Den Sicherungskasten erneuern kostet je nach Umfang 500 bis 2.500 €. Der Tausch der reinen Unterverteilung beginnt bei 500 bis 1.500 €, der komplette Zählerschrank mit neuer Verteilung liegt bei 1.500 bis 3.500 €. Pflicht wird die Erneuerung, sobald Fehlerstromschutzschalter fehlen oder der Schrank den heutigen Normen nicht mehr genügt. Wir zeigen Ihnen die Preise nach Umfang, welche Schutzschalter hineingehören und wo Sie sparen.
Was kostet es, den Sicherungskasten zu erneuern?
Der Preis hängt davon ab, ob nur die Verteilung mit den Schutzschaltern getauscht wird oder der ganze Zählerschrank inklusive Zählerfeld. Ein reiner Verteilertausch ist an einem Tag erledigt, ein kompletter Zählerschrank verlangt die Abstimmung mit dem Netzbetreiber und mehr Zeit.
| Umfang | Kosten |
|---|---|
| Unterverteilung tauschen (Sicherungen, FI) | 500 bis 1.500 € |
| Zählerschrank komplett erneuern | 1.500 bis 3.500 € |
| Zusätzliches Zählerfeld (z. B. für Wärmepumpe) | 400 bis 900 € |
| Verteilung im Mehrfamilienhaus (je Wohnung) | 600 bis 1.800 € |
Die Spanne entsteht durch die Zahl der Stromkreise und die Ausstattung mit Schutzschaltern. Wer den Schrank ohnehin öffnet, sollte fehlende Schutztechnik gleich ergänzen lassen, das spart einen zweiten Einsatz. Die Erneuerung ist oft Teil einer größeren Sanierung, deren Gesamtrahmen der Beitrag Elektroinstallation Kosten absteckt.
Sicherungskasten, Zählerschrank oder Verteiler: Was ist was?
Im Alltag heißt alles “Sicherungskasten”, technisch sind es zwei Teile. Der Zählerschrank ist der große Schrank, in dem der Stromzähler des Netzbetreibers sitzt, davor liegt der plombierte Bereich, den nur er öffnen darf. Die Unterverteilung ist der Teil mit den Sicherungen und Schutzschaltern, der die einzelnen Stromkreise der Wohnung verteilt. Wer “den Sicherungskasten erneuern” lässt, meint meist die Unterverteilung, manchmal aber auch den ganzen Zählerschrank. Welcher Teil getauscht wird, entscheidet über den Preis.
Wann muss der Sicherungskasten erneuert werden?
Einen funktionierenden Schrank müssen Sie nicht grundlos austauschen. Es gibt aber Anlässe, bei denen die Erneuerung Pflicht oder dringend ratsam ist.
- Kein Fehlerstromschutzschalter vorhanden: Seit 2007 ist ein RCD für Steckdosenstromkreise vorgeschrieben. Alte Anlagen ohne diesen Schutz gehören nachgerüstet.
- Drehstromzähler oder neue Großverbraucher: Eine Wallbox, Wärmepumpe oder ein Durchlauferhitzer brauchen eigene, abgesicherte Stromkreise und oft mehr Platz im Schrank.
- Schraubsicherungen statt Automaten: Alte Schmelzsicherungen aus Keramik zeigen, dass die Verteilung Jahrzehnte alt ist und meist auch sonst nicht mehr dem Stand der Technik entspricht.
- Zählerwechsel auf Smart Meter: Der Einbau eines digitalen Zählers ist ein guter Anlass, eine zu kleine oder unübersichtliche Verteilung gleich mit zu erneuern.
- Auslösende Sicherungen ohne klaren Grund: Wenn immer wieder ein Stromkreis abschaltet, steckt manchmal eine überlastete oder veraltete Verteilung dahinter.
Warum eine Sicherung wiederholt herausfliegt und was Sie selbst prüfen können, erklärt der Beitrag Sicherung fliegt raus. Die Verteilung selbst gehört aber in Fachhände.
Welche Schutzschalter gehören in den Verteiler?
Moderne Verteilungen kombinieren mehrere Schutzeinrichtungen, die unterschiedliche Gefahren abdecken. Die Begriffe klingen technisch, ihre Aufgabe ist aber klar abgegrenzt.
Leitungsschutzschalter (LS, die Sicherung)
Der Leitungsschutzschalter ist die eigentliche Sicherung. Er schaltet ab, wenn ein Stromkreis überlastet wird oder ein Kurzschluss auftritt, und schützt so die Leitung vor Überhitzung. Pro Stromkreis sitzt ein eigener Automat, im Austausch kostet er 8 bis 20 € plus Montage.
Fehlerstromschutzschalter (RCD, der FI)
Der Fehlerstromschutzschalter, im Alltag FI genannt, schützt Menschen vor dem Stromschlag. Er trennt den Stromkreis in Millisekunden, sobald Strom über einen Fehler abfließt, etwa über einen defekten Föhn. Ein RCD kostet 40 bis 120 €, mit Montage 100 bis 300 €.
Brandschutzschalter (AFDD)
Der Brandschutzschalter, technisch AFDD, erkennt Fehlerlichtbögen in der Leitung, die durch Marderbiss, Quetschungen oder lockere Klemmen entstehen und Brände auslösen können. Für bestimmte Räume wie Schlafzimmer oder Holzhäuser empfiehlt ihn die Normenreihe DIN VDE 0100. Pro Stromkreis liegen 80 bis 200 € an.
Überspannungsschutz (SPD)
Der Überspannungsschutz fängt Spannungsspitzen aus Blitzeinschlägen oder Schalthandlungen im Netz ab, bevor sie Geräte zerstören. Im Neubau ist er seit 2018 Pflicht, im Zählerschrank kostet die Nachrüstung 200 bis 600 €. Die Schutzanforderungen regelt der VDE in der Normenreihe DIN VDE 0100.
Was kostet das Nachrüsten einzelner Komponenten?
| Komponente | Material | Mit Montage |
|---|---|---|
| Leitungsschutzschalter (LS) | 8 bis 20 € | 40 bis 90 € |
| Fehlerstromschutzschalter (RCD/FI) | 40 bis 120 € | 100 bis 300 € |
| Brandschutzschalter (AFDD) je Stromkreis | 60 bis 150 € | 120 bis 250 € |
| Überspannungsschutz (SPD) | 80 bis 250 € | 200 bis 600 € |
| Zusätzlicher Stromkreis (Leitung + Automat) | – | 150 bis 400 € |
Einzelne Schalter lassen sich nachrüsten, solange im Verteiler Platz ist. Reicht der Raum nicht mehr, wird ohnehin der ganze Verteiler getauscht. Brauchen Sie zusätzlich einen eigenen Kreis für ein Großgerät, lohnt der Blick in den Beitrag Kabel verlegen.
Können Sie den Sicherungskasten selbst erneuern?
Nein. Arbeiten am Zählerschrank und an der Verteilung sind eingetragenen Elektrofachbetrieben vorbehalten, die im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers stehen. Der Grund ist nicht nur die Lebensgefahr: Vor der Verteilung liegt der Bereich, den nur der Netzbetreiber plombieren und freigeben darf. Wer hier selbst eingreift, verliert den Versicherungsschutz und haftet im Schadensfall persönlich.
Selbst übernehmen können Sie die Vorbereitung: den Schrank zugänglich machen, Möbel wegräumen und die vorhandenen Stromkreise notieren. Den passenden Fachbetrieb finden Sie über Marktplätze wie Blauarbeit mit mehreren Vergleichsangeboten. Geht es schnell, etwa nach einem Defekt, hilft der Beitrag Elektronotdienst beauftragen weiter.
Wie können Sie bei der Erneuerung sparen?
- Alles in einem Einsatz: Lassen Sie FI, Brandschutzschalter und Überspannungsschutz gemeinsam einbauen, das spart die zweite Anfahrt und Montagezeit.
- Mit ohnehin anstehenden Arbeiten bündeln: Steht ein Zählerwechsel oder eine Wallbox an, erneuern Sie die Verteilung gleich mit.
- Steuerbonus nutzen: 20 % der Lohnkosten sind als Handwerkerleistung absetzbar, wenn Sie per Überweisung zahlen.
- Reserveplatz einplanen: Ein etwas größerer Schrank kostet wenig mehr, erspart aber den nächsten Kompletttausch bei der ersten Erweiterung.
- Angebote vergleichen: Zwischen Fachbetrieben liegen bei gleicher Leistung oft 20 bis 30 % Unterschied.
Häufige Fragen zur Erneuerung des Sicherungskastens
Wie lange dauert der Austausch?
Eine reine Unterverteilung tauscht der Fachbetrieb in 3 bis 6 Stunden. Ein kompletter Zählerschrank dauert wegen der Abstimmung mit dem Netzbetreiber und der Freischaltung einen ganzen Tag. Während der Arbeiten ist der Strom abschnittsweise abgeschaltet.
Muss ich beim Zählerwechsel den ganzen Schrank erneuern?
Nicht zwingend, aber oft sinnvoll. Wenn der Netzbetreiber einen digitalen Zähler einbaut und der alte Schrank zu klein oder veraltet ist, verlangt er manchmal eine normgerechte Anlage. Den genauen Umfang klärt der Fachbetrieb vorab mit dem Netzbetreiber.
Was kostet nur das Nachrüsten eines FI-Schalters?
Ein einzelner Fehlerstromschutzschalter kostet mit Material und Montage 100 bis 300 €, sofern im Verteiler Platz ist. Sind alle Reihen belegt, muss der Verteiler erweitert oder getauscht werden, dann steigen die Kosten entsprechend.
Ist ein Brandschutzschalter Pflicht?
Eine allgemeine Pflicht für alle Räume besteht nicht. Die Normenreihe DIN VDE 0100 empfiehlt den AFDD aber für besonders schützenswerte Bereiche wie Schlafräume, Kindergärten oder Gebäude aus brennbaren Baustoffen. Im Neubau planen viele Fachbetriebe ihn dort von vornherein ein.
Erkenne ich selbst, ob mein Sicherungskasten veraltet ist?
Ein deutliches Zeichen sind Schraubsicherungen aus Keramik statt der heutigen Kippschalter. Fehlt ein FI-Schalter, der sich über eine Prüftaste testen lässt, ist die Anlage ebenfalls veraltet. Im Zweifel beurteilt ein Elektrofachbetrieb den Zustand bei einem kurzen Vor-Ort-Termin.
Bekomme ich für die Erneuerung eine Förderung?
Einen direkten Zuschuss für den Sicherungskasten gibt es nicht. Ist die Erneuerung aber Teil eines geförderten Vorhabens wie einer Wärmepumpe oder einer energetischen Sanierung, zählt sie als Umfeldmaßnahme teils mit. Unabhängig davon greift der Steuerbonus von 20 % auf die Lohnkosten.
Fazit: Sicherheit, die sich rechnet
Den Sicherungskasten zu erneuern kostet 500 bis 3.500 €, je nachdem ob nur die Verteilung oder der ganze Zählerschrank getauscht wird. Der größte Sicherheitsgewinn liegt im Fehlerstromschutzschalter, der vor dem Stromschlag schützt. Wer ohnehin am Schrank arbeiten lässt, ergänzt Brandschutz- und Überspannungsschutz gleich mit, denn die zweite Anfahrt kostet mehr als die Technik selbst.




