Bauverträge enden mit Mängeln, die zu Rechtsstreitigkeiten führen, schätzt der Verband Privater Bauherren. Eine sorgfältige Handwerkerauswahl reduziert das Risiko deutlich. Sechs Kriterien sollten Sie bei jeder Beauftragung prüfen, bevor Sie unterschreiben. Schriftliche Nachweise sind dabei wichtiger als mündliche Zusicherungen.

Pflicht-Checkliste vor Auftragserteilung

  • Meisterbrief oder Eintrag in der Handwerksrolle: Bei zulassungspflichtigen Gewerken (Anlage A) zwingend erforderlich
  • Betriebshaftpflichtversicherung: Mindestens 3 Millionen € Deckungssumme, Nachweis schriftlich anfordern
  • Referenzen: Drei aktuelle Kundenprojekte mit Kontaktmöglichkeit zur Nachfrage
  • Schriftlicher Kostenvoranschlag: Inklusive Material, Lohn, Anfahrt, Entsorgung und Mehrwertsteuer
  • Online-Bewertungen: Mindestens 10 Bewertungen mit Schnitt über 4 Sterne, auch negative Reviews lesen
  • Klare Zahlungsmodalitäten: Maximal 30 % Anzahlung, Schlusszahlung nach Abnahme

Warnsignale erkennen

Vorsicht bei Pauschalangeboten ohne Aufschlüsselung, Forderungen nach hoher Vorkasse oder Druck zur sofortigen Unterschrift. Auch fehlende Firmenadresse oder rein mobile Telefonnummern ohne Festnetz sind Warnsignale. Seriöse Betriebe nehmen sich Zeit für einen Vor-Ort-Termin und stellen ein detailliertes Angebot.

Steuerbonus, KfW und BAFA: Aktuelle Förderlandschaft

Bund und Länder fördern 2026 energetische Sanierung mit Zuschüssen von bis zu 70 %. Die KfW-Bank und das BAFA sind die wichtigsten Stellen. Förderanträge müssen vor Auftragsvergabe gestellt werden, Nachträge sind in der Regel ausgeschlossen.

KfW-Programm 458: Heizungsförderung

Das Programm 458 fördert den Tausch alter Heizungen gegen Wärmepumpe, Biomasse-Heizung oder Solarthermie. Grundzuschuss 30 %, plus Boni für Geschwindigkeit, Einkommen und Effizienz. Maximale Förderung kumuliert bei 70 % von bis zu 30.000 € förderfähigen Kosten pro Wohneinheit.

KfW-Programm 261 und 461: BEG Wohngebäude

Für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus-Standard gibt es Kredite (261) oder Zuschüsse (461). Effizienzhaus 85 erhält 5 % Tilgungszuschuss, Effizienzhaus 40 bis zu 25 %. Die genauen Sätze prüfen Sie kurz vor Antragstellung auf der KfW-Seite, da sie häufig angepasst werden.

KfW 159: Altersgerecht Umbauen

Für barrierearmen Umbau gibt es Kredite bis 50.000 € pro Wohneinheit. Zuschüsse sind in diesem Programm 2026 nicht durchgehend verfügbar, der Status ändert sich projektbezogen.

Länderförderungen Beispiel Hamburg und Berlin

Hamburg fördert über die IFB-Hamburg Modernisierungen mit Zinsverbilligung und teilweise Tilgungszuschüssen. Berlin bietet über die IBB-Berlin das Programm "Energetische Gebäudesanierung" mit ergänzenden Zuschüssen, die zusätzlich zu KfW-Mitteln gewährt werden können. Konkrete Förderhöhen ändern sich laufend, aktuelle Beträge auf den jeweiligen Förderbank-Webseiten prüfen.

Steuerliche Förderung nach §35c EStG

Alternativ zu KfW und BAFA können Sie energetische Sanierungsmassnahmen steuerlich absetzen: 20 % der Aufwendungen, maximal 40.000 € pro Wohnobjekt, verteilt auf drei Jahre. Diese Förderung gilt für selbst genutztes Wohneigentum, das älter als 10 Jahre ist.

Eigenleistung: Wo sie rechtlich erlaubt ist

Etwa 35 % der Privatbauherren in Deutschland erbringen Eigenleistung, im Schnitt 8 bis 12 % der Bausumme, so Erhebungen der dena. Sinnvoll sind DIY-Leistungen vor allem im Innenausbau. Bei Elektrik, Gas und Heizung müssen Sie zwingend zugelassene Fachbetriebe beauftragen, alles andere ist illegal und versicherungstechnisch kritisch.

Diese Arbeiten dürfen Sie selbst machen

  • Streichen, Tapezieren, Spachteln
  • Bodenbeläge legen (Laminat, Vinyl, Klick-Parkett)
  • Möbelmontage, Küchenaufbau
  • Einfache Trockenbauarbeiten
  • Garten- und Aussenanlagen ohne Statik

Diese Arbeiten gehören in Profihand

  • Elektroinstallation: Nur konzessionierte Elektrofachbetriebe nach §13 NAV
  • Gasarbeiten: Nur eingetragene Vertragsinstallateure des Netzbetreibers
  • Heizungsanschluss: Pflicht zur Inbetriebnahme durch Fachbetrieb
  • Tragwerkseingriffe: Statiker und Bauunternehmer nötig
  • Dacharbeiten ab Höhe 3 Meter: Absturzgefahr, Versicherung greift bei Laienarbeit oft nicht

Antworten auf typische Fragen zu Handwerkerkosten

Die folgenden sieben Fragen tauchen in Anfragen auf dem deutschen Handwerkermarkt besonders häufig auf. Die Antworten basieren auf aktueller Gesetzeslage 2026 und Marktdaten. Bei rechtlichen Detailfragen sollten Sie immer Ihren Steuerberater oder einen Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht konsultieren, vor allem bei höheren Auftragssummen.

Wie viel kostet ein Handwerker pro Stunde 2026?

Der durchschnittliche Stundenverrechnungssatz liegt 2026 zwischen 45 und 95 € netto, abhängig vom Gewerk. Maler arbeiten ab 45 €, Heizungsbauer und Elektriker erreichen 85 bis 95 €. Hinzu kommen 19 % Mehrwertsteuer, sodass Endkunden brutto mit 55 bis 113 € pro Stunde rechnen müssen.

Sind Handwerkerkosten steuerlich absetzbar?

Ja. Nach §35a EStG können Sie 20 % der Lohnkosten (nicht Material) für Handwerkerleistungen im Haushalt absetzen, maximal 1.200 € pro Jahr. Energetische Sanierungen sind separat nach §35c EStG förderfähig: 20 % der Aufwendungen, maximal 40.000 € über drei Jahre. Rechnung und Überweisung sind Pflicht, Barzahlung gilt nicht.

Wann muss ich Vorkasse zahlen?

Eine Anzahlung ist üblich, sollte aber 30 % der Auftragssumme nicht überschreiten. Bei Materialbestellungen (Fenster, Küchen) sind 50 % vertretbar. Vollständige Vorkasse ist unseriös und rechtlich kaum durchsetzbar. Vereinbaren Sie immer eine schriftliche Abschlagszahlungsregelung mit klaren Bauphasen.

Wie viele Angebote sollte ich einholen?

Mindestens drei schriftliche Angebote sind Standard, bei grösseren Vorhaben ab 20.000 € empfehlen sich fünf Vergleichsangebote. Achten Sie auf vergleichbare Leistungsbeschreibungen. Der günstigste Anbieter ist nicht immer der beste: prüfen Sie Vollständigkeit, Materialqualität und Referenzen mindestens genauso sorgfältig wie den Endpreis.

Was tun bei einem überhöhten Kostenvoranschlag?

Ein Kostenvoranschlag (KVA) ist im Gegensatz zum Festpreis nicht bindend, darf aber laut Rechtsprechung nicht mehr als 15 bis 20 % überschritten werden. Wird der Rahmen gesprengt, muss der Handwerker Sie unverzüglich informieren. Sie können dann das Werk kündigen und nur die tatsächlich erbrachten Leistungen bezahlen.

Welche Versicherung deckt Pfusch am Bau?

Schäden durch Baumängel deckt die Betriebshaftpflicht des Handwerkers. Holen Sie sich vor Auftragserteilung eine Bestätigung über mindestens 3 Millionen € Deckung. Für eigene Schäden während der Bauphase brauchen Sie eine Bauherrenhaftpflicht und eine Bauleistungsversicherung. Beide Policen kosten zusammen 0,3 bis 0,8 % der Bausumme.

Wann lohnt sich ein Festpreis-Angebot?

Festpreise lohnen sich bei klar definierten Leistungen wie Standard-Sanierung, Treppenbau oder schlüsselfertigem Hausbau. Bei Altbau-Sanierungen mit vielen Unbekannten ist ein Kostenvoranschlag mit Stundenabrechnung oft fairer. Festpreise enthalten meist einen Risikozuschlag von 10 bis 15 %, lohnen sich aber durch planbare Kosten und reduziertes Nachtragsrisiko.

Wie lange dauert die Gewährleistung?

Nach BGB-Werkvertrag (§634a) beträgt die Gewährleistungsfrist für Bauarbeiten fünf Jahre, für sonstige Werkleistungen zwei Jahre. Bei VOB/B-Verträgen gelten meist vier Jahre. Die Frist beginnt mit der Abnahme. Mängel innerhalb dieser Zeit müssen Sie schriftlich rügen, am besten per Einschreiben oder E-Mail mit Lesebestätigung.

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