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Bis zu 80 Prozent Zuschuss möglich: Energieberatung nutzen, bevor Fördermittel 2026 schrumpfen

Die hohe Nachfrage nach Programmen zur energetischen Sanierung trifft auf begrenzte Budgets. © Pixabay, Roszie

In Ministerien, Förderbanken und Verbänden wird offen darüber gesprochen, dass die Mittel für energetische Sanierungen ab 2026 knapper werden. Nicht abrupt, nicht flächendeckend, aber spürbar. Wer heute plant, tut das in einer Übergangsphase. Die gute Nachricht: Noch gelten hohe Fördersätze und es lassen sich Maßnahmen kombinieren.

Anträge werden nicht einfacher

Der aktuelle Run auf Programme der Bundesförderung für effiziente Gebäude zeigt jedoch, wie sensibel Eigentümerinnen und Eigentümer auf solche Signale reagieren. Die Nachfrage steigt, die Budgets bleiben endlich.

Dabei sind Fördermittel ganz klar kein Selbstläufer. Das war nie so, aber der Eindruck hält sich bei vielen. Anträge müssen vor Maßnahmenbeginn gestellt werden, technische Mindeststandards exakt eingehalten sein, Nachweise lückenlos vorliegen. Abweichungen führen meist nicht zu Rückfragen, sondern direkt zu Ablehnungen oder Kürzungen.

Meistens scheitern Anträge nicht an der Technik, sondern an fehlenden Unterlagen oder daran, dass die Maßnahme falsch eingeordnet wurde. Wer ohne strukturierte Planung startet, riskiert, dass Investitionen zwar umgesetzt werden, aber ohne Zuschuss bleiben. Die Förderlogik folgt nicht irgendeinem Bauchgefühl, sondern klaren, zuvor festgelegten Kriterien.

Warum 2026 als Einschnitt gilt

Die Haushaltslage des Bundes steht unter Druck. Klimapolitische Förderprogramme konkurrieren zunehmend mit anderen Ausgaben. Bereits für 2025 wurden Budgets enger gefasst und Programme angepasst. Für 2026 ist damit zu rechnen, dass Fördersätze Deckelungen strenger werden oder einzelne Boni entfallen.

Hinzu kommt ein politischer Faktor: Förderprogramme werden häufiger nachjustiert, teilweise kurzfristig. Wer dann noch in der Planungsphase steckt, verliert Zeit. Wer frühzeitig beantragt, sichert sich dagegen bestehende Konditionen.

Was bei Fördermitteln regelmäßig unterschätzt wird

Viele Eigentümer denken in Einzelmaßnahmen. Neue Heizung, neue Fenster, etwas Dämmung. Förderstellen denken in Zusammenhängen. Sie prüfen, ob eine Maßnahme zum Gebäude passt, ob sie Teil einer sinnvollen Abfolge ist, ob sie langfristig Wirkung entfaltet.

Standardformulierungen reichen dafür nicht. Auch die Kombination mehrerer Maßnahmen kann die Förderhöhe verändern, nach oben wie nach unten. „Attraktive Zuschüsse senken die Kosten für eine Energieberatung deutlich. Je nach Art der Beratung und Größe des Gebäudes übernehmen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Großteil der Kosten“, sagt Cyran Heid, Immobilienexperte, Energieberater und Geschäftsführer von Heid Energieberatung.

Bis zu 80 Prozent Zuschuss – noch

Tatsächlich sind derzeit Förderquoten von bis zu 80 Prozent möglich. Das gilt nicht pauschal, sondern in Kombination aus Grundförderung, Bonusregelungen und ergänzenden Programmen. Besonders der individuelle Sanierungsfahrplan spielt hier eine zentrale Rolle. Er erhöht nicht nur die Förderquote einzelner Maßnahmen, sondern auch die anrechenbaren Investitionskosten.

Der Zuschuss sollte aber nicht das Ziel sein

Fördermittel senken Kosten, sie ersetzen keine Entscheidung. Eine Maßnahme wird nicht sinnvoll, weil sie gefördert wird. Sie wird gefördert, weil sie sinnvoll ist. Diese Reihenfolge wird oft verwechselt. „Eine gute Energieberatung zeigt nicht nur, welche Förderung möglich ist, sondern auch, welche Maßnahmen sinnvoll sind – unabhängig vom Zuschuss“, so Cyran Heid. Gerade mit Blick auf mögliche Kürzungen ab 2026 gewinnt diese Perspektive an Gewicht. Wer heute allein auf Fördersätze schaut, riskiert Fehlentscheidungen mit langfristigen Folgen.

@ Cyran Heid, Heid-Energieberatung

Insider-Wissen aus der Antragspraxis

Entscheidend ist der Zeitpunkt. Anträge müssen gestellt sein, bevor irgendetwas beauftragt wird. Selbst ein unterschriebener Handwerkervertrag kann als Maßnahmenbeginn gelten. Auch wichtig: Förderstellen prüfen streng, ob der eingesetzte Energieberater in der bundesweiten Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes geführt wird und für das jeweilige Programm zugelassen ist.

Ein weiterer Punkt, den viele übersehen: Regionale und kommunale Förderprogramme lassen sich teilweise mit Bundesmitteln kombinieren. Diese Töpfe sind kleiner, oft schneller ausgeschöpft, aber sie erhöhen die Gesamtförderung spürbar. Ohne systematische Prüfung bleiben sie ungenutzt.

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