Ein E-Check kostet in der Wohnung 100 bis 200 € und im Einfamilienhaus 150 bis 350 €. Bei der standardisierten Prüfung kontrolliert ein Elektrofachbetrieb die gesamte Anlage auf Sicherheit und dokumentiert das Ergebnis in einem Protokoll. Pflicht ist der E-Check für selbstnutzende Privatleute nicht, für Vermieter und Gewerbe aber dringend ratsam und teils vorgeschrieben. Wir zeigen Ihnen die Kosten, was geprüft wird und wann sich die Prüfung wirklich lohnt.
Was kostet ein E-Check?
Der Preis richtet sich nach der Zahl der Stromkreise und der Größe des Objekts. Abgerechnet wird meist pauschal nach Objektgröße oder nach Aufwand pro Stromkreis. Fest verbaute Geräte und Sonderanlagen wie eine Wallbox erhöhen den Umfang.
| Objekt | Kosten |
|---|---|
| Wohnung (bis 4 Zimmer) | 100 bis 200 € |
| Einfamilienhaus | 150 bis 350 € |
| Pro Stromkreis (Aufwandsabrechnung) | 8 bis 15 € |
| Zusätzliche Geräteprüfung je Gerät | 5 bis 15 € |
| Wallbox oder PV-Anlage zusätzlich | 40 bis 120 € |
Der Begriff E-Check ist ein Prüfsiegel des Elektrohandwerks. Technisch handelt es sich um die Prüfung der Anlage nach den Normen des VDE, die jeder eingetragene Elektrofachbetrieb durchführen darf. Steht ohnehin eine Modernisierung an, lohnt der Blick auf die Elektroinstallation Kosten.
Anlagen-Check oder Geräte-Check: Was ist gemeint?
Der E-Check deckt zwei Bereiche ab, die getrennt oder gemeinsam geprüft werden. Der Anlagen-Check betrifft die feste Installation: Verteilung, Leitungen, Steckdosen und Schalter. Der Geräte-Check prüft ortsveränderliche Geräte wie Verlängerungen, Ladegeräte oder Werkzeuge auf einen sicheren Zustand.
Im Privathaushalt steht meist der Anlagen-Check im Vordergrund, im Gewerbe kommt die regelmäßige Geräteprüfung nach DGUV Vorschrift 3 dazu. Wer nur einzelne Geräte prüfen lässt, zahlt entsprechend weniger als für die komplette Anlage. Klären Sie vorab mit dem Betrieb, welcher Umfang sinnvoll ist.
Was wird beim E-Check geprüft?
Der Fachbetrieb prüft die Anlage sichtbar und mit Messgeräten. Ziel ist, verdeckte Mängel zu finden, bevor sie zur Gefahr werden.
- Zählerschrank und Verteilung: Sind Fehlerstromschutzschalter vorhanden und funktionsfähig?
- Schutzleiter und Erdung: Liegt überall ein wirksamer Schutzleiter an?
- Steckdosen und Schalter: Sitzen sie fest, gibt es Beschädigungen oder lockere Klemmen?
- Leitungen: Stimmen Querschnitt und Absicherung, gibt es Überlastungsspuren?
- Fest angeschlossene Geräte: Herd, Durchlauferhitzer und Co. auf sicheren Anschluss.
- Messung der Schutzmaßnahmen: Auslösezeit des FI, Isolationswiderstand und Schleifenimpedanz.
Am Ende steht ein Prüfprotokoll, das jeden Mangel festhält und als Nachweis dient. Werden Mängel gefunden, empfiehlt der Betrieb die nötigen Schritte, vom Nachrüsten im Sicherungskasten bis zur Erneuerung der Altbauelektrik.
Ist der E-Check Pflicht?
Für selbstgenutztes Wohneigentum gibt es keine gesetzliche Pflicht zur regelmäßigen Prüfung. Wer im eigenen Haus wohnt, entscheidet selbst, ob und wann er prüfen lässt. In anderen Konstellationen sieht es anders aus:
- Vermieter: Sie tragen die Verkehrssicherungspflicht für die vermietete Elektroanlage. Ein regelmäßiger E-Check weist nach, dass sie dieser Pflicht nachkommen, und schützt im Schadensfall.
- Gewerbe und Arbeitgeber: Hier schreibt die DGUV Vorschrift 3 die regelmäßige Prüfung ortsfester Anlagen und Geräte vor.
- Versicherung: Manche Gebäude- und Hausratversicherer verlangen nach einem Schaden den Nachweis einer geprüften Anlage oder kürzen sonst die Leistung.
Auch ohne Pflicht ist der E-Check für Selbstnutzer sinnvoll, denn defekte Elektrik gehört zu den häufigsten Brandursachen. Im Altbau ersetzt die Prüfung das Rätselraten über den Zustand der Anlage.
Wann lohnt sich ein E-Check besonders?
- Beim Hauskauf: Vor dem Kauf zeigt die Prüfung, ob teure Erneuerungen anstehen.
- Vor der Vermietung: Ein dokumentierter Zustand schützt vor späteren Streitigkeiten.
- Nach 10 bis 15 Jahren: Als freiwilliger Sicherheitscheck im bewohnten Haus.
- Bei häufigen Störungen: Wenn Sicherungen auslösen oder Geräte Probleme machen, klärt der E-Check die Ursache.
- Vor dem Einbau von Großverbrauchern: Vor einer Wallbox oder Wärmepumpe sichert die Prüfung, dass die Anlage die Last trägt.
Löst bei Ihnen regelmäßig die Sicherung aus, hilft vorab der Beitrag Sicherung fliegt raus bei der ersten Eingrenzung.
Wie läuft der E-Check ab?
Die Prüfung selbst dauert je nach Objekt 1 bis 3 Stunden und stört den Betrieb kaum. Der Strom wird nur kurz für einzelne Messungen abgeschaltet.
- Sichtprüfung: Der Betrieb begeht die Anlage und prüft Verteiler, Dosen und sichtbare Leitungen.
- Messung: Mit Prüfgeräten misst er Schutzleiter, Fehlerstromschutz und Isolationswerte.
- Protokoll: Alle Ergebnisse und Mängel werden dokumentiert.
- Plakette und Empfehlung: Bei bestandener Prüfung gibt es ein Prüfsiegel, bei Mängeln eine Empfehlung zur Behebung.
Den passenden Elektrofachbetrieb für den E-Check finden Sie über Marktplätze wie Blauarbeit mit mehreren Vergleichsangeboten.
Häufige Fragen zum E-Check
Wie oft sollte man einen E-Check machen lassen?
Für Privathaushalte empfiehlt das Elektrohandwerk alle 4 Jahre, mindestens aber alle 10 bis 15 Jahre. Bei Vermietung und im Gewerbe gelten je nach Anlage kürzere, festgelegte Intervalle. Nach Umbauten ist eine Prüfung ohnehin Teil der Abnahme.
Kann ich die Kosten für den E-Check absetzen?
Ja, als haushaltsnahe Handwerkerleistung lassen sich 20 % der Arbeitskosten über die Steuererklärung absetzen, wenn Sie per Überweisung zahlen. Vermieter setzen den E-Check als Werbungskosten ab.
Was passiert, wenn der E-Check Mängel findet?
Der Betrieb hält die Mängel im Protokoll fest und empfiehlt die Behebung. Eine Pflicht zur sofortigen Sanierung besteht für Selbstnutzer nicht, bei akuter Gefahr rät der Fachmann aber zur raschen Reparatur. Erst nach der Behebung gibt es das Prüfsiegel.
Ist der E-Check dasselbe wie die Abnahme beim Neubau?
Nein. Die Erstprüfung beim Neubau gehört zur Inbetriebnahme der neuen Anlage und ist Pflicht. Der E-Check ist die wiederkehrende Prüfung einer bestehenden Anlage, technisch eng verwandt, aber als freiwilliger oder vom Vermieter veranlasster Sicherheitscheck gedacht.
Fazit: Sicherheit schwarz auf weiß
Ein E-Check kostet 100 bis 350 € und liefert einen dokumentierten Überblick über den Zustand Ihrer Elektrik. Pflicht ist er für Selbstnutzer nicht, für Vermieter und Gewerbe dagegen ein wichtiger Nachweis. Besonders beim Hauskauf, vor dem Einbau von Großverbrauchern und im Altbau ist die Prüfung das Geld wert, denn sie ersetzt Vermutungen durch Messwerte.




