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Kernsanierung – Was gehört dazu und was kostet es?

Bild: beugdesign / stock.adobe.com

Es liegt in der Natur von Wohngebäuden, dass Sie im Laufe der Zeit an Wert verlieren. Nicht nur, dass der Zahn der Zeit an den einzelnen Gebäudeteilen und Installationen nagt, auch die Technik schreitet stetig voran und Standards in Sachen Sicherheit und Energieeffizienz übertreffen alles, was noch vor wenigen Jahrzehnten üblich war. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Investition in ein Gebäude notwendig, um seinen Wert zu erhalten und modernen Standards gerecht zu werden. Sollte ein Gebäude über viele Jahrzehnte nicht oder ungenügend erneuert worden sein, so kann eine Kernsanierung notwendig sein. Auch Schäden durch die Elemente können diese Arbeiten sinnvoll machen. Dabei muss abgewogen werden, ob eine Kernsanierung sinnvoller und günstiger als ein Abriss und Neubau des Gebäudes ist. Hier erfahren Sie, was die einzelnen Bestandteile einer Kernsanierung sind und welche Kosten Sie erwarten. Ebenso erfahren Sie mehr über die Vorteile einer Kernsanierung und mögliche staatliche Förderungen.

Die Bestandteile einer Kernsanierung

Einfach ausgedrückt ist eine Kernsanierung eine Sanierung, bei der das Haus vom Dachstuhl bis zur Heizungsanlage im Keller auf seinen Rohbau (den Kern) zurückgebaut und dann mit modernen Mitteln neu aufgebaut wird. Die genauen Bestandteile der Kernsanierung unterscheiden sich von Haus zu Haus und je nach Bedarf. Üblicherweise spricht man von einer Kernsanierung, wenn mindestens folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

  • Elektroinstallationen erneuert
  • Rohrsystem ausgetauscht
  • Fenster und Türen ausgetauscht
  • Erneuerung der Fassadendämmung
  • Erneuerung der Dachdämmung und Sanierung der Dachbedeckung
  • Austausch der Heizungsanlage

Hinzu können einige weitere Arbeiten kommen, die je nach Zustand des Gebäudes sinnvoll sein können. Dazu gehören etwa der Austausch der Heizkörper, ein neuer Bodenbelag, die Dämmung des Kellers oder der Einbau einer Solarthermieanlage oder Photovoltaik auf dem Dach.

Kosten der einzelnen Arbeiten

Zu den Kosten muss grundlegend gesagt werden, dass eine allgemeingültige Aussage hier schwierig ist. So kann eine Erneuerung des Dachstuhls durch ein komplexes Dach oder schwierige bauliche Verhältnisse bei manchen Gebäuden deutlich teurer sein als bei anderen. Auch die Kosten für die Erneuerung des Rohrleitungssystems sind sehr individuell. Bei dem Austausch der neuen Heizung hängen die Kosten stark von der bewohnten Fläche und der Heizungsart ab, und auch der Wechsel von einem Energieträger zu einem anderen (beispielsweise von Heizöl zu einer Pelletheizung) erzeugen zusätzliche Kosten.

Erhebliche zusätzliche Kosten entstehen, wenn ein Haus mit Denkmalschutz kernsaniert werden soll. Um die ursprünglichen Fenster, Türen, Dachpfannen und anderen Bauelemente im Sinne des Denkmalschutzes zu erneuern, entstehen häufig erhebliche Zusatzkosten.

Die hier aufgeführten Kosten beziehen sich auf ein durchschnittliches Einfamilienhaus ohne Denkmalschutz oder andere die Kosten stark erhöhende Faktoren.

Heizungsanlage

Wenn Sie eine neue Heizungsanlage in Ihrem Haus installieren lassen, so hängen die Kosten stark von dem gewählten Energieträger ab. Heizungen mit fossilen Brennstoffen, also Heizöl oder Heizgas, sind in der Anschaffung relativ billig. Inklusive Einbau ist mit Kosten um die 15.000 Euro zu rechnen. Bei einer Pelletheizung können die Kosten auf bis zu 25.000 Euro steigen. Hinzu kommt bei einem Wechsel des Energieträgers die Errichtung eines neuen Brennstofflagers beziehungsweise die Verlegung einer Gasleitung sowie die Stilllegung des alten Lagers. Hier können Sie mit etwa 3500 Euro Kosten rechnen.

Rohrleitungssystem

Um die Rohre zu erneuern, müssen die relevanten Wände aufgestemmt, die alten Rohre entfernt und entsorgt sowie neue Rohre installiert und angeschlossen werden. Hier können je nach baulichen Eigenschaften des Hauses sehr große Preisschwankungen entstehen. Je nach Zahl der Rohrleitungen und Aufwand liegt der Preis je Stockwerk bei 1000 bis 3000 Euro.

Austausch der Fenster und Türen

Auch Fenster und Türen können bei der Kernsanierung erhebliche Kosten erfordern, besonders wenn sehr energieeffiziente oder sichere Modelle gewählt werden. Je Fenster können Kosten von 300 bis 800 Euro entstehen. Der Austausch einer Tür ist dagegen mit 200 bis 400 Euro vergleichsweise günstig.

Elektrische Leitungen

Wie bei den Rohrleitungen hängen hier die Kosten stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Auf den Quadratmeter Wohnfläche bezogen können Sie mit Kosten von etwa 100 Euro rechnen. Eine Sanierung ist deutlich günstiger als eine komplette Neuinstallation.

Dacherneuerung

Wenn die Dacheindeckung und der Dachstuhl erneuert werden, dann hängen die Kosten vor allem von der Größe des Daches ab. Bei der Wahl günstiger Dachpfannen können Sie mit Kosten von 100 Euro für die Eindeckung rechnen, während die Erneuerung des Dachstuhls mit etwa 70 Euro zu Buche schlägt.

Dämmung des Gebäudes

Da einer der Hauptgründe für eine Kernsanierung die Erhöhung der Energieeffizienz des Gebäudes ist, entstehen auch hier erhebliche Kosten, die sich jedoch im Laufe der Jahre amortisieren. Sowohl die Fassaden als auch der Dachstuhl können gedämmt werden. Dabei entstehen am Dach Kosten von etwa 100 Euro für eine Untersparrendämmung oder Zwischensparrendämmung oder 200 Euro für eine Aufsparrendämmung. Die Dämmung einer Fassade kostet zwischen 30 und 200 Euro je Quadratmeter Wandfläche. Dabei ist eine Einblasdämmung deutlich günstiger als ein Wärmedämmverbundsystem. Die Dämmung der Kellerdecke erzeugt Kosten von 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter.

Hier noch einmal die Kosten im Überblick:

Maßnahme Kosten
Heizung (Fossile Brennstoffe) 15.000 €
Heizung (Erneuerbare Energien) 25.000 €
Wechsel des Energieträgers 3.500 €
Rohrleitungen (Stockwerk) 1000 bis 3000 €
Fenster 300 bis 800 €
Tür 200 bis 400 €
Elektrische Leitungen (m² Wohnfläche) 100 €
Dacheindeckung (m²) 100 €
Dachstuhl (m²) 70 €
Dachdämmung (m²) 100 bis 200 €
Fassadendämmung (m²) 30 bis 200 €
Kellerdecke (m²) 20 bis 30 €

Staatliche Förderungen

Da eine Kernsanierung mit zahlreichen Vorteilen für die Gesellschaft einhergeht, vor allem im Bezug auf die Sicherheit und Energieeffizienz, unterstützt der Staat Maßnahmen dieser Art mit diversen Mitteln. Zum einen handelt es sich bei den durchgeführten Arbeiten durch Handwerker um Leistungen, die bis zu einem bestimmten Betrag von der Steuer abgesetzt werden können. Solange die Maßnahmen am eigenen Haus durchgeführt werden und die letzte Sanierung mindestens 10 Jahre zurückliegt, werden 20 % der anfallenden Steuern bis zu einem Maximalbetrag von 40.000 Euro zurückgezahlt.

Zusätzlich bietet der Bund mit der BEG-Förderung ein Förderprogramm an, das erhebliche finanzielle Unterstützungen bei der Sanierung eines Gebäudes bietet. Die Bundesförderung für Effiziente Gebäude fasst zahlreiche Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau zusammen und erhöht so die Übersichtlichkeit für Hauseigentümer*innen, Expertinnen und Experten. Je nach Maßnahme können bei einer Steigerung der Energieeffizienz 20 bis 25 Prozent der anfallenden Kosten durch die BEG-Förderung übernommen werden. Bei dem Austausch einer alten fossilen Heizung durch eine Pelletheizung kann die Förderung sogar bis zu 55 Prozent betragen. Auch die häufig vor einer Kernsanierung in der Planungsphase durchgeführte Energieberatung wird mit bis zu 80 Prozent bezuschusst. Hinzu kommen häufig kommunale Förderprogramme, die sich von Gemeinde zu Gemeinde stark unterscheiden.

Voraussetzung für diese Zuschüsse ist wie bei den alten KfW-Programmen, dass die Maßnahmen durch eine Fachfirma durchgeführt wird und vor der Durchführung beantragt werden. Auf blauarbeit.de finden Sie zahlreiche Handwerker*innen in Ihrer Nähe, welche nicht nur die notwendigen Arbeiten günstig und akkurat planen und ausführen, sondern Sie auch bei der Antragsstellung unterstützen.

Abwägung der Kosten

Auch wenn sich wegen der großen individuellen Unterschiede von Kernsanierungen keine allgemeingültigen Aussagen treffen lassen, so ist eine Kernsanierung in vielen Fällen und besonders bei nicht denkmalgeschützten Häusern günstiger als der Neubau. Grund sind die zahlreichen Förderprogramme und die Vermeidung der Abbruchkosten. Zudem können durch die Sanierung weitere Spareffekte erzielt werden, denn auch die erhöhte Sicherheit ist ein wichtiger Faktor und wird von Gebäude- und Hausratversicherungen häufig durch vergünstigte Versicherungsbeiträge belohnt. Auch der ideelle Wert des Gebäudes, etwa des Elternhauses, sollte bei der Entscheidung eine Rolle spielen.

Bei denkmalgeschützten Häusern sind die Kosten für die Sanierung deutlich höher. Kann ein Hauseigentümer nachweisen, dass die Sanierungskosten des Gebäudes nicht in einem vernünftigen Verhältnis zu den zu erwartenden Nutzeneffekten stehen, so kann er bei der Denkmalschutzbehörde die Genehmigung für einen Abriss erworben werden. 

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