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Frau steuert das Smart Home per App im Wohnzimmer

Was kostet es, ein Smart Home nachzurüsten?

Lesedauer 5 Minuten

Ein Smart Home nachzurüsten kostet zwischen 500 € für eine Einsteigerlösung per Funk und 20.000 € für ein voll verkabeltes KNX-System im ganzen Haus. Die meisten Haushalte landen bei 2.000 bis 8.000 €, wenn sie Licht, Heizung und Rollläden über mehrere Räume vernetzen. Entscheidend ist die Systemwahl: Funk lässt sich ohne Stemmen nachrüsten, KNX ist zuverlässiger, aber teurer. Wir zeigen Ihnen die Kosten nach Ausbaustufe und welches System zu Ihnen passt.

Was kostet das Smart Home nach Ausbaustufe?

Den Preis bestimmen drei Faktoren: die Zahl der vernetzten Geräte, die gewünschten Funktionen und das gewählte System. Eine einzelne smarte Lampe kostet 20 €, ein durchgängig automatisiertes Haus erreicht den Preis eines Kleinwagens. Diese Stufen helfen bei der Einordnung:

AusbaustufeUmfangKosten
Einsteiger (Funk)Licht und Heizung in 1 bis 2 Räumen500 bis 1.500 €
Mittel (Funk)Licht, Heizung, Rollläden im ganzen Haus2.000 bis 5.000 €
Komfort (Funk + Zentrale)plus Sicherheit, Türsprechen, Szenen5.000 bis 10.000 €
KNX (kabelgebunden)Vollausstattung, meist bei Sanierung8.000 bis 20.000 €

Wer im Bestand nachrüstet, fährt fast immer mit Funk günstiger, weil keine Wände geöffnet werden müssen. Die Grundlagen und Möglichkeiten der Technik erklärt der Beitrag Smart Home im Überblick. Steht ohnehin eine Sanierung an, lohnt der Blick auf die Elektroinstallation Kosten, denn dann lässt sich KNX gleich mitplanen.

KNX oder Funk: Welches System passt zu Ihnen?

Die Grundsatzentscheidung fällt zwischen einem kabelgebundenen Bussystem und einer Funklösung. Beide steuern dieselben Geräte, unterscheiden sich aber in Zuverlässigkeit, Preis und Aufwand deutlich.

KriteriumFunk (Zigbee, Z-Wave, Matter, WLAN)KNX (kabelgebunden)
Nachrüstbar im Bestandja, ohne Stemmennur mit neuer Verkabelung
Einstiegskostenniedrig (ab 500 €)hoch (ab 8.000 €)
Zuverlässigkeitgut, abhängig von Funkreichweitesehr hoch, störungsarm
Stromversorgung der Sensorenoft Batterieüber den Bus
Erweiterbarkeiteinfach, Gerät für Gerätaufwendig, dafür stabil
EignungBestand, Mietwohnung, EinstiegNeubau, Sanierung, Vollausbau

Für die meisten Haushalte ist Funk die richtige Wahl: günstig, sofort einsetzbar und bei Umzug mitnehmbar. KNX lohnt sich, wenn Sie ohnehin sanieren oder neu bauen und ein System wollen, das Jahrzehnte ohne Batteriewechsel und Funkprobleme läuft. Wer beide Welten verbinden will, koppelt ein Funksystem über eine Zentrale an die Festinstallation.

Zigbee, Matter oder WLAN: Welcher Funkstandard zählt?

Innerhalb der Funkwelt gibt es mehrere Standards. Sie entscheiden, wie zuverlässig die Geräte funken und ob sich Produkte verschiedener Hersteller überhaupt verstehen.

  • WLAN: Jedes Gerät hängt direkt am Router. Das ist einfach einzurichten, belastet aber bei vielen Geräten das Heimnetz und kommt für batteriebetriebene Sensoren wegen des Stromhungers kaum infrage.
  • Zigbee und Z-Wave: Diese Funkstandards bilden ein vermaschtes Netz, in dem jedes Gerät das Signal weiterreicht. Sie sind sehr sparsam, ideal für Batteriesensoren, brauchen aber eine Zentrale als Schaltstelle.
  • Matter: Der neue herstellerübergreifende Standard soll die Insellösungen verbinden. Wer heute Geräte mit Matter kauft, sichert sich die größte Kompatibilität für die kommenden Jahre.
  • KNX-RF: Die Funkvariante des KNX-Bussystems verbindet beide Welten, bleibt aber teurer als die verbreiteten Verbraucherstandards.

Für den Einstieg ist ein verbreiteter Standard wie Zigbee oder Matter die sichere Wahl, weil Sie nicht an einen einzigen Hersteller gebunden sind.

Was kosten die einzelnen Komponenten?

Smart Home wächst meist Stück für Stück. Wer die Einzelpreise kennt, kann den Ausbau planen und gezielt dort beginnen, wo der Nutzen am größten ist.

KomponentePreis pro Stück
Zentrale / Steuereinheit (Funk)70 bis 300 €
Smarte Steckdose15 bis 40 €
Smartes Heizkörperthermostat40 bis 90 €
Smarter Lichtschalter / Dimmer30 bis 100 €
Rollladensteuerung je Fenster60 bis 150 €
Tür- und Fensterkontakt15 bis 40 €
Smarter Rauchmelder30 bis 70 €

Bei kabelgebundenen Schaltern und Rollladenmotoren lohnt der Fachbetrieb, weil hier an der festen Installation gearbeitet wird. Wie die Rollladensteuerung nachgerüstet wird, zeigt der Beitrag zu elektrischen Anlagen im Haus ergänzend.

Welche Funktionen lohnen sich zuerst?

Nicht jede Automatisierung spart Geld oder Mühe. Diese vier Funktionen bringen den größten Alltagsnutzen und amortisieren sich oft über die Heizkosten.

  • Heizungssteuerung: Smarte Thermostate senken die Raumtemperatur automatisch bei Abwesenheit und nachts. Das spart je nach Haushalt 8 bis 15 % Heizenergie und rechnet sich am schnellsten.
  • Rollladenautomatik: Heruntergefahrene Rollläden dämmen im Winter und verschatten im Sommer, das entlastet Heizung und vermeidet Hitze.
  • Lichtszenen und Anwesenheit: Zeit- oder ortsgesteuertes Licht erhöht den Komfort und simuliert bei Abwesenheit Bewohner.
  • Sicherheit: Tür- und Fensterkontakte sowie smarte Rauchmelder melden Einbruch oder Rauch aufs Handy.

Wie sicher vernetzte Systeme gegen Fremdzugriff sind, ordnet der Beitrag Wie sicher ist Smart Home ein.

Können Sie Smart Home selbst nachrüsten?

Vieles ja. Smarte Steckdosen, Thermostate, Funklampen und Tür- und Fenstersensoren installieren Sie ohne Elektriker, sie werden einfach gesteckt oder aufgeklebt und über eine App eingerichtet. An die feste Installation gehen Sie dagegen nicht selbst: Smarte Schalter, fest verdrahtete Rollladenmotoren oder eine KNX-Verkabelung sind Sache des Elektrofachbetriebs.

Den passenden Fachbetrieb für die Festinstallation finden Sie über Marktplätze wie Blauarbeit mit mehreren Vergleichsangeboten. Plant der Betrieb gleich eine größere Verteilung mit, lohnt parallel der Beitrag Sicherungskasten erneuern, denn smarte Aktoren brauchen Platz im Verteiler.

Wie können Sie beim Nachrüsten sparen?

  • Mit einer Funktion starten: Beginnen Sie bei der Heizung, die spart sofort Geld, und erweitern Sie später Raum für Raum.
  • Auf einen offenen Standard setzen: Geräte mit Matter oder Zigbee lassen sich herstellerübergreifend kombinieren und binden Sie nicht an ein teures Einzelsystem.
  • Funk statt Kabel im Bestand: Solange keine Sanierung ansteht, vermeidet Funk die teuren Stemmarbeiten.
  • Bei Sanierung Leerrohre ziehen: Wer ohnehin die Wände öffnet, legt Busleitungen, dann steht KNX später ohne Aufpreis offen.
  • Bestehende Heizkörperthermostate weiternutzen: Viele smarte Thermostate passen auf vorhandene Ventile ohne Eingriff in die Heizung.

Häufige Fragen zum Smart-Home-Nachrüsten

Lohnt sich Smart Home in der Mietwohnung?

Ja, mit Funklösungen. Smarte Steckdosen, Thermostate und Lampen lassen sich ohne baulichen Eingriff installieren und beim Auszug wieder mitnehmen. Von fest verdrahteten Schaltern oder Rollladenmotoren sollten Mieter ohne Zustimmung des Vermieters absehen.

Wie viel Heizkosten spart ein Smart Home wirklich?

Realistisch sind 8 bis 15 % weniger Heizenergie durch automatische Absenkung bei Abwesenheit und nachts. Bei 1.500 € Heizkosten im Jahr sind das 120 bis 225 €. Die Thermostate von 40 bis 90 € pro Heizkörper haben sich damit oft in zwei Heizperioden bezahlt gemacht.

Brauche ich für jedes Gerät eine eigene App?

Nicht, wenn Sie auf einen gemeinsamen Standard achten. Eine Zentrale oder ein Geräteverbund mit Matter bündelt unterschiedliche Hersteller in einer Oberfläche. Wer wild aus verschiedenen Welten mischt, jongliert dagegen schnell mit mehreren Apps.

Funktioniert Smart Home ohne Internet?

Die Grundfunktionen ja, wenn die Steuerung über eine lokale Zentrale läuft. Licht, Heizung und Rollläden schalten dann auch bei Internetausfall. Nur die Fernsteuerung per Handy von unterwegs und Sprachassistenten brauchen eine Verbindung nach außen.

Ist KNX die Investition wert?

Bei Neubau oder Kernsanierung ja, weil das System über Jahrzehnte stabil und wartungsarm läuft und den Immobilienwert hebt. Zum reinen Nachrüsten im bewohnten Bestand ist KNX selten wirtschaftlich, hier liefert Funk fast denselben Komfort zu einem Bruchteil des Preises.

Was passiert mit meinen Daten im Smart Home?

Das hängt vom System ab. Lösungen mit lokaler Zentrale verarbeiten die Daten im Haus, ohne sie an den Server des Herstellers zu senden. Systeme mit Anbindung an die Cloud sind bequemer, geben aber Nutzungsdaten an den Anbieter. Wer Wert auf Datensparsamkeit legt, achtet auf lokale Steuerung und vergibt für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort.

Fazit: Klein anfangen, sinnvoll erweitern

Smart Home nachzurüsten kostet im Bestand meist 2.000 bis 8.000 €, mit Funk lässt sich aber schon ab 500 € starten. Beginnen Sie bei der Heizungssteuerung, die spart sofort, und erweitern Sie nach Bedarf. KNX spielt seine Stärken nur bei Neubau oder Sanierung aus. Für alles, was an der festen Installation hängt, holen Sie einen Elektrofachbetrieb dazu, den Rest richten Sie selbst per App ein.

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