Eine Kiesterrasse anzulegen ist der günstigste Weg zur Terrasse: 15 bis 35 € pro m² in Eigenleistung, mit belastbarer Tragschicht bis 55 €, und 50 bis 100 € pro m² durch einen Betrieb. Innerhalb von zwei Tagen ist die einfache Variante angelegt. Sie braucht keinen frostsicheren Unterbau. Regenwasser versickert von selbst.
Aber: Möbel stehen nicht eben und sicher, und ohne feste Abgrenzung verteilt sich der Kies im Garten.
Wie ist eine Kiesterrasse aufgebaut?
| Schicht | Material | Dicke |
|---|---|---|
| Planum | gewachsener Boden, verdichtet | – |
| Trennlage | wasserdurchlässiges Unkrautvlies, 100 g/m² | – |
| Tragschicht bei häufiger Nutzung | Schotter 0/32, verdichtet | 10 bis 15 cm |
| Deckschicht | Zierkies oder Splitt | 6 bis 8 cm |
Die Tragschicht ist der Punkt, an dem sich die Ausführungen unterscheiden. Für eine reine Zierfläche oder einen Sitzplatz, der gelegentlich genutzt wird, genügen Vlies und Kies direkt auf dem verdichteten Boden. Wird die Fläche regelmäßig begangen, gehört eine verdichtete Schotterschicht darunter, sonst entstehen an den Laufwegen Mulden. Für Möbel reicht auch diese Tragschicht nicht, dafür braucht es Platten oder Waben.
Die einfache Variante kommt mit 6 bis 8 cm aus, einem Bruchteil der 21 bis 34 cm einer Plattenterrasse. Das entscheidet dort, wo die Höhe zur Türschwelle knapp ist oder wo Baumwurzeln ein tiefes Ausheben erschweren. Mit einer Tragschicht liegt die Kiesterrasse bei 16 bis 23 cm und damit im Bereich eines Plattenaufbaus.
Welcher Kies passt?
| Material | Körnung | Begehbarkeit |
|---|---|---|
| Rundkies | 8/16 mm | rollt unter dem Fuß, unsicherer Tritt |
| Rundkies | 16/32 mm | liegt ruhiger, knirscht deutlich |
| Edelsplitt gebrochen | 8/16 mm | verkantet sich, am besten begehbar |
| Ziersplitt gebrochen | 16/32 mm | liegt fest, gibt unter Punktlast trotzdem nach |
Für eine Fläche, auf der man sich aufhält, ist gebrochener Splitt die bessere Wahl als Rundkies. Die kantigen Körner verzahnen sich untereinander und bilden eine trittfeste Decke, während runde Kiesel bei jedem Schritt nachgeben. Rundkies wirkt optisch weicher und passt besser in naturnahe Gärten, eignet sich aber vor allem für Zierflächen.
Körnungen unter 8 mm scheiden aus: Sie bleiben in Schuhprofilen hängen und werden ins Haus getragen. Über 32 mm wird das Laufen unbequem. Die Mengenrechnung ist einfach: 1 m³ Kies deckt bei 6 cm Schütthöhe rund 16 m² ab und wiegt je nach Material 1,5 bis 1,8 t. Für 20 m² sind das bei 6 cm gut 1,2 m³, bei 8 cm rund 1,6 m³, also etwa 2 bis 2,9 t.
Schritt für Schritt
- Fläche abstecken und ausheben. Bei der einfachen Variante 6 bis 8 cm, mit Tragschicht 16 bis 23 cm. Die Sohle bekommt 1 bis 2 % Gefälle vom Haus weg, damit sich bei bindigem Boden kein Wasser unter der Schüttung staut.
- Boden verdichten. Mit Rüttelplatte oder Handstampfer. Weiche Stellen mit Schotter auffüllen, nicht mit Mutterboden.
- Randeinfassung setzen. Rasenkantensteine, Metallbänder oder Palisaden. Für Betonkanten heben Sie einen eigenen Graben aus, rund 30 cm tief: Der Stein steht im Betonbett und schließt oben mit der Rasenkante ab, die Kiesfläche liegt 3 cm tiefer. Die Kante muss rund 3 cm über die spätere Kiesoberkante hinausragen, sonst wandert der Kies binnen einer Saison in den Rasen.
- Vlies auslegen. Bahnen 10 cm überlappen und am Rand hochziehen. Das Vlies hält Wurzelunkraut von unten zurück und verhindert, dass der Kies im Boden versinkt.
- Tragschicht einbauen. Nur bei der belastbaren Variante: Schotter einbringen, abziehen, verdichten.
- Kies einfüllen und verteilen. Mit dem Rechen gleichmäßig abziehen. Splitt lässt sich anschließend leicht abrütteln, dann liegt er fester.
Möbel auf Kies: so funktioniert es
Ein Tisch mit vier schmalen Beinen sinkt in loser Schüttung ein und steht schief. Drei Lösungen haben sich bewährt:
- Platteninseln. Große Platten dort bündig in die Kiesfläche einsetzen, wo Tisch und Stühle stehen. Darunter gehört ein verdichtetes Splittbett, sonst kippeln sie unter genau der Punktlast, gegen die sie helfen sollen.
- Kieswaben. Kunststoffgitter mit 3 bis 5 cm Bauhöhe, die auf die Tragschicht gelegt und mit Kies verfüllt werden. Über die Wabenoberkante kommen höchstens 1 bis 2 cm, sonst läuft man wieder auf loser Schüttung. Die Fläche bleibt optisch homogen und wird tragfähig. Das Material kostet 12 bis 25 € pro m².
- Verzahnter Splitt statt Rundkies. Gebrochene Körnung, abgerüttelt, gibt unter leichten Klappmöbeln weniger nach als Rundkies. Für einen dauerhaft stehenden Esstisch ersetzt das aber weder Platten noch Waben.
Für Sonnenschirmständer und schwere Pflanzkübel führt kein Weg an einer festen Auflage vorbei. Eine einzelne Betonplatte unter dem Ständer genügt und lässt sich später versetzen.
Übergänge zum Haus und zum Garten
Eine Kiesfläche hat keine feste Kante, deshalb entscheiden die Ränder über den Gesamteindruck. Zum Haus hin gilt dieselbe Regel wie bei jedem anderen Belag: Die Oberkante der Schüttung bleibt mindestens 15 cm unter der Oberkante der Sockelabdichtung. Bei Kies kommt hinzu, dass er sich am Sockel schlecht kehren lässt und beim Betreten an die Wand geschoben wird. Ein Streifen aus verlegten Platten von 40 bis 60 cm Breite entlang der Wand hält den Kies auf Abstand und die Fassade sauber.
Zum Rasen hin braucht es eine Kante, die über die Schüttung hinausragt. Die Kiesfläche liegt dabei rund 3 cm tiefer als die Rasenoberkante, so hält die Kante den Kies zurück. Rasenkantensteine aus Beton kosten 4 bis 10 € pro laufendem Meter, Metallbänder aus Corten- oder Edelstahl 15 bis 35 €. Metallkanten sind schmaler und wirken zurückhaltender, Betonkanten lassen sich mit dem Rasenmäher überfahren. Betonkanten kommen in ein Betonbett mit Rückenstütze, sonst kippen sie mit der Zeit nach außen. Metallbänder werden stattdessen mit Erdankern gehalten, die im Abstand von etwa einem Meter eingeschlagen werden.
Zu Beeten hin kann die Grenze fließend bleiben, das ist gerade in naturnahen Gärten gewollt. Rechnen Sie dann aber damit, dass sich Erde in den Kies mischt und die Fläche dort schneller vergrünt.
Was hilft gegen Unkraut?
Ein verbreitetes Missverständnis: Aus dem Boden kommt allenfalls Wurzelunkraut wie Giersch oder Quecke durch ein dünnes Vlies. Das eigentliche Problem kommt von oben: Samen wehen an, setzen sich zwischen den Steinen fest und keimen im Humus, der sich dort mit den Jahren ansammelt. Deshalb vergrünt die Fläche auch über der besten Vlieslage nach einigen Jahren.
Was wirklich hilft, ist regelmäßige Pflege: Laub im Herbst abkehren, damit sich kein Humus bildet, und die Fläche gelegentlich mit dem Rechen durchziehen. Bei stärkerem Bewuchs entfernt ein Abflammgerät die Keimlinge, ohne die Steine anzugreifen. Essig und Salz sind auf befestigten Flächen als Unkrautmittel nicht zulässig und greifen zudem den Fugenmörtel angrenzender Beläge an.
Alle drei bis fünf Jahre lohnt es sich, die oberste Kiesschicht abzuziehen, zu sieben oder zu erneuern. Das entfernt den angesammelten Feinanteil und bringt die Fläche optisch zurück in den Ausgangszustand.
Häufige Fragen
Ist eine Kiesterrasse barrierefrei nutzbar?
Lose Schüttung ist mit Rollator oder Rollstuhl nicht befahrbar, auch nicht in gebrochener Körnung. Wo Barrierefreiheit eine Rolle spielt, sind Kieswaben die Mindestlösung, besser sind durchgehende Platten in den Laufwegen. Die Alternativen im Überblick stehen unter Terrassenbelag im Vergleich.
Was kostet eine Kiesterrasse mit 20 m²?
In Eigenleistung 300 bis 700 € für Kies, Vlies und Randeinfassung. Mit Tragschicht und Ausführung durch einen Betrieb 1.000 bis 2.000 €. Bei dieser Variante entfallen 25 bis 55 € pro m² auf das Material, der Rest ist Lohn für Aushub, Abtransport und Einbau. Zum Vergleich: Eine Plattenterrasse kostet laut Kostenaufstellung 124 bis 240 € pro m².
Friert eine Kiesterrasse auf?
Nein, das ist ihr größter bautechnischer Vorteil. Lose Steine können sich frei bewegen, Frosthebungen richten keinen sichtbaren Schaden an. Deshalb ist der aufwendige frostsichere Unterbau entbehrlich, den eine Plattenterrasse zwingend braucht.
Kann man später auf Platten umsteigen?
Ja, und der Kies lässt sich an anderer Stelle im Garten weiterverwenden, etwa als Beetabdeckung oder Traufstreifen. Allerdings reicht der vorhandene Aufbau nicht: Für Platten brauchen Sie 15 bis 25 cm Frostschutzschicht, also weiteren Aushub. Wer den Umstieg für möglich hält, legt die Tragschicht gleich so stark an, wie die Frostschutzschicht später sein muss: 15 cm auf sandigem, gut versickerndem Boden, 20 bis 25 cm auf Lehm. Dann fehlt beim Umstieg nur noch die Bettung. Der Mehraufwand beträgt in Eigenleistung 10 bis 20 € pro m² und zahlt sich schon vorher aus, weil die verdichtete Schotterschicht die Last verteilt und an den Laufwegen keine Mulden entstehen.
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