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Eine Haustüre wird rot gestrichen

So streichen Sie eine Haustür wetterfest

Lesedauer 4 Minuten

Eine Haustür zu streichen kostet etwa 25 bis 60 € für Material. Für die Arbeiten sollten Sie zwei Tage einplanen, wobei nur ein Teil davon auf die eigentliche Arbeit entfällt. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten müssen die Beschichtungen ausreichend trocknen. Ein Malerbetrieb berechnet je nach Zustand und Größe der Tür etwa 180 bis 400 € für das Streichen. Wie lange ein neuer Anstrich hält und welche Arbeiten anfallen, erfahren Sie unter Türen streichen lassen.

Welche Türen lassen sich streichen?

Ob eine Haustür gestrichen werden kann, hängt vom Material, der vorhandenen Beschichtung und ihrem Zustand ab. Bei einigen Oberflächen ist ein neuer Anstrich möglich, erfordert aber eine passende Grundierung.

MaterialStreichen möglich?Anmerkung
Holz, lackiertjaAnschleifen und geeigneten Lack verwenden, sofern die alte Beschichtung tragfähig ist
Holz, lasiertjaFür einen deckenden Anstrich muss die Oberfläche entsprechend vorbereitet werden
Kunststoffbedingtgeeigneten Haftgrund und dafür freigegebenen Lack verwenden
Aluminium, pulverbeschichtetbedingtHaftgrund für die vorhandene Beschichtung erforderlich
StahljaRost vollständig entfernen und geeigneten Korrosionsschutz auftragen

Bei Kunststofftüren ist die Vorbereitung besonders wichtig. Die Oberfläche muss gereinigt, entfettet und für den vorgesehenen Lack geeignet vorbereitet werden. Dafür gibt es spezielle Haftvermittler und Beschichtungssysteme.

Bei Aluminium mit Pulverbeschichtung gilt ebenfalls: Die vorhandene Beschichtung muss tragfähig und für eine Überarbeitung geeignet sein. Anschleifen und ein passender Haftgrund schaffen die Voraussetzung für einen neuen Anstrich.

Bei stark beschädigten oder bereits verformten Haustüren kann ein Austausch sinnvoller sein. Die Kosten finden Sie unter Haustür einbauen lassen.

Was Sie brauchen

  • Schleifpapier in 120er und 180er Körnung sowie einen Schleifklotz
  • geeigneten Reiniger und gegebenenfalls Silikonentferner
  • passende Grundierung für das vorhandene Material
  • für den Außenbereich geeigneten Tür- oder Wetterschutzlack
  • Flachpinsel und eine geeignete Lackierrolle
  • Abdeckband für Bereiche, die nicht gestrichen werden sollen
  • Abdeckfolie für Schwelle und Boden

Für Material sollten Sie etwa 25 bis 60 € einplanen. Wie viel Lack benötigt wird, hängt von der Türgröße, dem Untergrund und der Zahl der Anstriche ab. Die Angaben des Lackherstellers zum Verbrauch sind maßgeblich.

Der Ablauf im Einzelnen

  1. Passenden Zeitpunkt wählen. Arbeiten Sie bei den Temperaturen, die der Hersteller des verwendeten Lacks vorgibt. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. Während der Trocknung darf die frisch beschichtete Oberfläche nicht durch Regen oder Kondenswasser belastet werden.
  2. Beschläge abbauen. Entfernen Sie Drücker, Schutzbeschlag und weitere abnehmbare Beschlagteile. Bei fest montierten Bauteilen können Sie die angrenzenden Bereiche sorgfältig abkleben.
  3. Tür reinigen und entfetten. Entfernen Sie Schmutz, Staub, Fett und andere Ablagerungen. Besonders im Griffbereich können sich Hautfett und Schmutz ansammeln. Verwenden Sie einen Reiniger, der für den vorhandenen Untergrund geeignet ist.
  4. Oberfläche anschleifen. Schleifen Sie die vorhandene Beschichtung mit geeigneter Körnung an. Lose oder beschädigte Farbschichten müssen bis auf einen tragfähigen Untergrund entfernt werden. Staub anschließend gründlich beseitigen.
  5. Grundieren. Freiliegende Stellen und geeignete Untergründe werden mit der passenden Grundierung behandelt. Bei Metall dient die Grundierung zusätzlich als Korrosionsschutz. Bei Kunststoff und beschichtetem Aluminium ist ein dafür geeigneter Haftgrund erforderlich.
  6. Erste Lackschicht auftragen. Kanten und Profile lassen sich mit einem Pinsel bearbeiten, größere Flächen mit einer geeigneten Lackierrolle. Tragen Sie den Lack gleichmäßig und nicht zu dick auf.
  7. Zwischenschliff durchführen. Nach ausreichender Trocknung kann die Oberfläche mit feinem Schleifpapier leicht angeschliffen werden. Entfernen Sie den Schleifstaub vor dem nächsten Anstrich vollständig.
  8. Zweite Lackschicht auftragen. Tragen Sie eine weitere dünne und gleichmäßige Schicht auf. Ob ein dritter Anstrich erforderlich ist, hängt vom Untergrund, dem Farbton und dem verwendeten Produkt ab.
  9. Beschläge wieder montieren. Warten Sie, bis die Beschichtung ausreichend durchgetrocknet ist. Bei der Montage dürfen Werkzeuge und Beschlagteile die neue Oberfläche nicht beschädigen.

Wo versagt der Anstrich zuerst?

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Kanten und waagerechten Flächen der Tür. Dort kann Wasser länger stehen oder stärker auf die Beschichtung einwirken.

Die Unterkante wird beim Streichen leicht übersehen. Sie ist Spritzwasser ausgesetzt und sollte deshalb ebenfalls vorbereitet und beschichtet werden. Bei Holztüren ist ein ausreichender Schutz der Stirnholzbereiche wichtig, weil dort Feuchtigkeit leichter in das Material eindringen kann.

Auch die Oberkante sollte kontrolliert werden. Je nach Konstruktion ist sie von außen kaum sichtbar, kann aber ebenfalls Feuchtigkeit aufnehmen.

Die Falzflächen zwischen Türblatt und Zarge dürfen ebenfalls nicht vergessen werden. Dort sollte die Beschichtung gleichmäßig, aber nicht zu dick aufgetragen werden. Zu viel Lack kann das Schließverhalten beeinträchtigen.

Welcher Lack gehört auf welche Tür?

Für Holztüren im Außenbereich eignet sich ein dafür freigegebener deckender Wetterschutzlack. Er schützt das Holz vor Witterung und kann in verschiedenen Farbtönen verwendet werden. Voraussetzung ist ein tragfähiger und passend vorbereiteter Untergrund.

Soll die Holzmaserung sichtbar bleiben, kommt eine geeignete Außenlasur infrage. Dünn- und Dickschichtlasuren unterscheiden sich in Aufbau und Pflege. Entscheidend ist, dass das Produkt ausdrücklich für maßhaltige oder begrenzt maßhaltige Bauteile wie Außentüren geeignet ist.

Auch der Farbton spielt eine Rolle. Dunkle Oberflächen erwärmen sich bei Sonneneinstrahlung stärker als helle. Bei Haustüren auf der Süd- oder Westseite kann das die Belastung von Holz, Beschichtung und Türbauteilen erhöhen. Besonders bei Holz und bestimmten Kunststoffsystemen sollten deshalb die Vorgaben des Herstellers zur zulässigen Farbgebung beachtet werden.

Beim Streichen von Holzfenstern gelten ähnliche Anforderungen. Weitere Informationen finden Sie unter Holzfenster streichen.

Was sollten Sie bei der Gelegenheit mitprüfen?

Wenn die Beschläge ohnehin abgebaut sind, können Sie einige Bauteile der Haustür kontrollieren.

Die Dichtungen sollten weich und elastisch sein. Ist das Material hart, rissig oder verformt, kann die Dichtwirkung nachlassen. Ersatzdichtungen werden als Meterware angeboten. Entscheidend ist das passende Profil.

Auch die Türbänder sollten geprüft werden. Lockere Befestigungen oder eine abgesenkte Tür können dazu führen, dass das Türblatt an der Schwelle oder Zarge schleift. Bei einstellbaren Bändern lässt sich die Position der Tür korrigieren.

Die Schwelle verdient ebenfalls einen prüfenden Blick. Bei älteren Holzkonstruktionen können Feuchtigkeitsschäden auftreten. Eine beschädigte Schwelle sollte vor dem Anstrich repariert oder ausgetauscht werden.

Häufige Fragen

Muss ich die Tür aushängen?

Für einen besonders guten Anstrich ist das Aushängen sinnvoll, weil Sie dadurch auch die Ober- und Unterkante besser erreichen. Bei schweren Haustüren sollten Sie die Arbeit zu zweit durchführen. Ein Aushängen ist aber nicht bei jeder Tür zwingend erforderlich. Entscheidend ist, dass alle zu beschichtenden Flächen zugänglich sind und die Tür während der Arbeiten sicher steht.

Kann ich über eine alte Lasur lackieren?

Das ist möglich, wenn die vorhandene Beschichtung tragfähig ist und für den neuen Anstrich geeignet vorbereitet wird. Die Oberfläche muss gereinigt und angeschliffen werden. Je nach Beschichtung kann zusätzlich eine geeignete Grundierung erforderlich sein.

Ein Wechsel von einem deckenden Lack zu einer transparenten Lasur ist schwieriger. Eine Lasur kann einen vorhandenen deckenden Anstrich nicht einfach überdecken. Für ein gleichmäßiges Ergebnis muss der alte Lack entsprechend entfernt werden.

Was kostet das Streichen durch einen Betrieb?

Ein Malerbetrieb berechnet für das Streichen einer Haustür je nach Zustand, Größe und Arbeitsaufwand etwa 180 bis 400 €. Muss eine alte, beschädigte Beschichtung weitgehend entfernt oder der Untergrund umfangreich vorbereitet werden, steigen die Kosten. Zusätzliche Arbeiten wie Reparaturen an Holz, Beschlägen oder Dichtungen werden meist separat berechnet.

Wie oft muss eine Haustür nachgestrichen werden?

Ein festes Intervall gibt es nicht. Entscheidend sind Material, Beschichtung, Ausrichtung, Witterung und Zustand der Tür. Eine stark bewitterte Haustür benötigt früher eine Auffrischung als eine Tür unter einem geschützten Vordach.

Kontrollieren Sie die Oberfläche regelmäßig. Sobald erste Risse, Abplatzungen oder offene Stellen auftreten, sollte die Beschichtung ausgebessert werden. Bei rechtzeitiger Pflege lässt sich vermeiden, dass die alte Beschichtung vollständig entfernt werden muss.

Bild: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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