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So decken Sie Ihr Gartenhausdach richtig

Lesedauer 4 Minuten

Ein Gartenhausdach selbst zu decken kostet 12 bis 35 € pro m² Material und ist an einem Wochenende machbar. Beim Handwerksbetrieb zahlen Sie 50 bis 110 € pro m² komplett. Wir zeigen Ihnen, welches Material zu welchem Gartenhaus passt, wie die Verlegung Schritt für Schritt funktioniert und welche Werkzeuge Sie wirklich brauchen.

Was Sie für die Verlegung brauchen

Werkzeugliste

  • Hammer und Schrauber
  • Cuttermesser mit Ersatzklingen
  • Säge (Stichsäge oder Handkreissäge)
  • Maßband, Bleistift, Setzwaage
  • Stabile Leiter
  • Bei steileren Dächern: Sicherungsseil und Helm
  • Bei Bitumenschindeln zusätzlich: Spachtel zum Andrücken
  • Bei Bitumenschweißbahnen: Gasbrenner (Miete 30-60 €/Tag)

Bitumenschweißbahnen sollten wegen der hohen Brandgefahr nur von Fachbetrieben verarbeitet werden.

Materialien je nach Wunschmaterial

MaterialPreis pro m²Vor-/Nachteile
Dachpappe5 bis 12 €Günstig, einfach DIY, Lebensdauer 8-15 Jahre
Bitumenschindeln12 bis 25 €Schöne Optik, einfach DIY, Lebensdauer 15-25 Jahre
Kunststoffwellplatten10 bis 25 €Schnell verlegt, lichtdurchlässig optional, 15-25 Jahre
EPDM-Folie20 bis 40 €Premiumlösung, 30-50 Jahre Lebensdauer
Trapezblech15 bis 40 €Industrial-Look, leicht, 30-50 Jahre
Echte Dachpfannen30 bis 60 €Optisch hochwertig, schwer (Statik beachten), 50+ Jahre

Zusätzlich: Schrauben/Nägel, Unterspannbahn (3-8 €/m²) und Befestigungsprofile – insgesamt 5 bis 15 € pro m² Zusatzkosten. Ob eine zusätzliche Unterdeck- oder Trennlage erforderlich ist, hängt vom gewählten Dachsystem und den Herstellervorgaben ab.

Vorbereitung: Untergrund prüfen

  • Stabile Dachschalung: Bretter mindestens 22 mm dick oder passende OSB-Platten
  • Trocken und sauber: Holzfeuchte unter 18 %
  • Eben: Wölbungen oder lose Bretter vor Verlegung beheben
  • Dachneigung mindestens 7-15 Grad: Je nach Material unterschiedliche Mindestneigung
  • Akklimatisierung: Bitumenschindeln 24 Stunden im Schatten lagern

Schritt 1: Tropfblech montieren

Am unteren Dachrand (Traufe) ein Aluminiumtropfblech anbringen. Es verhindert, dass Wasser unter die Eindeckung läuft, und schützt die Dachschalung. Kosten: 5-12 € pro laufenden Meter. Mit verzinkten Nägeln im Abstand von 30 cm befestigen.

Schritt 2: Unterspannbahn ausrollen

Ein wasserdichtes Vlies oder eine PE-Folie als zusätzliche Sicherheitsschicht unter dem eigentlichen Dachmaterial. Verlegung parallel zur Traufkante mit 10 cm Überlappung zwischen den Bahnen. Mit Tackerklammern an der Dachschalung befestigen.

Schritt 3: Hauptmaterial verlegen

Bei Dachpappe

Erste Bahn parallel zur Traufe ausrollen, mit Dachpappennägeln im Abstand von 15-20 cm an der Längskante befestigen. Bei kalt verlegter Pappe zusätzlich Bitumenkaltkleber zwischen Bahnen. Nächste Bahn mit 10 cm Überlappung. Mehr in Dachpappe verlegen.

Bei Bitumenschindeln

Startreihe umgekehrt verlegen (granulierte Seite nach unten) als doppelte Schicht an der Traufe. Erste sichtbare Reihe direkt darüber, mit 4 Nägeln pro Schindel. Versatz von halber Schindelbreite zwischen Reihen. Detailanleitung in Bitumenschindeln verlegen.

Bei Wellplatten

Erste Platte parallel zur Traufkante anlegen mit 5 cm Überstand. Mit Spezialschrauben mit Dichtungsringen im Wellenberg befestigen (nicht im Tal). Querstöße mit mindestens einer Wellenüberlappung, Längsstöße 15 cm Überlappung.

Schritt 4: Firstabdeckung

Am Dachfirst eine spezielle Firstabdeckung montieren. Bei Dachpappe und Bitumenschindeln gibt es passende Firststreifen/Schindeln. Bei Wellplatten kommen geformte Firstprofile aus dem gleichen Material zum Einsatz. Diese Stelle ist die kritischste – hier müssen alle Anschlüsse 100% wasserdicht sein.

Schritt 5: Inspektion

  • Alle Überlappungen mindestens 10 cm? (15-20 cm bei steilen Dächern)
  • Alle Nägel/Schrauben im richtigen Bereich (Wellenberg, nicht Tal)?
  • First komplett abgedeckt und dicht?
  • Übergänge zu Schornstein oder Wand abgedichtet?
  • Wassertest: Nach der Fertigstellung sollten alle Anschlüsse und Überdeckungen kontrolliert und bei den ersten Regenfällen beobachtet werden.

Kostenvergleich: Selbst machen oder Handwerker?

GartenhausdachgrößeDIY MaterialDienstleister komplettErsparnis DIY
15 m² (kleines Gartenhaus)200-450 €750-1.500 €500-1.000 €
25 m² (Standard)350-700 €1.250-2.500 €900-1.800 €
40 m² (großes Gartenhaus)550-1.100 €2.000-4.000 €1.450-2.900 €

DIY lohnt sich vor allem bei einfachen Dachformen (Pultdach, einfaches Satteldach) und Gartenhäusern bis 30 m². Bei komplexen Walmdächern oder Wohngebäuden besser Profi.

Fehlerquellen

FehlerFolgeVermeidung
Zu wenig ÜberlappungWassereintritt nach 1-2 JahrenMindestens 10-15 cm bei allen Stößen
Falsche Befestigung (Wellental)Wassereintritt durch NagellochBei Wellplatten immer im Wellenberg fixieren
Bei zu warmer Witterung verlegtBitumen klebrig, Schindeln verkleben falschNicht über 28 Grad arbeiten
Bei zu kalter Witterung verlegtMaterial wird spröde, reißtNicht unter 5 Grad arbeiten
Untergrund nicht planEindeckung wellt sich, lockertUntergrund vor Beginn prüfen und richten

Beispielrechnung: 25-m²-Gartenhaus komplett neu gedeckt

Position (Bitumenschindeln, DIY)Kosten
Bitumenschindeln inkl. Verschnitt (28 m²)390 bis 700 €
Unterspannbahn und Tropfblech110 bis 200 €
Firstschindeln (6 lfd. Meter)50 bis 90 €
Dachpappennägel und Bitumenkaltkleber40 bis 70 €
Entsorgung Alteindeckung60 bis 150 €
Gesamt Eigenleistung650 bis 1.210 €
Zum Vergleich: Handwerkerauftrag komplett1.400 bis 2.700 €

Die Eigenleistung spart bei diesem Projekt 750 bis 1.500 €, das entspricht ca. 10 bis 14 Arbeitsstunden eines geübten Heimwerkers. Wer zum ersten Mal deckt, plant besser 15-25 Stunden, ein.

So verlängern Sie die Lebensdauer der Eindeckung

  • Laub und Äste jährlich entfernen: Organisches Material hält Feuchtigkeit auf der Fläche und beschleunigt Moosbewuchs – besonders unter Bäumen zweimal pro Jahr abkehren
  • Moos früh bekämpfen: Auf Bitumenschindeln mit weicher Bürste und Algenentferner, nie mit dem Hochdruckreiniger – der löst die Granulatschicht
  • Anschlüsse kontrollieren: First, Tropfkante und Wandanschlüsse nach jedem Winter prüfen – hier beginnen 80 % der Undichtigkeiten
  • Kleine Schäden sofort flicken: Eine gerissene Schindel kostet 5 € und zehn Minuten – das durchgefaulte Unterdach nach zwei nassen Wintern ein Vielfaches
  • Belüftung freihalten: Bei gedämmten Dachkonstruktionen muss das Belüftungs- bzw. Dachaufbaukonzept zur Bauweise passen, sonst drohen Fäulnisschäden

Häufige Fragen zum Gartenhausdach decken

Welches Material ist am günstigsten?

Dachpappe ist mit 5-12 € pro m² Material das günstigste Material. Lebensdauer 8-15 Jahre. Bitumenschindeln sind optisch schöner für 12-25 € pro m² und halten 15-25 Jahre. Kunststoffwellplatten 10-25 € pro m² sind eine gute Alternative.

Wie lange dauert die Verlegung?

Bei 25 m² Standardgartenhaus: Dachpappe 4-6 Stunden, Bitumenschindeln 6-10 Stunden, Wellplatten 3-5 Stunden, EPDM 5-8 Stunden. Bei Anfängern jeweils 50 % länger einplanen. Insgesamt ist ein Wochenende meist ausreichend. EPDM-Folien werden vollflächig verklebt oder mechanisch befestigt und anschließend an den Rändern dauerhaft abgedichtet.

Bei welcher Witterung am besten verlegen?

Zwischen 10 und 25 Grad Celsius bei trockener Witterung. Idealerweise von Mai bis September. Bei Regen niemals verlegen. Im Winter unter 5 Grad ist Material zu spröde, im Hochsommer über 28 Grad zu klebrig.

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Für die reine Eindeckung des Gartenhausdachs nein. Ob ein Gartenhaus genehmigungsfrei ist, richtet sich nach den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes und des örtlichen Bebauungsplans.

Welche Dachneigung benötige ich mindestens?

Die zulässige Mindestdachneigung richtet sich nach den jeweiligen Herstellervorgaben.

Was kostet ein Carportdach zu erneuern?

Ähnlich wie Gartenhausdach: bei 20 m² Carport Material 250-700 € DIY, Handwerkerauftrag 1.000-2.500 €. Bei Carports mit lichtdurchlässigen GFK-Wellplatten 400-900 € für 20 m² Material.

Wann sollte ich lieber die Fachfirma rufen?

Bei steilen Dächern über 25 Grad, komplexen Walm- oder Mansardformen, größeren Anschlüssen an Schornstein, mehrgeschossigen Gartenhäusern, oder wenn Sie keine Dacherfahrung haben. Sicherheitsrisiko und mögliche Wasserschäden sind höher als die Ersparnis.

An was muss ich sonst noch denken?

  • Schneelast: Bei Dachpfannen oder schweren Eindeckungen muss die Tragfähigkeit des Gartenhauses ausreichend dimensioniert sein.
  • Dachüberstand: Ein ausreichender Dachüberstand schützt Fassaden, Türen, Holzbauteile vor Schlagregen.

Bild: istock.com/ziggy1

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