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Rundholzpalisaden dicht an dicht als geschwungene Beetkante zwischen Rasen und gemulchtem Beet

So setzen Sie Palisaden, die gerade stehen bleiben

Lesedauer 5 Minuten

Wenn der Rasen ins Beet wächst, die Wegekante bröckelt und am Hang die Erde nachrutscht, hilft eine feste Kante. In allen drei Fällen sind Palisaden die naheliegende Lösung: einzelne Stäbe aus Beton oder Holz, die nebeneinander in den Boden gesetzt werden. Für 10 m Beetkante brauchen Sie einen Tag und rund 200 bis 500 € an Material.

Beton oder Holz?

Vergleich von…BetonpalisadeHolzpalisade
Preis je Stück, 60 cm4 bis 12 €3 bis 9 €
Haltbarkeit30 Jahre und mehr10 bis 20 Jahre
Gewicht je Stück8 bis 25 kg2 bis 6 kg
Optiktechnisch, viele Farbennaturnah, vergraut
Erddruck aufnehmengutbegrenzt

Für Beetkanten und Wege ist Holz oft die natürlichere Wahl, für Geländestufen mit dauerhaftem Erddruck eignet sich Beton besser. Holzpalisaden aus Kiefer sind meist kesseldruckimprägniert (KDI). Durch die chemische Behandlung sind sie widerstandsfähiger gegen Pilze und Fäulnis und können auch im direkten Erdkontakt viele Jahre halten. Die enthaltenen Holzschutzmittel gelangen unter normalen Bedingungen zwar nur in sehr geringen Mengen in den Boden, dennoch ist KDI-Holz für Gemüsebeete, Kräuterbeete oder andere Bereiche mit direktem Kontakt zu Nutzpflanzen nicht die erste Wahl. Dort sind unbehandelte, dauerhaft haltbare Holzarten wie Robinie oder alternative Materialien die bessere Lösung. Robinie kommt ohne chemische Holzschutzmittel aus, kostet jedoch etwa das Zwei- bis Dreifache von kesseldruckimprägnierten Kiefernpalisaden.

Wie tief müssen sie in den Boden?

Mindestens ein Drittel der Gesamtlänge in die Erde, bei Erddruck die Hälfte. Eine 60 cm lange Palisade steht also 40 cm über dem Boden, wenn sie nur ein Beet fasst, und nur 30 cm, wenn sie Gelände abstützt.

Damit erklärt sich der häufigste Fehler. Wer eine schöne Sichthöhe von 40 cm will und dafür 50-cm-Palisaden kauft, bekommt 10 cm Einbindung und eine Reihe, die schon bald nach vorn kippt. Rechnen Sie immer von der gewünschten Sichthöhe aus nach oben zur Bestelllänge.

Schritt für Schritt

  1. Verlauf abstecken. Bei geraden Strecken mit Maurerschnur, bei Bögen mit einem am Boden ausgelegten Schlauch, den Sie so lange verschieben, bis die Linie stimmt.
  2. Graben ausheben. 15 cm breiter als die Palisade und so tief wie die geplante Einbindung plus 10 cm für das Betonbett.
  3. Betonbett einbringen. 10 cm erdfeuchter Beton auf die Grabensohle, grob abgezogen. Er verteilt die Last und verhindert das Absacken einzelner Stäbe.
  4. Palisaden setzen. Eine nach der anderen dicht an dicht in den weichen Beton drücken, an der Schnur ausrichten und mit dem Gummihammer auf Höhe klopfen.
  5. Rückenstütze anlegen. Auf der belasteten Seite eine Betonschräge von etwa einem Drittel der Einbindehöhe anhäufeln. Sie nimmt den Kippmoment auf.
  6. Aushärten lassen. 24 bis 48 Stunden nicht belasten.
  7. Verfüllen. Den Graben mit Erde schließen und lagenweise antreten.

Die Rückenstütze in Schritt 5 ist der Punkt, der Reihe von Reihe unterscheidet. Ohne sie steht die Palisade nur in einem Loch und kippt genau in die Richtung, aus der sie belastet wird. Die Grundlagen zum Beton stehen in Pfosten frostfrei gründen.

Bögen und Rundungen setzen

Palisaden sind für Kurven besser geeignet als jede Randsteinlösung, weil jeder Stab einzeln steht und sich der Krümmung anpassen lässt.

Bei engen Radien öffnen sich die Fugen an der Außenseite. Bis etwa 5 mm ist das unauffällig, darüber wirkt die Reihe löchrig. Zwei Wege helfen: Sie verwenden schmalere Palisaden, oder Sie richten die Stäbe leicht schräg aus, sodass sie sich an der Vorderkante berühren.

Für einen gleichmäßigen Bogen setzen Sie einen Pflock als Mittelpunkt und ziehen mit einer Schnur den Radius ab. Freihand gesetzte Kurven bekommen fast immer eine Delle, die später jedem auffällt.

Höhenversatz am Hang

Bei geneigtem Gelände gibt es zwei Ausführungen, die beide gebräuchlich sind.

Bei der gestuften Variante bleibt die Palisadenoberkante abschnittsweise waagerecht und springt alle paar Meter um eine feste Höhe. Das wirkt ordentlich und passt zu Treppen und geraden Wegen.

Bei der fallenden Variante folgt jede Palisade dem Gelände und steht ein wenig tiefer als ihre Nachbarin. Das ergibt eine durchgehende Linie und passt zu naturnahen Gärten. Wichtig ist, dass die Einbindetiefe dabei überall gleich bleibt und nicht am Hangfuß schrumpft.

Ab etwa 60 cm Höhenunterschied stößt die Palisade an ihre Grenze. Dann ist eine Stützmauer oder eine Gabionenwand die tragfähigere Lösung, wie Gabionen selber bauen beschreibt.

Kostenbeispiel: 10 m Beetkante

PositionMengeKosten
Holzpalisaden 8 cm, 60 cm lang120 Stück360 bis 720 €
Trockenbeton für Bett und Rückenstützeca. 12 Säcke50 bis 85 €
Schotter für die Sohle0,2 m³15 bis 30 €
Aushub entsorgen0,4 m³12 bis 35 €
Material gesamt437 bis 870 €
Bei Betonpalisaden liegt der Materialpreis rund 30 % höher, dafür halten sie doppelt so lange.

Ein Fachbetrieb rechnet für dieselbe Strecke 60 bis 130 € je laufendem Meter komplett, also 600 bis 1.300 €. Die Ersparnis in Eigenleistung ist damit überschaubar, weil das Material den größten Anteil ausmacht.

Palisaden als Wegeeinfassung

Neben Beeten und Hangstufen ist die Wegekante ein weiteres Einsatzgebiet. Hier gelten zwei Besonderheiten.

Erstens muss die Palisade den seitlichen Druck der Wegebefestigung aufnehmen. Ein gepflasterter Weg drückt über die Jahre nach außen, weshalb die Rückenstütze hier auf der Wegeseite liegt, nicht auf der Gartenseite.

Zweitens sollte die Oberkante bündig mit dem Belag abschließen oder nur wenige Millimeter darüber liegen, damit niemand stolpert und der Rasenmäher darüber fahren kann. Wie ein gepflasterter Weg aufgebaut wird, beschreibt Gartenweg pflastern.

Für rein gestalterische Trennungen zwischen Rasen und Beet reichen niedrige Palisaden von 25 bis 40 cm Länge. Sie werden nur 15 cm tief gesetzt und brauchen kein Betonbett, solange nichts dagegen drückt.

Welche Bauform passt zu welchem Zweck?

Palisaden gibt es in drei Grundformen, die sich in Wirkung und Verarbeitung unterscheiden.

  • Rundpalisaden: Die gewöhnliche Form aus Holz, oben abgerundet. Sie wirken naturnah, hinterlassen zwischen den Stäben aber immer kleine Zwischenräume, durch die Erde rieseln kann. Ein Trennvlies dahinter löst das.
  • Rechteckpalisaden aus Beton: Sie stehen fugenlos nebeneinander und halten Erde vollständig zurück. Übliche Querschnitte sind 8 x 12 cm und 12 x 12 cm.
  • Bogenpalisaden: Betonelemente mit gebogener Oberkante, die zu einer Welle aneinandergereiht werden. Sie eignen sich für gestaltete Beetkanten, wo kein Erddruck ansteht.

Für Hangstufen sind Rechteckpalisaden aus Beton die einzige Form, die dauerhaft dicht bleibt. Bei Rundholz sollten Sie hinter der Reihe ein Vlies und eine schmale Kiesschicht einbauen, sonst schwemmt Feinmaterial mit jedem Regen nach vorn durch.

Was Sie am Untergrund prüfen sollten

Bevor der erste Spatenstich fällt, lohnen zwei Kontrollen. Die erste betrifft Leitungen: Gartenwasserleitungen und Kabel für Außensteckdosen liegen oft nur 30 bis 50 cm tief und damit genau in der Grabungstiefe. Wo Sie sie vermuten, arbeiten Sie die letzten Zentimeter mit dem Spaten statt mit der Hacke.

Die zweite betrifft Wurzeln. Verläuft die geplante Linie im Traufbereich eines Baumes, treffen Sie auf starke Wurzeln, die nicht durchtrennt werden sollten. Verschieben Sie die Palisadenreihe in solchen Fällen um einen Meter, oder unterbrechen Sie sie und führen Sie die Kante um den Stamm herum.

Bei staunassem Boden empfiehlt sich zusätzlich eine dickere Schotterschicht von 15 statt 10 cm. Sie führt Wasser ab, das sonst im Winter unter dem Betonbett gefriert und die Reihe anhebt. Dieselbe Regel gilt bei Zaunfundamenten, wie Preise aller Zaunarten im Positionsvergleich zeigt.

Häufige Fragen

Geht es auch ohne Beton?

Bei niedrigen Holzpalisaden als reine Beetkante ohne Belastung ja, dann genügt ein verdichtetes Schotterbett. Sobald Erddruck, Rasenmäher oder Fußverkehr dazukommen, hält nur die Betonvariante die Linie.

Wie viele Palisaden brauche ich je Meter?

Das hängt vom Durchmesser ab. Bei 8 cm sind es rund 12 Stück je Meter, bei 12 cm etwa 8. Rechnen Sie 5 % Zuschlag für Bögen und Verschnitt.

Muss ich Holzpalisaden streichen?

Nein, kesseldruckimprägnierte Ware kommt ohne aus. Ein Anstrich im Erdbereich wäre sogar kontraproduktiv, weil er die Feuchtigkeit einschließt. Für den sichtbaren Teil gelten dieselben Regeln wie in Zaun neu lasieren.

Kann ich Palisaden als Zaun verwenden?

Bis etwa 1,00 m Höhe ja, dann brauchen sie aber die halbe Länge im Boden und ein durchgehendes Betonbett. Ab dieser Höhe ist ein regulärer Zaun günstiger, wie Kostenrahmen für Zäune zeigt.

Bild: Symbolbild, KI generiert

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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