Terrassenplatten zu reinigen beginnt mit der Diagnose. Ist im Frühjahr grüner Belag auf der Terrasse, liegen daneben oft graue Schleier oder dunkle Flecken. Was nach demselben Problem aussieht, hat unterschiedliche Ursachen und braucht unterschiedliche Mittel. Wer pauschal zum Hochdruckreiniger greift, entfernt zwar den Schmutz, raut aber die Oberfläche auf, und die Fläche vergrünt danach schneller als vorher. Die Reihenfolge ist immer: erst erkennen, was es ist, dann behandeln.
Was ist das auf meiner Terrasse?
| Erscheinung | Ursache | Mittel |
|---|---|---|
| grüner, schmieriger Film | Algen | Bürste und Wasser, bei Bedarf Grünbelagentferner |
| polsterartige grüne Flecken | Moos | mechanisch abschaben, Fugen ausräumen |
| graue oder gelbe Krusten | Flechten | Flechtenentferner, mehrfach anwenden |
| weißer Schleier auf Beton | Kalkausblühung | Zementschleierentferner, säurehaltig, nach Dosiervorschrift |
| rotbraune Punkte | Rost aus Metallteilen | Rostentferner ohne Salzsäure |
| dunkle, fettige Ränder | Grillfett, Öl | Fettlöser oder Ölfleckentferner mit Absorber |
Die Unterscheidung zwischen Algen und Kalkausblühung ist die wichtigste, weil die Mittel gegensätzlich wirken. Algen brauchen mechanische Entfernung oder ein alkalisches Mittel, Kalkausblühungen lösen sich nur mit Säure. Wer beides verwechselt, arbeitet ohne Ergebnis und riskiert bei Naturstein einen dauerhaften Schaden.
Kalkausblühungen treten vor allem bei frisch verlegten Betonplatten in den ersten zwei Jahren auf. Sie sind kein Mangel, sondern die Folge eines natürlichen Vorgangs: Kalk wandert mit der Feuchtigkeit an die Oberfläche und bleibt dort zurück. Häufig verschwinden sie nach ein bis zwei Wintern von selbst, weil Regen sie allmählich abträgt.
Hochdruckreiniger
| Belag | Hochdruck | Hinweis |
|---|---|---|
| Betonplatten, unbeschichtet | mit Einschränkung | max. 100 bar, nur mit Flächenaufsatz |
| Feinsteinzeug, Keramik | ja | unempfindlich, Fugen schonen |
| Granit, Basalt | ja | hart genug, polierte Flächen ausgenommen |
| Sandstein, Travertin | nein | weiche Struktur wird ausgewaschen |
| WPC | nein | Oberfläche raut auf, Garantie erlischt oft |
| Holzdielen | nein | Fasern stellen sich auf, Splittergefahr |
Wo Hochdruck zulässig ist, gehört ein passender Flächenaufsatz auf das Gerät. Der rotierende Punktstrahl einer Dreckfräse gräbt bei zu geringem Abstand sichtbare Riefen in die Oberfläche, die sich nicht mehr entfernen lassen. Führen Sie das Gerät gleichmäßig und in Bahnen, nie punktuell.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Der Wasserstrahl spült das Fugenmaterial aus. Bei Splittfugen müssen Sie danach neu einkehren. Bei Drainagemörtel löst der Strahl das Bindemittel an, und die Fuge ist abschnittsweise neu zu verfüllen. Führen Sie den Strahl flach über die Fugen hinweg statt senkrecht hinein, und arbeiten Sie in Bahnen und halten Sie den Strahl flach, wo er eine Fuge kreuzt.
Hausmittel: was hilft und was schadet
Um Hausmittel ranken sich viele Empfehlungen, von denen mehrere ausgesprochen schlechte Ideen sind.
- Soda in warmem Wasser, rund 100 g auf 10 l, löst Algen auf Beton zuverlässig und ist die günstigste brauchbare Lösung. Gegen Fugenunkraut ist Soda dagegen nicht zugelassen. Auf Naturstein setzen Sie es zurückhaltend ein und spülen gut nach.
- Schmierseife eignet sich für Holz und WPC, greift beide nicht an und lässt sich rückstandsfrei abspülen.
- Essigessenz und Essigreiniger gehören nicht auf die Terrasse. Auf kalkhaltigem Naturstein wie Travertin und Marmor ätzen sie die Oberfläche matt, auf Beton greifen sie den Zementstein an. Verdünnter Haushaltsessig ist als Unkrautmittel eng begrenzt zulässig, siehe unten, schadet dem Belag aber auch.
- Chlorreiniger bleichen den Belag ungleichmäßig und laufen mit dem nächsten Regen in die Kanalisation. Der Effekt hält nur wenige Wochen, weil die Algen nachwachsen.
- Salz gegen Unkraut wird vom nächsten Regen in die Kanalisation gespült und schädigt Gewässerorganismen. Auf befestigten Flächen ist es verboten.
Bei Essig und Salz ist das Verbot keine Formalie. Für zugelassene Unkrautmittel steht es in § 12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz: Auf befestigten Freilandflächen dürfen sie nicht angewendet werden, und dazu zählen Terrassen, Einfahrten und Gehwege. Essig und Kochsalz sind rechtlich keine Pflanzenschutzmittel, sondern von der EU genehmigte Grundstoffe, also Alltagsstoffe, die für einzeln benannte Zwecke freigegeben sind. Wer sie außerhalb dieser Liste einsetzt, verstößt gegen die gute fachliche Praxis nach § 3 Pflanzenschutzgesetz. Der Grund ist in beiden Fällen derselbe: Was auf einer befestigten Fläche liegen bleibt, wird beim nächsten Regen abgeschwemmt und landet im Gully.
Für die beiden Stoffe gilt Unterschiedliches. Essig hat die EU 2019 auch zur Unkrautbekämpfung genehmigt, ausdrücklich auf Wegen, Bordsteinen und Terrassen, aber eng begrenzt: nur Essig in Lebensmittelqualität, auf höchstens 6 % Essigsäure verdünnt, nur gezielt auf die einzelne Pflanze, höchstens zweimal im Jahr im Abstand von 7 bis 21 Tagen, nur bei über 20 °C und frühestens ein bis zwei Tage nach Regen. Wer unter diesen Bedingungen einzelne Halme in der Fuge betupft, bleibt im Rahmen. Die Gießkanne über die ganze Fläche nicht, und Essigessenz oder Essigreiniger sind auch für die einzelne Pflanze ausgeschlossen. Kochsalz hat seit 2021 ebenfalls eine Genehmigung als Unkrautmittel, sie gilt aber allein für den Kreuzstrauch in Salzwiesen und Salzsümpfen. Für Fugen auf der Terrasse deckt sie nichts ab.
Zuständig ist der Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslands, je nach Land die Landwirtschaftskammer oder ein Landesamt. Er kann die Anwendung untersagen und ein Bußgeldverfahren einleiten; der gesetzliche Rahmen reicht nach § 68 Pflanzenschutzgesetz bis 50.000 €. Für die Terrasse bleibt der praktische Einwand ohnehin der wichtigere: Essig greift Fugenmörtel und kalkhaltigen Naturstein an.
So gehen Sie vor
- Grob reinigen. Laub und lose Verschmutzung abkehren, Fugen von Moos befreien. Ein Fugenkratzer ist dafür das richtige Werkzeug.
- Anfeuchten. Die Fläche vorwässern. Dann zieht das Reinigungsmittel nicht sofort ein und wirkt gleichmäßig.
- Mittel auftragen und einwirken lassen. Nach Herstellerangabe, meist 10 bis 30 Minuten. Nicht antrocknen lassen, bei Sonne abschnittsweise arbeiten.
- Bürsten. Mit einem Schrubber mit harten Kunststoffborsten, bei Holz mit mittelharter Bürste in Faserrichtung, bei WPC längs zur Diele. Metallbürsten hinterlassen Rostpunkte.
- Gründlich abspülen. Reste des Mittels müssen vollständig heruntergespült werden, sonst bleiben Ränder zurück und die Fläche zieht neuen Schmutz an.
- Fugen kontrollieren. Ausgespültes Material nachfüllen und einkehren, bei Sandfugen anschließend einschlämmen.
Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr bei bedecktem Himmel und Temperaturen über 10 °C. In der prallen Sonne trocknen Mittel zu schnell an, bei Kälte wirken sie kaum.
Was verlangsamt das Vergrünen?
Algen brauchen vor allem Feuchtigkeit. Schatten begünstigt sie, weil die Fläche dort nach Regen langsamer abtrocknet. Wo beides dauerhaft vorhanden ist, hilft keine Reinigung länger als eine Saison. Wirksam ist es stattdessen, an den Ursachen anzusetzen:
- Überhängende Äste zurückschneiden, damit die Fläche schneller abtrocknet
- Gefälle prüfen, stehendes Wasser hält die Fläche feucht
- Laub im Herbst nicht liegen lassen, weil sich darunter Humus bildet, in dem Algen und Moos Halt finden
Eine Imprägnierung verhindert das Vergrünen nicht, sie erleichtert die Reinigung. Sinnvoll ist sie bei saugenden Belägen wie Beton, Sandstein und Travertin. Sie hält den Bewuchs nicht auf, aber Schmutz zieht nicht mehr in die Poren. Material kostet 5 bis 12 € pro m², die Verarbeitung ist unkompliziert. Voraussetzung ist eine vollständig trockene und schmutzfreie Fläche, sonst schließen Sie die Verschmutzung ein.
Häufige Fragen
Was kostet die Reinigung durch einen Betrieb?
2,50 bis 8 € pro m² für eine Grundreinigung, bei starkem Befall oder empfindlichen Belägen mehr. Die Preise nach Verfahren stehen unter Terrassenreinigung Kosten.
Wie oft sollte man reinigen?
Einmal jährlich im Frühjahr reicht bei sonnigen Lagen aus. An schattigen Nordseiten oder unter Bäumen sind zwei Durchgänge sinnvoll, im Frühjahr und im Spätherbst nach dem Laubfall, solange es noch über 10 °C hat. Regelmäßiges Abkehren macht die aufwendige Reinigung in weiten Teilen überflüssig. Bei Holzdielen schließt sich nach dem Trocknen das Entgrauen und Ölen an, der Ablauf steht unter Holzterrasse ölen. Welcher Belag am wenigsten Pflege braucht, zeigt der Belagsvergleich.
Gehen alte Ölflecken noch weg?
Bei saugenden Belägen wie Beton und Sandstein selten vollständig. Ölfleckentferner mit Absorberwirkung ziehen einen Teil heraus, wenn man sie mehrfach anwendet. Bei Feinsteinzeug und dichtem Granit lassen sich auch ältere Flecken meist vollständig lösen, weil das Öl nicht eingedrungen ist.





