Eine Küchenspüle in eine vorhandene Arbeitsplatte einzubauen, dauert bei einer Aufsatzspüle in einer Laminatplatte meist zwei bis drei Stunden. Der eigentliche Ausschnitt ist dabei schnell hergestellt. Entscheidend ist die sorgfältige Abdichtung der Schnittkante: Dringt dort Wasser in die ungeschützte Spanplatte ein, kann das Material aufquellen und beschädigt werden.
Was müssen Sie vorher klären?
Bevor Sie mit dem Einbau beginnen, sollten Sie drei Punkte prüfen. Sie entscheiden darüber, ob sich die Arbeit in Eigenleistung durchführen lässt.
Das Plattenmaterial
In Laminatplatten lässt sich der Ausschnitt mit einer Stichsäge herstellen, ebenso bei Arbeitsplatten aus Massivholz. Bei Naturstein und anderen mineralischen Materialien wie Granit oder Keramik wird der Ausschnitt dagegen bereits bei der Fertigung der Platte hergestellt. Ein nachträglicher Ausschnitt vor Ort ist mit einem Bruchrisiko verbunden. Beim Bearbeiten bestimmter mineralischer Werkstoffe kann zudem gesundheitsschädlicher Quarzfeinstaub entstehen.
Die Einbauart
Eine Aufsatzspüle liegt mit ihrem Rand auf der Arbeitsplatte auf und eignet sich am ehesten für den Einbau in Eigenleistung. Bei einer flächenbündigen Spüle muss eine exakt passende Vertiefung in die Arbeitsplatte gefräst werden. Dafür sind eine Oberfräse und eine geeignete Schablone erforderlich.
Eine Unterbauspüle wird von der Unterseite an der Arbeitsplatte befestigt. Diese Ausführung kommt insbesondere bei Steinplatten zum Einsatz und sollte aufgrund der erforderlichen Präzision dem Fachbetrieb überlassen werden.
Die vorhandenen Anschlüsse
Wird eine vorhandene Spüle ersetzt, sind Wasser- und Abwasseranschlüsse meist bereits vorhanden. Soll die Spüle dagegen an einer neuen Stelle eingebaut werden, müssen die Leitungen entsprechend verlegt werden. Dafür ist in vielen Fällen ein Installationsbetrieb erforderlich. Der Arbeitsaufwand und die Kosten steigen dann entsprechend.
Was Sie für den Einbau brauchen
Für den Einbau einer Aufsatzspüle in eine Laminatplatte benötigen Sie eine Stichsäge mit feinem Holzsägeblatt, eine Bohrmaschine mit einem 10-mm-Holzbohrer, Silikon und eine Kartuschenpistole. Zusätzlich benötigen Sie einen geeigneten Dichtstoff für die Schnittkante, einen Zollstock, Bleistift, Kreppband, Schraubendreher, Wasserpumpenzange und einen Eimer.
Bei vielen Spülen liegt eine passende Schablone für den Ausschnitt bei. Verwenden Sie diese Schablone, anstatt die Maße selbst zu übertragen. Sie berücksichtigt bereits den erforderlichen Rand, auf dem die Spüle später aufliegt.
Schritt 1 – Ausschnitt anzeichnen
Legen Sie die Schablone auf die Arbeitsplatte und richten Sie sie sorgfältig aus. Zur Vorderkante der Arbeitsplatte werden üblicherweise etwa 5 bis 8 cm Abstand eingehalten. Zur Wand sollten mindestens 5 cm verbleiben, damit ausreichend Platz für die Armatur vorhanden ist.
Kontrollieren Sie vor dem Anzeichnen auch den Bereich unterhalb der geplanten Spülenposition. Eine Schrankwand, Traverse oder andere Verstrebung kann den Einbau behindern.
Kleben Sie die vorgesehene Schnittlinie zunächst mit Kreppband ab. Dadurch wird die Oberfläche beim Sägen besser geschützt und die Markierung lässt sich leichter erkennen.
Achten Sie darauf, welche Maße die jeweilige Spülenart erfordert. Bei einer Unterbauspüle ist der Ausschnitt kleiner als das Außenmaß des Beckens, bei einer Aufsatzspüle größer. Prüfen Sie die Angaben des Herstellers sorgfältig, denn einen zu kleinen Ausschnitt können Sie nachträglich erweitern. Ein zu großer Ausschnitt lässt sich dagegen nicht ohne Weiteres korrigieren.
Schritt 2 – Einstichlöcher bohren und aussägen
Bohren Sie in den Ecken innerhalb der markierten Schnittlinie jeweils ein Loch mit etwa 10 mm Durchmesser. Durch diese Bohrungen können Sie das Sägeblatt ansetzen und die Ecken kontrolliert ausschneiden.
Sägen Sie mit niedriger Drehzahl und ohne Pendelhub. Ein feines Holzsägeblatt reduziert das Risiko, dass die Beschichtung ausreißt. Führen Sie die Stichsäge langsam und ohne starken Druck entlang der markierten Linie.
Stützen Sie das ausgeschnittene Mittelstück ab, bevor Sie den letzten Schnitt ausführen. Fällt der Plattenteil unkontrolliert nach unten, kann die Schnittkante ausbrechen oder der darunterliegende Schrank beschädigt werden. Ein quer über die Öffnung befestigtes Stück Kantholz kann dafür ausreichen.
Schritt 3 – Schnittkante versiegeln
Die offene Schnittkante der Arbeitsplatte muss sorgfältig gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Bei einer beschichteten Spanplatte liegt am Ausschnitt der Trägerwerkstoff frei. Dringt dort Wasser ein, kann die Spanplatte aufquellen und ihre Form verändern.
Tragen Sie deshalb rundum eine geschlossene Schicht geeigneten Dichtstoffs auf die Schnittkante auf und verteilen Sie ihn gleichmäßig. Auch die Bohrlöcher sollten gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden. Entscheidend ist, dass die gesamte Schnittkante geschlossen ist und keine ungeschützten Bereiche verbleiben.
Lassen Sie den Dichtstoff entsprechend den Herstellerangaben antrocknen, bevor Sie die Spüle einsetzen.
Schritt 4 – Armatur vormontieren
Montieren Sie die Armatur möglichst, solange die Spüle noch frei zugänglich ist. Im eingebauten Zustand ist der Arbeitsbereich unter der Spüle wesentlich schwerer zu erreichen.
Setzen Sie die Dichtung unter den Armaturenfuß und führen Sie die Anschlussschläuche durch die vorgesehene Öffnung. Befestigen Sie die Armatur anschließend von unten. Ziehen Sie die Befestigung nur so weit an, dass die Dichtung sicher sitzt. Ein übermäßiges Anziehen kann die Dichtung verformen oder beschädigen.
Soll zusätzlich ein Geschirrspüler angeschlossen werden, können Sie den dafür vorgesehenen Geräteanschluss am Eckventil beziehungsweise am Ablauf entsprechend vorbereiten.
Schritt 5 – Spüle einsetzen und abdichten
Setzen Sie die Spüle zunächst probeweise in den Ausschnitt und kontrollieren Sie, ob sie rundum gleichmäßig aufliegt. Erst wenn die Position passt, bringen Sie die vorgesehene Abdichtung an.
Einige Spülen werden mit einem passenden Dichtband geliefert, das auf den Spülenrand geklebt wird. Fehlt ein solches Dichtband, kann je nach Herstellerangabe eine durchgehende Silikonraupe verwendet werden. Setzen Sie die Spüle anschließend in den Ausschnitt und drücken Sie sie gleichmäßig an.
Befestigen Sie die Spüle von unten mit den vorgesehenen Spannpratzen. Ziehen Sie diese möglichst abwechselnd beziehungsweise über Kreuz an, damit die Spüle gleichmäßig auf die Arbeitsplatte gedrückt wird und nicht auf einer Seite stärker angezogen wird.
Überquellendes Silikon sollten Sie unmittelbar entfernen, solange es noch nicht ausgehärtet ist. So vermeiden Sie unnötige Rückstände auf der Arbeitsplatte.
Schritt 6 – Siphon anschließen
Setzen Sie den Ablaufstutzen mit der vorgesehenen Dichtung von oben in das Becken ein und befestigen Sie ihn von unten. Montieren Sie anschließend den Siphon und verbinden Sie ihn mit dem vorhandenen Ablauf.
Ziehen Sie Kunststoffverschraubungen zunächst von Hand fest. Verwenden Sie eine Zange nur dann, wenn dies für die jeweilige Verbindung vorgesehen ist. Zu starkes Anziehen kann Kunststoffteile beschädigen.
Stellen Sie einen Eimer unter den Siphon und lassen Sie zunächst eine geringe Menge Wasser in das Becken laufen. Kontrollieren Sie sämtliche Verbindungen auf Dichtigkeit. Lassen Sie anschließend mehr Wasser ein und prüfen Sie erneut alle Verbindungsstellen.
Füllen Sie das Becken abschließend mit Wasser und lassen Sie es über den Ablauf vollständig ablaufen. Auf diese Weise werden auch die Verbindungen unter höherer Belastung geprüft.
Ein Stück trockenes Küchenpapier unter dem Siphon erleichtert die Kontrolle auf kleine Undichtigkeiten. Bleibt es trocken, sind auch geringe Wassermengen leichter auszuschließen.
Was kostet der Einbau beim Fachbetrieb?
Für den Einbau einer Küchenspüle durch einen Fachbetrieb können je nach Arbeitsumfang etwa 150 bis 600 € anfallen.
Der reine Austausch einer Spüle in einem bereits vorhandenen Ausschnitt kostet häufig etwa 150 bis 250 €. Darin enthalten sind je nach Betrieb beispielsweise der Ausbau der alten Spüle, die Erneuerung der Abdichtung, der Einbau der neuen Spüle und der Anschluss des Siphons. Hinzu kann eine Anfahrtspauschale kommen.
Muss zusätzlich ein neuer Ausschnitt in eine Laminatplatte hergestellt werden, können sich die Kosten auf etwa 250 bis 400 € erhöhen. Der Arbeitsaufwand umfasst dann unter anderem das genaue Übertragen der Maße, das Ausschneiden und die fachgerechte Versiegelung der Schnittkante.
Bei Naturstein und Keramik wird der Ausschnitt normalerweise bereits bei der Fertigung der Arbeitsplatte berücksichtigt. Die Kosten werden entsprechend zusammen mit der Platte kalkuliert. Für einen zusätzlichen Ausschnitt können je nach Material und Ausführung etwa 30 bis 80 € anfallen. Bei einer Unterbauspüle kommen weitere Kosten hinzu, da die Ausschnittkante entsprechend bearbeitet werden muss.
Für die Montage einer Armatur können bei vorhandenen Anschlüssen etwa 60 bis 120 € berechnet werden. Muss dagegen eine neue Wasserleitung verlegt oder ein Absperrventil ausgetauscht werden, richtet sich der Preis nach dem tatsächlichen Installationsaufwand.
Auch die Frage der Gewährleistung spielt eine Rolle. Wird die Spüle von einem Fachbetrieb eingebaut, trägt dieser die Verantwortung für die von ihm ausgeführten Arbeiten. Bei Eigenleistung liegt das Risiko dagegen bei Ihnen. Gerade bei einer neuen oder hochwertigen Arbeitsplatte kann es sinnvoll sein, den Einbau einem Fachbetrieb zu überlassen.
Wann gehört der Einbau in Fachhände?
Bei Naturstein, Keramik und Quarzkomposit sollte der Ausschnitt bereits bei der Herstellung der Arbeitsplatte eingeplant werden. Eine nachträgliche Bearbeitung vor Ort ist aufgrund des Materials und der erforderlichen Präzision anspruchsvoll.
Auch eine flächenbündige oder unterbaute Spüle gehört in fachkundige Hände. Die Aussparung und die Bearbeitung der Plattenkante müssen exakt ausgeführt werden. Ein Fehler kann im ungünstigsten Fall die gesamte Arbeitsplatte beschädigen.
Bei den Wasser- und Abwasserleitungen sollten Sie ebenfalls zwischen einem reinen Austausch und einer Änderung der Installation unterscheiden. Eine vorhandene Verbindung neu zu verschrauben, ist etwas anderes als eine neue Wasserleitung zu verlegen oder ein Absperrventil auszutauschen. Für Arbeiten an der Trinkwasserinstallation ist ein entsprechender Installationsbetrieb zuständig.
Einen Überblick geben was Montage und Anschluss kosten.
Woran scheitert ein Einbau am häufigsten?
Ein häufiger Fehler entsteht, wenn bei der Planung die Konstruktion des Unterschranks nicht berücksichtigt wird. Auf der Arbeitsplatte kann der Ausschnitt an der richtigen Stelle liegen, während sich darunter eine Schrankwand, Traverse oder Verstrebung befindet. Öffnen Sie deshalb den Unterschrank und kontrollieren Sie vor dem Aussägen den Bereich unterhalb der vorgesehenen Spülenposition.
Auch die Position der Armatur sollte vor dem Einbau geprüft werden. Eine hohe Auslaufarmatur mit ausziehbarer Brause benötigt ausreichend Platz, damit sie sich vollständig bewegen lässt. Befindet sich die Spüle zu nah an der Wand oder ragt ein Fensterbrett in den Bewegungsbereich, kann die Bedienung eingeschränkt sein.
Bei einem Fenster über der Spüle ist die Auswahl der Armatur besonders wichtig. Je nach Fensterkonstruktion kann eine Armatur mit klappbarem oder absenkbarem Auslauf erforderlich sein, damit sich der Fensterflügel vollständig öffnen lässt.
Auch nach dem Einbau sollten Sie die Abdichtung regelmäßig kontrollieren. Silikonfugen können sich beim Aushärten geringfügig verändern und mit der Zeit Risse bekommen. Eine beschädigte Fuge sollte erneuert werden, damit kein Wasser in den Bereich unter der Spüle eindringen kann.
Häufige Fragen
Welchen Abstand braucht die Spüle zur Kante?
Zur Vorderkante der Arbeitsplatte werden üblicherweise etwa 5 bis 8 cm eingehalten. Zur Wand sollten mindestens 5 cm verbleiben, damit die Armatur ausreichend Platz hat. Zwischen Spüle und Kochfeld sind etwa 30 bis 40 cm Arbeitsfläche sinnvoll, damit ausreichend Platz zum Vorbereiten vorhanden ist und Spritzwasser nicht unmittelbar in den Bereich des Kochfelds gelangt.
Welches Material eignet sich für die Spüle?
Edelstahl ist eine verbreitete Ausführung. Alternativen sind beispielsweise Granitverbund und Keramik. Die Materialien unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer Eigenschaften bei Kratzern, Stößen und Hitze. Einen Vergleich finden Sie unter Küchenspüle Material.
Kann ich eine Spüle in eine vorhandene Öffnung setzen?
Das hängt von den Maßen der neuen Spüle und des vorhandenen Ausschnitts ab. Hat das neue Becken einen passenden oder größeren Rand, kann ein vorhandener Ausschnitt unter Umständen weiterverwendet werden. Ist die neue Spüle kleiner, liegt ihr Rand nicht mehr ausreichend auf der Arbeitsplatte auf. Einen zu großen Ausschnitt können Sie nicht ohne Weiteres verkleinern.
Messen Sie deshalb den vorhandenen Ausschnitt genau aus, bevor Sie eine neue Spüle kaufen.
Was tun, wenn die Platte am Ausschnitt schon aufgequollen ist?
Eine aufgequollene Spanplatte lässt sich nicht wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Ist die Beschädigung bereits weit fortgeschritten, bleibt meist nur der Austausch der Arbeitsplatte. Einen Überblick finden Sie bei den Kosten für eine neue Arbeitsplatte.
Wie lange muss das Silikon aushärten?
Wie lange Silikon benötigt, hängt vom verwendeten Produkt und den Umgebungsbedingungen ab. Die Oberfläche bildet meist nach kurzer Zeit eine Haut, während die vollständige Aushärtung wesentlich länger dauert. Beachten Sie deshalb die Angaben des Herstellers. Bis zur vollständigen Aushärtung sollte die Fuge möglichst nicht mit stehendem Wasser belastet werden.
Brauche ich eine Dichtung unter dem Spülenrand?
Ja. Der Übergang zwischen Spüle und Arbeitsplatte muss gegen eindringendes Wasser abgedichtet werden. Je nach Spülenmodell wird dafür ein passendes Dichtband mitgeliefert oder eine geeignete Dichtmasse verwendet.
Ohne eine funktionierende Abdichtung kann Wasser unter den Spülenrand und in den Ausschnitt gelangen. Bei einer Laminatplatte kann die darunterliegende Spanplatte dadurch aufquellen und beschädigt werden.
Bild: istock.com/RYosha





