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Die Ausgleichsmasse wird blasenfrei gerollt

In 7 Schritten Ausgleichsmasse richtig auftragen

Lesedauer 5 Minuten

Bevor Sie Ausgleichsmasse auftragen, muss alles andere vorbereitet sein. Rühren Sie die Masse erst danach an. Die Masse bleibt nur 20 bis 40 Minuten verarbeitbar, und in dieser Zeit muss die gesamte Fläche gegossen und durchgearbeitet sein. Wer mittendrin Grundierung holen muss, bekommt einen sichtbaren Ansatz, der sich nicht mehr beseitigen lässt.

Welches Werkzeug brauchen Sie?

  • Ausgleichsmasse in 25-kg-Säcken, 12 bis 30 € je Sack
  • Grundierung passend zum Untergrund, 15 bis 40 € je 5 l
  • Rührwerk mit mindestens 1.000 Watt, im Verleih 15 bis 30 € je Tag
  • Mörtelkübel, zwei Stück im Wechsel
  • Stachelwalze mit Teleskopstiel zum Entlüften, 25 bis 50 €
  • Glättkelle oder Rakel zum Verteilen
  • Nivellierstifte oder Lasermessgerät für die Schichtdicke
  • Nagelschuhe, damit Sie die frische Fläche betreten können, 20 bis 40 €

Die Nagelschuhe wirken wie eine Spielerei und sind es nicht. Ohne sie kommen Sie nicht in die Raummitte, ohne Abdrücke zu hinterlassen.

Schritt 1: Untergrund prüfen

Legen Sie eine 2-m-Latte an mehreren Stellen auf und messen Sie den größten Spalt darunter. Daraus ergibt sich die nötige Schichtdicke und damit die Materialmenge.

Prüfen Sie zugleich die Festigkeit: Ritzen Sie mit einem Schraubendreher über die Fläche. Bröselt der Untergrund oder gibt es lose Stellen, muss das vorher behoben werden, siehe Risse und Hohlstellen sanieren.

Schritt 2: Reinigen und vorbereiten

Alte Kleberreste, Farbreste und lose Teile müssen weg. Ein Anschliff ist bei glatten oder verschmutzten Flächen ist sinnvoll, weil die Ausgleichsmasse sonst nicht haftet. Was das kostet, steht in Estrich schleifen Kosten.

Danach gründlich absaugen, nicht kehren. Feiner Staub bildet eine Trennschicht, die im Ergebnis zu Hohlstellen führt.

Schritt 3: Randstreifen und Abschottung setzen

An allen Wänden kommt ein Randstreifen aus Schaumstoff, damit die Masse sich ausdehnen kann und keinen starren Anschluss bildet. An Türöffnungen wird eine Leiste gesetzt, sonst läuft die Masse in den Nachbarraum.

Bei Türdurchgängen, an denen die Fläche endet, verwenden Sie eine gerade Latte, die Sie festkleben oder mit Gewicht beschweren. Ausgleichsmasse ist dünnflüssig und findet jede Lücke.

Schritt 4: Grundieren

Die Grundierung erfüllt zwei Aufgaben: Sie bindet Reststaub und reguliert die Saugfähigkeit. Ohne sie zieht ein saugender Untergrund das Wasser zu schnell aus der Masse, die dann nicht mehr fließt und Risse bekommt.

Auf stark saugenden Untergründen wie Zementestrich wird verdünnt vorgrundiert und nach dem Antrocknen unverdünnt nachgearbeitet. Auf nicht saugenden Flächen wie Fliesen kommt eine Haftgrundierung mit Quarzsand zum Einsatz.

Trocknungszeit beachten, meist 1 bis 4 Stunden. Die Fläche darf nicht mehr klebrig sein, wenn die Masse aufgetragen wird.

Schritt 5: Anrühren

Immer Wasser zuerst in den Kübel, dann das Pulver einstreuen. Umgekehrt bilden sich Klumpen am Boden, die sich nicht mehr lösen.

Halten Sie die Wassermenge exakt ein. Zu viel Wasser lässt die Masse entmischen: Feine Bestandteile schwimmen oben, die Festigkeit sinkt, und die Oberfläche wird bröselig. Zu wenig Wasser bedeutet, dass sie nicht mehr fließt.

Zwei bis drei Minuten kräftig rühren, kurz stehen lassen, noch einmal durchrühren. Arbeiten Sie mit zwei Kübeln im Wechsel, damit keine Pause entsteht.

Schritt 6: Gießen und entlüften

Beginnen Sie in der Raumecke gegenüber der Tür und arbeiten Sie sich zur Tür hin vor. Gießen Sie bahnenweise und lassen Sie die Masse selbst fließen, mit dem Rakel wird nur nachgeholfen.

Direkt danach mit der Stachelwalze in beide Richtungen durcharbeiten. Das treibt Luftblasen aus, die sonst als kleine Krater in der Oberfläche zurückbleiben. Die Walze wird nicht gedrückt, sondern nur geführt.

Für 20 m² bei 5 mm brauchen Sie 150 kg, also sechs Säcke, und etwa 30 bis 45 Minuten zu zweit. Größere Flächen teilen Sie besser nicht auf, sondern holen sich eine dritte Person dazu.

Schritt 7: Trocknen lassen

Halten Sie den Raum frei von Zugluft und direkter Sonne. Beides trocknet die Oberfläche schneller als den Kern und verursacht Risse.

Begehbar ist die Fläche nach 3 bis 6 Stunden, belegereif je nach Dicke und Produkt nach 24 bis 72 Stunden. Bei dickeren Schichten entsprechend länger. Prüfen Sie vor dem Belegen die Restfeuchte, wie Estrich Trocknungszeit beschreibt.

Welcher Untergrund braucht welche Vorbereitung?

UntergrundVorbereitungGrundierung
Zementestrichreinigen, bei Bedarf anschleifenTiefengrund, ggf. zweifach
CalciumsulfatestrichSinterschicht abschleifenTiefengrund
Fliesenreinigen, entfetten, lose Fliesen ersetzenHaftgrundierung mit Quarzsand
BetonZementschlämme abschleifenTiefengrund
Holzdielenfest verschrauben, Fugen schließenHaftgrundierung, faserverstärkte Masse
Alter Klebstoffvollständig abschleifenje nach freigelegtem Untergrund

Die letzte Zeile ist die aufwendigste. Alter Teppich- oder Bitumenkleber muss weg, weil Ausgleichsmasse darauf nicht haftet. Was das kostet, steht in Preise fürs Estrichschleifen.

Zeitplan für 30 m²

SchrittDauer
Reinigen und Anschleifen2 bis 4 Stunden
Absaugen30 Minuten
Randstreifen und Abriegelung30 Minuten
Grundierung auftragen45 Minuten
Grundierung trocknen1 bis 4 Stunden
Anrühren und Gießen45 bis 60 Minuten
Begehbarnach 3 bis 6 Stunden
Belegereifnach 24 bis 72 Stunden

Planen Sie einen ganzen Tag ein, auch wenn das reine Gießen nur eine Stunde dauert. Der größte Block ist die Vorbereitung, und sie entscheidet über das Ergebnis.

Was kann schiefgehen?

  • Ansätze. Entstehen, wenn zwischen zwei Kübeln zu viel Zeit vergeht. Vorbeugen durch zwei Kübel im Wechsel und eine zweite Person.
  • Krater. Luftblasen, die nicht mit der Stachelwalze ausgetrieben wurden. Nach dem Aushärten nur durch Schleifen zu beheben.
  • Bröselnde Oberfläche. Zu viel Wasser oder fehlende Grundierung. Die Schicht muss dann entfernt werden.
  • Risse. Meist durch Zugluft, Sonne oder eine zu dicke Schicht in einem Arbeitsgang.
  • Hohlstellen. Reststaub auf dem Untergrund. Erkennbar am dumpfen Klang beim Abklopfen, siehe Schäden im Estrich beheben.

Vier der fünf Punkte lassen sich durch Vorbereitung vermeiden. Nur die Ansätze sind eine Frage der Übung und der Zahl der Helfer.

Wann beauftragen Sie besser einen Betrieb?

Vier Situationen sprechen deutlich gegen Eigenleistung, auch wenn die Materialkosten verlocken.

Große zusammenhängende Flächen. Ab etwa 40 m² muss durchgehend gegossen werden, und das schafft man zu zweit nicht mehr ohne Ansätze.

Große Schichtdicken. Über 15 mm steigt der Materialbedarf stark, und der Untergrund muss zusätzlich geprüft werden.

Kritische Untergründe. Holzdielen, alte Klebstoffe und Fliesen brauchen jeweils eine andere Grundierung und Masse.

Sichtbare Endfläche. Soll die Ausgleichsmasse selbst der fertige Boden sein, zählt jede Unebenheit und jeder Ansatz.

Was macht der Betrieb anders?

Der wichtigste Unterschied ist die Pumpe. Ein Fachbetrieb mischt und fördert das Material maschinell, wodurch auch 100 m² in einem Zug gegossen werden können.

Zweitens die Höhenkontrolle: Mit Nivelliergerät oder Rotationslaser werden Höhenpunkte gesetzt, an denen sich der Auftrag orientiert. Ohne diese Referenz ergibt sich eine ebene, aber nicht zwingend waagerechte Fläche.

Drittens die Produktauswahl. Für jeden Untergrund gibt es eine passende Kombination aus Grundierung und Masse, und die Wahl fällt anders aus als bei der Standardware aus dem Baumarkt. Was das kostet, rechnet Bodenausgleich Kosten vor.

Nach dem Auftrag: die nächsten Schritte

Nach der Trocknung prüfen Sie die Fläche noch einmal mit der Latte. Kleinere Unebenheiten lassen sich mit einem Schleifgang beseitigen, größere mit einer zweiten dünnen Lage.

Vor dem Verlegen des Belags wird gereinigt und je nach Belag grundiert. Die Herstellervorgaben des Bodenbelags gehen dabei vor: Manche Kleber verlangen eine bestimmte Saugfähigkeit, die durch die Grundierung eingestellt wird.

Bei Fußbodenheizung kommt vor dem Belegen die Restfeuchtemessung dazu, wie Trocknungsdauer und Belegereife beschreibt. Steht darunter ein neuer Estrich an, planen Sie die Reihenfolge so, dass die Ausgleichsmasse zuletzt kommt.

Häufige Fragen

Wie viel Masse brauche ich?

1,5 kg je m² und Millimeter Schichtdicke. Bei 30 m² und 4 mm sind das 180 kg, also acht Säcke. Rechnen Sie 10 % Reserve dazu.

Kann ich in zwei Etappen arbeiten?

Innerhalb eines Raums nicht, dort entsteht ein sichtbarer Ansatz. Zwischen zwei Räumen ja, wenn an der Türschwelle ordentlich getrennt wird.

Was kostet die Arbeit beim Betrieb?

8 bis 25 € je m² je nach Schichtdicke. Die Aufstellung im Detail steht in Preise für den Bodenausgleich.

Ist Ausgleichsmasse für Fußbodenheizung geeignet?

Ja, sofern das Produkt dafür ausgewiesen ist. Achten Sie auf die Angabe im Datenblatt, weil nicht jede Masse die Temperaturwechsel dauerhaft mitmacht.

Muss ich Randstreifen setzen?

Bei dünnen Schichten bis 5 mm genügt oft ein Kantenband. Ab 10 mm gehört ein richtiger Randstreifen dazu, damit die Schicht sich bewegen kann.

Kann ich zwei Lagen übereinander auftragen?

Ja, wenn die erste Lage durchgetrocknet und grundiert ist. Das ist der übliche Weg bei Höhenunterschieden über der zulässigen Schichtdicke des Produkts.

Bild: istock.com/Salamatik

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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