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Katze liegt auf einer Gardinenstange

Gardinenstange montieren in 6 Schritten, auch ohne Bohren

Lesedauer 7 Minuten

Eine Gardinenstange montieren Sie meist 8 bis 15 cm über dem Fenster, mit rund 20 cm Überstand je Seite und zwei Trägern, die 15 bis 20 cm vor den Stangenenden sitzen. Welcher Dübel hält, hängt von der Wand ab. In Beton reicht ein normaler Spreizdübel, Porenbeton und Gipskarton brauchen eigene Dübeltypen. Ohne Bohren kommen Sie nur bei leichten Gardinen aus, mit einer Klemm- oder Spannstange zwischen zwei festen Laibungen. Wer die Montage einem Handwerker überlässt, zahlt je Stange rund 25 bis 60 € plus Anfahrt.

Welches Werkzeug und Material Sie brauchen

Für eine Stange an einer Massivwand reicht eine Grundausstattung. Legen Sie alles bereit, bevor Sie auf die Leiter steigen:

  • eine Bohrmaschine, deren Schlagfunktion sich abschalten lässt, und Steinbohrer im Durchmesser der Dübel
  • einen Leitungssucher, der Strom- und Wasserleitungen in der Wand anzeigt
  • Zollstock oder Maßband und Bleistift, dazu eine Wasserwaage oder bei langen Stangen einen Kreuzlinienlaser
  • einen Schraubendreher oder Akkuschrauber
  • Dübel und Schrauben, die zu Ihrer Wand passen
  • einen Staubsauger für den Bohrstaub und eine Schutzbrille für Arbeiten über Kopf
  • eine standsichere Leiter und bei langen Stangen eine zweite Person, die hält und anreicht

Zur Stange gehören die Träger für Wand oder Decke, zwei Endknöpfe und Ringe oder Gleiter. Die Stange sollte rund 40 cm länger sein, als die Fensteröffnung breit ist, damit auf jeder Seite etwa 20 cm Überstand bleiben. Prüfen Sie außerdem, ob die mitgelieferten Dübel zu Ihrem Mauerwerk passen. Für Porenbeton und Gipskarton brauchen Sie in der Regel eigene.

Welcher Dübel hält in welcher Wand?

Bevor Sie Dübel kaufen, klären Sie, woraus die Wand besteht. Klingt sie beim Abklopfen hohl, haben Sie es mit Gipskarton oder einer anderen Leichtbauwand zu tun. Bei Massivwänden verrät ein Probeloch an einer der späteren Bohrstellen den Baustoff. Beton ist hart und gibt grauen Staub, Ziegel roten. Porenbeton lässt sich auffallend leicht bohren und hinterlässt hellen, mehligen Staub. Sackt der Bohrer im Ziegel immer wieder ruckartig ab, stecken Hohlkammern in der Wand. Dann handelt es sich um Lochziegel.

WandPassender DübelTragfähigkeit laut HerstellerWorauf Sie achten
Beton, VollsteinSpreizdübel oder Universaldübelschon ein 4-mm-Dübel trägt in Beton bis 16 kgmit Schlag bohren
PorenbetonPorenbetondübel, alternativ UniversaldübelPorenbetondübel 20 bis 40 kg, ausdrücklich auch für Gardinenschienenohne Schlag bohren, Dübel einschlagen
LochziegelUniversaldübel13 bis 40 kgohne Schlag bohren, damit die Stege halten
GipskartonKippdübel oder Hohlraumdübel20 bis 51 kgschwere Vorhänge in die Unterkonstruktion schrauben

Die Werte stammen aus Herstellerangaben für einzelne Dübel und hängen vom Durchmesser und von der Wandstärke ab, für eine Gardinenstange mit zwei oder drei Trägern reichen sie aber in aller Regel, solange Dübeltyp und Wand zusammenpassen. Häufiger scheitert die Montage daran, dass ein Dübel im falschen Baustoff steckt: Ein einfacher Spreizdübel findet in Gipskarton kaum Halt und reißt samt Träger aus der Platte, sobald der Vorhang daran hängt. Wie Spreiz-, Kipp- und Hohlraumdübel im Einzelnen arbeiten, zeigt die Übersicht wichtiger Dübelarten.

Wie hoch und wie breit sollte die Gardinenstange sitzen?

Als Anhaltspunkt gehört die Stange 8 bis 15 cm über die Oberkante des Fensters oder der Laibung, mindestens aber 5 cm darüber. Je höher sie sitzt, desto höher wirkt der Raum, weil der Vorhang die Wand optisch streckt. Achten Sie auf Rollladenkästen und die Deckenhöhe. Bleibt zwischen Fenstersturz und Decke kaum Platz, montieren Sie besser an der Decke.

Seitlich sollte die Stange 15 bis 30 cm über die Fensteröffnung hinausragen, als Anhaltspunkt 20 cm je Seite, damit die aufgezogenen Vorhänge neben dem Glas liegen und im Raum kein Tageslicht verloren geht. Bei Verdunkelungsvorhängen fällt ohne ausreichenden Überstand am Rand Licht ein.

Die äußeren Träger sitzen 15 bis 20 cm vom Stangenende nach innen versetzt. Bei kurzen Stangen genügen zwei Träger, ab rund 200 cm Länge oder bei zusammengesteckten Stangen kommt ein Mittelträger dazu, damit die Stange nicht durchhängt. Gardinenschienen schrauben Sie rund alle 80 cm fest.

Angenommen, Ihr Fenster ist 160 cm breit. Mit 20 cm Überstand je Seite brauchen Sie eine 200 cm lange Stange. Die äußeren Träger setzen Sie 15 bis 20 cm vor die Enden, sie liegen dann 160 bis 170 cm auseinander. Weil die Stange 200 cm misst, kommt ein Mittelträger in die Mitte, und zwischen zwei Trägern liegen 80 bis 85 cm.

Prüfen Sie vor dem Bohren auch den Wandabstand, indem Sie das Fenster kippen und den Träger an die markierte Stelle halten, denn der Vorhang muss später am gekippten Flügel und am Fenstergriff vorbeilaufen, ohne zu schleifen. Wie lang der Vorhang sein sollte und wie viel Abstand zum Boden er braucht, lesen Sie im Ratgeber zum Aufhängen von Gardinen in passender Höhe und Länge.

Gardinenstange montieren in 6 Schritten

Die Reihenfolge gilt für die Wandmontage mit zwei oder drei Trägern.

  1. Messen Sie die Fenstermitte aus und übertragen Sie sie auf die Wand darüber. Von dort zeichnen Sie die Höhe und die Positionen der Träger nach beiden Seiten an und kontrollieren die Linie mit der Wasserwaage.
  2. Prüfen Sie jede Bohrstelle mit dem Leitungssucher. Schlägt das Gerät an, versetzen Sie den Träger um einige Zentimeter, innerhalb der 15 bis 20 cm zum Stangenende ist dafür Platz.
  3. Halten Sie den Träger an und markieren Sie die Bohrlöcher durch die Grundplatte. Bohren Sie etwas tiefer, als der Dübel lang ist: in Beton mit Schlag, in Lochziegel und Porenbeton ohne Schlag, in Fliesen ohne Schlag, bis die Glasur durchbohrt ist.
  4. Saugen Sie den Bohrstaub aus dem Loch und setzen Sie den Dübel bündig ein. Porenbetondübel schlagen Sie mit dem Hammer ein. Einen Kippdübel schieben Sie durch die Gipsplatte, bis er sich dahinter querstellt.
  5. Schrauben Sie die äußeren Träger fest und legen Sie die Wasserwaage auf. Den Mittelträger zeichnen Sie erst danach an, am einfachsten, indem Sie die Stange einlegen und ihre Mitte markieren.
  6. Fädeln Sie die Ringe oder Gleiter auf, legen Sie die Stange in die Träger und schrauben Sie die Endknöpfe auf. Verteilen Sie die Ringe vorher auf die Abschnitte links und rechts des Mittelträgers, denn über einen geschlossenen Träger lassen sie sich später nicht schieben. Hat der Träger eine Klemmschraube, ziehen Sie sie zum Schluss an.

Kann man eine Gardinenstange an der Decke montieren?

Ja, dafür brauchen Sie Deckenträger statt Wandträger. Häufig kommt an der Decke aber eine flache Gardinenschiene zum Einsatz, die direkt verschraubt wird. In einer Betondecke halten Spreiz- oder Universaldübel. Bei abgehängten Decken aus Gipskarton nehmen Sie Hohlraum- oder Kippdübel, schwere Vorhänge schrauben Sie möglichst in die Unterkonstruktion. Die Profile oder Latten dahinter finden Sie mit dem Leitungssucher oder mit einem Magneten, der an den Schraubenköpfen der Platten haften bleibt. Beim Bohren über Kopf schützt eine Schutzbrille vor herabrieselndem Staub.

Geht es auch ohne Bohren?

Für leichte Gardinen ja. Am bekanntesten ist die Klemm- oder Spannstange. Sie wird federbelastet zwischen zwei feste Flächen gespannt, meist in die Fensterlaibung, und hält allein durch den Druck gegen die Wände. Eine kräftige Spannstange kostet rund 19 bis 21 €, eine dünne Klemmstange samt Scheibengardine für ein Standardfenster zusammen rund 10 bis 30 €.

Die Grenzen sind eng. Klemmstangen tragen Scheibengardinen, Vitragen und leichte Stores. Für schwere Vorhänge sind sie nicht gedacht. Verlässliche kg-Angaben nennen die Hersteller nicht, weil die Tragkraft vom Untergrund und von der eingestellten Spannung abhängt. Zwischen Glasflächen oder an Leichtbauwänden hält eine Klemmstange nicht zuverlässig.

Für Vitragen direkt am Fenster gibt es Klemmträger, die oben auf den Fensterflügel gesteckt werden. Das Fenster bleibt kipp- und öffenbar, und die Gardine geht mit. Wie bei Plissees mit Klemmträgern braucht es dafür einen Dreh-Kipp-Flügel mit einer Gummidichtung direkt hinter der Flügelkante. An Dachfenstern funktioniert das nicht. Nach demselben Prinzip hängen Plissees ohne Bohrloch, wie die Anleitung Plissee mit und ohne Bohren montieren zeigt.

Daneben gibt es selbstklebende Träger, die ebenfalls nur begrenzt belastbar sind. Blickdichte Vorhänge, Verdunkelungsstoffe und lange Stangen über eine ganze Fensterfront gehören deshalb an geschraubte Träger. Ideen, wie Sie Bilder und Deko ohne Bohrmaschine anbringen, sammelt der Beitrag Wandgestaltung ohne Bohren.

Was beim Montieren häufig schiefgeht

  • Die Stange biegt sich in der Mitte durch, weil ab rund 200 cm Länge der Mittelträger fehlt.
  • Kippen die Enden nach unten, sitzen die äußeren Träger zu weit innen. Das Vorhanggewicht lastet dann auf dem überstehenden Stück.
  • Ein Dübel, der sich mitdreht oder herauszieht, passt nicht zum Baustoff. Manchmal ist auch das Bohrloch zu groß geworden, weil in Lochziegel oder Porenbeton mit Schlag gebohrt wurde.
  • Auf Fliesen springt die Glasur, wenn Sie mit Schlag oder hoher Drehzahl ansetzen. Wie es ohne Schlag und mit niedriger Drehzahl klappt, zeigt die Anleitung Fliesen ohne Risse bohren Schritt für Schritt.
  • Der Vorhang schleift am gekippten Fenster. Der Träger steht zu nah an der Wand, was oft erst nach der Montage auffällt.
  • Ist die Stange zu kurz, hängt ein Teil des Stoffs vor der Scheibe, und bei Verdunkelung fällt seitlich Licht ein.
  • Der Vorhang hängt vor dem Heizkörper. Sitzt unter dem Fenster ein Heizkörper, sollte der Vorhang oberhalb davon enden, das rät auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Planen Sie Stangenhöhe und Vorhanglänge deshalb gemeinsam.

Wann ist der Handwerker die bessere Wahl?

Eine einzelne Stange an einer Massivwand montieren die meisten Heimwerker selbst. In diesen Fällen sollten Sie einen Handwerker holen:

  • Die Stange soll in einen hohen Altbauraum oder über eine Treppe, und eine sichere Leiter fehlt.
  • Sie können den Untergrund nicht bestimmen oder finden in der Gipskartonwand keine Unterkonstruktion.
  • Schwere Vorhänge sollen an einer langen Stange oder an der Decke hängen.
  • Nach einem Umzug sind mehrere Fenster auf einmal zu bestücken.
  • Teure Fliesen oder Naturstein liegen dort, wo die Bohrlöcher hinmüssen.

Bei Festpreisen von rund 25 bis 60 € je Stange und einer Anfahrt von 16 bis 55 € kosten drei Stangen nach einem Umzug zusammen rund 91 bis 235 €.

Häufige Fragen zur Gardinenstange

Wie viel kostet es, eine Gardinenstange montieren zu lassen?

Ein Handwerker oder Montagedienst berechnet entweder einen Festpreis von rund 25 bis 60 € je Stange oder einen Stundensatz von rund 40 bis 70 €. Hinzu kommt die Anfahrt, die bei 16 bis 55 € liegt. Eine einzelne Stange kommt damit auf rund 41 bis 115 €. Je Stange günstiger wird es, wenn der Betrieb mehrere Fenster in einem Termin erledigt und die Anfahrt nur einmal berechnet.

Welcher Dübel hält in Porenbeton und Gipskarton?

In Porenbeton halten Porenbetondübel, die Sie in ein ohne Schlag vorgebohrtes Loch einschlagen. Laut Hersteller tragen sie 20 bis 40 kg und sind ausdrücklich auch für Gardinenschienen gedacht, alternativ funktioniert ein Universaldübel. In Gipskarton nehmen Sie Kipp- oder Hohlraumdübel, für die Hersteller 20 bis 51 kg angeben. Schwere Vorhänge schrauben Sie besser direkt in die Unterkonstruktion hinter der Platte.

Hält eine Klemmstange auch schwere Vorhänge?

Nein. Klemm- und Spannstangen halten nur durch Federdruck gegen die Laibung und sind für Scheibengardinen und Vitragen gedacht. Belastbare kg-Werte nennen die Hersteller nicht, weil die Tragkraft vom Untergrund und von der Spannung abhängt. Je weiter die Stange ausgezogen ist, desto weniger trägt sie. Blickdichte oder verdunkelnde Vorhänge hängen Sie besser an geschraubte Träger.

Was tun, wenn sich der Dübel im Bohrloch mitdreht?

Dann ist das Loch zu groß, oder der Dübel passt nicht zum Baustoff. Ziehen Sie ihn heraus und setzen Sie den Träger ein paar Zentimeter versetzt neu an; der Abstand von 15 bis 20 cm zum Stangenende lässt dafür Spielraum. Alternativ nehmen Sie den nächstgrößeren Dübel mit passender Schraube. In Lochziegel und Porenbeton bohren Sie das neue Loch ohne Schlag.

Bild: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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