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Eine moderne Küche mit Kücheninsel

Kücheninsel planen und die Kosten kalkulieren

Lesedauer 6 Minuten

Der Raum ist 4,50 m breit, die Küchenzeile steht an der Wand, und in der Mitte wäre Platz für eine Insel. So beginnt die Planung meistens. Was dann folgt, ist selten eine Frage des Möbels: Ob eine Insel funktioniert, entscheidet sich an den Anschlüssen im Boden und an den Abständen im Raum.

Was kostet eine Kücheninsel?

PositionPreisAnmerkung
Inselblock ohne Geräte, 2 m1.200 bis 4.000 €Korpusse, Fronten, Arbeitsplatte
Arbeitsplatte Laminat100 bis 240 €bei 2 m Länge
Arbeitsplatte Granit oder Keramik600 bis 1.600 €bei 2 m Länge
Kochfeld mit Anschluss400 bis 1.500 €Starkstrom ab 3,7 kW
Muldenlüfter statt Haube1.200 bis 3.000 €Abluft durch den Boden
Inselhaube über der Kochstelle600 bis 2.500 €Deckenabhängung nötig
Spüle mit Armatur250 bis 900 €Zu- und Ablauf im Boden
Elektroleitung zur Insel300 bis 800 €Bodenschlitz oder Estrichkanal
Wasser- und Abwasseranschluss600 bis 1.800 €abhängig von Bodenaufbau
Montage der Insel1.000 bis 2.000 €große Küche mit Kochinsel

Eine einfache Insel ohne Wasser und Kochfeld, nur als Stauraum und Arbeitsfläche, kostet montiert 2.500 bis 4.500 €. Mit Kochfeld und Muldenlüfter liegen Sie bei 6.000 bis 9.000 €. Kommen Spüle und Geschirrspüler dazu, sind 8.000 bis 12.000 € realistisch.

Der Anteil, den viele unterschätzen, sind die Anschlüsse. Strom, Wasser und Abwasser in die Raummitte zu bringen kostet 900 bis 2.600 € und ist im Bestand aufwendiger als im Neubau. Wie sich das in die Gesamtkosten einer Küche einfügt, steht unter Einbauküche Kosten.

Welche Maße braucht eine Insel?

Hier scheitern die meisten Planungen, und zwar nicht am Platz für die Insel selbst, sondern am Platz um die Kücheninsel.

Der Gang zwischen Insel und Zeile sollte 100 bis 120 cm messen. Bei 90 cm wird es eng, sobald zwei Personen gleichzeitig in der Küche stehen oder ein Geschirrspüler offen ist. Unter 80 cm lässt sich der Backofen nicht mehr sinnvoll bedienen.

Die Insel selbst misst üblicherweise 90 bis 120 cm in der Tiefe und 180 bis 300 cm in der Länge. Kürzer als 160 cm wirkt sie verloren, länger als 300 cm braucht eine geteilte Arbeitsplatte.

Daraus ergibt sich die Mindestbreite des Raums: 100 cm Gang plus 100 cm Insel plus 60 cm Zeile plus ein zweiter Gang von mindestens 80 cm, wenn die Insel frei umlaufen werden soll. Das sind 3,40 m, und darunter wird es unabhängig vom Budget schwierig.

Bei der Höhe sind 90 bis 95 cm der Standard. Wird die Insel auch als Essplatz genutzt, kommt entweder eine erhöhte Theke bei 105 bis 110 cm dazu oder ein Überstand von 30 cm für die Beinfreiheit, der von unten abgestützt werden muss.

Wie kommen Wasser, Strom und Abluft in die Raummitte?

An diesem Punkt entscheidet sich, ob eine Insel umsetzbar ist. Drei Leitungen wollen dorthin, und jede hat ihre eigene Schwierigkeit.

Der Strom ist der einfachste Teil. Eine Zuleitung wird im Estrich verlegt oder über einen Bodenkanal geführt, und wenn ein Kochfeld darauf läuft, gehört ein eigener Stromkreis dazu. Ab 3,7 kW Anschlussleistung wird ein Starkstromanschluss gebraucht, den ausschließlich ein eingetragener Elektroinstallationsbetrieb legen darf. Die Einzelheiten finden Sie im Beitrag Kochfeld anschließen.

Beim Wasser hängt der Aufwand am Bodenaufbau. In einem Estrich mit ausreichender Dicke lassen sich Zu- und Ablauf einfräsen. Auf einer Betondecke ohne Aufbau geht das nicht, dann wird der Ablauf über einen Podestaufbau geführt oder eine Hebeanlage eingesetzt, was den Preis auf 1.500 bis 1.800 € erhöht. Entscheidend ist das Gefälle: Der Abwasserstrang braucht mindestens 1 cm Fall je Meter Leitungslänge, sonst läuft er nicht ab.

Die Abluft ist die dritte Frage, und dafür gibt es zwei Wege. Ein Muldenlüfter zieht den Dampf nach unten ab und arbeitet meist im Umluftbetrieb mit Aktivkohlefilter, wodurch keine Leitung nach außen nötig ist. Eine Inselhaube hängt über der Kochstelle, sieht anders aus und braucht eine stabile Deckenbefestigung. Der Vergleich beider Bauarten steht unter Dunstabzugshaube Arten.

Wann rechnet sich die Insel?

Sie rechnet sich, wenn der Raum sie trägt und die Küche offen zum Wohnbereich liegt. Dann übernimmt die Insel drei Aufgaben gleichzeitig: Arbeitsfläche, Stauraum und Raumteiler.

Sie zahlt sich nicht aus, wenn dafür der Gang schmaler wird als 100 cm. Eine zu enge Küche stört täglich, während der optische Gewinn nach wenigen Wochen selbstverständlich wird.

Ein Zwischenweg ist die Halbinsel, die an einer Seite an die Wand oder an einen Schrank anschließt. Sie kostet 20 bis 30 % weniger, weil eine Seite keine Rückwand und keinen Sichtschutz braucht, und die Anschlüsse liegen näher an vorhandenen Leitungen.

Welche Fehler passieren bei der Planung?

1. Fehlende Steckdosen an der Kücheninsel

Eine freistehende Kücheninsel bietet keine Wand, an der sich Steckdosen unterbringen lassen. Bodendosen im Laufbereich sind dagegen ungünstig, da sie eine Stolperstelle bilden und bei der Reinigung stören können. Bewährt haben sich deshalb versenkbare Steckdosenelemente in der Arbeitsplatte oder Steckdosenleisten, die an der Inselblende integriert werden.

Beide Varianten müssen bereits bei der Küchenplanung berücksichtigt werden. Besonders bei einer Arbeitsplatte aus Naturstein oder Keramik ist die Position der Ausschnitte vor der Fertigung festzulegen. Nachträglich lässt sich ein Ausschnitt in eine fertige Steinplatte nicht ohne Weiteres herstellen und bei vielen Materialien überhaupt nicht vor Ort ausführen.

2. Die Deckenhöhe bei einer Inselhaube wird unterschätzt

Eine Inselhaube benötigt ausreichend Abstand zum Kochfeld und wird je nach Modell und Herstellerangabe meist etwa 65 bis 75 cm über dem Kochfeld montiert. Bei einer Arbeitshöhe von rund 90 cm befindet sich die Unterkante der Haube damit bereits in etwa 1,55 bis 1,65 m Höhe.

Bei einer Raumhöhe von 2,40 m kann die Haube dadurch relativ tief im Blickfeld hängen. Gerade bei einer offenen Küche kann das die gewünschte optische Wirkung der Kücheninsel beeinträchtigen. Zusätzlich ist die Kopffreiheit unter der Haube eingeschränkt.

In Räumen mit geringer Deckenhöhe kann ein Muldenlüfter deshalb die passendere Lösung sein. Das Kochfeld bleibt frei von einer hängenden Haube, während die Abluft oder Umluft direkt am Kochfeld erfasst wird. Ob diese Lösung geeignet ist, hängt unter anderem vom Kochfeld, der Lüftungstechnik und den baulichen Voraussetzungen ab.

3. Der Überstand für Sitzplätze ist zu knapp bemessen

Soll die Kücheninsel auch als Sitzplatz dienen, braucht die Arbeitsplatte ausreichend Überstand. Rund 30 cm sind für Barhocker eine sinnvolle Größenordnung. Bei nur 20 cm Überstand reicht der Platz für die Knie meist nicht aus: Die Beine stoßen an die Blende oder den Korpus.

Bei schweren Arbeitsplatten aus Naturstein oder anderen mineralischen Materialien muss der Überstand zudem statisch berücksichtigt werden. Ab etwa 30 cm kann je nach Plattenmaterial, Stärke und Konstruktion eine zusätzliche Unterstützung erforderlich sein. Dafür kommen beispielsweise Konsolen oder eine konstruktive Aufdopplung infrage.

Für die zusätzliche Konstruktion sollten Sie etwa 150 bis 400 € einplanen. Der genaue Aufwand hängt von Material, Ausführung und Länge des Überstands ab.

4. Die Beleuchtung wird nicht auf die Insel abgestimmt

Über der Küchenzeile lässt sich die Arbeitsfläche meist mit Unterbauleuchten an den Hängeschränken ausleuchten. Bei einer freistehenden Insel fehlt diese Möglichkeit. Deshalb muss die Beleuchtung der Insel bereits bei der Elektro- und Küchenplanung berücksichtigt werden.

Pendelleuchten oder Einbaustrahler sollten so positioniert werden, dass sie die Arbeitsfläche gezielt ausleuchten und nicht hinter oder neben der Insel liegen. Bei einer abgehängten oder neu geschlossenen Decke müssen die Positionen vor dem Verschließen der Decke feststehen.

Wird die Beleuchtung erst nach dem Küchenaufbau geplant, ist die Position des vorhandenen Deckenauslasses häufig bereits vorgegeben. Die Leuchte hängt dann möglicherweise dort, wo sich der Anschluss befindet, statt über der Stelle, an der tatsächlich gearbeitet wird.

5. Die Estrichtrocknung wird bei der Zeitplanung vergessen

Müssen für eine Kücheninsel neue Wasser- oder Stromleitungen im Boden verlegt werden, kann ein Eingriff in den Estrich erforderlich sein. Nach dem Schließen der Leitungswege benötigt ein neu eingebrachter Estrich eine ausreichende Trocknungszeit, bevor der Bodenbelag wieder verlegt und die Küche aufgebaut werden kann.

Im Bestand sollten Sie deshalb nicht nur die Zeit für die Leitungsverlegung und die Estricharbeiten berücksichtigen. Je nach Estrichart, Schichtdicke, Raumklima und Bodenbelag kann die erforderliche Trocknungszeit mehrere Wochen betragen. Für die Planung sollten Sie daher einen Zeitraum von etwa zwei bis vier Wochen zwischen den Bodenarbeiten und dem Küchenaufbau vorsehen, sofern ein herkömmlicher Estrich eingebaut wird. Maßgeblich ist letztlich die vom Estrichleger beziehungsweise Hersteller angegebene Belegreife.

Für diese Zeit ist eine Behelfsküche sinnvoll. So vermeiden Sie, dass sich die Einschränkungen während der Bauphase unnötig auf den gesamten Haushalt auswirken.

Häufige Fragen

Welche Raumgröße braucht eine Kücheninsel?

Ab etwa 15 m² Grundfläche wird es sinnvoll, ab 20 m² bequem. Wichtiger als die Fläche ist die Breite: Unter 3,40 m bleibt zu wenig Gang, egal wie lang der Raum ist.

Muss die Spüle in die Insel?

Nein, und oft ist es die teurere Entscheidung. Bleibt die Spüle an der Wand, sparen Sie den Wasseranschluss in der Raummitte und damit 600 bis 1.800 €. Viele Planungen setzen deshalb nur das Kochfeld auf die Insel.

Was kostet ein Muldenlüfter im Vergleich zur Haube?

Ein Muldenlüfter liegt bei 1.200 bis 3.000 €, eine Inselhaube bei 600 bis 2.500 €. Der Muldenlüfter spart die Deckenbefestigung und lässt den Blick frei, die Haube ist bei starkem Kochdampf wirksamer, weil sie den Auftrieb nutzt.

Kann ich eine Insel nachträglich einbauen?

Ja, wenn Estrichaufbau und Deckenhöhe es zulassen. Der Aufwand liegt fast vollständig in den Anschlüssen. Rechnen Sie mit zwei bis drei Tagen für Elektro und Sanitär, plus Estricharbeiten und Trocknungszeit, bevor der Bodenbelag zurück kann.

Wie viel Stauraum bringt eine Insel?

Ein 2-m-Block mit beidseitigem Zugriff ersetzt etwa vier bis fünf Unterschränke. Auszüge sind hier sinnvoller als Drehtüren, weil sich an einer freistehenden Insel Türen im Gang öffnen.

Welche Arbeitsplatte passt auf eine Insel?

Weil sie von allen Seiten sichtbar ist, fällt die Wahl häufiger auf Stein oder Keramik als bei der Zeile. Der Überstand für Sitzplätze setzt außerdem ein tragfähiges Material voraus. Der Überblick steht unter Arbeitsplattenmaterial.

Bild: istock.com/hikesterson

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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