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Frau sitzt an einer Nähmaschine

So kürzen Sie Gardinen mit und ohne Nähmaschine

Lesedauer 5 Minuten

Gardinen kürzen Sie fast immer am unteren Saum, indem Sie die neue Länge am hängenden Stoff markieren, mit Saumzugabe abschneiden und den Saum nähen oder mit Bügelband fixieren. Bügelband kostet rund 0,30 bis 2 € pro Meter und ersetzt bei vielen Stoffen die Naht. Eine Änderungsschneiderei rechnet rund 3 bis 8 € je laufendem Meter Breite, mindestens aber meist 6 bis 25 € je Schal. Viele Fehler passieren bereits beim Messen. Die meisten vermeiden Sie, wenn Sie an der aufgehängten, frisch gewaschenen Gardine messen.

Was Sie zum Kürzen brauchen

Für beide Wege brauchen Sie dieselbe Grundausstattung, nur beim Schließen des Saums unterscheiden sie sich:

  • ein Maßband oder einen Zollstock
  • Stecknadeln und Schneiderkreide
  • eine scharfe Stoffschere
  • ein Bügeleisen mit Bügelbrett und ein feuchtes Tuch zum Abdecken
  • einen großen Tisch oder ein Stück freien Boden als Arbeitsfläche
  • eine Nähmaschine mit Garn in der Farbe des Stoffs
  • oder Bügelband, also Saumband zum Aufbügeln, für rund 0,30 bis 2 € pro Meter

Vom Bügelband brauchen Sie so viel, wie die Gardine breit ist, bei einem 140 cm breiten Schal also Band für 0,42 bis 2,80 €, bei einem 4 m breiten Store für 1,20 bis 8 €. Stoffe, die laut Pflegeetikett nur mit niedriger Temperatur gebügelt werden dürfen, eignen sich nicht für Bügelband.

Auf welche Länge sollten Sie Gardinen kürzen?

Bevor Sie messen, muss der Stoff seine endgültige Länge haben. Naturfasern laufen bei der ersten Wäsche ein, deshalb sollten Sie eine neue Gardine vorher schonend in der Maschine waschen oder zumindest das Pflegeetikett prüfen. Bügeln Sie den Stoff danach glatt, denn Falten verfälschen das Maß. Erst dann messen Sie. Die Gardine hängt dabei mit Haken, Gleitern oder Ösen an der Stange, so wie sie später hängt.

Die fertige Länge richtet sich nach dem Fenster:

  • Bodenlange Gardinen enden 1 bis 3 cm über dem Boden, meist sind es 2 cm.
  • Gardinen bis zur Fensterbank hören rund 2 cm darüber auf.
  • Gardinen unter die Fensterbank reichen 5 bis 10 cm tiefer als die Fensterbank.
  • Steht ein Heizkörper unter dem Fenster, sollte die Gardine oberhalb davon enden.

Messen Sie an mehreren Stellen über die ganze Breite, weil Boden und Stange nicht überall exakt gleich weit auseinanderliegen. Sitzt die Stange selbst zu tief oder zu hoch, lohnt vor dem Kürzen ein Blick darauf, wie hoch Stange und Gardine hängen sollten.

Die Saumzugabe festlegen

Zur fertigen Länge kommt die Zugabe für den neuen Saum. Beim Doppelsaum schlagen Sie den Stoff zweimal in Saumbreite um, die Zugabe ist also doppelt so groß wie der fertige Saum.

  • Für leichte Gardinen reicht ein Saum von rund 3 cm, die Zugabe beträgt dann 6 cm.
  • Konfektionierte Vorhänge haben meist 6 bis 8 cm Saum, dafür rechnen Sie 12 bis 16 cm Zugabe.
  • Schwere Übervorhänge bekommen oft 10 bis 15 cm Saum, das ergibt 20 bis 30 cm Zugabe.

Soll ein Übervorhang also 2 cm über dem Boden enden und einen 10 cm breiten Saum bekommen, schneiden Sie 20 cm unterhalb dieser Markierung ab.

So kürzen Sie Gardinen mit der Nähmaschine

  1. Hängen Sie die gewaschene und gebügelte Gardine auf und stecken Sie die neue Unterkante an mehreren Stellen mit Stecknadeln ab.
  2. Nehmen Sie die Gardine ab, legen Sie sie glatt auf die Arbeitsfläche und verbinden Sie die Nadeln mit Kreide und Maßband zu einer geraden Linie.
  3. Zeichnen Sie die Saumzugabe unterhalb dieser Linie an und schneiden Sie den überschüssigen Stoff an der zweiten Linie ab. Den abgeschnittenen Streifen heben Sie als Probestück auf.
  4. Schlagen Sie die Schnittkante um die halbe Zugabe nach innen und bügeln Sie den Bruch.
  5. Schlagen Sie ein zweites Mal um, sodass die Unterkante genau auf der Markierung liegt, und stecken Sie den Saum fest.
  6. Probieren Sie Stich und Fadenspannung am Probestück aus.
  7. Nähen Sie den Saum knappkantig an der oberen Bruchkante ab und vernähen Sie Anfang und Ende mit einigen Rückstichen.
  8. Bügeln Sie den fertigen Saum und hängen Sie die Gardine wieder auf.

An den Seiten trifft der neue Saum auf die Seitensäume. Schneiden Sie dort im Umschlag etwas Stoff heraus, damit die Ecke flach liegt und sich unter dem Nähfuß nicht staut.

Wie kürzen Sie Gardinen ohne Nähen?

Bügelband enthält einen Kleber, der beim Bügeln schmilzt und die beiden Stofflagen des Saums verbindet. Von außen ist keine Naht zu sehen.

  1. Markieren und schneiden Sie die Gardine wie oben in den Schritten 1 bis 3 beschrieben, einschließlich Saumzugabe.
  2. Schlagen Sie den Saum wie beim Nähen zweimal um und bügeln Sie beide Brüche vor.
  3. Legen Sie das Bügelband zwischen den inneren Umschlag und den Vorhangstoff, ohne dass es über die Kante hinausragt.
  4. Stellen Sie die Temperatur nach Pflegeetikett ein, ein Produkt nennt höchstens 150 °C, und decken Sie den Saum mit dem feuchten Tuch ab.
  5. Drücken Sie das Bügeleisen je Stelle 10 bis 15 Sekunden fest auf. Heben Sie es danach an und setzen Sie es daneben wieder auf, ohne zu schieben.
  6. Lassen Sie den Saum rund 20 Minuten flach auskühlen, bevor Sie die Gardine bewegen oder aufhängen.

Testen Sie das Band vorher am Probestück. Bei festeren Stoffen sollten Sie zwei Bänder nebeneinanderzulegen. Ob der Saum waschfest ist und bis zu welcher Temperatur, steht auf der Verpackung des Bandes.

Was geht beim Kürzen häufig schief?

  • Wird die Gardine liegend gemessen, stimmt die Länge beim Hängen nicht mehr.
  • Ungewaschener Stoff läuft bei der ersten Wäsche ein, danach ist die Gardine zu kurz.
  • Knitterfalten beim Anzeichnen führen zu einer ungleichen Unterkante.
  • Bei unebenem Boden hängt die Gardine schief, wenn nur an einer Stelle gemessen wurde.
  • Werden zwei Schals eines Fensters getrennt gekürzt, enden sie oft unterschiedlich hoch. Legen Sie beide zum Anzeichnen aufeinander.
  • Schieben Sie das Bügeleisen über das Band und verrutscht dabei, wirft der Saum Wellen.
  • Hängt die Gardine wieder, bevor der Kleber ausgekühlt ist, löst sich der Saum.
  • An einem schweren Vorhang sieht ein schmaler Saum schnell zu dünn aus.

Wann rechnet sich die Schneiderei oder der Raumausstatter?

Bei rund 3 bis 8 € je laufendem Meter Breite und einem Mindestpreis von meist 6 bis 25 € je Schal kostet ein Paar Schals in der Änderungsschneiderei meist 12 bis 50 €, ein 4 m breiter Store 12 bis 32 €. Für Stores mit Bleiband und für das Kürzen von oben am Band berechnen Schneidereien mehr.

Den Weg zur Schneiderei sollten Sie vor allem in diesen Fällen gehen:

  • Im Saum des Stores steckt ein Bleiband, das erhalten bleiben soll.
  • Die Gardine ist mehrere Meter breit und lässt sich zu Hause kaum gerade unter der Maschine führen.
  • Bei gefütterten, schweren oder teuren Vorhängen kostet ein Schnittfehler viel Geld.
  • Klebevariante entfällt: Der Stoff darf nicht heiß gebügelt werden, und eine Nähmaschine fehlt.

Zum Raumausstatter gehen Sie eher, wenn neue Gardinen nach Maß anstehen oder Aufmaß und Montage aus einer Hand kommen sollen. Nählohn und Stoffpreise für neue Gardinen finden Sie unter Kosten für genähte Gardinen pro Meter. Welche Arbeiten der Raumausstatter sonst am Fenster übernimmt, zeigt die Seite zur Beratung für Fensterdekoration.

Häufige Fragen zum Kürzen von Gardinen

Kann man Gardinen mit Bleiband kürzen?

Das geht. Das Bleiband sitzt allerdings im unteren Saum und soll dort bleiben. Entweder kürzen Sie von oben, trennen also das Gardinenband ab, kürzen den Stoff oben und nähen das Band neu auf. Oder Sie trennen den unteren Saum auf, nehmen das Bleiband heraus und legen es in den neuen Saum wieder ein. Beides ist aufwendiger als ein normaler Saum, deshalb verlangen auch Schneidereien dafür mehr.

Wie kürzen Sie Ösenschals?

Ösenschals kürzen Sie immer unten, weil die Ösen oben fest im Stoff sitzen. Messen Sie die neue Länge an der aufgehängten Gardine, bei der die Stange durch die Ösen läuft. Danach gehen Sie vor wie bei jedem Saum: Zugabe anzeichnen, abschneiden, doppelt umschlagen und nähen oder bügeln. Konfektionierte Schals haben oft einen 6 bis 8 cm breiten Saum, den Sie für ein einheitliches Bild übernehmen.

Wie kürzen Sie Gardinen, ohne den Stoff abzuschneiden?

Schlagen Sie den Saum tiefer um und nähen oder bügeln Sie ihn fest. Der überschüssige Stoff bleibt im Saum, und die Gardine lässt sich später wieder verlängern, etwa nach einem Umzug. Viele Gardinenbänder haben außerdem mehrere Taschenreihen für die Haken. Hängen Sie die Haken tiefer ein, sitzt die Gardine ein Stück höher. Um wenige Zentimeter lässt sich auch die Stange versetzen.

Muss ich Gardinen vor dem Kürzen waschen?

Bei Stoffen aus Naturfasern ja, weil sie bei der ersten Wäsche einlaufen und die gekürzte Gardine danach zu kurz wäre. Waschen Sie im Schon- oder Feinwaschgang bei 30 bis 40 °C mit halb voller Trommel und schleudern Sie nur kurz. Bügeln Sie den Stoff vor dem Messen glatt. Welche Temperatur zulässig ist, zeigen die Pflegesymbole auf dem Etikett.

Bild:Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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