Soll eine neue Zimmertür samt Zarge in die bestehende Öffnung, zahlen Sie für die reine Montage 150 bis 350 €. Rechnen Sie das Türelement dazu, liegen die Kosten gesamt bei 250 bis 800 € pro Tür. Wer nur das Türblatt tauscht, kommt günstiger weg, während Sondermaße, Schallschutztüren und schiefe Altbauwände den Preis nach oben treiben. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Kosten für den Türeinbau realistisch sind, worauf Sie im Altbau achten sollten und wann der Tischler die Arbeit übernehmen sollte.
Die Kosten für den Türeinbau auf einen Blick
Für eine Zimmertür im Standardmaß zahlen Sie 150 bis 350 € Montage. Mit dem Türelement zusammen kostet die neue Tür meist 250 bis 800 €. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Fälle ein, vom einfachen Blatttausch bis zur Schallschutztür.
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Nur Türblatt tauschen (Zarge bleibt) | 80 bis 150 € Montage plus Türblatt ab 50 € |
| Zimmertür mit Zarge, Standardmaß | 150 bis 350 € Montage |
| Zimmertür, inklusive Element | 250 bis 800 € |
| Sondermaß oder Überhöhe | Aufpreis 100 bis 300 € je Element |
| Schallschutztür oder Brandschutztür | 500 bis 1.500 € |
| Haustür (zum Vergleich) | 300 bis 700 € Montage, Element separat |
Tischler arbeiten mit einem Stundensatz von 50 bis 80 €, der Einbau einer Zimmertür dauert etwa zwei bis drei Stunden. Eine Übersicht über alle üblichen Sätze und Nebenkosten finden Sie in unserem Ratgeber zu den Tischlerpreisen. Lassen Sie mehrere Türen in einem Termin einbauen, sinkt der Preis pro Tür, weil Anfahrt und Rüstzeit nur einmal anfallen.
Warum die Zarge über den Preis entscheidet
Die Zarge verursacht beim Türeinbau den größten Teil der Arbeitszeit, nicht das Türblatt. Das Blatt ist in wenigen Minuten eingehängt, die Zarge dagegen muss exakt im Lot stehen, gegen Verdrehen ausgespreizt und mit Montageschaum fixiert werden. Sitzt sie schief, klemmt später die Tür oder das Schloss fällt nicht plan ins Schließblech. Wie der Einbau Schritt für Schritt abläuft und welche Fehler dabei teuer werden, zeigt unser Beitrag zum Einbau der Türzarge.
Drei Zargenfragen bestimmen den Preis. Erstens die Wandstärke: Die Umfassungszarge muss exakt zur Wanddicke passen, bei ungewöhnlichen Werten wird eine Sonderanfertigung fällig. Zweitens der Ausbau der alten Zarge: Verschraubte Holzzargen sind schnell entfernt, eingemauerte Stahlzargen aus den 1970er Jahren kosten dagegen 50 bis 100 € zusätzlich und hinterlassen oft Putzschäden, die vor dem neuen Einbau ausgebessert werden müssen. Drittens das Material: Eine weiß beschichtete Standardzarge ist günstig, Echtholzfurnier oder raumhohe Zargen erhöhen den Elementpreis.
Sonderfälle im Altbau
Im Altbau sollten Sie 20 bis 40 % Aufschlag auf die Montagekosten einplanen. Viele Türöffnungen aus der Zeit vor 1960 entsprechen keinem heutigen Normmaß, sodass ein Türelement in Sonderanfertigung nötig wird. Der Aufpreis liegt je nach Maß bei 100 bis 300 € pro Element. Alternativ passt der Handwerker die Öffnung an, was allerdings Maurerarbeiten bedeuten kann und sich nur bei mehreren Türen rechnet.
Schiefe Wände: Der Tischler richtet die Zarge dann nach der am besten sichtbaren Kante aus und gleicht den Rest über die Zargenbekleidung an. Historische Kassettentüren müssen Sie übrigens nicht zwingend ersetzen: Aufarbeiten und neu lackieren erhält den Charakter der Wohnung und ist oft günstiger als ein stilgerechtes neues Element. Und wenn eine vorhandene Tür nach einem neuen Bodenbelag am Boden streift, hilft unser Beitrag zur schleifenden Tür mit den üblichen Lösungen, vom Nachstellen der Bänder bis zum Kürzen des Türblatts.
Welche Faktoren beeinflussen den Türpreis?
Neben Zarge und Einbausituation entscheidet vor allem das Türelement selbst über die Gesamtkosten. Drei Stellschrauben machen den Unterschied zwischen 250 und 800 € aus.
Türblatt und Oberfläche
Ein Türblatt mit Röhrenspaneinlage und weißer Standardoberfläche gibt es ab 50 €. Robuste CPL-Oberflächen kosten 80 bis 200 €, echtholzfurnierte Blätter 150 bis 400 €, Massivholztüren liegen darüber. Für stark beanspruchte Räume ist die schwerere Vollspanplatte eine gute Wahl, sie fühlt sich wertiger an und dämpft Geräusche besser. Welche Bauformen es gibt und wofür sie sich eignen, erklärt unsere Übersicht der Türarten.
Beschläge und Drücker
Eine einfache Drückergarnitur kostet 15 bis 40 €, Edelstahlmodelle mit hochwertigen Lagern 60 bis 150 €. Dazu kommen je nach Raum ein Buntbartschloss, eine WC-Verriegelung fürs Bad oder ein abschließbarer Zylinder für das Arbeitszimmer. Beschläge tauscht der Tischler beim Einbau gleich mit, das kostet kaum zusätzliche Arbeitszeit.
Demontage und Entsorgung
Für Demontage und Entsorgung der alten Tür berechnen Betriebe 20 bis 50 € pro Element. Wer die alten Türen selbst abschraubt und zum Wertstoffhof bringt, spart diesen Posten gänzlich und verkürzt den Montagetermin.
Können Sie eine Tür selbst einbauen?
Ein Türblatt tauschen Sie mit etwas Geschick selbst, den Zargeneinbau überlassen Sie besser dem Handwerker. Beim Blatttausch heben Sie die alte Tür aus den Bändern, hängen die neue ein und stellen die Bänder nach. Der Zargeneinbau verlangt dagegen Erfahrung: Die Zarge muss in zwei Ebenen im Lot stehen, gleichmäßige Spaltmaße von etwa drei Millimetern halten und darf sich beim Ausschäumen nicht verziehen. Fehler zeigen sich erst nach dem Aushärten des Schaums und lassen sich dann kaum noch korrigieren. Dazu kommt das Werkzeug: Ohne Wasserwaage, Zargenspreizen und Spanngurte wird das Ergebnis selten zufriedenstellend.
Rechnen Sie ehrlich: Der Fachmann braucht zwei bis drei Stunden pro Tür, Ungeübte oft einen halben Tag mit ungewissem Ergebnis. Sind die vorhandenen Türblätter noch gut, ist Aufarbeiten die günstigste Lösung. Was der Maler dafür nimmt, zeigt der Ratgeber zu den Kosten für das Streichen von Türen.
Wie können Sie beim Türeinbau sparen?
Am meisten sparen Sie über Bündelung und Standardmaße. Diese fünf Hebel wirken in fast jedem Projekt:
- Mehrere Türen in einem Auftrag einbauen lassen: Ab drei Türen sinkt der Montagepreis pro Stück oft um 20 bis 30 %.
- Standardmaße wählen: Sonderanfertigungen kosten 100 bis 300 € Aufpreis pro Element.
- Gut erhaltene Türblätter streichen oder aufarbeiten lassen, statt neu zu kaufen.
- Alte Türen selbst demontieren und entsorgen, das spart 20 bis 50 € je Tür.
- CPL-Oberfläche statt Echtholzfurnier wählen, gerade in Kinderzimmern und Fluren mit viel Betrieb.
Häufige Fragen zum Türeinbau
Wie lange dauert der Einbau einer Zimmertür?
Ein geübter Tischler braucht für eine Zimmertür mit Zarge etwa zwei bis drei Stunden. Muss eine eingemauerte Stahlzarge ausgebaut oder die Öffnung angepasst werden, kann daraus ein halber Tag werden. Für den reinen Tausch des Türblatts genügen 30 bis 60 Minuten, hier zahlen Sie meist nur eine Anfahrtspauschale plus eine Arbeitsstunde.
Kann eine neue Tür in die alte Zarge eingebaut werden?
Ja, wenn Maß und Bandposition zusammenpassen. Bei genormten Zargen ab den 1980er Jahren klappt das meist problemlos, das neue Blatt kostet dann ab 50 € plus 80 bis 150 € Montage. Bei älteren oder verzogenen Zargen rät der Tischler eher zum Komplettaustausch, weil das Nacharbeiten der Bänder schnell teurer wird als die neue Zarge.
Was kostet es, fünf Zimmertüren einbauen zu lassen?
Für fünf Standardtüren mit Zarge zahlen Sie 600 bis 1.250 € Montage, also 120 bis 250 € pro Tür, dazu die Türelemente ab etwa 125 € pro Stück. Gesamt sollten Sie je nach Qualität mit 1.500 bis 3.500 € rechnen. Holen Sie bei dieser Größenordnung immer zwei bis drei Angebote ein, die Preisunterschiede sind erheblich.
Welcher Handwerker baut Zimmertüren ein?
Der handwerkliche Ansprechpartner ist der Tischler. Auch Innenausbauer und viele Montagebetriebe setzen Zimmertüren fachgerecht ein. Bei Brandschutztüren und Rauchschutztüren muss der Einbau nach Herstellervorgabe erfolgen und dokumentiert werden, dieser Auftrag gehört deshalb in die Hände eines Fachbetriebs mit entsprechendem Nachweis.
Was kostet der Einbau einer Wohnungseingangstür?
Wohnungseingangstüren sind schwerer und müssen mehr können als Zimmertüren, üblich sind Schallschutz, Einbruchhemmung und teils Brandschutz. Das Element kostet 400 bis 1.200 €, die Montage 200 bis 400 €. Mit allem liegen Sie meist zwischen 600 und 1.500 €, je nach Ausstattung und Einbausituation im Haus.





