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Ein Bett mit Tagesdecke

Matratze reinigen und wann der Fachbetrieb sinnvoll ist

Lesedauer 6 Minuten

Wer eine Matratze reinigen will, kommt meist mit Staubsauger, Natron und kaltem Wasser aus. Frische Flecken von Blut, Urin oder Schweiß lösen Sie mit Hausmitteln selbst; große, alte Flecken und hartnäckige Gerüche entfernt ein Fachbetrieb für rund 40 bis 100 € je Einzelmatratze und 70 bis 150 € für eine Doppelmatratze. Nach jeder feuchten Behandlung braucht die Matratze mindestens 12 Stunden zum Trocknen. Schimmel ist die Ausnahme. Er lässt sich im Kern nicht zuverlässig entfernen, eine solche Matratze gehört ausgetauscht.

Welche Verschmutzung steckt in der Matratze?

Im Schlaf gibt ein Mensch rund 200 ml Feuchtigkeit pro Nacht ab, schreibt das Umweltbundesamt. Mit dem Schweiß gelangen Hautschuppen in Bezug und Polster, in denen sich Hausstaubmilben ansiedeln; ihr Allergen sitzt vor allem im Kot.

Flecken erkennen Sie an Farbe und Geruch:

  • Gelbliche Ränder mit unscharfer Kante stammen meist von Schweiß.
  • Rotbraune, klar begrenzte Stellen sind oft eingetrocknetes Blut.
  • Ein gelber Fleck mit stechendem Geruch deutet auf Urin hin.
  • Graue, grünliche oder schwarze Sprenkel mit muffigem Geruch sprechen für Schimmel, oft zuerst auf einer schlecht belüfteten Unterseite.
  • Winzige dunkle Punkte an Nähten und Kanten können Kotspuren von Bettwanzen sein. Reinigen allein löst dieses Problem nicht, klären Sie zuerst, ob ein Befall mit Bettwanzen vorliegt.

Womit lässt sich eine Matratze am besten reinigen?

Bei fast allen Flecken arbeiten Sie mit kaltem Wasser, wenig Flüssigkeit und tupfenden Bewegungen, denn warmes Wasser lässt das Eiweiß im Blut gerinnen, und wer reibt, drückt den Fleck nur tiefer in die Matratze. Die Angaben in der Tabelle stammen von Öko-Test, Stiftung Warentest und Matratzenherstellern:

FleckMittelVorgehen
Blutkaltes Wasser, Gallseife oder Stärkepasterund 30 Minuten einwirken lassen, mit kaltem, feuchtem Tuch abtupfen, an der Luft trocknen
Urintrockenes Tuch, heller Essig mit Wasser im Verhältnis 1:1sofort aufsaugen, Essigwasser auftupfen, bis zu 24 Stunden trocknen lassen
Schweiß1 Esslöffel Waschsoda auf etwa 5 Liter WasserLösung sparsam auftupfen, gut trocknen lassen
Geruch, leichte FleckenNatron, trockenaufstreuen, rund 5 Stunden wirken lassen, absaugen
Staub, MilbenkotStaubsauger mit Polsterdüse, möglichst mit HEPA-Filterbeide Seiten, die Kanten und die Nähte absaugen

Von Milbensprays und antibakteriell ausgerüsteten Matratzen rät das Umweltbundesamt ab.

Flecken auf Matratze

So reinigen Sie die Matratze selbst

Eine Grundreinigung ein- bis zweimal im Jahr genügt nach Einschätzung von Öko-Test. Wählen Sie dafür einen trockenen Tag, an dem Sie das Bett eine Nacht lang entbehren können.

  1. Ziehen Sie den Bezug ab, wenn er abnehmbar ist, und waschen Sie ihn nach Pflegeetikett bei 30, 40 oder 60 °C. In den Trockner gehört er nicht, weil er einlaufen kann.
  2. Saugen Sie die Matratze auf beiden Seiten mit der Polsterdüse ab, auch an Kanten und Nähten.
  3. Streuen Sie Natron dünn über die Liegefläche, lassen Sie es rund 5 Stunden wirken und saugen Sie es gründlich ab.
  4. Behandeln Sie einzelne Flecken mit dem passenden Mittel aus der Tabelle. Tupfen Sie mit einem nur leicht feuchten Tuch vom Rand zur Mitte, damit sich der Fleck nicht ausbreitet.
  5. Lassen Sie die Matratze nach jeder feuchten Behandlung mindestens 12 Stunden trocknen, bei großen Flecken bis zu 24 Stunden. Am besten steht sie dabei hochkant in einem gut gelüfteten Raum.
  6. Ziehen Sie den Bezug erst wieder auf, wenn Matratze und Bezug vollständig trocken sind.

Gehen Sie mit Wasser sparsam um, denn eine feuchte Matratze zieht Schimmel und Hausstaubmilben an, warnt Öko-Test. Bleibt ein Fleck, wiederholen Sie den Durchgang mit wenig Flüssigkeit.

Urinflecken frisch und eingetrocknet

Frischen Urin saugen Sie mit einem trockenen Tuch oder Küchenpapier auf, ohne zu reiben. Danach tupfen Sie eine Mischung aus hellem Essig und Wasser im Verhältnis 1:1 auf. Ist die Stelle wieder trocken, nimmt eine Schicht Natron über einige Stunden den restlichen Geruch auf. Bis die Matratze wieder benutzbar ist, vergehen bis zu 24 Stunden.

Ist der Urin tief in den Kern gezogen oder längst eingetrocknet, erreichen Hausmittel nur noch die Oberfläche. Solche Flecken holt ein Fachbetrieb mit Sprühextraktion besser heraus.

Kann man eine Matratze mit dem Dampfreiniger reinigen?

Ja, aber nur sparsam. Dampf bringt viel Feuchtigkeit in die Matratze. Dringt zu viel davon ins Innere, begünstigt das Schimmel und Hausstaubmilben, warnen Matratzenhersteller. Führen Sie die Düse in zügigen Bahnen über die Liegefläche, bleiben Sie nicht auf einer Stelle stehen und lassen Sie die Matratze danach mindestens 12 Stunden trocknen.

Dass der Dampf aus dem Haushaltsgerät alle Milben im Kern erreicht, sollten Sie nicht erwarten. Für Hausstauballergiker ist nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds ein allergendichter Matratzenbezug, das sogenannte Encasing, die wichtigste Maßnahme, ergänzt durch Bettzeug, das Sie bei mindestens 60 °C waschen.

Diese Flecken entfernt der Fachbetrieb besser

Fachbetriebe kommen in der Regel mit einem Sprühextraktionsgerät ins Haus, teils arbeiten sie auch mit Dampf von 90 bis 100 °C. Das Gerät sprüht Reinigungslösung in das Gewebe und saugt sie mit dem gelösten Schmutz gleich wieder ab, so erreicht es Schmutz, der tiefer liegt, als Tuch und Natron reichen. Danach braucht die Matratze 4 bis 6 Stunden, bis sie trocken ist. Den Auftrag sollten Sie vor allem in diesen Fällen vergeben:

  • Die Matratze hat große oder mehrfach getroffene Urinflecken, die bis in den Kern reichen.
  • Alte Flecken verändern sich auch nach mehreren Durchgängen mit Hausmitteln nicht mehr.
  • Der Geruch kommt nach dem Trocknen jedes Mal zurück.
  • Sie lassen gleichzeitig das Sofa oder mehrere Matratzen reinigen und kommen so über den Mindestauftrag.

Manche Betriebe werben zusätzlich mit UV-Licht oder Ozon. Dass UV-Licht gegen Milben wirkt, ist nicht unabhängig belegt, einen Aufpreis dafür sollten Sie kritisch sehen. Dasselbe Sprühverfahren nutzen die Betriebe für Polster und Teppichböden. Einen losen Teppich können Sie dagegen oft selbst reinigen, die Anleitung zum Teppichreinigen in Eigenregie zeigt die Schritte.

Was kostet die Reinigung beim Fachbetrieb?

Die Spannen stammen aus aktuellen Preislisten von Reinigungsbetrieben:

LeistungPreis
Einzelmatratze bis 100×200rund 40 bis 100 €
Doppelmatratze 180×200rund 70 bis 150 €
Anfahrtim Umkreis oft inklusive, sonst rund 10 bis 35 € pauschal oder bis 2 € pro km
Mindestauftragrund 70 bis 150 €

Für eine Doppelmatratze mit Anfahrtspauschale zahlen Sie zusammen rund 80 bis 185 €. Kostet eine einzelne Matratze weniger als der Mindestauftrag, wird trotzdem der Mindestbetrag fällig. Ein gemeinsamer Termin mit Sofa und Sesseln bringt Sie leichter darüber; die Preise dafür finden Sie in der Übersicht zur Polsterreinigung vom Fachbetrieb.

Kann man eine verschimmelte Matratze reinigen?

Schimmel im Kern lässt sich nicht zuverlässig entfernen, deshalb gehört eine verschimmelte Matratze ausgetauscht, auch wenn die Oberfläche nach einer Behandlung wieder hell aussieht. Vor dem Neukauf lohnt der Blick auf die Ursache, damit der neuen Matratze nicht dasselbe passiert. In Frage kommen vor allem diese Punkte:

  • Die Matratze liegt auf einer geschlossenen Fläche und bekommt von unten keine Luft.
  • Schoner und Auflage umschließen sie so dicht, dass sie aufgenommene Feuchtigkeit schlecht abgibt.
  • Sie wurde zu nass gereinigt und nicht lange genug getrocknet.
  • Im Schlafzimmer bleibt die Luftfeuchte dauerhaft hoch, weil zu selten gelüftet wird. Wie Sie die Feuchte im Raum senken, erklärt der Beitrag zum richtigen Lüften gegen Schimmel.

So bleibt die Matratze länger frisch

  • Wenden Sie die Matratze bei jedem Bettwäschewechsel, spätestens alle 3 Monate. Duomatratzen mit einer härteren und einer weicheren Seite wenden Sie nicht, solange die genutzte Seite passt.
  • Lassen Sie das Bett tagsüber aufgeschlagen, damit die Matratze auslüftet, und sorgen Sie für Luft von unten.
  • Halten Sie das Schlafzimmer möglichst bei höchstens 18 °C und lassen Sie die Matratze beim Lüften unbedeckt, so empfiehlt es das Umweltbundesamt zur Hausstaubmilbe.
  • Waschen Sie das Bettzeug bei mindestens 60 °C, nach Angaben des Umweltbundesamts mit pulvrigen Vollwaschmittel.
  • Achten Sie beim Neukauf auf einen abnehmbaren Bezug, der sich bei 60 °C waschen lässt.

Häufige Fragen zur Matratzenreinigung

Kann man eine Matratze selber reinigen?

Ja, die meisten frischen Flecken bekommen Sie mit kaltem Wasser, Gallseife, Essigwasser oder Natron selbst heraus. Arbeiten Sie tupfend und mit wenig Flüssigkeit, und lassen Sie die Matratze danach mindestens 12 Stunden trocknen. Einen Fachbetrieb brauchen Sie erst, wenn Flecken bis in den Kern reichen, lange eingetrocknet sind oder ein Geruch trotz Behandlung zurückkommt.

Wie oft sollten Sie die Matratze reinigen?

Eine Grundreinigung mit Hausmitteln ein- bis zweimal im Jahr reicht in der Regel. Dazwischen genügt es, die Matratze regelmäßig abzusaugen, zu wenden und täglich auszulüften. Weil sich Hausstaubmilben laut DAAB vor allem von Mai bis Oktober vermehren, bieten sich ein Termin im Frühjahr und einer im Herbst an. Flecken behandeln Sie am besten, solange sie frisch sind.

Hilft Staubsaugen gegen Hausstaubmilben?

Gegen die Milben selbst nicht, schreibt Stiftung Warentest. Staubsaugen verringert aber Milbenkot und Staub, die sonst in die Atemluft gelangen. Nutzen Sie dafür die Polsterdüse und, wenn vorhanden, einen Staubsauger mit HEPA-Filter, wie ihn der DAAB Allergikern empfiehlt. Die wichtigste Maßnahme gegen Milbenallergene bleibt ein allergendichter Bezug um die Matratze.

Wie lange muss eine Matratze nach der Reinigung trocknen?

Nach einer Behandlung mit Wasser, Essig oder Soda braucht sie mindestens 12 Stunden, bei großen Flecken bis zu 24 Stunden. Nach der Sprühextraktion durch einen Fachbetrieb sind es 4 bis 6 Stunden. Legen Sie die Reinigung deshalb auf den Morgen und lüften Sie den Raum, damit die Matratze bis zum Abend trocken ist.

Wann sollten Sie die Matratze austauschen statt reinigen?

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Matratzen alle 7 bis 10 Jahre zu erneuern, weil nach etwa 7 Jahren die höchste Dichte an Hausstauballergenen erreicht ist. Unabhängig vom Alter gehört eine Matratze mit Schimmel im Kern ausgetauscht. Auch gegen eine durchgelegene Kuhle hilft keine Reinigung.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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