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Die verschiedenen Arten von Heizkörpern

Heizkörper im Vergleich: Vorteile, Nachteile und Kosten

Lesedauer 5 Minuten

Letzte Aktualisierung am 12. Mai 2022

Neben der Wahl der richtigen Heizung ist auch die Wahl der Heizkörper enorm wichtig, wenn es ohne hohe Kosten angenehm warm bleiben soll. Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Heizkörper und zeigen Ihnen, welche Variante Ihre Ansprüche und die eingebaute Heizungsart am besten ergänzt.

Gliederheizkörper: Die Vorgänger moderner Heizkörper

Ein Gliederheizkörper vor einer weißen Wand

Gliederheizkörper sind die ältesten Heizkörpertypen. Sie bestehen aus mehreren verbundenen Gliedern, durch die das Heizungswasser fließt. Ihre Wärme geben sie sowohl durch Strahlung, als auch über die Konvektion ab. Moderne Gliederheizkörper aus Stahl können mit verschiedenen Heizungsarten verwendet werden, besonders bei älteren Gliederheizkörpern ist aber eine hohe Systemtemperatur wichtig. Wärmepumpen kommen hier nicht in Frage.

VorteileNachteile
Leicht zu reinigenFallen leicht auf, schwer mit modernem Raumdesign zu vereinbaren
Sehr robust 

Plattenheizkörper: Schlichtes Design, aber hohe Effizienz

Ein Plattenheizkörper unter einer Fensterbank

Plattenheizkörper sind in den meisten Wohnungen und Häusern im Einsatz. Sie sind relativ leicht zu produzieren, sehen schlicht aus und brauchen weniger Heizungswasser als Gliederheizkörper. Sie bestehen aus einer oder mehreren Heizplatten, zwischen denen sich Konvektionsbleche befinden. Durch diesen Aufbau geben Sie den größten Teil der Wärme als Strahlung über die Heizplatten ab und einen kleineren Teil über die Konvektionsbleche. Die Leistung hängt hier vor allem von der Größe und der Anzahl der Heizplatten und Konvektionsbleche ab. Durch ihre einfach Funktion lassen sie sich mit fast allen gängigen Heizungsarten kombinieren, egal ob Gasheizung, Ölheizung, Holzheizung oder Kraft-Wärme-Kopplung. Im Gegensatz zu Gliederheizkörpern können Plattenheizkörper in manchen Fällen auch mit Wärmepumpen kombiniert werden. Bei Unsicherheit fragen Sie einfach den Heizungsbauer Ihres Vertrauens, ob die Kombination für Ihr Haus in Frage kommt.

VorteileNachteile
Hohe EffizienzReinigung ist schwieriger als bei offenen Gliederheizkörpern
Hoher Anteil an WärmestrahlungStaub kann sich ablegen, aufgewirbelt werden und Gerüche verursachen
Benötigen wenig Wasser 
Viele Designvarianten möglich 

Röhrenheizkörper sind besonders als Badheizung beliebt

Zwei Handtücher hängen über einem Röhrenheizkörper im Bad

Röhrenheizkörper funktionieren ähnlich wie Gliederheizkörper und bestehen aus unterschiedlich vielen Röhren, die je nach Bedarf waagerecht oder senkrecht verlaufen. Am bekanntesten sind Badheizkörper. Dort verlaufen die Röhren horizontal, damit man dort auch Handtücher aufhängen und trocknen kann. Sie können sowohl mit bestehenden, wasserbasierten Heizungen kombiniert werden als auch eigenständig als Elektroheizung betrieben werden. Durch die vielen Röhren decken diese Heizkörper leider relativ wenig Fläche ab und sind daher ineffizient. Sie eignen sich besser als Ergänzung zur bestehenden Heizung, besonders in Kombination mit einer Fußbodenheizung.

VorteileNachteile
Sehr leicht zu reinigenSehr ineffizient
Gut als Badheizkörper zum Trocknen von Handtüchern geeignet 
Große Auswahl bei Formen und Größe 
Können auch elektrisch betrieben werden 

Konvektoren: Die Heizkörper für besonders warme Luft

Ein Konvektor besteht aus Lamellen, die rund um die wasserführenden Rohre angebracht sind. Wie sich aus dem Namen schon leicht erahnen lässt, wird so die Raumluft zwischen den Lamellen aufgeheizt und es entsteht hauptsächlich Konvektionswärme. Aufgrund dessen kommen sie besonders unter großen Fensterflächen zum Einsatz um den Raum von der kalten Zugluft der Fenster abzuschirmen.

VorteileNachteile
Können kalte Zugluft von Fenstern abschirmenKonvektion kann zu hoher Staubbelastung in der Luft führen
Auch als Elektroheizung erhältlichSchwer zu reinigen

Flächenheizkörper: Fußbodenheizung und Wandheizung

Wasserleitungen liegen gleichmäßig verteilt am Boden eines Raums

Im Gegensatz zu den anderen Heizkörpern nimmt die Flächenheizung keinen zusätzlichen Platz im Raum ein, sondern nutzt Boden, Wände oder sogar Decken als Heizflächen. Die Heizungsrohre werden hier beim Aufbau des Bodens oder der Wand mitverlegt und machen so die gesamte Fläche zum Heizkörper. Durch die große Fläche die mit Warmwasser versorgt werden muss, braucht ein Flächenheizkörper länger, um auf geänderte Temperaturanforderungen zu reagieren. Daher stellt man Flächenheizungen für gewöhnlich auf eine konstante Temperatur ein. Besonders beliebt sind Fußbodenheizungen und das hat gleich zwei Gründe: Einerseits neigen Menschen dazu, Körperwärme über die Füße und den kalten Fußboden zu verlieren. Andererseits steigt warme Luft auf und daher ist es sinnvoll, die Heizfläche möglichst weit unten im Raum zu positionieren.

VorteileNachteile
Heizkörper sind nicht sichtbarEinbau in Altbauten sehr aufwändig oder sogar unmöglich
Gleichmäßige WärmeverteilungReagiert langsam auf geänderte Temperaturanforderungen
Hohes Wohlbefinden durch WärmestrahlungHöhere Wartungskosten
Hohe Effizienz 

Glasheizkörper: Moderne Elektroheizung mit Infrarotstrahlung

Glasheizkörper sind ein relativ neues Phänomen. Bei ihnen handelt es sich um zwei Glasflächen, zwischen denen sich leitfähige PVB-Folie oder auch Drähte befinden. Es handelt sich um Elektroheizungen, die durch diesen Aufbau Infrarotstrahlung produzieren und direkt an den Raum abgeben. Das hat gleich mehrere Vorteile: Einmal gibt die Infrarotheizung nur Wärmestrahlung ab – es entsteht keine Konvektion und damit auch keine Staubverwirbelungen. Darüber hinaus fühlt sich Infrarotstrahlung ähnlich wie Sonnenstrahlung angenehm auf der Haut an und ist im Gegensatz zur UV-Strahlung der Sonne vollkommen unschädlich.

Durch ihren Aufbau können Glasheizungen auch komplett durchsichtig hergestellt werden und passen damit hervorragend zu verschiedenen Räumen und Wandfarben. Auch wenn Infrarotheizungen Energie verlustfrei in Wärme umwandeln können, heizt man doch immer noch mit Strom. Daher ist in diesem Fall nicht die Heizungsart ausschlaggebend, sondern die Art der Stromgewinnung. Infrarotheizungen sind für die meisten Wohnsituationen zu teuer. Sollten Sie aber Zugang zu günstigem Strom aus Wasserkraft haben oder eine Photovoltaikanlage besitzen, dann können Sie auch eine Glasheizung in Betracht ziehen.

VorteileNachteile
Verlustfreie Umwandlung von Strom in WärmeAbhängigkeit von Strompreisen
Angenehme Infrarotstrahlung 
Keine Konvektion und keine Staubaufwirbelung 
Einfache Reinigung 

Was kosten Heizkörper?

Jedes Heizungssystem ist unterschiedlich. Wenn Sie eine neue Heizung oder einen neuen Heizkörper benötigen sollten Sie daher auf jeden Fall nach einem kompetenten Heizungsbauer suchen und sich beraten lassen. Je nach Größe, Position der Heizkörper, Heizungsart und Haustyp ergeben sich andere Einsparchancen und auch die Kosten können stark schwanken. Mit Blauarbeit können Sie ganze einfach Ihren Auftrag eingeben, Angebote von Heizungsbauern vergleichen und sich den besten aussuchen  vollkommen kostenlos!

Welche Größe und Leistung braucht der Heizkörper?

Plattenheizkörper werden nach Typen klassifiziert: Typ 11 (eine Platte, ein Konvektorblech), Typ 22 (zwei Platten, zwei Bleche) und Typ 33 (drei Platten, drei Bleche). Bei gleicher Breite liefert ein Typ 33 rund doppelt so viel Wärme wie ein Typ 11 – wichtig, wenn die Vorlauftemperatur sinken soll, etwa für eine Wärmepumpe. Als Faustwert braucht ein normal gedämmter Raum 60 bis 100 Watt pro m²; ein 20-m²-Wohnzimmer also 1.200 bis 2.000 Watt Heizkörperleistung.

Worauf beim Kauf achten?

  • Nabenabstand und Anschlussart: Beim 1:1-Tausch sparen passende Anschlüsse Umbauarbeiten – vorher am Altgerät messen
  • Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur: Herstellerangaben gelten oft für 75/65 °C – für Wärmepumpen zählt der Wert bei 55/45 °C, der deutlich niedriger liegt
  • Ventil ab Werk: Ventilheizkörper mit integriertem Ventil und Absperrung erleichtern jeden späteren Tausch
  • Oberfläche: Pulverbeschichtung in Weiß ist Standard – Sonderfarben kosten 20 bis 40 % Aufpreis

Die Kosten und den Ablauf des Wechsels zeigt der Beitrag Heizkörper austauschen: Kosten und Anleitung.

Häufige Fragen zu Heizkörpern

Welcher Heizkörper passt zur Wärmepumpe?

Niedertemperatur-Heizkörper mit großer Fläche (Typ 22/33) oder Heizkörper mit eingebautem Lüfter. Sie geben auch bei 35 bis 45 °C Vorlauf genug Wärme ab. Vorhandene Gliederheizkörper funktionieren oft weiter, wenn sie großzügig dimensioniert sind – das prüft der Heizungsbauer mit einer Heizlastberechnung.

Was kostet ein guter Heizkörper?

Plattenheizkörper in Standardgrößen 100 bis 400 €, Badheizkörper 150 bis 600 €, Designmodelle ab 400 €. Mit Montage kommen pro Stück 255 bis 770 € zusammen – Details in der Kosten-Tabelle zum Austausch.

Heizkörper streichen oder tauschen?

Vergilbte, aber dichte Heizkörper lassen sich mit Speziallack auffrischen (Material 15 bis 30 €). Bei Rostnarben, schlechter Wärmeleistung oder geplanter Wärmepumpe ist der Tausch die nachhaltigere Investition.

Bildquellen:
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4 Kommentare zu „Heizkörper im Vergleich: Vorteile, Nachteile und Kosten“

  1. Es ist interessant, dass es keine Staub-Verwirbelung gibt bei einer Infrarotheizung. Ich wusste gar nicht, dass in diesem Fall die Stromgewinnung ausschlaggebend ist. Das ergibt aber Sinn und zum Glück haben wir unsere eigene Photovoltaikanlage.

  2. wolfgang Krähenbühl

    Meine Frau und ich sind dabei unser erworbenes Haus auf forder man zubringen. Ich stimme auch zu, dass ein Heizkörper teilweise schwer mit der Inneneinrichtung zu Kombinierern ist. Eine Lösung sind diese Sitzbänke, unter denen die Heizung eingebaut ist, aber dafür braucht man eine passende Nische.

  3. Die Tipps zu den Heizkörpern brauche ich bei der Orientierung zur Auswahl, danke! Möchte das Heizsystem allmählich sanieren. Die Heizkörper stehen als erste auf der Reihe. Aufgefallen sind mir die Plattenheizkörper. Die Effizienz soll doch im Vordergrund stehen.

  4. Für unser neues Badezimmer haben wir uns auch einen Röhrenheizkörper einbauen lassen. Ich finde diese Art an Heizkörper im Bad sehr hilfreich, da es gut zum Handtuch trocknen genutzt werden kann. Zum Glück ist unser Badezimmer nicht das Größte, da wir bereits gemerkt haben, dass der Heizkörper nicht so effizient ist.

Die Kommentare sind geschlossen.

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