Für den Einbau eines Fenstersturzes durch einen Fachbetrieb fallen in der Regel 300 bis 800 € pro Fensteröffnung an. Das Fertigbauteil selbst kostet meist nur 20 bis 80 €. Ein Fenstersturz trägt das Gewicht des darüberliegenden Mauerwerks und gehört zu den tragenden Bauteilen eines Gebäudes. Deshalb dürfen Arbeiten an tragenden Wänden nur nach statischer Prüfung erfolgen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Sturzarten es gibt, wie der Einbau abläuft, welche Kosten entstehen und woran sich Schäden erkennen lassen.
Welche Aufgabe übernimmt ein Fenstersturz?
Ein Fenstersturz überbrückt die Öffnung im Mauerwerk und leitet die Lasten aus darüberliegenden Wänden, Geschossdecken oder dem Dach seitlich in die angrenzenden Wandbereiche weiter.
Damit diese Lasten sicher aufgenommen werden können, benötigt der Sturz auf beiden Seiten ausreichend Auflagerfläche. Je nach Hersteller, Spannweite und Bauart sind meist mindestens 11,5 cm Auflager je Seite erforderlich. Maßgeblich bleiben jedoch die statischen Berechnungen und die Herstellerangaben.
Bei tragenden Wänden darf ein Fenstersturz weder entfernt noch ausgetauscht oder versetzt werden, ohne dass zuvor ein Statiker die Konstruktion geprüft hat. Fehler können zu Rissen, Verformungen oder im schlimmsten Fall zu Schäden an der Tragkonstruktion führen.
Mehr Informationen finden Sie hier: Tragende Wand entfernen
Welche Fenstersturzarten gibt es?
Heute kommen überwiegend Fertigstürze zum Einsatz. Ortbetonstürze werden meist nur noch bei Sondermaßen oder besonderen Bauformen hergestellt.
| Sturzart | Einsatzbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Stahlbeton-Fertigsturz | Neubau und Sanierung | ab Lager erhältlich, Materialkosten ca. 20 bis 80 € |
| Ziegelflachsturz | Ziegelmauerwerk | erhält seine Tragfähigkeit durch die Übermauerung |
| Porenbetonsturz | Porenbetonwände | geringes Eigengewicht, für kleinere Spannweiten |
| Ortbetonsturz | Sonderlösungen und Altbau | wird direkt vor Ort geschalt und betoniert |
Für Ortbetonstürze wird zunächst eine Schalung hergestellt und anschließend Beton eingebracht.
Eine Anleitung finden Sie hier: Schalung selber bauen
In Altbauten finden sich außerdem häufig Stahlträger oder gemauerte Rundbögen als tragende Elemente.
Einen Überblick über verschiedene Mauersteine erhalten Sie hier: Ziegelarten
Wie läuft der Einbau eines Fenstersturzes ab?
Vor Beginn der Arbeiten wird die Wand im Bereich der Öffnung abgestützt. Anschließend erfolgt der Einbau in mehreren Schritten.
- Der Statiker legt Sturzart, Abmessungen und Auflager fest.
- Die Wand und gegebenenfalls die Decke werden mit Baustützen gesichert.
- Die Öffnung wird freigelegt.
- Die Auflagerflächen werden vorbereitet.
- Der neue Fenstersturz wird in ein Mörtelbett eingesetzt und exakt ausgerichtet.
- Anschließend werden die Fugen vermörtelt.
- Die Abstützung bleibt bestehen, bis Mörtel oder Beton ausreichend erhärtet sind.
Welche Kosten entstehen?
Für einen Fertigsturz sollten Sie je nach Größe etwa 20 bis 80 € einplanen.
Der Einbau durch einen Fachbetrieb kostet meist 300 bis 800 € pro Fensteröffnung.
Zusätzliche Kosten entstehen beispielsweise durch:
- statische Berechnungen,
- aufwendige Abstützungen,
- Vergrößerung der Öffnung,
- Putz- und Malerarbeiten,
- Staubschutzmaßnahmen.
Soll gleichzeitig eine neue Öffnung hergestellt werden, finden Sie weitere Informationen unter:
Weitere Preisübersichten:
Woran erkennen Sie einen beschädigten Fenstersturz?
Ein beschädigter Fenstersturz macht sich häufig durch Risse oberhalb der Fensteröffnung bemerkbar. Diese verlaufen oft schräg oder senkrecht von den Fensterecken aus.
Weitere Anzeichen sind:
- klemmende Fensterflügel,
- abplatzender Putz,
- absandende Fugen,
- Verformungen im Rollladenkasten,
- Rostspuren bei älteren Stahlbetonstürzen.
Nicht jeder Riss weist jedoch auf einen Schaden am Fenstersturz hin. Oberflächliche Putzrisse entstehen häufig durch normale Bewegungen des Gebäudes.
Kritisch werden Risse, wenn sie durch das Mauerwerk verlaufen, mit der Zeit breiter werden oder nach einer Reparatur erneut auftreten. In diesem Fall sollte die Ursache untersucht werden.
Gibt es Unterschiede zwischen Fenstersturz und Türsturz?
Technisch erfüllen Fenster- und Türstürze dieselbe Aufgabe. Beide leiten Lasten über einer Öffnung sicher in das Mauerwerk ab.
Bei schmalen Türöffnungen in nicht tragenden Innenwänden kann der Austausch vergleichsweise einfach sein.
Außenwände mit Haus- oder Terrassentüren gehören dagegen fast immer zur Tragkonstruktion. Hier gelten dieselben Anforderungen wie beim Fenstersturz.
Wann sollte ein Fachbetrieb beauftragt werden?
Sobald tragende Wände betroffen sind oder eine Fenster- beziehungsweise Türöffnung vergrößert werden soll, ist eine statische Prüfung erforderlich.
Auch bei sichtbaren Rissen oder Verformungen sollte zunächst die Ursache untersucht werden, bevor mit Abbrucharbeiten begonnen wird.
Häufige Fragen zum Fenstersturz
Darf ich einen Fenstersturz selbst austauschen?
In tragenden Wänden ist das nicht zulässig. Bei nicht tragenden Innenwänden kann ein Austausch unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein. Vor Beginn der Arbeiten sollte jedoch immer geprüft werden, ob tatsächlich keine tragende Funktion vorliegt.
Wie lange muss ein neuer Fenstersturz abgestützt werden?
Das richtet sich nach dem verwendeten Material, der Spannweite und den Witterungsbedingungen. Häufig bleibt die Abstützung mehrere Tage bestehen, bei Ortbetonstürzen auch länger.
Wie erkenne ich eine tragende Wand?
Sichere Aussagen liefern Baupläne oder die Beurteilung durch einen Statiker. Wandstärke oder Lage im Gebäude können Hinweise geben, ersetzen jedoch keine fachliche Prüfung.
Was passiert bei einem beschädigten Fenstersturz?
Unbehandelte Schäden können sich mit der Zeit vergrößern. Dadurch können Risse entstehen, Fenster klemmen oder sich Teile des Mauerwerks absenken.
Welche Auflagerlänge benötigt ein Fenstersturz?
Bei vielen Fertigstürzen beträgt die Auflagerlänge mindestens 11,5 cm je Seite. Je nach Spannweite und Hersteller können jedoch größere Auflager erforderlich sein.
Kann ein Fenstersturz nachträglich ausgetauscht werden?
Ja. Vor dem Ausbau muss die darüberliegende Wand fachgerecht abgestützt werden. Erst danach kann der alte Sturz entfernt und ein neuer eingesetzt werden.
Welche Fensterstürze eignen sich für Porenbeton?
Für Wände aus Porenbeton werden häufig speziell abgestimmte Porenbetonstürze verwendet. Sie besitzen ähnliche Materialeigenschaften wie das vorhandene Mauerwerk.
Muss jeder Fenstersturz gedämmt werden?
Bei modernen Außenwänden kommen häufig wärmegedämmte Stürze oder zusätzliche Dämmelemente zum Einsatz. Dadurch werden Wärmebrücken reduziert.
Wie lange dauert der Einbau eines Fenstersturzes?
Je nach Wandaufbau und Arbeitsumfang dauert der Austausch häufig einen Arbeitstag. Anschließend bleibt die Konstruktion bis zur ausreichenden Erhärtung des Mörtels oder Betons abgestützt.
Kann ein Fenstersturz rosten?
Bei älteren Stahlbetonstürzen kann eindringende Feuchtigkeit die Bewehrung angreifen. Rost führt häufig zu Abplatzungen des Betons und sollte frühzeitig überprüft werden.
Was kostet ein Statiker für den Einbau eines Fenstersturzes?
Für eine statische Beurteilung oder einen Standsicherheitsnachweis entstehen – abhängig vom Aufwand – zusätzliche Kosten. Diese liegen häufig im Bereich von etwa 150 bis 500 €, können bei umfangreicheren Umbauten jedoch höher ausfallen.
Kann ich ein Fenster vergrößern, ohne den Fenstersturz zu ersetzen?
In den meisten Fällen ist das nicht möglich. Wird die Öffnung verbreitert, muss in der Regel auch ein größer dimensionierter Fenstersturz eingebaut werden, damit die Lasten weiterhin sicher abgetragen werden.





