Heizung und Klima

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Heizung und Klima im Überblick

GEG und Förderlandschaft: Heizungsrealität 2026

Seit dem 1. Januar 2024 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bundesweit. Neue Heizungen müssen zu 65 % mit erneuerbaren Energien laufen. Für Bestandsgebäude greifen Übergangsfristen bis 2026 oder 2028, abhängig von der kommunalen Wärmeplanung Ihrer Stadt (BMWK, Stand 2026). Die Förderlandschaft ist eng mit dem GEG verzahnt. Über die KfW-Förderung 458 sind bis zu 70 % Zuschuss möglich, wenn Sie eine alte Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe, Pelletheizung oder Hybridanlage tauschen. Wer plant, sollte die Kosten, die Effizienz und die Fördervoraussetzungen vor dem Auftrag prüfen. Dieser Ratgeber bündelt die wichtigsten Entscheidungen rund um Heizung, Warmwasser und Klima. Vergleichstabellen, Praxis-Beispiele und Verweise auf vertiefende Beiträge helfen Ihnen, das passende System für Ihr Haus zu finden.

Welche Heizung passt zu Ihrem Haus?

Die Wärmepumpe gilt im Neubau und vielen Sanierungen als bevorzugtes Standardsystem. Laut Bundesverband Wärmepumpe e.V. wurden 2024 rund 193.000 Wärmepumpen in Deutschland installiert. Bei Altbauten ohne Flächenheizung ist eine Hybridanlage oder Pelletheizung sinnvoll. Neue Gasheizungen sind weiterhin möglich, unterliegen aber Übergangsregeln, Beratungspflichten und langfristigen Anforderungen an erneuerbare Energien. Die Entscheidung hängt von vier Faktoren ab: Dämmstandard, Heizkörpertyp, Platzangebot und Budget. Ein gut gedämmtes Haus aus den 2000er Jahren mit Fußbodenheizung ist ideal für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Ein Altbau aus den 1960er Jahren mit alten Rippenheizkörpern braucht oft erst eine energetische Vorbereitung.

Vergleich der Heizungssysteme 2026

System Investition inkl. Einbau Effizienz GEG-konform Förderung KfW 458
Wärmepumpe Luft-Wasser 18.000 - 28.000 € JAZ 3,0 - 4,5 Ja 30 - 70 %
Wärmepumpe Sole-Wasser 25.000 - 40.000 € JAZ 4,0 - 5,0 Ja 30 - 70 % (mit Effizienz-Bonus)
Pelletheizung 18.000 - 28.000 € Wirkungsgrad 90 - 95 % Ja 30 - 70 %
Hybridheizung (Gas + Wärmepumpe) 22.000 - 35.000 € JAZ Mischbetrieb Ja (befristet)* 30 - 70 % (Wärmepumpen-Anteil)
Gas-Brennwert (Übergang) 9.000 - 14.000 € Wirkungsgrad 95 % Nur mit 65 % EE Keine
Brennstoffzellenheizung 28.000 - 45.000 € Gesamtwirkung 90 % Ja 30 - 70%
(*Entscheidend ist: Die 65-%-EE-Vorgabe gilt aktuell uneingeschränkt für sämtliche Neubauten innerhalb ausgewiesener Neubaugebiete. Bei Neubauten außerhalb dieser Gebiete gewährt das derzeitige Heizungsgesetz dagegen längere Fristen: Wie bei Bestandsbauten greift die 65-%-Pflicht erst dann, wenn eine kommunale Wärmeplanung vorliegt. Die bis dahin installierten Heizungen müssen ab 2029 zu mindestens 15 %, ab 2035 zu mindestens 30 % und ab 2040 zu mindestens 60 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Gasheizung, die entsprechend der geforderten Erneuerbare-Energien-Quote mit Biomethan, biogenem Flüssiggas, synthetischem Methan oder sogenannter grüner Wasserstoff betrieben wird und für dessen Erzeugung durch Elektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien genutzt wird. Quelle: Heizungsgesetz (GEG): Was gilt 2026 | Vattenfall) Praxis-Beispiel: Ein Einfamilienhaus mit 140 qm, Baujahr 1975, in München wird saniert. Nach Dämmung der obersten Geschossdecke und Tausch der Heizkörper im Erdgeschoss arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für rund 24.000 € effizient mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4. Mit KfW-Boni reduziert sich der Eigenanteil auf etwa 12.000 €.

Wärmepumpe als Standard 2026

Drei Bauarten dominieren den Markt: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe macht laut Bundesverband Wärmepumpe e.V. über 80 % der Neuinstallationen aus, weil sie keine Bohrung oder Grundwasser-Genehmigung braucht. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind effizienter, kosten aber 30 % bis 60 % mehr in der Anschaffung.

Welche Bauart für welches Haus?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe steht im Garten oder an der Hausfassade. Sie passt für die meisten Einfamilienhäuser und kostet inklusive Hydraulik und Einbau 18.000 bis 28.000 €. Bei Bestandsbauten sollten Vorlauftemperaturen unter 55 Grad möglich sein, sonst sinkt die Jahresarbeitszahl unter 3,0. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt Erdwärme über Sonden oder Flächenkollektoren. Sie erreicht Jahresarbeitszahlen zwischen 4,0 und 5,0. Die Bohrung kostet zusätzlich 8.000 bis 14.000 €, dafür gibt es den 5-%-Effizienz-Bonus der KfW. Die Wasser-Wasser-Variante ist die effizienteste Option, braucht aber eine Grundwassergenehmigung. Mehr Wissenswertes zu dieser Sonderform finden Sie im Ratgeber Grundwasserwärmepumpe. Der Stromverbrauch einer typischen Wärmepumpe liegt bei 4.500 bis 6.500 Kilowattstunden pro Jahr für ein Haus mit 140 qm. Mit einem Wärmepumpen-Stromtarif von rund 24 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich Heizkosten zwischen 1.080 und 1.560 € jährlich (Bundesnetzagentur, 2026).

Heizkosten senken: Schritte mit Sofort-Wirkung

Vier Maßnahmen senken die Heizkosten ohne eine neue Heizung einbauen zu müssen. Laut dena sparen Hausbesitzer mit hydraulischem Abgleich, Pumpentausch, Vorlauftemperatur-Optimierung und Heizungssteuerung im Schnitt 15 % bis 20 %. Bei einer Gasheizung mit 2.400 € Jahresverbrauch sind das 360 bis 480 € pro Jahr.

Hydraulischer Abgleich

Der hydraulische Abgleich verteilt das Heizwasser gleichmäßig auf alle Heizkörper. Räume mit kalten Heizkörpern werden warm, überhitzte Räume kühlen ab. Die Maßnahme kostet 600 bis 1.200 € für ein Einfamilienhaus und wird zu 15 % über die BAFA-Heizungsoptimierung gefördert (BAFA, 2026).

Pumpentausch und Vorlauftemperatur

Eine alte Umwälzpumpe verbraucht 400 bis 800 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Eine moderne Hocheffizienzpumpe kommt mit 50 bis 100 Kilowattstunden aus. Der Austausch kostet 350 bis 550 € und amortisiert sich oft in vier Jahren. Wer die Vorlauftemperatur von 70 auf 55 Grad senkt, spart bei Brennwertkesseln zusätzlich 6 bis 12 %. Wie das funktioniert und welche Heizkörper-Größen Sie brauchen, lesen Sie im Detailartikel Heizkosten senken.

Pelletheizung: Wann sie sich rechnet

Pelletheizungen kosten inklusive Lagerraum und Einbau 18.000 bis 28.000 €. Sie lohnen sich besonders bei Altbauten mit hohem Wärmebedarf, wo eine Wärmepumpe wegen schlechter Dämmung nicht effizient arbeitet. Der Pelletspreis lag laut Umweltbundesamt 2025 bei rund 7,4 Cent pro Kilowattstunde, deutlich unter den Kosten für Heizöl und Gas.

Lagerraum und Logistik

Das Beispielhaus mit 140 qm braucht 4 bis 6 Tonnen Pellets pro Jahr. Das Lagervolumen liegt bei 9 bis 13 cbm, je nach Sicherheitsabstand. Ein eigener Lagerraum im Keller erweist sich als ideal. Alternativ kommen Gewebetanks oder Außensilos in Frage. Die jährlichen Brennstoffkosten liegen 2026 bei rund 1.200 bis 1.700 € für ein typisches Einfamilienhaus. Wartungskosten kommen mit etwa 280 € hinzu (Schornsteinfeger, Aschebehälter, Brennraumreinigung). Mehr Informationen finden Sie in diesem Artikel: Pelletheizung.

Elektroheizungen: Für welche Räume?

Elektroheizungen sind teuer im Betrieb und in der Regel keine Hauptheizung. Bei einem Strompreis von 32 Cent pro Kilowattstunde (Bundesnetzagentur, 2026) kostet eine Kilowattstunde Wärme rund dreimal so viel wie aus einer Wärmepumpe. Sinnvoll sind sie nur in selten genutzten Räumen oder als Übergangslösung.

Direktheizung vs. Speicherheizung

Direktheizungen wandeln Strom sofort in Wärme um. Sie eignen sich für sporadisch genutzte Räume, wie z.B. Hobbyräume, Garagen, Ferienhäuser oder das Gäste-WC. Anschaffungskosten liegen bei 100 bis 400 € pro Gerät. Speicherheizungen laden nachts mit günstigerem Strom, sind aber 2026 nur noch selten wirtschaftlich. Im Bad sind elektrische Handtuchheizkörper oder Infrarotpaneele beliebt, weil sie schnell warm werden. Welche Geräte-Typen sich wo eignen, beschreibt der Blogbeitrag Elektroheizungen.

Brennstoffzellenheizung: Strom und Wärme kombiniert

Eine Brennstoffzellenheizung erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die meisten Systeme nutzen Erdgas oder Biomethan, aus dem im Gerät Wasserstoff gewonnen wird. Moderne Anlagen erreichen Gesamtwirkungsgrade von etwa 85 % bis 95 %. Förderungen sind 2026 über die KfW-Heizungsförderung 458 mit bis zu 70 % Zuschuss unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Anschaffungskosten liegen je nach Leistung und Gebäude meist zwischen 28.000 und 45.000 € inklusive Installation.

Wann sich das System lohnt

Eine Brennstoffzelle rechnet sich für Haushalte mit gleichmäßigem Wärme- und Strombedarf über das Jahr. Sie deckt die Grundlast ab, der überschüssige Strom geht ins Netz oder in einen Batteriespeicher. Sinnvoll ist sie vor allem bei Mehrfamilienhäusern oder kleinen Gewerbebetrieben. Im Einfamilienhaus liegt die Amortisationszeit oft bei 12 bis 18 Jahren, abhängig von Stromtarif und Gaspreis. Die GEG-Konformität ist gegeben, weil die Brennstoffzelle als KWK-System anerkannt ist. Mehr dazu im Beitrag Brennstoffzellenheizung.

Vorlauftemperatur richtig einstellen

Die Vorlauftemperatur ist der größte Hebel für Energieeinsparung an der bestehenden Heizung. Wer von 70 auf 55 Grad reduziert, spart laut dena bis zu 15 % Energiekosten. Voraussetzung sind ausreichend dimensionierte Heizkörper oder eine Flächenheizung.

Faustregel pro Raum

Stellen Sie die Vorlauftemperatur am kältesten Tag schrittweise herunter. Beginnen Sie mit 60 Grad und senken Sie alle zwei Tage um zwei Grad. Wird ein Raum nicht mehr richtig warm, gehen Sie einen Grad zurück und prüfen Sie den hydraulischen Abgleich. Moderne Heizungsregler haben eine witterungsgeführte Steuerung. Sie passt die Vorlauftemperatur automatisch an die Außentemperatur an. Eine Heizkurve mit Steilheit 0,8 und Niveau 0 ist für viele Bestandsgebäude ein guter Startwert. Tiefer einsteigen können Sie im Ratgeber Vorlauftemperatur.

Hybridheizung: Gas oder Öl plus Wärmepumpe

Eine Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit einem Spitzenlast-Kessel. Sie ist GEG-konform, wenn der Wärmepumpen-Anteil mindestens 65 % des Jahreswärmebedarfs deckt. Anschaffungskosten liegen bei 22.000 bis 35.000 €, der Wärmepumpen-Anteil ist über KfW 458 förderfähig (KfW, 2026).

Für welche Häuser sinnvoll?

Hybridheizungen passen für Altbauten, in denen eine reine Wärmepumpe an kalten Tagen nicht ausreicht. Die Wärmepumpe übernimmt den Großteil des Jahres, der Gas- oder Ölkessel springt nur bei Minusgraden ein. So bleiben die Stromkosten überschaubar und die Heizleistung gesichert. Die Kombination ist auch als schrittweiser Einstieg interessant. Wer eine bestehende, funktionsfähige Gasbrennwerttherme hat, kann eine Wärmepumpe nachrüsten. Die Heizungsmodernisierung wird so auf zwei Investitionsphasen verteilt. Details und Kostenbeispiele finden Sie in dem Beitrag Hybridheizung.

Heizungsrohre isolieren: Pflicht und Sparpotenzial

Das GEG schreibt in §69 die Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren in unbeheizten Räumen vor. Das spart laut dena jährlich 7 bis 12 % Energiekosten. Die Pflicht betrifft Eigentümer ab Kauf oder Erben seit 2002, mit zwei Jahren Übergangsfrist. Die Materialkosten für Isolierungsarbeiten in einem Keller liegen bei 80 bis 200 €. Wer selbst Hand anlegt, kommt mit Cuttermesser, Maßband und vorgeschnittenen Dämmschalen aus. Bei komplizierten Verlegungen oder Mehrfamilienhäusern lohnt sich der Fachbetrieb. Mehr hierzu finden Sie im Beitrag Heizungsrohre isolieren.

Fußbodenheizung: Kostenrahmen und Vergleich

Eine Warmwasser-Fußbodenheizung kostet im Neubau 35 bis 75 € pro qm, um sie im Altbau nachzurüsten 90 bis 160 € pro qm. Sie ist die ideale Wärmeübertragung für Wärmepumpen, weil sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen von 28 bis 38 Grad arbeitet (Umweltbundesamt, 2026).

Warmwasser oder elektrisch?

Die Warmwasservariante wird an das zentrale Heizsystem angeschlossen. Sie ist bei großen Flächen wirtschaftlicher und passt zu allen modernen Heizungen. Die elektrische Variante ist nur für kleine Flächen sinnvoll, etwa im Bad oder in einer Küche, weil die Stromkosten im Dauerbetrieb sehr hoch sind.

Nachrüsten im Altbau

Im Altbau gibt es drei Bauweisen: Nasssystem mit neuem Estrich (Aufbauhöhe 50 bis 75 mm), Trockensystem mit Trockenestrichplatten (Aufbauhöhe 25 bis 50 mm) und Frässystem in vorhandenen Estrich (Aufbauhöhe nahezu gegen null). Welche Methode passt, hängt von der Raumhöhe und der Statik ab. Tiefer einsteigen können Sie in dieser Textzusammenfassung zum Thema Fußbodenheizung.

Klimaanlage und Kühlung im Eigenheim

Klimaanlagen sind seit den heißen Sommern ab 2018 fester Bestandteil moderner Eigenheime geworden. Eine Split-Anlage mit Innen- und Außengerät arbeitet effizient, eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann sogar heizen und kühlen in einer Anlage. Laut Umweltbundesamt hat sich der Bestand an Klimageräten in deutschen Privathaushalten zwischen 2014 und 2024 mehr als verdreifacht.

Technische Bauformen

Drei Bauformen prägen den Markt. Split-Klimaanlagen mit einem Außengerät und einem oder mehreren Innengeräten sind die effizienteste Lösung im Eigenheim. Multi-Split-Anlagen versorgen mehrere Räume aus einem Außengerät. Mobile Monoblock-Geräte sind nur für gelegentliche Nutzung sinnvoll, der Wirkungsgrad liegt deutlich unter dem fest installierter Splits. Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist technisch eine umgekehrt arbeitende Klimaanlage und übernimmt im Winter die Heizung. In gut gedämmten Häusern und Passivhäusern reicht sie als alleinige Heizung. Im unsanierten Altbau ist sie meist nur Ergänzung. Weitere Details können Sie im Ratgeberartikel Luft-Luft-Wärmepumpe nachlesen.

F-Gase-Verordnung und Kältemittel

Klimaanlagen arbeiten mit Kältemitteln. Die EU-Verordnung 517/2014 (F-Gase-Verordnung) regelt seit Jahren den Einsatz synthetischer Kältemittel wie R410A und R32 und schreibt einen Sachkundenachweis für Einbau und Wartung vor. Neue Geräte mit natürlichem Kältemittel R290 (Propan) gewinnen Marktanteile, weil sie ohne F-Gase-Beschränkung gehandelt werden. Hintergrund und Auswirkungen gibt es im Ratgeber Kältemittel in Klimaanlagen und Wärmepumpen.

Kühlen mit der Wärmepumpe

Moderne Wärmepumpen mit reversiblem Betrieb können im Sommer auch kühlen. Bei aktiver Kühlung sinkt die Vorlauftemperatur unter die Raumtemperatur und nutzt die Fußbodenheizung oder Gebläsekonvektoren als Wärmesenke. Eine Passive Kühlung (nur bei Sole-Wasser-Anlagen mit Erdsonde) ist energiesparender, aber leistungsschwächer. Alle Infos zur Funktionsweise und die geltenden Voraussetzungen gibt es hier: Kühlung mit der Wärmepumpe. Wer eine Dachgeschosswohnung oder ein Dachausbauten kühlen will, findet ergänzende Tipps im Ratgeber Dachgeschosswohnung kühlen.

Wohnraumlüftung und Luftqualität

Durch die hohe Luftdichtheit moderner Gebäude wird eine kontrollierte Wohnraumlüftung in vielen Neubauten sinnvoll oder technisch erforderlich. Ohne eine aktive Lüftung steigt das Schimmelrisiko, weil keine Fugenlüftung mehr stattfindet. Die DIN 1946-6 verlangt seit 2009 ein Lüftungskonzept für Neubau und Sanierung mit neuen Fenstern. Die Vorlage eines Lüftungskonzeptes ist Pflicht.

Zentrale vs. dezentrale Lüftung

Eine zentrale KWL führt frische Luft über ein Kanalsystem in alle Räume und saugt verbrauchte Luft aus Bad und Küche ab. Ein Wärmetauscher überträgt 70 % bis 90 % der Wärme aus der Abluft auf die Zuluft. Sinnvoll im Neubau, da die Kanäle in Decken oder Fußböden integriert werden können. Dezentrale Geräte sitzen als Einzelraumlösung in der Außenwand. Sie eignen sich besonders für Sanierungen, weil keine Kanäle nötig sind. Zwei Geräte arbeiten in einem Raum im Wechsel: Eines bläst Luft ein, das andere saugt ab, mit Wärmeübertragung über einen keramischen Speicherkern. Die ausführliche Übersicht zu den verschiedenen Bauarten, Vorteilen und Anforderungen haben wir im Ratgeber zur Wohnraumlüftung  zusammengefasst.

Kleinste Lüftungslösungen: Badlüfter und Küchenabzug

Eine vollwertige KWL ist nicht in jedem Haus möglich. In Feuchträumen wie Bad und Küche reicht oft ein Badlüfter mit Feuchtesensor oder Nachlauffunktion. Das verhindert Schimmelbildung an den am stärksten belasteten Stellen, ersetzt aber keine Lüftung der Wohnräume.

Förderung über die BEG-Einzelmaßnahmen

Lüftungsanlagen sind nach Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig, wenn sie die Anforderungen an Wärmerückgewinnungsgrad und elektrischen Wirkungsgrad nach DIN EN 13141 erfüllen. Anträge laufen über die BAFA, Voraussetzung ist die Beratung durch einen Energieberater und die Antragstellung vor der Auftragsvergabe (BAFA, Stand 2026).

SHK-Fachbetrieb finden: Konzession und Innung prüfen

Heizungsarbeiten sind in Deutschland konzessionspflichtig. Nur eingetragene SHK-Fachbetriebe (Sanitär, Heizung, Klima) dürfen Gasleitungen anschließen und Wärmepumpenhydraulik installieren. Die Innung und zuständige regionalen Handwerksammern listen zertifizierte Betriebe in jeder Region online auf.

Pflichtdokumente vor Auftragsvergabe

Lassen Sie sich vor Auftragsvergabe drei Dokumente geben: Ein schriftliches Angebot mit Material- und Arbeitspositionen, eine Fördermittelbescheinigung (BAFA/KfW-konformer Fachunternehmernachweis) und einen voraussichtlichen Zeitplan. Bei einer Wärmepumpeninstallation sollte der Betrieb eine Schulung des Herstellers nachweisen können. Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die geplante Heizlastberechnung, die Jahresarbeitszahlprognose und die Gewährleistung des Herstellers über die gesetzlichen zwei Jahre hinaus. Auch sollten Sie sich fachlich und bei Rückfragen gut beraten fühlen.

KfW 458 und BAFA-Heizungsoptimierung im Detail

Über das KfW-Programm 458 sind aktuell bis zu 70 % Zuschuss möglich, gedeckelt auf 30.000 € förderfähige Kosten pro Wohneinheit. Der Grundzuschuss liegt bei 30 %. Boni für schnelle Modernisierung, niedriges Einkommen und besondere Effizienz erhöhen den Satz (KfW, Stand 2026).

KfW 458: Boni im Detail

  • Grundzuschuss 30 % für den Tausch zu Wärmepumpe, Pelletheizung, Solarthermie, Brennstoffzelle oder Hybridanlage
  • Klimageschwindigkeitsbonus 20 % beim Tausch einer funktionsfähigen Öl-, Gas- oder Kohleheizung mit Mindestalter
  • Einkommensbonus 30 % für selbstnutzende Eigentümer mit zu versteuerndem Einkommen unter 40.000 € pro Jahr
  • Effizienzbonus 5 % für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (Propan) oder Erd-/Wasser-Wärmequelle
Die Boni sind nicht beliebig stapelbar. Die kumulierte Förderung ist auf 70 % gedeckelt. Bei 30.000 € förderfähigen Kosten und maximal 70 % ergibt das einen Zuschuss von 21.000 €. Der Antrag läuft vor Auftragsvergabe über das KfW-Kundenportal.

BAFA Heizungsoptimierung

Die BAFA fördert mit 15 % Einzelmaßnahmen wie z.B. den hydraulischen Abgleich, einen Pumpentausch, eine neue Heizungssteuerung und die Dämmung. Förderfähig sind Maßnahmen bis 30.000 € pro Wohneinheit (BAFA, Stand 2026). Die Antragstellung erfolgt vor Beginn der Arbeiten online.

Steuerliche Förderung nach §35c EStG

Wer keine KfW- oder BAFA-Förderung nutzt, kann 20 % der Sanierungskosten über drei Jahre von der Steuer absetzen. Maximal 40.000 € pro Objekt. Das gilt für Eigentümer von selbstgenutzten Bestandsbauten ab einem Alter von zehn Jahren.

Arbeiten an der Heizung: Zwischen Eigenleistung und Konzession

Gas- und Heizungsanlagen sind in Deutschland konzessionspflichtig. Der Anschluss an Gasleitungen, die Inbetriebnahme von Wärmepumpen und die Abnahme durch den Schornsteinfeger müssen von eingetragenen SHK-Fachbetrieben erfolgen. Eigenleistung ist nur bei Vorarbeiten zulässig.

Was Sie selbst machen dürfen

Sie dürfen unter anderem den alten Heizkörper demontieren, den Kellerraum für die neue Heizung vorbereiten, Lagerräume bauen, Dämmung an Heizungsrohren anbringen usw. Auch das Bestücken des Pelletlagers oder Reinigungsarbeiten dürfen Sie selbst übernehmen. Nicht zulässig sind: Anschluss an Gasleitungen, Verbindung zwischen Wärmepumpe und Pufferspeicher, Kältemittelarbeiten und elektrische Anschlussarbeiten ab 230 Volt fest verdrahtet. Diese Tätigkeiten erfordern Handwerker, welche in der Handwerksrolle eingetragen sind.

Das wollen Eigentümer 2026 zur neuen Heizung wissen

Was kostet eine neue Heizung 2026?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau 18.000 bis 28.000 €. Eine Pelletheizung liegt im gleichen Rahmen. Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdbohrung kommen auf 25.000 bis 40.000 €. Gas-Brennwertkessel als reine Übergangslösung kosten 9.000 bis 14.000 €, sind aber 2026 nur mit 65-%-EE-Anteil zulässig (BMWK, 2026).

Welche Heizung ist GEG-konform?

GEG-konform sind alle Heizungen, die mindestens 65 % der erzeugten Wärme aus erneuerbaren Energien gewinnen. Dazu zählen Wärmepumpen, Pelletheizungen, Solarthermie-Systeme mit Backup, Brennstoffzellen und Hybridanlagen mit ausreichend hohem Wärmepumpen-Anteil. Reine Gas- oder Ölheizungen sind im Neubau verboten, im Bestand nur mit Übergangsfristen erlaubt.

Wie hoch ist die KfW-Förderung für eine Wärmepumpe?

Über die KfW 458 sind 30 % bis 70 % Zuschuss möglich, bezogen auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten pro Wohneinheit. Der Grundzuschuss beträgt 30 %. Mit Klimageschwindigkeitsbonus, Einkommensbonus und Effizienzbonus kann der Satz auf bis zu 70 % steigen. Das ergibt maximal 21.000 € Zuschuss (KfW, Stand 2026).

Darf ich meine Gasheizung 2026 noch tauschen?

Ja, aber nur unter Auflagen. In Kommunen mit fertiger Wärmeplanung müssen neue Heizungen ab Geltungsbeginn 65 % erneuerbare Energien nutzen. Großstädte müssen die Wärmeplanung bis 30. Juni 2026 vorlegen, kleinere Kommunen bis 30. Juni 2028. Eine reine Gas-Brennwert-Therme ist nur in der Übergangsphase und mit zusätzlicher Beratung durch einen Energieberater erlaubt.

Wann lohnt sich ein Heizungstausch?

Wirtschaftlich lohnt sich der Tausch ab einem Alter der bestehenden Heizung von 15 bis 20 Jahren. Ältere Geräte erreichen Wirkungsgrade unter 85 %, moderne Wärmepumpen kommen auf Jahresarbeitszahlen über 3,5. Mit KfW-Förderung und Klimageschwindigkeitsbonus amortisiert sich der Tausch oft in 8 bis 12 Jahren. Bei steigenden Gaspreisen verkürzt sich die Amortisationszeit weiter.

Welche Förderung gibt es ohne KfW-Antrag?

Ohne KfW können Sie die BAFA-Heizungsoptimierung mit 15 % Zuschuss für Einzelmaßnahmen nutzen. Alternativ greift die steuerliche Förderung nach §35c EStG mit 20 % über drei Jahre, maximal 40.000 €. Außerdem fördern viele Kommunen und Stadtwerke zusätzlich mit eigenen Programmen, oft kombinierbar mit Bundesförderung.

Wie lange dauert ein Heizungstausch?

Ein klassischer Heizungstausch im Einfamilienhaus dauert 3 bis 7 Werktage. Bei einer Wärmepumpe mit Erdbohrung kommen 2 bis 4 Wochen Vorlaufzeit für Genehmigung und Bohrung hinzu. Die reine Installation der Innen- und Außengeräte erfolgt in 2 bis 4 Tagen. Inbetriebnahme und Einregulierung brauchen einen zusätzlichen Tag.

Was passiert wenn meine Öl- oder Gasheizung über 30 Jahre alt ist?

Heizkessel mit Konstanttemperatur (keine Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik), die älter als 30 Jahre sind, müssen laut GEG ausgetauscht werden. Ausnahmen gelten für Eigentümer, die das Haus seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen. Der Schornsteinfeger kontrolliert das Heizungsalter und meldet pflichtige Anlagen an die Behörde. Aber es gibt die Ausnahme von der Ausnahme (Eigentümerwechsel): Diese Privilegierung endet, wenn das Haus verkauft, verschenkt oder vererbt wird. Die neuen Besitzer haben nach dem Grundbucheintrag in der Regel zwei Jahre Zeit, um die Immobilie energetisch auf den aktuellen Stand zu bringen. 
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