Für selbst gemischten Beton wird meist 1 Teil Zement mit 4 Teilen Kiessand (0–16 mm) kombiniert. Anschließend wird nach und nach Wasser hinzugegeben, bis eine plastische Konsistenz erreicht ist. Diese Mischung eignet sich für Zaunpfosten, Punkt- und Streifenfundamente sowie viele kleinere Projekte im Garten. Die Materialkosten liegen bei etwa 70 bis 130 € pro m³. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welches Mischungsverhältnis geeignet ist, wie Sie die benötigte Betonmenge berechnen und ab welcher Menge Lieferbeton wirtschaftlicher wird.
Welches Mischungsverhältnis eignet sich für Beton?
Für viele Bauvorhaben rund um Haus und Garten wird Beton im Verhältnis 1 Teil Zement zu 4 Teilen Kiessand gemischt. Die Zutaten werden meist mit einem Eimer abgemessen. Wasser kommt schrittweise hinzu, bis eine gut formbare Masse entsteht.
| Anwendung | Zement : Kiessand | Konsistenz |
|---|---|---|
| Zaunpfosten und Gartenprojekte | 1 : 4 | plastisch |
| Streifen- und Punktfundamente | 1 : 4 | plastisch bis weich |
| Magerbeton für Randsteine | 1 : 6 bis 1 : 8 | erdfeucht |
| Höher belastete Bauteile | 1 : 3 | plastisch |
Diese Mischungsverhältnisse eignen sich für viele Arbeiten im Garten. Für tragende Bauteile wie Decken, Stürze oder Stützmauern wird dagegen Beton mit einer definierten Festigkeitsklasse benötigt. Die Zusammensetzung richtet sich dabei nach den statischen Vorgaben.
Auch die Wassermenge spielt eine wichtige Rolle. Zu viel Wasser kann die spätere Druckfestigkeit reduzieren.
Wie berechnen Sie die benötigte Betonmenge?
Das benötigte Volumen ergibt sich aus:
Länge × Breite × Höhe
Ein Streifenfundament mit 5 m Länge, 0,3 m Breite und 0,8 m Tiefe benötigt beispielsweise:
5 × 0,3 × 0,8 = 1,2 m³ Beton
Planen Sie zusätzlich etwa 10 % Reserve ein. Beim Verdichten setzt sich der Beton etwas und kleine Materialverluste lassen sich kaum vermeiden.
Für 1 m³ Beton im Mischungsverhältnis 1 : 4 werden ungefähr benötigt:
- 300 kg Zement (12 Säcke à 25 kg)
- etwa 1,9 Tonnen Kiessand
- rund 150 Liter Wasser
Bei Zementpreisen von 3 bis 6 € pro Sack und Kiessandpreisen zwischen 15 und 40 € pro Tonne ergeben sich Materialkosten von etwa 70 bis 130 € pro m³.
Für das Abmessen auf der Baustelle hilft eine einfache Orientierung:
Ein 25-kg-Sack Zement entspricht ungefähr zwei 10-Liter-Eimern. Dazu kommen etwa sieben 10-Liter-Eimer Kiessand.
Von Hand mischen, Freifallmischer/Betonmischer oder Lieferbeton?
Welche Methode sinnvoll ist, hängt von der benötigten Betonmenge ab.
| Methode | Geeignet bis | Vorteile |
|---|---|---|
| Handmischung | ca. 0,2 m³ | keine Gerätekosten |
| Freifallmischer | ca. 2 m³ | gleichmäßige Mischung, schnelleres Arbeiten |
| Lieferbeton | ab ca. 2 m³ | gleichbleibende Qualität, Einbau in einem Arbeitsgang |
Lieferbeton kostet je nach Festigkeitsklasse meist zwischen 130 und 160 € pro m³. Hinzu kommen Anfahrt und gegebenenfalls ein Zuschlag für kleine Liefermengen.
Bei größeren Fundamenten sollte der Beton möglichst ohne Unterbrechung eingebracht werden. Dadurch entstehen keine Arbeitsfugen, die die Konstruktion schwächen können.
Beton richtig mischen: Schritt für Schritt
Handmischung
- Zement und Kiessand zunächst trocken vermischen.
- Eine Mulde formen.
- Wasser nach und nach hinzufügen.
- Alles gründlich vermengen, bis keine trockenen Bereiche mehr vorhanden sind.
Freifallmischer/Betonmischer
- Etwa die Hälfte des Wassers in die laufende Trommel geben.
- Kiessand einfüllen.
- Anschließend den Zement zugeben.
- Rund zwei bis drei Minuten mischen.
- Das restliche Wasser portionsweise ergänzen.
- Den Beton anschließend zügig verarbeiten und lagenweise verdichten.
Was ist bei Wetter und Nachbehandlung wichtig?
Betonieren bei niedrigen Temperaturen
Unter 5 °C verlangsamt sich die Erhärtung deutlich. Frost kann den jungen Beton dauerhaft schädigen. Deshalb sollten Betonarbeiten möglichst bei frostfreiem Wetter durchgeführt werden.
Sind lediglich einzelne kalte Nächte angekündigt, helfen Folien und Dämmmatten als Schutz.
Beton feucht halten
Nach dem Einbau sollte Beton mindestens fünf bis sieben Tage vor dem Austrocknen geschützt werden. Geeignet sind Folien oder regelmäßiges Befeuchten der Oberfläche.
Die volle Festigkeit entwickelt Beton erst nach rund 28 Tagen.
Für welche Projekte eignet sich selbst gemischter Beton?
Selbst gemischter Beton eignet sich unter anderem für:
- Zaunpfosten
- Wäschespinnen
- Punktfundamente
- Streifenfundamente
- kleine Gartenplatten
- Randsteine
- kleinere Fundamente
Mehr Informationen finden Sie hier:
Für tragende Bauteile wie Betondecken oder Betontreppen sollten dagegen Fachunternehmen beauftragt werden.
Worin unterscheiden sich Beton und Mörtel?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Gesteinskörnung.
Beton enthält zusätzlich Kies oder Splitt mit einer Körnung über 4 mm. Dadurch erreicht er eine hohe Druckfestigkeit und eignet sich für Fundamente sowie tragende Bauteile.
Mörtel enthält lediglich Sand und wird zum Mauern, Verputzen oder Verfugen verwendet.
Mehr dazu: Mörtel mischen
Wann sollte ein Fachbetrieb beauftragt werden?
Bei tragenden Fundamenten, schwierigen Bodenverhältnissen oder großen Betonmengen ist die Ausführung durch einen Fachbetrieb sinnvoll. Neben Erfahrung stehen dort auch Schalungssysteme, Verdichtungsgeräte und passende Maschinen zur Verfügung.
Häufige Fragen zum Beton mischen
Welcher Zement eignet sich für selbst gemischten Beton?
Für die meisten Garten- und Hausprojekte reicht handelsüblicher Portlandzement aus dem Baustoffhandel aus. Wichtig ist eine trockene Lagerung, damit der Zement keine Feuchtigkeit aufnimmt.
Wie lange muss Beton aushärten?
Je nach Witterung kann Beton nach zwei bis drei Tagen vorsichtig betreten werden. Die volle Druckfestigkeit wird nach etwa 28 Tagen erreicht.
Kann Beton nur mit Sand hergestellt werden?
Nein. Ohne Kies oder Splitt entsteht Mörtel und kein Beton. Für tragfähige Fundamente wird Kiessand mit einer Körnung von 0 bis 16 mm benötigt.
Wie viele Zementsäcke werden für 1 m³ Beton benötigt?
Bei einem Mischungsverhältnis von 1 : 4 werden etwa zwölf Säcke Zement à 25 kg benötigt.
Was kostet selbst gemischter Beton?
Die Materialkosten liegen meist zwischen 70 und 130 € pro Kubikmeter. Lieferbeton kostet etwa 130 bis 160 € pro m³ zuzüglich Anfahrt.
Kann ich Beton bei Regen gießen?
Leichter Regen ist meist unproblematisch. Bei starkem Regen sollte frischer Beton geschützt werden, damit die Oberfläche nicht ausgewaschen wird.
Wie erkenne ich die richtige Konsistenz?
Beton sollte plastisch sein und sich gut verdichten lassen. Ist die Mischung zu flüssig, sinkt die spätere Festigkeit.
Muss Beton verdichtet werden?
Ja. Durch Stampfen oder den Einsatz eines Rüttlers werden Lufteinschlüsse entfernt. Dadurch verbessert sich die Festigkeit des Betons.
Kann ich alten Zement noch verwenden?
Nur wenn der Zement trocken gelagert wurde und keine Klumpen gebildet hat. Verhärteter Zement sollte nicht mehr verwendet werden.
Wann kann die Schalung entfernt werden?
Je nach Bauteil und Temperatur ist dies häufig nach zwei bis sieben Tagen möglich. Hohe Lasten dürfen jedoch erst nach dem vollständigen Erhärten aufgenommen werden.
Kann Beton im Sommer zu schnell trocknen?
Ja. Hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung entziehen dem Beton Wasser. Dadurch können Schwindrisse entstehen. Eine Nachbehandlung mit Folie oder regelmäßigem Befeuchten verhindert dies.
Welche Körnung sollte Kiessand für Beton haben?
Für die meisten Heimwerkerprojekte eignet sich Kiessand mit einer Körnung von 0 bis 16 mm. Diese Mischung sorgt für eine gute Verarbeitbarkeit und ausreichende Festigkeit.
Wie lange kann frisch gemischter Beton verarbeitet werden?
Je nach Temperatur bleibt Beton etwa 60 bis 90 Minuten gut verarbeitbar. Danach beginnt der Abbindeprozess und die Mischung sollte nicht mehr mit Wasser verdünnt werden.
Kann Beton direkt auf Erde gegossen werden?
Grundsätzlich ja, sofern der Untergrund tragfähig und ausreichend verdichtet ist. Bei Fundamenten wird häufig zunächst eine Sauberkeitsschicht oder eine Schottertragschicht eingebaut, um Setzungen und Feuchtigkeitseinflüsse zu reduzieren.





