Steht das neue Kochfeld in der Küche, ist die alte Platte ausgebaut und kommen aus der Wand fünf Adern ohne Stecker, ist der Punkt erreicht, an dem die Elektroinstallation beginnt. Ein Kochfeld wird meist nicht über eine normale Steckdose versorgt, sondern fest an die Elektroinstallation angeschlossen. Arbeiten an dieser Installation gehören in die Hände einer qualifizierten Elektrofachkraft.
Wer darf ein Kochfeld anschließen?
Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung dürfen nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) grundsätzlich nur durch ein Installationsunternehmen ausgeführt werden, das in das Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen ist. § 13 Niederspannungsanschlussverordnung
Für den Küchenalltag bedeutet das: Ein vom Hersteller ausdrücklich als steckerfertig vorgesehenes Kochfeld können Sie an die dafür geeignete Steckdose anschließen. Wird das Gerät dagegen an eine Herdanschlussdose oder direkt an eine fest verlegte Leitung angeschlossen, sollte die Arbeit eine Elektrofachkraft übernehmen.
Das hat nicht nur rechtliche Gründe. Ein Kochfeld kann je nach Modell eine Anschlussleistung von mehreren Kilowatt erreichen. Bei einer fehlerhaften Klemmstelle kann sich der Übergangswiderstand erhöhen und die Verbindung unter Last erwärmen. Auch Leitung, Absicherung, Schutzleiter und Fehlerstromschutz müssen zur vorhandenen Elektroinstallation passen.
Ein pauschaler Verlust des Versicherungsschutzes allein deshalb, weil eine elektrische Arbeit von einem Laien ausgeführt wurde, lässt sich dagegen nicht feststellen. Bei einem Schaden können jedoch die fachgerechte Ausführung, mögliche Obliegenheitsverletzungen und ein Zusammenhang zwischen dem Fehler und dem Schaden geprüft werden.
Welcher Anschluss ist für welches Kochfeld geeignet?
Die Anschlussart richtet sich nach der Anschlussleistung des Geräts, der vorhandenen Installation und den Vorgaben des Herstellers. Eine pauschale Zuordnung nach Kilowatt ist deshalb nicht ausreichend.
| Anschlussleistung | Mögliche Anschlussart | Typische Absicherung* |
|---|---|---|
| bis etwa 3,7 kW | Schuko-Steckdose, 230 V | 16 A |
| etwa 3,7 bis 7,4 kW | mehrphasiger Anschluss oder je nach Gerät andere vom Hersteller vorgesehene Anschlussart | z. B. 2 × 16 A |
| etwa 7,4 bis 11 kW | mehrphasiger Anschluss | z. B. 3 × 16 A |
* Die konkrete Absicherung muss zur vorhandenen Leitung, Verlegeart, Netzform und zum Gerät passen. Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers und die Prüfung der Elektroinstallation.
Die häufig anzutreffende Herdzuleitung besteht aus fünf Adern. Damit können mehrere Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter zur Verfügung stehen. Welche davon für das jeweilige Kochfeld genutzt werden, ergibt sich aus dem Anschlussschema des Herstellers.
Autarke Induktionskochfelder liegen bei vielen Modellen bei rund 7,4 kW Anschlussleistung. Größere Geräte können bis etwa 11 kW erreichen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jedes 7,4-kW-Kochfeld auf dieselbe Weise angeschlossen wird. Das Anschlussschema des konkreten Geräts ist entscheidend.
Kochfelder mit Schuko-Stecker sind ebenfalls erhältlich. Dazu gehören insbesondere kleinere Geräte mit geringerer Anschlussleistung. In der Produktbeschreibung muss ausdrücklich angegeben sein, dass das Gerät für den Betrieb an einer normalen Steckdose vorgesehen ist.
Die Herdanschlussdose
In vielen deutschen Küchen befindet sich hinter dem Herd eine Herdanschlussdose. Sie bildet den Übergabepunkt zwischen der fest installierten Leitung und der Anschlussleitung des Geräts.
Bei einer fünfadrigen Zuleitung finden sich üblicherweise drei Außenleiter, der Neutralleiter und der Schutzleiter. Die Adernfarben sind bei aktuellen Installationen grundsätzlich Braun, Schwarz und Grau für die Außenleiter, Blau für den Neutralleiter sowie Grün-Gelb für den Schutzleiter.
Welche Ader an welche Klemme gehört, darf nicht allein anhand der Farbe entschieden werden. Die Elektrofachkraft prüft die vorhandene Installation und orientiert sich beim Anschließen am Schalt- und Anschlussschema des Kochfelds.
Viele Kochfelder bieten mehrere Anschlussvarianten. Dafür befinden sich am Anschlussklemmbrett des Geräts je nach Modell Brücken, die entsprechend dem vorgesehenen Anschlussschema gesetzt werden müssen. Eine falsche Brückenkonfiguration kann zu einer Fehlfunktion oder zu einer Beschädigung des Geräts führen.
Was geschieht beim Anschluss?
Vor Beginn der Arbeiten wird der zugehörige Stromkreis abgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert. Anschließend prüft die Elektrofachkraft mit einem geeigneten zweipoligen Spannungsprüfer, ob tatsächlich Spannungsfreiheit besteht.
Danach wird die Anschlussleitung entsprechend dem Schaltbild des Herstellers aufgelegt. Die erforderlichen Brücken werden entsprechend der vorhandenen Anschlussart gesetzt. Bei feindrähtigen Leitern müssen die Klemmen für die jeweilige Leiterart geeignet sein; je nach Anschlussklemme können Aderendhülsen erforderlich sein.
Anschließend wird die elektrische Anlage mit den vorgeschriebenen Messungen überprüft. Dazu können unter anderem Schutzleiter- und Isolationsmessungen sowie Prüfungen der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung gehören. Welche Messungen im konkreten Fall erforderlich sind, richtet sich nach der Art der Installation und den geltenden elektrotechnischen Regeln.
Zum Abschluss wird das Kochfeld in Betrieb genommen und auf seine Funktion geprüft. Dabei lässt sich feststellen, ob die einzelnen Kochzonen ordnungsgemäß arbeiten und die Installation unter Betriebsbedingungen funktioniert.
Was kostet der Anschluss eines Kochfelds?
Der reine Anschluss eines Kochfelds an eine vorhandene und geeignete Herdanschlussdose kostet häufig etwa 40 bis 120 €, wenn der Elektrobetrieb bereits vor Ort ist. Bei einem separaten Termin mit Anfahrt sind etwa 80 bis 180 € möglich.
Muss eine neue Leitung vom Verteiler bis zur Küche verlegt werden, steigt der Preis. Je nach Leitungslänge, Zugänglichkeit und Wandaufbau können dafür etwa 300 bis 800 € anfallen. Zusätzliche Arbeiten wie Schlitzen, Verlegen, Verschließen und anschließende Messungen beeinflussen den Gesamtpreis.
Ist im Verteiler eine zusätzliche Absicherung erforderlich, können weitere 80 bis 200 € hinzukommen. Bei älteren Verteilungen kann eine Erweiterung oder Modernisierung notwendig werden, etwa wenn kein geeigneter Platz vorhanden ist oder die vorhandene Schutztechnik nicht den Anforderungen der Anlage entspricht.
Einen Überblick über weitere Kosten rund um die Küche finden Sie bei den Gesamtkosten einer Küche.
Was die Kochfeldart am Anschluss ändert
Ceran-, Induktions- und Gaskochfelder unterscheiden sich nicht nur bei der Technik, sondern auch bei den Anforderungen an die Kücheninstallation.
Ein Ceran- oder Glaskeramikkochfeld arbeitet mit elektrischen Heizkörpern unter der Glaskeramik. Geräte mit vier Kochzonen erreichen häufig eine Anschlussleistung von etwa 6,5 bis 7,5 kW. Die Heizleistung wird während des Betriebs geregelt, sodass die tatsächliche Leistungsaufnahme schwankt.
Induktionskochfelder arbeiten ebenfalls elektrisch. Vier Kochzonen können je nach Modell eine Anschlussleistung von etwa 7,4 kW oder mehr erreichen. Bei Geräten mit Power- oder Flexzonen können bis zu etwa 11 kW vorgesehen sein. Ob ein vorhandener Anschluss für ein neues Induktionskochfeld geeignet ist, sollte anhand der technischen Daten und der vorhandenen Elektroinstallation geprüft werden.
Was beim Umstieg von einem anderen Kochfeld auf Induktion zu beachten ist, erfahren Sie unter Induktionskochfeld nachrüsten.
Gaskochfelder benötigen für die Zündung und Elektronik meist nur eine geringe elektrische Leistung. Zusätzlich ist jedoch ein geeigneter Gasanschluss erforderlich. Arbeiten an einer Gasleitung dürfen nur durch entsprechend qualifizierte Fachbetriebe ausgeführt werden. Nach Änderungen an der Gasinstallation sind die vorgeschriebenen Prüfungen durchzuführen.
Ein Sonderfall sind Kochfelder mit integriertem Muldenlüfter. Sie kombinieren Kochfeld und Dunstabzug in einem Gerät. Für das Gebläse kommt eine zusätzliche elektrische Leistungsaufnahme hinzu. Gleichzeitig muss unter dem Kochfeld ausreichend Platz für die Technik und die Luftführung vorhanden sein. Das sollte bereits bei der Küchenplanung berücksichtigt werden.
Unabhängig von der Kochfeldart muss der Ausschnitt in der Arbeitsplatte exakt nach den Vorgaben des Herstellers ausgeführt werden. Bei Arbeitsplatten aus Naturstein oder Keramik erfolgt der Zuschnitt meist durch den Fachbetrieb beziehungsweise bereits im Werk. Mehr dazu finden Sie unter Arbeitsplatte zuschneiden lassen.
Woran erkennen Sie einen fachgerechten Anschluss?
Auch wenn Sie den Anschluss nicht selbst ausführen, können Sie auf einige Punkte achten.
Prüfungen und Dokumentation: Nach Arbeiten an der elektrischen Anlage sollten die erforderlichen Prüfungen durchgeführt und nachvollziehbar dokumentiert werden. Welche Messwerte dokumentiert werden, hängt von der Art der Installation und dem Umfang der Arbeiten ab.
Zugentlastung: Die Anschlussleitung muss so befestigt sein, dass keine mechanische Belastung auf die elektrischen Klemmen übertragen wird. Eine fachgerechte Zugentlastung schützt die Klemmverbindung vor Beschädigungen.
Beschriftung: Der zugehörige Stromkreis sollte im Verteiler eindeutig zugeordnet und beschriftet sein. Das erleichtert spätere Wartungs- und Reparaturarbeiten.
Häufige Fragen
Kann ich ein Induktionskochfeld an eine normale Steckdose anschließen?
Nur wenn das konkrete Gerät dafür vorgesehen ist und die Anschlussleistung sowie die elektrische Installation zur Steckdose passen. Bei vielen Induktionskochfeldern mit mehreren Kochzonen liegt die Anschlussleistung über der Belastbarkeit eines üblichen 16-A-Stromkreises. Die Angaben des Herstellers sind entscheidend.
Was beim Umstieg auf Induktion zu beachten ist, steht unter Induktionskochfeld nachrüsten.
Was ist der Unterschied zwischen einem autarken Kochfeld und einem Kochfeld im Set?
Ein autarkes Kochfeld besitzt eigene Bedienelemente und kann unabhängig von einem Backofen betrieben werden. Bei einem Herdset sind Kochfeld und Backofen technisch aufeinander abgestimmt und werden häufig über eine gemeinsame Herdanschlussmöglichkeit versorgt.
Beim Austausch einzelner Geräte bietet ein autarkes Kochfeld mehr Freiheit bei der Kombination mit einem neuen Backofen.
Reicht die vorhandene Leitung für ein neues Kochfeld?
Das lässt sich erst nach Prüfung der vorhandenen Installation sicher beurteilen. In vielen Küchen sind fünfadrige Herdzuleitungen vorhanden, die mehrere Anschlussvarianten ermöglichen. In älteren Gebäuden können jedoch andere Leitungsquerschnitte, Leitungsarten oder Installationsbedingungen vorliegen.
Auch die Absicherung und der Zustand des Verteilers müssen zum neuen Gerät passen. Die Prüfung sollte deshalb vor dem Anschluss erfolgen.
Muss die Küche beim Anschluss fertig sein?
Das Kochfeld sollte bereits in die Arbeitsplatte eingesetzt sein, damit die Anschlussleitung passend verlegt und angeschlossen werden kann. Auch der Arbeitsplattenausschnitt muss den Maßen des Herstellers entsprechen.
Bei einer neuen Küche wird der elektrische Anschluss deshalb meist nach der Montage von Arbeitsplatte und Kochfeld ausgeführt.
Wie erkenne ich die Anschlussleistung meines Kochfelds?
Die Anschlussleistung finden Sie auf dem Typenschild des Geräts und in der Montage- beziehungsweise Bedienungsanleitung. Dort stehen auch die vorgesehenen Anschlussmöglichkeiten.
Diese Angaben sollte die Elektrofachkraft kennen, bevor sie den Anschluss herstellt.
Darf ich das alte Kochfeld selbst ausbauen?
Das Herausnehmen des Kochfelds aus der Arbeitsplatte ist grundsätzlich von der elektrischen Arbeit zu unterscheiden. Sobald das Gerät von der festen Elektroinstallation abgeklemmt werden muss, sollte dies eine Elektrofachkraft übernehmen.
Bei einem Austausch kann der Betrieb das alte Gerät abklemmen, das neue Kochfeld anschließen und anschließend die erforderlichen Prüfungen durchführen.
Bild: istock.com/Ekaterina Rabchanyuk





