Verpasse nicht diese Infos!

Hier kannst du dich für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden:

Eine Türzarge wird mit einem Brecheisen entfernt

Ausbau einer Türzarge

Lesedauer 8 Minuten

Sie möchten eine Türzarge entfernen, sind sich aber nicht sicher, wie Sie das genau anstellen sollen? Wir haben wichtige Informationen hier aufgelistet.

Eine Zarge aus Holz bekommen Sie mit Cuttermesser, Säge und Brecheisen selbst aus der Wand. Eine eingemörtelte Stahlzarge sitzt dagegen fest im Mörtel und kommt nur mit Stemmarbeit an der Laibung heraus. Dies ist wohl besser eine Arbeit für eine Fachfirma. Bevor Sie eine Türzarge ausbauen, sollten sie das Material und den Untergrund kennen. Nach dem Ausbau säubern Sie die Laibung und bessern Ausbrüche aus, bevor Sie die Öffnung für die neue Zarge messen.

Welche Zarge sitzt in Ihrer Türöffnung?

Wie eine Zarge herauskommt, hängt davon ab, was sie in der Wand hält: Schaum, Schrauben, Nägel oder Mörtel. Die Bauart erkennen Sie meist mit einem Blick auf beide Wandseiten und mit einem Magneten.

ZargeSo erkennen Sie sieWas sie hältSo kommt sie heraus
HolzumfassungszargeBrett in der Laibung, Bekleidung auf beiden WandseitenMontageschaum, manchmal Schrauben unter der DichtungSchaum durchtrennen, Zarge in Teilen heraushebeln
Blockzarge aus Grund- und AufsteckzargeBekleidung auf der Wand, Bauart aus den Unterlagen zur TürGrundzarge verschraubt und geschäumt, Aufsteckzarge aufgeleimtAufsteckzarge abnehmen, Grundzarge abschrauben, Schaum durchtrennen, heraushebeln
AltbaufutterEinzelne Bretter, Nagelköpfe im HolzNägelBekleidung und Futter abhebeln
Stahlzarge in gemauerter WandMagnet haftet, Wand aus SteinMörtel oder 2K-Montageschaum, Fuß im EstrichHinterfüllung ausstemmen, meist durch einen Fachbetrieb
Zweischalige StahlzargeMagnet haftet, Zarge aus zwei TeilenSchrauben in der Nut zwischen den TeilenSchrauben lösen, Teile abnehmen
Stahlzarge in der StänderwandMagnet haftet, Wand klingt hohlBlechschrauben am Metallprofil der Wand, unter der BeplankungBeplankung neben der Zarge öffnen, Schrauben lösen, Wand wieder schließen

Befestigung nach den Einbauanleitungen von Zargenherstellern, das Altbaufutter nach einem Lehrbuch des Hochbaus von 1908. Blockzargen anderer Bauart können anders befestigt sein.

Den Aufwand bestimmt vor allem die Befestigung. Schaum und Schrauben lösen Sie mit Säge und Akkuschrauber, für Mörtel brauchen Sie Bohrhammer und Meißel.

Was Sie vor dem Ausbau klären und bereitlegen sollten

Ist die Zarge nur an den Bändern oder am Schließblech beschädigt, prüfen Sie zuerst, ob Sie die Zarge reparieren oder verkleiden können. Was sich an einer alten Tür ohne Tausch verbessern lässt, steht im Beitrag zum Renovieren alter Türen.

In einer Mietwohnung sprechen Sie vor dem Ausbau mit dem Vermieter.

Brandschutztüren (T30) und Rauchschutztüren (RS) bauen Sie nicht selbst aus. Für den Einbau einer Brandschutztür in eine Stahleckzarge schreibt die Montageanleitung eines Herstellers vor, die Anker der Zarge an Wand und Laibung zu verdübeln. Danach wird die Zarge voll mit Mörtel ausgegossen, auch oben im Querteil. Ob die neue Tür wieder vor Feuer oder Rauch schützt, hängt also auch am Einbau. Den Tausch übernimmt ein Fachbetrieb.

Suchen Sie die Wand neben der Zarge mit einem Ortungsgerät nach Leitungen ab, bevor Sie sägen oder stemmen. Das gilt vor allem, wenn neben der Tür ein Lichtschalter sitzt.

Beim Stemmen und Schneiden entsteht viel Staub. Die BG BAU, die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, nennt für solche Arbeiten mindestens eine Halbmaske mit P2-Filter und Geräte mit Absaugung. Für Heimwerker ist das keine Vorschrift, es schützt sie aber genauso. Kleben Sie Durchgänge zu Nachbarräumen mit Folie ab. Nehmen Sie den Staub mit einem Bausauger für Feinstaub auf und kehren Sie ihn nicht trocken zusammen.

Für jede Zarge brauchen Sie:

  • ein Cuttermesser und einen breiten Spachtel für Fugen und Schaumreste
  • eine Säbelsäge mit langem Holzblatt oder einen Fuchsschwanz; das Blatt muss länger sein, als die Wand dick ist
  • ein Brecheisen oder einen Kuhfuß und einen Holzklotz als Unterlage
  • ein Ortungsgerät für Leitungen
  • Schutzbrille und Arbeitshandschuhe
  • eine Halbmaske mit P2-Filter und einen Bausauger für Feinstaub
  • Abdeckfolie und Malerkrepp für Boden und Durchgänge

Je nach Zarge kommt dazu:

  • für die Blockzarge ein Akkuschrauber mit passenden Bits
  • für das Altbaufutter eine Kneifzange und ein Metallsägeblatt für die Nägel
  • für die Stahlzarge ein Winkelschleifer mit Trennscheibe, bei eingemörtelten Zargen dazu ein Bohrhammer mit Meißel und ein Gehörschutz

So bauen Sie eine Holzumfassungszarge aus

Eine Holzumfassungszarge besteht aus dem Futter, also dem Brett in der Laibung, und den Bekleidungen auf beiden Wandseiten. Futter und Falzbekleidung sind in der Gehrung verleimt und bilden ein Teil. Die Zierbekleidung auf der anderen Seite steckt nur in einer Nut und ist höchstens an einigen Punkten geleimt, damit sie sich ohne Schaden herausziehen lässt.

Gehalten wird die Zarge vom Montageschaum zwischen Futter und Laibung, der über die ganze Wanddicke reicht. Laut Einbauanleitung sitzt er an mindestens drei Stellen je Seite, in Höhe der Bänder und des Schließblechs, und zusätzlich in den oberen Ecken. Bandtaschen und Schließblech sind voll eingeschäumt. Insgesamt klebt der Schaum auf mindestens 30 % der Rückseite der Seitenteile.

Manche Zargen sind zusätzlich verschraubt. Dübel und Schrauben sitzen dann im Falz unter der Dichtung. Der Falz ist die Stufe in der Zarge, an der das Türblatt anschlägt.

  1. Hängen Sie das Türblatt aus. Öffnen Sie die Tür ganz und heben Sie sie nach oben aus den Bändern.
  2. Schneiden Sie mit dem Cuttermesser alle Fugen auf, mit denen die Zarge an Wand und Boden anschließt. Auf Fliesen und anderen Böden, die feucht gewischt werden, hat die Zarge eine dauerelastische Fuge, an gefliesten Wänden auch zur Wand hin.
  3. Nehmen Sie die Zierbekleidung ab. Sie sitzt auf der Seite, auf der Sie die Bänder nicht sehen. Setzen Sie den Spachtel zwischen Bekleidung und Wand an und ziehen Sie die Bekleidung Stück für Stück aus der Nut.
  4. Ziehen Sie die Dichtung aus dem Falz und sehen Sie nach Schrauben. Drehen Sie vorhandene Schrauben heraus.
  5. Trennen Sie den Schaum durch. Auf der Seite der Zierbekleidung liegt der Spalt zwischen Futter und Laibung jetzt offen. Führen Sie das Sägeblatt an beiden Seiten und oben durch den Spalt. Besonders gründlich arbeiten Sie an den Bandtaschen und am Schließblech.
  6. Sägen Sie das obere Querteil der Zarge in der Mitte durch. Sitzt die Zarge danach noch fest, sägen Sie auch die Seitenteile auf halber Höhe durch. Als verleimter Rahmen ist die Zarge steif, in Teilen lässt sie sich leichter herausbiegen.
  7. Hebeln Sie die Teile heraus. Setzen Sie das Brecheisen an der Schnittstelle an und legen Sie den Holzklotz zwischen Eisen und Wand, damit die Kante der Laibung nicht ausbricht. Die Falzbekleidung kommt mit dem Futter heraus.
  8. Kratzen Sie die Schaumreste mit Spachtel oder Cuttermesser von der Laibung, bis das Mauerwerk frei ist.

Wie werden Blockzarge und Altbaufutter entfernt?

Die Einbauanleitung eines Herstellers beschreibt eine Blockzarge aus zwei Teilen, einer Grundzarge und einer Aufsteckzarge. Die Grundzarge ist auf Band- und Schlossseite in der Wand verschraubt, zum Beispiel mit Rahmendübeln 10 x 100 mm. Rundum ist sie mit 2K-Montageschaum hinterfüllt. Die Aufsteckzarge ist mit Weißleim aufgeleimt und verdeckt die Schrauben.

Andere Blockzargen können anders aufgebaut und befestigt sein. Klären Sie deshalb vor dem Ausbau, wie Ihre Zarge gebaut ist. Auskunft geben die Unterlagen zur Tür oder der Hersteller. Bleibt die Bauart unklar, fragen Sie einen Fachbetrieb.

Bei der Blockzarge aus Grund- und Aufsteckzarge hebeln Sie zuerst die Aufsteckzarge ab. Weil sie geleimt ist, müssen Sie damit rechnen, dass sie dabei bricht. Darunter liegen die Schrauben der Grundzarge. Drehen Sie sie heraus. Schrauben, die sich nicht lösen, trennen Sie im Spalt mit einem Metallsägeblatt durch. Danach durchtrennen Sie den Schaum wie bei der Holzumfassungszarge und hebeln die Grundzarge heraus. Bleiben Dübelhülsen in der Wand, ziehen Sie sie mit einer Zange heraus.

Ein Altbaufutter besteht aus einzelnen Brettern. Das Futter ist in der Laibung aufgenagelt, die Bekleidung sitzt auf beiden Wandseiten.

Soll das Holz wieder eingebaut werden, beschriften Sie jedes Brett, bevor Sie es abnehmen. Hebeln Sie zuerst die Bekleidungen ab, dann das Futter. Arbeiten Sie dabei in kleinen Schritten von Nagel zu Nagel und immer mit dem Holzklotz unter dem Brecheisen. Die Nägel ziehen Sie danach mit der Kneifzange von hinten durch das Brett, so bleibt die Ansichtsseite heil. Lässt sich ein Nagel nicht lösen, trennen Sie ihn im Spalt mit dem Metallsägeblatt durch.

Eine Türzarge wird mit Hilfe eines Hammers entfernt

Wann lässt sich eine Stahlzarge selbst ausbauen?

Eine Stahlzarge in einer gemauerten Wand ist mit Mörtel oder mit 2K-Montageschaum hinterfüllt. Mit der Zarge verbindet sich der Mörtel nicht, nur mit der Wand. Er hält die Zarge trotzdem fest, weil er ihr Profil ganz ausfüllt. Schaum klebt dagegen an Wand und Zarge zugleich. Zargen für Mauerwerk stehen außerdem mit dem Fuß unterhalb des fertigen Fußbodens im Estrich. Hersteller nennen das Bodeneinstand. Eine Stahleckzarge hat zusätzlich eingeschweißte Anker, die an Wand und Laibung verdübelt sind.

Möchten Sie eine solche Zarge aufstemmen, dann entfernen Sie die Hinterfüllung entlang der ganzen Zarge aus der Laibung und trennen die Anker mit dem Winkelschleifer. Am Fuß der Zarge öffnet er Belag und Estrich. Dabei brechen Putz und Kanten der Laibung aus. Diese Arbeiten übernimmt auch gerne ein Handwerksbetrieb.

Selbst ausbauen lässt sich die zweischalige Umfassungszarge aus Stahl. Sie ist für den nachträglichen Einbau in eine fertige Öffnung gedacht. Ihr Vorder- und ihr Hinterteil sind in einer Nut miteinander verschraubt. Sind diese Schrauben gelöst, lassen sich die beiden Teile von den Wandseiten abnehmen, sofern kein Schaum dahinter klebt.

Wurde eine Stahlzarge zusammen mit einer Ständerwand aus Gipskarton gebaut, ist sie mit Ankern und selbstbohrenden Blechschrauben am Metallprofil der Wand befestigt. Erst danach wird die Wand beplankt, und die Gipskartonplatten werden hinter die Zarge bis an die Laibung geschoben. Die Schrauben liegen deshalb unter der Beplankung. Hinterfüllt wird die Zarge in der Ständerwand nicht zwingend, und wenn, dann mit Mineralwolle.

Um an die Schrauben zu kommen, öffnen Sie die Beplankung neben der Zarge. Nach dem Ausbau schließen Sie die Beplankung wieder. Sind Sie im Trockenbau nicht geübt, überlassen Sie diesen Ausbau besser einem Fachbetrieb.

So bereiten Sie die Laibung für die neue Zarge vor

Ist die alte Zarge draußen, kommen zuerst die Reste weg: Schaum, Mörtel, Dübel und Nägel. Die Laibung soll danach eben und fest sein. Kleine Ausbrüche schließen Sie mit Spachtelmasse, größere Fehlstellen mit Putzmörtel. Wie das im Einzelnen geht, steht in der Anleitung zum Ausbessern von Putz. Saß eine Stahlzarge mit Bodeneinstand in der Öffnung, schließen Sie auch die Lücken in Estrich und Belag an den beiden Zargenfüßen.

Messen Sie die Öffnung erst nach dem Ausbessern. Welche Maße Sie für die Bestellung brauchen und wie Sie die neue Zarge setzen, steht in der Anleitung zum Einbau einer Türzarge. Wenn Sie die neue Tür einbauen lassen, klären Sie vorher mit dem Betrieb, ob er eine passgenaue Öffnung erwartet oder die Laibung selbst vorbereitet.

Wohin kommt die alte Zarge?

Für das Holz legt die Altholzverordnung fest, zu welcher Kategorie es gehört. Es kommt darauf an, ob es von einer Innen- oder einer Außentür stammt und ob es mit Holzschutzmittel behandelt ist.

Teilgehört zu
Zarge und Türblatt einer Innentür, auch lackiert oder verleimtAltholz A II
Türblatt und Rahmen einer AußentürAltholz A IV
Holz, das mit Holzschutzmittel behandelt istAltholz A IV
Stahlzarge mit Ankern und SchraubenMetall
Mörtel und Putz aus der Laibung, Estrich vom BodenBauschutt

Holz nach Anhang III und § 2 der Altholzverordnung. Die Zuordnung gilt im Regelfall für Holz ohne schädliche Verunreinigungen.

Trennen Sie die Teile schon beim Ausbau so, wie sie in der Tabelle stehen. Was der Wertstoffhof oder der Entsorger annimmt und was die Annahme kostet, ist von Ort zu Ort verschieden. Fragen Sie deshalb vor der Fahrt nach.

Häufige Fehler beim Ausbau einer Zarge

  • Der Schaum ist nicht ganz durchtrennt. Dann reißt die Zarge beim Hebeln Putz aus der Laibung, vor allem dort, wo der Schaum am dichtesten sitzt.
  • Die Dichtung bleibt im Falz. Ziehen Sie diese besser ab, denn sonst übersieht man die Schrauben darunter, und das Futter splittert beim Hebeln auf.
  • Die Zarge wird in einem Stück herausgehebelt. Der steife Rahmen drückt dann mit großer Kraft gegen die Laibung, und die Kanten brechen aus.
  • Eine eingemörtelte Stahlzarge wird wie eine Holzzarge behandelt. Das Brecheisen verbiegt das Profil, ohne dass es sich aus dem Mörtel löst.
  • Die neue Zarge ist bestellt, bevor die alte draußen ist. Wie groß die Öffnung wirklich ist, zeigt sich erst nach dem Ausbau.

Wann sollte ein Fachbetrieb die Zarge ausbauen?

Außer bei eingemörtelten Stahlzargen und bei Brand- und Rauchschutztüren holen Sie einen Fachbetrieb in zwei weiteren Fällen. In einer schiefen Altbauöffnung passt eine Zarge von der Stange oft nicht. Ein Tischler gleicht die Öffnung dann aus oder fertigt das Futter nach Maß. Kommt ohnehin eine neue Tür, kann der Betrieb, der sie einbaut, auch die alte Zarge ausbauen. Die Öffnung bereitet er dabei gleich passend vor.

Pauschalen für den Türeinbau sind unterschiedlich zugeschnitten. Manche schließen den Ausbau der alten Tür ein, ohne zu sagen, ob die Zarge dazugehört. Bei anderen ist die Demontage ausdrücklich nicht enthalten. Lassen Sie sich deshalb im Angebot getrennt ausweisen, was der Ausbau der alten Zarge, die Entsorgung und das Ausbessern der Laibung kosten. Fragen Sie auch, ob ein Aufmaß vor Ort berechnet und bei Auftrag verrechnet wird. Was ein Türtausch mit Demontage insgesamt kostet, steht im Beitrag zu den Kosten für den Einbau einer Tür.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

So entstehen unsere Ratgeber

Handwerker-Vermittlung

Kostenlose Angebote in 48 Stunden.

Anfrage stellen
2 Mio+Anfragen
150 k+Handwerker
48 hØ Reaktion
20Jahre Erfahrung
Nach oben scrollen