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Rattte macht ein Fotoshooting

So werden Sie Ratten im Haus wieder los

Lesedauer 5 Minuten

Wer abends im Keller größere Kotkrümel findet und nachts ein Trippeln in der Zwischendecke hört, hat es selten mit Mäusen zu tun. Ratten sind größer, lauter und vorsichtiger, und sie kommen fast immer aus einem konkreten Grund. Die richtige Reihenfolge lautet: Befall bestätigen, Ursache finden, Zugänge schließen, dann bekämpfen lassen.

Wie bestätigen Sie den Befall?

Ratten sind nachtaktiv und meiden Menschen. Sie sehen die Tiere in der Regel nicht, sondern nur ihre Spuren. Wer eine Ratte am Tag durch den Garten laufen sieht, hat es meist mit einem größeren Bestand zu tun, weil rangniedere Tiere ausweichen müssen.

  • Kot: 10 bis 20 mm lang, spindelförmig, dunkel. Frischer Kot glänzt und ist weich, älterer ist matt und bröselt. Er liegt entlang von Wänden, weil Ratten sich beim Laufen an Kanten orientieren.
  • Schmierspuren: Dunkle, fettige Streifen an Wänden, Rohren und Kellerdecken. Sie entstehen, weil die Tiere denselben Weg immer wieder nehmen und dabei mit dem Fell streifen.
  • Nagespuren: An Kabeln, Holzbalken, Kunststoffrohren und Dämmplatten. Rattenzähne wachsen lebenslang, weshalb ständig genagt wird, auch an Ungenießbarem.
  • Erdlöcher: Eingänge von 6 bis 10 cm Durchmesser mit glatt getretenem Rand, oft an Fundamenten, unter Terrassen oder am Kompost.
  • Geruch: Bei größerem Befall ein strenger, ammoniakartiger Geruch in Kellerräumen.

Zur Unterscheidung von Mäusen hilft die Kotgröße: Mäusekot ist 3 bis 8 mm lang und ähnelt einem Reiskorn. Wie Sie dagegen vorgehen, steht in Mäuse bekämpfen.

Ratte schaut in die Kamera und kuschelt mit einem Teddy

Wo kommen die Tiere herein?

Ratten sind hervorragende Kletterer und Schwimmer und passen durch Öffnungen ab etwa 2 cm. Die Zugänge liegen fast immer an einer der folgenden Stellen.

Der häufigste Weg führt durch die Kanalisation. Über gebrochene Abwasserrohre, undichte Anschlüsse oder offene Revisionsschächte gelangen Tiere direkt ins Gebäude, manchmal bis in die Toilette. Ein zweiter Weg sind Lichtschächte und Kellerfenster ohne Gitter. Ebenso Mauerdurchführungen für Leitungen, die nicht sauber verschlossen wurden, etwa für Strom, Wasser oder eine spätere Wärmepumpenleitung.

Im Außenbereich kommen Bewuchs an der Fassade und Efeu dazu, an dem die Tiere bis zum Dach klettern. Auch Terrassenunterbauten, Holzstapel und Gartenhäuser bieten geschützte Nistplätze mit kurzem Weg zum Haus.

Was sollten Sie zuerst tun?

  1. Futterquellen abstellen. Kompost mit Speiseresten schließen oder auf einen geschlossenen Thermokomposter umstellen, Vogelfutter vom Boden nehmen, Tierfutter nicht draußen stehen lassen und Mülltonnen fest verschließen. Ohne Nahrung wandern Ratten weiter.
  2. Lebensmittel sichern. Im Keller und in der Speisekammer alles in dichte Behälter aus Glas, Metall oder festem Kunststoff umfüllen. Papier- und Folienverpackungen werden aufgenagt.
  3. Zugänge kartieren. Gehen Sie mit einer Taschenlampe am Fundament entlang und markieren Sie jede Öffnung ab Daumengröße.
  4. Meldung prüfen. Viele Kommunen haben eine Anzeigepflicht bei Rattenbefall. Ein Anruf beim Ordnungs- oder Gesundheitsamt klärt das in wenigen Minuten und kostet nichts.
  5. Fachbetrieb beauftragen. Ratten lernen schnell und meiden falsch platzierte Köder dauerhaft, was jede spätere Bekämpfung erschwert.

Rechtsgrundlage für behördliche Anordnungen ist § 17 IfSG. Treten Gesundheitsschädlinge auf, kann die zuständige Behörde die notwendigen Maßnahmen verlangen, und zwar vom Eigentümer.

Eine graue Ratte schaut über ein verrostetes Rohr

Was Sie besser lassen

Drei verbreitete Reaktionen machen die Lage schlimmer statt besser.

Gift offen auslegen. Frei verkäufliche Rodentizide dürfen im Freien nur in gesicherten Köderstationen verwendet werden. Offen ausgelegtes Gift gefährdet Katzen, Hunde, Igel und Greifvögel, die vergiftete Tiere fressen. Dazu kommt: Ratten testen neue Nahrung zunächst in kleinen Mengen. Wird ihnen davon schlecht, meiden sie den Köder danach auf Dauer.

Löcher zustopfen, solange Tiere drin sind. Verschlossene Ausgänge führen dazu, dass die Tiere sich neue nagen, oft an ungünstigerer Stelle, etwa in einer Dämmschicht oder einem Leitungsschacht.

Auf Ultraschall setzen. Für Ultraschallgeräte gibt es keinen belastbaren Wirksamkeitsnachweis. Tiere gewöhnen sich innerhalb weniger Tage daran, und der Befall bleibt.

Wie läuft die professionelle Bekämpfung ab?

Nach der Begehung legt der Fachbetrieb Köderstationen entlang der ermittelten Laufwege aus, meist an Wänden und in Ecken, wo die Tiere sich sicher fühlen. Die Stationen sind verschlossen und gegen Kinder und Haustiere gesichert.

In den ersten Tagen wird der Köder oft gemieden, weil alles Neue misstrauisch beäugt wird. Nach der Aufnahme wirkt das Mittel verzögert über mehrere Tage, damit die Tiere den Zusammenhang zur Nahrung nicht herstellen. Der Betrieb kontrolliert wöchentlich, füllt nach und dokumentiert.

Erst wenn über zwei Kontrollen hinweg keine Aufnahme mehr stattfindet, gilt der Befall als beendet. Danach werden die Stationen entnommen, und die Zugänge werden verschlossen. Was das kostet, rechnet Preise der Rattenbekämpfung auf.

Eine Ratte sitzt in einer roten Keramiktasse.

Dauerhaft vorbeugen

Nach der Bekämpfung entscheidet die bauliche Sicherung, ob die Ratten wiederkommen. Kellerfenster und Lichtschächte bekommen ein Gitter aus verzinktem Draht mit maximal 6 mm Maschenweite, was 20 bis 60 € je Öffnung kostet.

Mauerdurchführungen werden mit Mörtel oder Stahlwolle unter dem Dichtstoff verschlossen, weil reiner Bauschaum durchgenagt wird. Am Abwasseranschluss lässt sich eine Rattenklappe einbauen, die Tiere aus dem Kanal zurückhält und 300 bis 900 € kostet, sofern ein Revisionsschacht vorhanden ist.

Im Garten hilft ein Abstand zwischen Fassade und Bewuchs, ein geschlossener Komposter. Diese Maßnahmen kosten wenig und wirken dauerhaft.

Was tun bei Ratten im Garten?

Bevor Ratten ins Haus gehen, siedeln sie fast immer im Außenbereich. Wer dort ansetzt, verhindert den zweiten Schritt.

Beliebte Plätze sind der Hohlraum unter einer Holzterrasse, Reisighaufen, dichter Efeu, ungenutzte Gartenhäuser und der Bereich um den Komposter. Gemeinsam ist ihnen Deckung, Wärme und ein kurzer Weg zu Nahrung.

Die wirksamste Maßnahme ist Sichtbarkeit: Reisighaufen entfernen, Bewuchs am Fundament zurückschneiden, Holzstapel auf ein Gestell mit 30 cm Bodenfreiheit legen. Ratten meiden offene Flächen ohne Deckung. Bei Terrassen hilft ein umlaufendes Gitter aus 6-mm-Draht, das 15 bis 40 € je laufendem Meter kostet.

Der Komposter als Hauptursache

In der Praxis ist ein offener Komposter mit Küchenabfällen der Hauptgrund für Ratten. Er bietet Nahrung, Wärme und Nistmaterial an einem Ort.

Drei Lösungen sind gebräuchlich. Ein geschlossener Thermokomposter für 60 bis 200 € hält Tiere fern, wenn er einen Boden oder ein untergelegtes Gitter hat. Alternativ kommen gekochte Speisereste, Fleisch, Milchprodukte und Brot gar nicht erst auf den Kompost.

Auch Vogelfutter gehört dazu: Bodenfütterung und überlaufende Futtersäulen versorgen im Winter zuverlässig Ratten mit. Nutzen Sie Futtersilos mit Auffangschale und kehren Sie Reste auf.

Kosten und Zuständigkeit im Überblick

SituationZuständigKostenrahmen
Eigenheim, Befall im KellerEigentümer300 bis 900 €
MietwohnungVermieter300 bis 900 €
Öffentlicher BereichKommunemeist kostenlos für Anlieger
Defektes AbwasserrohrEigentümerzusätzlich 500 bis 3.000 €

Eine Kamerabefahrung für 200 bis 500 € ist sinnvoll, bevor die Bekämpfung mehrfach wiederholt wird. Die vollständige Kostenaufstellung steht in Ratten bekämpfen Kosten, der Vergleich zu anderen Schädlingen in der Preisrahmen der Schädlingsbekämpfung.

Häufige Fragen

Sind Ratten gefährlich?

Sie können Krankheitserreger übertragen, unter anderem Leptospiren über den Urin. Vermeiden Sie deshalb direkten Kontakt mit Kot und tragen Sie beim Reinigen Handschuhe und eine FFP2-Maske. Trockenen Kot nicht fegen, sondern befeuchten und aufnehmen.

Muss ich den Befall melden?

In vielen Städten und Gemeinden ja, geregelt in der örtlichen Schädlingsbekämpfungssatzung. Die Meldung ist kostenlos, und manche Kommunen bekämpfen im öffentlichen Bereich sogar auf eigene Kosten.

Wer zahlt in der Mietwohnung?

Der Vermieter, weil ein Rattenbefall ein Mangel der Mietsache ist. Melden Sie ihn schriftlich und dokumentieren Sie ihn mit Fotos.

Wie schnell vermehren sich Ratten?

Ein Weibchen bekommt bei gutem Nahrungsangebot fünf bis sieben Würfe im Jahr mit je sechs bis zwölf Jungen, die nach drei Monaten selbst fortpflanzungsfähig sind. Deshalb zählt schnelles Handeln.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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