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Ausgelöster Sicherungsschalter in einem Sicherungskasten

Was tun, wenn die Sicherung rausfliegt?

Lesedauer 4 Minuten

Fliegt die Sicherung raus, steckt fast immer eine von drei Ursachen dahinter: eine Überlastung durch zu viele Geräte, ein Kurzschluss durch ein defektes Gerät oder ein Fehlerstrom, der den FI-Schalter auslöst. In den meisten Fällen finden Sie den Verursacher in wenigen Minuten selbst, indem Sie alle Verbraucher abschalten und einzeln wieder zuschalten. Wir zeigen Ihnen, welcher Schalter ausgelöst hat, wie Sie die Ursache eingrenzen und wann der Fachbetrieb ranmuss.

Warum fliegt die Sicherung überhaupt raus?

Die Sicherung schaltet nicht aus Schikane ab, sondern um Leitung und Menschen zu schützen. Welche der drei Ursachen vorliegt, verrät oft schon, wann es passiert.

  • Überlastung: Zu viele starke Verbraucher hängen am selben Stromkreis, etwa Wasserkocher, Mikrowelle und Toaster gleichzeitig. Die Leitung würde sich überhitzen, also schaltet der Leitungsschutzschalter ab.
  • Kurzschluss: Ein beschädigtes Kabel oder ein defektes Gerät verbindet zwei Leiter direkt. Der Strom schießt hoch, die Sicherung trennt sofort.
  • Fehlerstrom: Strom fließt über einen ungewollten Weg ab, etwa durch Feuchtigkeit oder ein defektes Gerät. Hier löst der Fehlerstromschutzschalter aus, der FI.

Passiert es immer beim Einschalten eines bestimmten Geräts, ist meist dieses Gerät schuld. Fliegt die Sicherung dagegen ohne erkennbaren Anlass, deutet das auf einen verdeckten Fehler in der Anlage hin, der in den Sicherungskasten oder die Leitungen gehört.

LS-Schalter oder FI: Welcher hat ausgelöst?

Ein Blick in den Verteiler zeigt, welcher Schalter umgesprungen ist. Das grenzt die Ursache sofort ein.

Ausgelöster SchalterWas er anzeigtTypische Ursache
Ein einzelner Leitungsschutzschalter (LS)nur ein Stromkreis betroffenÜberlast oder Kurzschluss in diesem Kreis
Der Fehlerstromschutzschalter (FI)mehrere Kreise gleichzeitig totFehlerstrom, oft ein defektes Gerät
FI und LS zusammenKurzschluss mit Fehlerstromklar defektes Gerät oder Kabel

Der LS-Schalter ist die klassische Sicherung pro Stromkreis, der FI ist der etwas breitere Schalter, der mehrere Kreise absichert und eine Prüftaste trägt. Was die einzelnen Schutzschalter genau leisten, erklärt der Beitrag Sicherungskasten erneuern.

So finden Sie den Verursacher selbst

Bei einer Überlast oder einem defekten Gerät grenzen Sie die Ursache gefahrlos selbst ein. Gehen Sie der Reihe nach vor:

  1. Alle Verbraucher des toten Kreises ausstecken: Ziehen Sie jeden Stecker und schalten Sie fest verbaute Geräte ab.
  2. Sicherung wieder einschalten: Bleibt sie jetzt drin, lag es an einem der Geräte, nicht an der Leitung.
  3. Geräte einzeln zuschalten: Stecken Sie ein Gerät nach dem anderen ein. Fliegt die Sicherung bei einem bestimmten Gerät, ist der Übeltäter gefunden.
  4. Verdächtiges Gerät stehen lassen: Nutzen Sie es vorerst nicht mehr und lassen Sie es prüfen oder tauschen Sie es.
  5. FI testen: Hat der FI ausgelöst, drücken Sie nach dem Ausstecken die Prüftaste. Klickt er sauber, ist er funktionsfähig.

Lässt sich die Sicherung trotz ausgesteckter Geräte nicht wieder einschalten oder fliegt sofort wieder raus, hören Sie auf zu probieren. Dann liegt der Fehler in der festen Installation, und weiteres Zuschalten kann gefährlich werden.

Wann müssen Sie den Fachbetrieb rufen?

Solange ein einzelnes Gerät die Ursache ist, lösen Sie das Problem selbst. Sobald die Anlage selbst betroffen ist, gehört die Arbeit in Fachhände.

  • Sicherung bleibt trotz leerem Stromkreis draußen: Hinweis auf einen Fehler in der Leitung oder Verteilung.
  • FI löst wiederholt ohne Gerät aus: Mögliche Feuchtigkeit in der Anlage oder ein defekter Schalter.
  • Brandgeruch, warme Steckdosen oder Schmorspuren: Sofort den Stromkreis ausschalten und einen Fachbetrieb rufen.
  • Schraubsicherungen statt Automaten: Eine veraltete Anlage gehört ohnehin überprüft.

Bei akuten Fällen außerhalb der Geschäftszeiten hilft der Beitrag Elektronotdienst beauftragen. Steckt der Fehler in einer alten Anlage, lohnt vorab ein E-Check, der die Schwachstelle gezielt aufspürt.

So beugen Sie dem Auslösen vor

  • Starke Verbraucher verteilen: Hängen Sie nicht mehrere Großgeräte an denselben Stromkreis, besonders nicht in Küche und Bad.
  • Eigene Stromkreise für Großgeräte: Herd, Geschirrspüler oder Wallbox brauchen einen eigenen, ausreichend abgesicherten Kreis.
  • Defekte Geräte aussortieren: Ein Gerät, das die Sicherung wirft, ist ein Warnsignal und gehört geprüft.
  • Feuchtigkeit fernhalten: Nasse Steckdosen im Außenbereich oder Keller sind eine häufige FI-Ursache.
  • Anlage modernisieren: Reicht die Zahl der Stromkreise nicht mehr, hilft langfristig nur die Erneuerung der Elektrik.

Häufige Fragen, wenn die Sicherung rausfliegt

Ist es gefährlich, die Sicherung einfach wieder einzuschalten?

Einmal wieder einzuschalten ist in Ordnung, wenn kein Brandgeruch und keine Schmorspuren da sind. Fliegt die Sicherung aber sofort wieder raus, sollten Sie nicht weiter probieren. Wiederholtes Zuschalten auf einen Kurzschluss kann Leitungen schädigen und Brände auslösen.

Warum fliegt die Sicherung nur nachts oder bei Regen?

Das deutet auf Feuchtigkeit hin, die einen Fehlerstrom verursacht, etwa in einer Außensteckdose, einer Gartenleuchte oder einem feuchten Kellerraum. Trennen Sie diese Verbraucher und beobachten Sie, ob Ruhe einkehrt. Bleibt es unklar, misst der Fachbetrieb den Fehlerstrom gezielt.

Kann eine Sicherung selbst defekt sein?

Ja, das kommt vor, ist aber selten. Ein Leitungsschutzschalter kann mit den Jahren ermüden und zu früh auslösen. Den Tausch übernimmt der Elektrofachbetrieb in wenigen Minuten, er kostet mit Montage 40 bis 90 €.

Was bedeutet es, wenn der FI nicht mehr einschaltet?

Lässt sich der FI nicht wieder hochschalten, liegt noch ein Fehlerstrom an. Stecken Sie alle Geräte der betroffenen Kreise aus und versuchen Sie es erneut. Klappt es dann, war ein Gerät schuld. Bleibt der FI unten, gehört die Anlage geprüft.

Wie viele Geräte verträgt ein Stromkreis?

Ein normaler Stromkreis ist mit 16 Ampere abgesichert und trägt rund 3.600 Watt. Das genügt für mehrere kleine Geräte, aber nicht für zwei oder drei Großverbraucher gleichzeitig. Wasserkocher, Mikrowelle und Toaster zusammen sprengen den Rahmen schnell. Verteilen Sie starke Geräte auf verschiedene Kreise oder lassen Sie einen zusätzlichen Stromkreis legen.

Warum fliegt die Sicherung immer beim selben Gerät?

Dann hat dieses Gerät meist einen internen Defekt, etwa einen Schluss in der Heizwendel oder im Motor. Nutzen Sie es nicht weiter und lassen Sie es prüfen oder tauschen Sie es. Ein Gerät, das wiederholt die Sicherung wirft, ist ein echtes Sicherheitsrisiko und kein bloßer Schönheitsfehler.

Fazit: Erst eingrenzen, dann entscheiden

In den meisten Fällen ist ein einzelnes Gerät schuld, das Sie durch schrittweises Zuschalten schnell finden. Bleibt die Sicherung trotz leerem Stromkreis draußen oder löst der FI ohne Gerät aus, steckt der Fehler in der Anlage und gehört zum Fachbetrieb. Gibt es Brandgeruch oder warme Steckdosen, schalten Sie den Kreis sofort ab und holen Hilfe.

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