Wenn man Parkett richtig reinigt und pflegt, verlängert das die Lebensdauer eines Holzbodens um Jahrzehnte. Die Pflege hängt davon ab, ob Ihr Parkett lackiert, geölt oder gewachst ist. Wir zeigen Ihnen für jede Oberfläche, wie Sie richtig wischen, welche Reiniger geeignet sind, was Sie vermeiden sollten und wann eine Auffrischung ohne Abschleifen ausreicht.
Welche Oberfläche hat Ihr Parkett?
Bevor Sie zur Reinigung greifen, müssen Sie die vorhandene Oberflächenbehandlung kennen. Denn lackiertes, geöltes oder gewachstes Parkett braucht unterschiedliche Pflege. Falsche Mittel können die Versiegelung dauerhaft beschädigen oder bei Öloberflächen Wasserflecken hinterlassen.
- Lack-Test: Geben Sie einen Wassertropfen auf den Boden. Bleibt er ohne Abdunkelung perlend stehen, ist der Boden lackiert.
- Öl-Test: Ein Tropfen Wasser zieht langsam ein und dunkelt das Holz lokal nach. Der Fleck verschwindet nach einigen Stunden wieder, das deutet auf eine Ölversiegelung hin.
- Wachs-Test: Mit dem Fingernagel sanft kratzen. Bei Wachs entsteht eine matt-glänzende Stelle, die sich wegpolieren lässt.
Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie den Parkettleger der den Boden verlegt hat oder nehmen Sie einen kleinen Rest und lassen Sie diesem im Fachhandel begutachten.
Wie reinigen Sie lackiertes Parkett?
Lackiertes Parkett ist die pflegeleichteste Variante. Die geschlossene Lackschicht schützt das Holz vor Feuchtigkeit und Schmutz. Trotzdem gibt es Regeln, die Sie einhalten sollten, damit die Versiegelung 10 bis 15 Jahre hält.
Tägliche und wöchentliche Pflege
Saugen oder kehren Sie zwei- bis dreimal pro Woche, in stark genutzten Räumen täglich. Sandkörner unter Schuhen wirken wie Schleifpapier und kratzen die Versiegelung. Verwenden Sie einen Staubsauger mit Parkettdüse oder einen weichen Besen, lieber keine harten Borsten.
Richtig wischen ohne Wasserschäden
Wischen Sie immer nebelfeucht, niemals nass. Stehendes Wasser kann in Fugen kriechen und das Holz quillt auf. Zwei Wischdurchgänge pro Monat reichen bei normaler Nutzung.
Welche Reiniger sind geeignet?
- pH-neutrale Holzbodenseife (10 bis 20 Euro pro Liter) – der Standard für lackierte Böden
- Schmierseife auf Wasserbasis sparsam dosiert (ein Esslöffel auf 5 Liter Wasser)
- Klares Wasser für Zwischenreinigungen
- Spezielle Parkett- und Holzbodenreiniger aus dem Handel
Was Sie vermeiden müssen
- Allzweckreiniger und Essigreiniger greifen die Lackoberfläche an
- Mikrofasertücher mit Druck können Kratzer hinterlassen
- Dampfreiniger, der heiße Wasserdampf zerstört die Versiegelung
- Scheuermilch und Schwämme mit harter Seite
Wie reinigen Sie geöltes Parkett?
Geöltes Parkett ist offenporig und braucht eine andere Pflege als lackierte Böden. Die Reinigung ist ähnlich, doch zusätzlich kommt regelmäßige Nachpflege mit Pflegeöl alle ein bis zwei Jahre dazu. Im Gegenzug lassen sich Schäden punktuell ausbessern, ohne den gesamten Boden zu renovieren.
Tipp: Im Handel werden auch Reiniger mit Pflegezusätzen angeboten.
Geöltes Parkett wischen
Saugen Sie regelmäßig und wischen Sie nebelfeucht mit speziellen Holzbodenpflegereinigern für Öloberflächen. Diese enthalten kleine Mengen pflegender Öle, die die Oberfläche schützen. Klares Wasser ist möglich, schwemmt aber bei jedem Wischgang ein wenig Öl aus dem Holz.
Pflegeöl auftragen – alle 1 bis 2 Jahre
Pflegeöl ist eine regelmäßige Nachbehandlung, die ein geöltes Parkett braucht. Die Kosten liegen bei 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter und 2 bis 3 Stunden Arbeitszeit pro Raum. Stark genutzte Bereiche wie Flur und Küche brauchen die Nachpflege jährlich, wenig genutzte Räume alle 3 Jahre.
- Raum komplett leerräumen und gründlich saugen
- Mit Holzbodenseife wischen und trocknen lassen
- Pflegeöl dünn mit einem fusselfreien Tuch in Maserrichtung auftragen
- Überschuss nach 20 bis 30 Minuten abnehmen
- 12 bis 24 Stunden trocknen lassen, bevor Sie Möbel zurückstellen
Wichtiger Sicherheitshinweis: Mit Pflegeöl getränkte Lappen können sich durch Selbstentzündung in Brand setzen. Entsorgen Sie sie in einem verschlossenen Metallbehälter mit Wasser.
Wie reinigen Sie gewachstes Parkett?
Gewachstes Parkett ist heute selten – meist in Altbauten oder bei bewusst rustikalen Böden. Die Wachsschicht hält etwa 5 bis 8 Jahre und braucht regelmäßig eine Politur. Reinigen Sie den Boden nur trocken oder mit minimaler Feuchtigkeit, denn Wasser macht das Wachs porös.
- Trocken kehren oder mit Staubsauger ohne Bürste reinigen
- Bei stärkerer Verschmutzung: leicht angefeuchtetes Tuch, anschließend sofort trocken nachwischen
- Alle 3 bis 6 Monate mit Hartwachspflegeprodukt nachbehandeln
- Niemals Schmierseife oder pH-neutrale Reiniger, die enthalten Wasserkomponenten die Wachs lösen
Welche Schäden können Sie selbst beheben?
Kleinere Mängel im Parkett lassen sich oft mit Heimwerkerwerkzeug ausbessern, ohne den Boden komplett aufzuarbeiten. Die Kosten für Material liegen bei 15 bis 50 Euro pro Schadenstelle.
| Schaden | Reparatur-Methode | Kosten Material |
|---|---|---|
| Oberflächliche Kratzer (Lack) | Lack-Reparatur-Stift in passender Farbe | 10 bis 20 Euro |
| Kratzer im geölten Boden | Punktuell mit Schleifschwamm + Pflegeöl | 15 bis 30 Euro |
| Dellen durch Möbel | Mit feuchtem Tuch + Bügeleisen aufquellen lassen | 0 Euro |
| Wasserflecken (Öl) | Mit Schleifschwamm anschleifen, dann nachölen | 15 bis 25 Euro |
| Risse oder Fugen (klein) | Parkett-Reparaturkitt in Holzfarbe | 20 bis 35 Euro |
Für eine ausführliche Anleitung zu größeren Schäden lesen Sie unseren Beitrag zu Parkett ausbessern und reparieren.
Wann reicht Auffrischen, wann muss abgeschliffen werden?
Wenn ein Parkettboden insgesamt stumpf wirkt, aber keine tiefen Schäden hat, reicht oft ein Auffrischen ohne komplettes Abschleifen. Das spart 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zur Vollsanierung.
Lackiertes Parkett auffrischen
Beim sogenannten Refresher-Auftrag wird die alte Lack-Schicht leicht angeschliffen und eine neue Schicht aufgetragen. Das dauert einen halben Tag pro Raum und kostet 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter, inklusive Material und Arbeit.
Geöltes Parkett auffrischen
Hier reicht meist eine zusätzliche Pflegeölschicht ohne Anschleifen. Material 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter, plus Arbeitszeit von etwa 2 Stunden pro 20 Quadratmeter.
Wann führt am Abschleifen kein Weg vorbei?
Bei tiefen Kratzern die durch den Lack ins Holz gehen, bei großflächigen Wasserflecken oder bei vollständig abgenutzter Versiegelung hilft nur das Komplett-Abschleifen plus Neuversiegelung. Die Kosten liegen bei 25 bis 55 Euro pro Quadratmeter. Details finden Sie unter Parkett abschleifen Kosten.
So vermeiden Sie typische Pflegefehler
Die meisten Parkettschäden entstehen durch falsche Pflege, nicht durch normale Nutzung. Hiermit können Sie vorbeugen:
- Filzgleiter unter alle Möbel: vermeidet Kratzer beim Verrücken (5 bis 15 Euro für 30 Stück)
- Schmutzfangmatten an Eingangsbereichen: reduziert Sandeintrag
- Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 60 Prozent halten: verhindert Fugenbildung im Winter und Aufwölbung im Sommer
- Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden: lässt das Holz ungleichmäßig ausbleichen, Vorhänge oder UV-Folien helfen
- Bei Wasserunfall sofort handeln: mit Tuch aufnehmen, nicht antrocknen lassen
- Hohe Absätze meiden: Stilettos hinterlassen punktuelle Dellen, vor allem bei weichen Hölzern wie Kiefer
Bei einer Fußbodenheizung kommt im Winter trockene Heizluft als zusätzliches Risiko dazu. Wie Sie das Raumklima richtig einstellen, erklären wir im Beitrag Parkett auf Fußbodenheizung.
Häufige Fragen zur Parkettpflege
Wie oft soll man Parkett wischen?
Bei normaler Wohnnutzung reicht zweimal pro Monat nebelfeuchtes Wischen. In stark genutzten Bereichen wie Flur oder Küche eher wöchentlich. Kehren schont den Boden. Übermäßiges Wischen mit zu viel Wasser ist die häufigste Ursache für Fugenbildung.
Welcher Reiniger ist der beste für das Parkett?
Für lackiertes Parkett pH-neutrale Holzbodenseife für 10 bis 20 Euro pro Liter. Für geöltes Parkett ein Pflegereiniger der speziell für geölte Oberflächen entwickelt wurde, oft mit kleinen Pflegeöl-Anteilen. Vermeiden Sie Allzweckreiniger, Essigreiniger oder Spülmittel, weil sie die Versiegelung angreifen.
Kann ich Parkett mit dem Dampfreiniger wischen?
Nein, Dampfreiniger sind tabu für jeden Holzboden. Der heiße Wasserdampf dringt in die Fugen und Versiegelung ein, lässt das Holz aufquellen und kann den Lack lösen.
Wie entferne ich Wasserflecken auf Parkett?
Bei geöltem Parkett verschwinden Wasserflecken oft von selbst nach 6 bis 24 Stunden. Falls nicht: Stelle mit Schleifschwamm leicht anschleifen, dann mit Pflegeöl nachbehandeln. Bei lackiertem Parkett sind Wasserflecken meist im Lack selbst und nicht entfernbar, hier hilft nur lokales Anschleifen und Nachlackieren oder im schlimmsten Fall Komplettrenovierung.
Wie oft muss ich geöltes Parkett nachölen?
Bei normaler Wohnnutzung alle 1 bis 2 Jahre. In stark beanspruchten Räumen wie Flur oder Küche jährlich, in Schlafzimmern alle 3 Jahre. Visuelle Anzeichen für notwendiges Nachölen sind ein matter, gräulicher Schimmer und Stellen die kein Wasser mehr abperlen lassen.
Kann ich Parkett mit Öl-Pflege auch ohne Vorkenntnisse selbst nachölen?
Ja, das Nachölen kann auch von Laien durchgeführt werden. Material und Werkzeug kosten 30 bis 80 Euro für 20 Quadratmeter.
Wichtig: Dünn auftragen, Überschuss nach 20 bis 30 Minuten abnehmen, sonst entstehen klebrige Stellen. Bei Unsicherheit erst an einer unauffälligen Stelle testen.
Was kostet professionelle Parkettpflege durch einen Fachbetrieb?
Reines Reinigen und Pflegen durch einen Bodenleger kostet 5 bis 12 Euro pro Quadratmeter. Inklusive Auffrischung der Versiegelung 8 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Eine komplette Pflegeöl-Behandlung beim Profi kostet 12 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Das lohnt sich vor allem bei Massivparkett über 30 Jahre, wo eine falsche Behandlung den Wert mindern könnte.
Bild: istock.com/Halyna Romaniv




