Eine komplette Elektroinstallation kostet im Neubau 80 bis 150 € pro m², im Einfamilienhaus mit 150 m² also rund 12.000 bis 22.500 €. Die Elektrik macht damit etwa 3 bis 5 % der gesamten Baukosten aus. Im bewohnten Altbau liegt die Erneuerung wegen Stemmarbeiten und Provisorien eher bei 100 bis 180 € pro m². Wir zeigen Ihnen die Preise pro m² und pro Anschlusspunkt, was Neubau und Sanierung unterscheidet und wo Sie wirklich sparen.
Was kostet die Elektroinstallation pro m² im Überblick?
Den größten Einfluss auf den Quadratmeterpreis hat die Ausstattung: eine einfache Grundinstallation startet bei 80 € pro m², eine gehobene mit vielen Steckdosen, Netzwerk und Smart-Home-Vorbereitung erreicht 200 € pro m² und mehr. Der Verband der Elektrohandwerke rechnet im Neubau mit drei Ausstattungsklassen, die sich an der DIN 18015 orientieren.
| Ausstattung | Preis pro m² | 150-m²-Haus gesamt |
|---|---|---|
| Mindestausstattung (RAL-RG 678 Stufe 1) | 80 bis 110 € | 12.000 bis 16.500 € |
| Standardausstattung (Stufe 2) | 110 bis 150 € | 16.500 bis 22.500 € |
| Komfortausstattung (Stufe 3, Smart Home) | 150 bis 220 € | 22.500 bis 33.000 € |
| Altbauerneuerung im bewohnten Zustand | 100 bis 180 € | 15.000 bis 27.000 € |
Die Spanne entsteht durch die Anzahl der Anschlusspunkte. Wer pro Raum mehr Steckdosen, Deckenauslässe und Netzwerkdosen plant, zahlt mehr, gewinnt aber Komfort, der sich nachträglich nur teuer ergänzen lässt. Eine ausführliche Rechnung für den Tausch der bestehenden Anlage finden Sie im Beitrag Elektrik erneuern: Kosten.
Wie viel kostet ein einzelner Anschlusspunkt?
Elektriker kalkulieren nicht nur nach Fläche, sondern auch nach Anschlusspunkten, im Handwerk auch Schalterstellen genannt. Ein solcher Punkt umfasst die Dose, das Verlegen der Leitung bis zur Unterverteilung und den Anschluss. Pro Punkt sind 80 bis 150 € üblich, im Altbau mit Schlitzklopfen und Verputzen eher 120 bis 200 €.
| Komponente | Kosten pro Stück (Material + Montage) |
|---|---|
| Steckdose (Unterputz, gesetzt und verdrahtet) | 80 bis 150 € |
| Lichtschalter / Wechselschaltung | 90 bis 180 € |
| Deckenauslass für Leuchte | 70 bis 130 € |
| Netzwerkdose (LAN) | 90 bis 160 € |
| Starkstromanschluss (Herd, 400 V) | 150 bis 350 € |
| Dimmer oder Bewegungsmelder | 110 bis 220 € |
Einzelne Punkte lassen sich getrennt beauftragen. Wie eine zusätzliche Dose im Bestand kalkuliert wird, zeigt der Beitrag Steckdose verlegen. Was das Verlegen der Leitungen selbst kostet, steht unter Kabel verlegen. Wie sich eine Leuchte von zwei Stellen schalten lässt, zeigt Wechselschaltung, das Setzen von Deckenspots der Beitrag LED-Spots einbauen und das Nachrüsten eines Bewegungsmelders.
Wie viel vom Preis ist Arbeitslohn?
Bei der Elektroinstallation entfallen 50 bis 65 % der Kosten auf den Arbeitslohn, der Rest auf Material wie Kabel, Dosen und Verteiler. Der Stundensatz eines Elektrofachbetriebs liegt 2026 bei 55 bis 85 € netto, in Ballungsräumen auch darüber. Geselle und Meisterbetrieb werden meist mit demselben Satz abgerechnet, weil der Betrieb mischkalkuliert.
| Posten | Anteil / Kosten |
|---|---|
| Arbeitslohn an der Gesamtsumme | 50 bis 65 % |
| Stundensatz Elektrofachbetrieb (netto) | 55 bis 85 € |
| Anfahrtspauschale je Einsatz | 30 bis 70 € |
| Materialaufschlag auf Listenpreise | 10 bis 20 % |
Weil Kupfer und Bauteile im Preis schwanken, sichern viele Betriebe ihr Angebot nur 4 bis 6 Wochen zu. Der Löwenanteil der Rechnung bleibt aber die Arbeitszeit: Jeder Meter Schlitz, jede Dose und jeder Anschluss kostet Minuten, die sich im Altbau summieren. Genau deshalb senkt großzügige Planung im Rohbau die spätere Rechnung am wirksamsten. Wer einen Fachbetrieb braucht, ohne lange zu warten, findet die Konditionen im Beitrag Elektronotdienst beauftragen.
Was kostet die Elektroinstallation im Neubau?
Im Neubau arbeitet der Elektriker in zwei Phasen: Im Rohbau verlegt er Leerrohre und Leitungen in die offenen Wände (Erstinstallation), nach dem Verputzen folgt die Endmontage mit Dosen, Schaltern und der Verteilung. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m² Standardausstattung kalkulieren Sie so:
| Position | Kosten |
|---|---|
| Roh- und Endinstallation (Leitungen, Dosen, Schalter) | 11.000 bis 16.000 € |
| Zählerschrank und Unterverteilung | 1.200 bis 2.500 € |
| Hausanschluss Strom (Netzbetreiber) | 2.000 bis 3.000 € |
| Außenbereich (Klingel, Außensteckdosen, Beleuchtung) | 800 bis 1.800 € |
| Gesamt | 15.000 bis 23.300 € |
Der Hausanschluss wird über den örtlichen Netzbetreiber beauftragt und ist anmeldepflichtig. Die Bedingungen regelt die Niederspannungsanschlussverordnung in § 19 NAV. Den Anschluss selbst dürfen nur eingetragene Elektrofachbetriebe ausführen, der Aufwand fließt fest in die Kalkulation ein.
Warum ist die Erneuerung im Altbau teurer?
Im bewohnten Altbau steigt der Preis um 20 bis 40 %, obwohl die Technik dieselbe ist. Der Grund liegt in der Baustellenlogistik: Wände müssen aufgestemmt, Leitungen um Möbel herum verlegt und Räume nach Feierabend wieder nutzbar gemacht werden. Dazu kommt oft Unvorhergesehenes, etwa fehlende Schutzleiter oder eine zu kleine Hauptleitung.
- Stemmarbeiten: Schlitze in Massivwänden kosten Zeit und erzeugen Staub, der abgedeckt und entsorgt werden muss.
- Provisorien: Während der Arbeiten bleibt die Wohnung in Betrieb, was abschnittsweises Vorgehen erzwingt.
- Nacharbeiten: Verputzen, Spachteln und Streichen der Schlitze gehören meist nicht zum Elektrikerpreis und kommen extra dazu.
- Sicherheitsmängel: Alte Anlagen ohne Fehlerstromschutzschalter oder mit Stoffleitungen müssen komplett ersetzt werden.
Wann eine Teilsanierung reicht und wann die Komplettsanierung Pflicht wird, entscheidet der Zustand der Anlage. Die Details stehen im Beitrag Elektrik erneuern, speziell für ältere Gebäude im Beitrag Elektrik im Altbau erneuern.
Welche Zusatzkosten kommen oft dazu?
Über die reine Verkabelung hinaus entstehen Posten, die viele bei der ersten Kalkulation übersehen. Sie summieren sich schnell auf mehrere Tausend €.
| Zusatzposten | Kosten |
|---|---|
| Zählerschrank erneuern (Altbau) | 800 bis 1.800 € |
| Wallbox für das Elektroauto | 1.200 bis 2.500 € |
| Smart-Home-Grundausstattung | 2.000 bis 8.000 € |
| Netzwerkverkabelung (Cat 7) je Etage | 800 bis 1.500 € |
| Überspannungsschutz im Zählerschrank | 200 bis 600 € |
Die Ladeinfrastruktur fürs Elektroauto rechnet der Beitrag Wallbox installieren: Kosten im Detail vor. Wer gleich vernetzt plant, findet die Kostenrahmen unter Smart Home im Überblick. Ein typischer Einzelposten ist außerdem der Elektroherdanschluss mit eigenem Starkstromkreis. Den Tausch des Verteilers schlüsselt Sicherungskasten erneuern auf, die vorgeschriebene Prüfung der Anlage der Beitrag E-Check. Auch eine moderne Türsprechanlage lässt sich nachrüsten.
Welche Faktoren entscheiden über den Endpreis?
Zwei gleich große Häuser können sich im Elektrikpreis um mehrere Tausend € unterscheiden. Bevor Sie Angebote vergleichen, lohnt der Blick auf die Stellschrauben, die den Ausschlag geben.
- Ausstattungsklasse: Die Zahl der Steckdosen, Lichtauslässe und Netzwerkdosen pro Raum bestimmt den Preis stärker als die reine Wohnfläche.
- Wandaufbau: In Massivwänden muss jeder Leitungsweg gestemmt werden, in Trockenbau- oder Ständerwänden lässt sich schneller verlegen.
- Grundriss: Kurze, gerade Leitungswege sind günstiger als verwinkelte Altbaugrundrisse mit vielen Ecken und Versprüngen.
- Region: Die Stundensätze schwanken deutlich, in Großstädten liegen sie spürbar über dem Niveau ländlicher Betriebe.
- Smart-Home-Tiefe: Eine reine Leerrohrvorbereitung kostet wenig, ein voll verkabeltes KNX-System treibt den Preis am stärksten.
- Zustand der Bausubstanz: Fehlende Schutzleiter, Asbestplatten oder eine zu schwache Hauptleitung im Altbau verursachen Mehrkosten, die erst beim Öffnen der Wand sichtbar werden.
Ein seriöses Angebot benennt diese Punkte und kalkuliert nicht pauschal. Bestehen Sie auf einer Aufstellung nach Räumen und Anschlusspunkten, dann lassen sich zwei Angebote überhaupt erst vergleichen.
Wo lohnt sich Eigenleistung und wo nicht?
Arbeiten an der festen Hausinstallation sind in Deutschland eingetragenen Elektrofachbetrieben vorbehalten. Wer selbst an Leitungen, Verteilung oder Zähler arbeitet, riskiert den Versicherungsschutz und im Schadensfall die Haftung. Echte Ersparnis ist trotzdem möglich:
- Eigenleistung bei Nebenarbeiten: Schlitze verputzen, Wände streichen und Aufräumen können Sie selbst übernehmen, das senkt die Handwerkerstunden spürbar.
- Großzügig planen, später nichts nachrüsten: Jede Dose, die im Rohbau mitverlegt wird, kostet einen Bruchteil der späteren Einzelmontage.
- Leerrohre statt Direktverlegung: Wer Leerrohre einziehen lässt, kann Netzwerk oder Smart-Home-Kabel später ohne Stemmen ergänzen.
- Mehrere Angebote vergleichen: Zwischen Fachbetrieben liegen bei gleicher Leistung oft 20 bis 30 % Preisunterschied.
- Steuerbonus nutzen: 20 % der Lohnkosten sind als Handwerkerleistung über die Steuererklärung absetzbar, wenn Sie per Überweisung zahlen.
Den passenden Elektrofachbetrieb finden Sie über Marktplätze wie Blauarbeit mit mehreren Vergleichsangeboten. Was ein Meisterbetrieb gegenüber dem Gesellenbetrieb kostet, ordnet der Beitrag Elektromeister: Kosten ein.
Kleinere Aufgaben und typische Störungen lassen sich oft selbst eingrenzen oder einzeln beauftragen. Warum die Sicherung immer wieder herausspringt und was zu tun ist, wenn eine Steckdose nicht funktioniert, klären die jeweiligen Beiträge. Wie sich elektrische Rollläden nachrüsten lassen und welche Pflichten bei Rauchmeldern und CO-Meldern gelten, steht ebenfalls in den Detailbeiträgen.
Häufige Fragen zur Elektroinstallation und ihren Kosten
Wie viel kostet die Elektroinstallation für ein Einfamilienhaus?
Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² liegen die Gesamtkosten bei 15.000 bis 23.000 € in Standardausstattung, inklusive Zählerschrank und Hausanschluss. Mit Smart Home und gehobener Ausstattung sind 30.000 € und mehr möglich. Das entspricht etwa 3 bis 5 % der Baukosten.
Was kostet eine Elektroinstallation pro m²?
Im Neubau rechnen Sie mit 80 bis 150 € pro m² für eine Standardausstattung. Eine Mindestausstattung beginnt bei 80 €, Komfort mit Smart Home erreicht 200 € pro m² und mehr. Im bewohnten Altbau steigt der Quadratmeterpreis wegen der Stemmarbeiten auf 100 bis 180 €.
Darf ich die Elektroinstallation selbst machen?
Nein, Arbeiten an der festen Installation sind eingetragenen Elektrofachbetrieben vorbehalten, die in das Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen sind. Lampen anschließen oder Stecker tauschen dürfen Sie selbst. Wie das fachgerecht läuft, zeigt der Beitrag Lampen anbringen lassen.
Wie lange dauert eine komplette Elektroinstallation?
Im Neubau braucht ein Einfamilienhaus für Roh- und Endinstallation zusammen etwa 10 bis 15 Arbeitstage, verteilt auf zwei Bauphasen. Im bewohnten Altbau dauert die Komplettsanierung wegen der Provisorien und Stemmarbeiten oft 3 bis 6 Wochen.
Welche Norm gilt für die Elektroinstallation?
Maßgeblich ist die Normenreihe DIN VDE 0100 für das Errichten von Niederspannungsanlagen, ergänzt durch die DIN 18015 für die Ausstattung von Wohngebäuden. Der Fachbetrieb arbeitet nach diesen Vorgaben des VDE und dokumentiert die Anlage im Prüfprotokoll.
Lohnt sich eine Smart-Home-Vorbereitung gleich beim Neubau?
Ja, denn die Leerrohre und zusätzlichen Leitungen kosten im Rohbau wenige hundert €, während die spätere Nachrüstung mit Stemmen ein Vielfaches verschlingt. Auch wer noch kein System festgelegt hat, sichert sich mit Leerrohren und einem größeren Zählerschrank alle Optionen. Was die spätere Nachrüstung im Bestand kostet, zeigt der Beitrag Smart Home nachrüsten.
Fazit: Wo Ihr Geld bei der Elektrik hingeht
Die Elektroinstallation kostet im Neubau 80 bis 150 € pro m², im Altbau wegen der Stemmarbeiten 100 bis 180 €. Den Preis bestimmen Sie selbst über die Anzahl der Anschlusspunkte und die Ausstattungsklasse. Wer großzügig plant, Leerrohre einzieht und Nebenarbeiten selbst übernimmt, holt am meisten heraus. Für die einzelnen Gewerke führen die verlinkten Detailbeiträge die Preise genauer aus, vom Berufsbild des Elektronikers bis zur fertigen Anlage.




