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Zwei fertig montierte Doppelstabmatten links, drei noch freie Pfosten rechts, dazwischen eine gespannte gelbe Richtschnur

Doppelstabmattenzaun montieren: 8 Schritte vom Aufmaß bis zum Tor

Lesedauer 6 Minuten

Montieren Sie einen Doppelstabmattenzaun selbst, sparen Sie sich die Montagekosten vollständig, denn alle Teile sind vorgefertigt und nichts muss zugeschnitten werden. Für 40 m planen Sie zu zweit vier Arbeitstage ein, zwei für Aufmaß und Fundamente, zwei für Matten und Tor. Gespart werden dabei rund 1.000 bis 1.600 € Montagekosten.

Werkzeug und Material

Das meiste davon liegt in einem gut sortierten Haushalt, der Rest kommt aus dem Verleih.

  • Erdlochbohrer oder Erdbohrgerät, Spaten, Spitzhacke
  • Maurerschnur, Holzpflöcke, Zollstock, langes Bandmaß
  • Wasserwaage, besser zusätzlich eine magnetische Pfostenwasserwaage
  • Mörtelkübel und Rührquirl oder Betonmischer aus dem Verleih
  • Ratschenschlüssel oder Akkuschrauber mit passender Nuss für die Klemmhalter
  • Gummihammer, Kantholz zum Verdichten, Latten und Schraubzwingen zum Abstützen
  • Trockenbeton, Kies für die Drainage, Handschuhe und Schutzbrille
  • Für Höhenanpassungen: Winkelschleifer mit Metalltrennscheibe und Zinkspray

Welches Mattenmodell und welche Pfosten Sie brauchen, klärt vorab Doppelstabmattenzaun Kosten.

Schritt 1: Verlauf abstecken

Setzen Sie an den Eckpunkten des künftigen Zauns Holzpflöcke und spannen Sie eine Maurerschnur straff dazwischen. Prüfen Sie an dieser Stelle noch einmal die Grenze anhand der Grenzsteine.

Wie weit der Zaun von der Grenze entfernt stehen darf oder muss, regeln die Nachbarrechtsgesetze der Länder unterschiedlich. Die Grundlagen fasst Grenzabstand und zulässige Zaunhöhe zusammen.

Schritt 2: Pfostenteilung berechnen

Dieser Schritt entscheidet über das Ergebnis und wird am häufigsten übersprungen. Doppelstabmatten sind 2,50 m breit, das Rastermaß von Pfostenmitte zu Pfostenmitte beträgt je nach Halterart 2,51 bis 2,55 m. Den genauen Wert nennt das Datenblatt Ihres Systems.

Teilen Sie die Gesamtlänge durch das Rastermaß. Bei 40 m und 2,52 m Raster ergeben sich 15,87 Felder. Der Rest muss irgendwo untergebracht werden, und dafür gibt es zwei brauchbare Wege.

  • Passfeld am Ende: Eine Matte wird auf Maß gekürzt und bekommt ein letztes, schmaleres Feld. Der Schnitt erfolgt mit dem Winkelschleifer, die Schnittkanten werden mit Zinkspray nachbehandelt.
  • Gleichmäßig verteilen: Sie rechnen mit 16 Feldern und verkleinern jedes Feld um 8 cm. Das geht nur, wenn die Halter Spiel bieten und ist bei Klemmhaltern meist möglich, bei geschlitzten Pfosten nicht.

Was Sie nicht tun sollten: den Rest einfach hinten anhängen und improvisieren. Markieren Sie jede Pfostenmitte mit einem Stab, bevor Sie das Projekt beginnen.

Schritt 3: Löcher ausheben

Je Pfosten buddeln Sie ein Loch von 30 cm Durchmesser und 80 cm Tiefe. Der Erdbohrer schafft das in lockerem Boden in zehn Minuten, in lehmigem oder steinigem Untergrund dauert es dementsprechend länger. Ein motorbetriebenes Gerät für zwei Personen kostet 40 bis 80 € am Tag und rechnet sich ab etwa zehn Löchern.

Prüfen Sie vorher, ob Leitungen im Weg liegen. Hausanschlüsse für Wasser, Strom und Gas verlaufen oft parallel zur Grundstücksgrenze in 60 bis 80 cm Tiefe, also genau auf Fundamenthöhe. Die Lagepläne bekommen Sie beim Versorger, meist kostenlos.

Schritt 4: End- und Eckpfosten setzen

Beginnen Sie mit den Pfosten an den Enden und an jeder Ecke. Sie geben Flucht und Höhe für alles Weitere vor und müssen deshalb besonders sorgfältig sitzen.

  1. 10 cm Kies ins Loch, festtreten.
  2. Pfosten einstellen und auf die geplante Höhe bringen. Die Mattenoberkante soll später bündig mit der Pfostenoberkante abschließen oder 2 bis 3 cm darunter liegen, je nach System.
  3. Beton einfüllen und mit einem Kantholz verdichten, damit keine Hohlräume entstehen.
  4. Mit der Wasserwaage in beiden Richtungen ausloten und mit zwei Latten abstützen.
  5. Betonkrone leicht schräg vom Pfosten weg abziehen.

Diese Pfosten müssen 24 bis 48 Stunden aushärten, bevor es weitergeht. Die Details zum Beton stehen in Fundamente für Zaunpfosten.

Schritt 5: Zwischenpfosten nach Schnur setzen

Spannen Sie jetzt zwei Schnüre zwischen den ausgehärteten Endpfosten: eine auf Höhe der Pfostenoberkante und eine etwa 20 cm über dem Boden. Die obere gibt die Höhe vor, die untere die Flucht. Jeder Zwischenpfosten wird an beiden Schnüren ausgerichtet.

Unser Tipp: Setzen Sie einen Pfosten nicht direkt an die Schnur, sondern lassen Sie 2 mm Luft. Berührt der Pfosten die Schnur, drückt er sie weg, und alle folgenden Pfosten stehen falsch.

Kontrollieren Sie nach jedem dritten Pfosten den Abstand mit dem Zollstock. Ein Fehler von 5 mm je Feld summiert sich über 16 Felder auf 8 cm, und die letzte Matte passt nicht mehr.

Schritt 6: Matten einhängen und klemmen

Nach der Aushärtezeit kommen die Matten. Zu zweit ist das schnell erledigt, weil eine Person hält und die andere schraubt. Eine Matte in 1,60 m Höhe wiegt 15 bis 20 kg.

  1. Matte zwischen zwei Pfosten stellen und auf Klötze oder Steine setzen, damit der Bodenabstand von 3 bis 5 cm gleich bleibt.
  2. Klemmhalter oben und unten ansetzen und locker anschrauben.
  3. Matte ausrichten, waagerechte Drähte auf gleicher Höhe wie beim Nachbarfeld.
  4. Bei Matten ab 1,20 m Höhe einen dritten Halter in der Mitte setzen, das ist bei den meisten Systemen vorgesehen.
  5. Alle Schrauben festziehen. Sicherheitsschrauben mit abscherbarem Kopf werden zuletzt angezogen, bis der Kopf abreißt.

Die Überstände der senkrechten Drähte gehören nach oben, wo sie das Übersteigen erschweren. Nach unten gerichtete Spitzen sind eine Verletzungsgefahr für Kinder und Haustiere.

Schritt 7: Höhenversatz am Hang lösen

Die Stufenhöhe ergibt sich aus dem Gefälle mal der Feldbreite. Bei 5 % Gefälle und 2,50 m Feldbreite sind das 12,5 cm je Feld. Unter den Matten entstehen dabei dreieckige Lücken. Sie lassen sich mit Randsteinen, einer flachen Mauer oder Kies schließen.

Bei starkem Gefälle über 10 % werden die Stufen zu hoch und sehen unruhig aus. Dann sind entweder kürzere Felder oder speziell schräg gefertigte Matten die bessere Lösung, was allerdings eine Sonderbestellung bedeutet.

Schritt 8: Tor einbauen und justieren

Torpfosten stehen unter dauerhafter Last und brauchen größere Fundamente: 40 cm Durchmesser und 90 bis 100 cm Tiefe. Setzen Sie beide Torpfosten gleichzeitig und messen Sie den lichten Abstand mehrfach nach, während der Beton noch weich ist.

Das Tor wird erst nach einer Woche Aushärtung eingehängt. Danach folgt das Justieren. Die meisten Bänder lassen sich in zwei oder drei Achsen verstellen, sodass das Tor ohne Klemmen schließt und die Flügel auf gleicher Höhe stehen. Planen Sie dafür eine Stunde ein und prüfen Sie nach ein paar Wochen noch einmal nach.

Welche Torbauart zu Ihrer Einfahrt passt und was sie kostet, steht in Torpreise im Überblick.

Zeitbedarf und was der Betrieb kostet

ArbeitsschrittZeit zu zweit (40 m)
Abstecken und Teilung rechnen1 bis 2 Stunden
21 Löcher ausheben4 bis 7 Stunden
Pfosten setzen und betonieren4 bis 6 Stunden
Matten einhängen3 bis 5 Stunden
Tor einbauen und justieren2 bis 3 Stunden
Gesamt14 bis 23 Stunden

Ein Fachbetrieb rechnet für dieselbe Länge 1.000 bis 1.600 € Montage plus 630 bis 1.050 € für die Fundamente. In Eigenleistung zahlt man nur den Bohrgeräteverleih und den Beton, also etwa 200 bis 350 €.

Gegen die Eigenleistung sprechen zwei Dinge: schwerer Boden, in dem jedes Loch zur Grabung wird, und lange Strecken mit Gefälle, wo die Stufenplanung Erfahrung verlangt. In beiden Fällen ist der Betrieb schneller am Ziel.

Materialliste für 40 m

Das sollte die Materialliste enthalten.

PositionMenge für 40 m
Doppelstabmatten 2,50 m breit16 Stück
Pfosten inkl. Kappen17 Stück plus 2 Torpfosten
Klemmhalter mit Sicherheitsschrauben3 je Matte, also 48 Sets
Trockenbeton 25 kgca. 80 Säcke
Kies für Drainageca. 0,3 m³
Zinkspray für Schnittkanten1 Dose
Richtmengen bei 1,60 m Zaunhöhe und einem Gehtor.

Bestellen Sie eine Matte und vier Halter mehr als berechnet. Transportschäden und ein misslungener Schnitt kommen vor, und eine Nachlieferung kostet erneut die Anfahrtspauschale von 80 bis 250 €.

Wohin mit den Zwischenräumen an Ecken?

An jeder Ecke treffen zwei Zaunlinien aufeinander und der Eckpfosten muss beide Matten aufnehmen. Systempfosten für Ecken haben dafür entweder Halter auf zwei Seiten oder eine umlaufende Klemmung, mit der sich beliebige Winkel abbilden lassen.

Haben Sie keinen rechten Winkel, etwa bei einem schräg zulaufenden Grundstück, brauchen Sie einen Universalhalter mit Gelenk. Er kostet 4 bis 9 € je Stück statt 2 bis 4 € und ist bis etwa 45 Grad Abweichung einsetzbar. Bei spitzeren Winkeln setzt man zwei Pfosten dicht nebeneinander, was optisch unauffälliger ist als eine verzogene Matte.

Messen Sie die Winkel vor der Bestellung mit einem großen Winkelmesser oder rechnerisch über die Diagonale. Nachträglich bestellte Sonderhalter verzögern die Montage.

Nacharbeiten

  • Nach zwei Wochen: alle Klemmhalter nachziehen. Die Beschichtung setzt sich unter der Schraube, und die Verbindung wird lose.
  • Nach dem ersten Winter: Flucht und Lot der Pfosten prüfen. Ein einzelner Pfosten, der sich durch Frost bewegt hat, lässt sich in diesem Stadium noch mit einem Fundamentnachtrag stabilisieren.

Prüfen Sie außerdem die Schnittkanten, falls Sie Matten gekürzt haben. Zeigt sich dort brauner Belag, war der Zinkauftrag zu dünn und gehört erneuert. Ein zweiter Auftrag kostet zehn Minuten und verhindert, dass der Rost in die Beschichtung hineinwandert.

Ansonsten ist die Bauart wartungsarm. Wie sie sich gegenüber anderen Zäunen schlägt, zeigt Bauarten und Materialien im Vergleich.

Häufige Fragen

Kann ich die Matten kürzen?

In der Breite ja, mit dem Winkelschleifer zwischen zwei senkrechten Drähten. Behandeln Sie die Schnittkanten mit Zinkspray nach, sonst rostet die Matte.

Wie viel Abstand zum Boden?

3 bis 5 cm sind üblich, damit der Rasentrimmer darunter arbeiten kann und die Matte nicht in feuchter Erde steht. Wer Kleintiere sicher einschließen will, setzt die Matte tiefer und legt ein Geflecht in den Boden.

Brauche ich für jeden Pfosten Beton?

Ja, bei Doppelstabmatten sind Einschlaghülsen keine dauerhafte Lösung, weil die Matten steif sind und jede Bewegung eines Pfostens sich auf die Nachbarfelder überträgt.

Wie ergänze ich Sichtschutzstreifen?

Die Streifen werden nachträglich von oben zwischen die Doppelstäbe eingeflochten, das geht auch Jahre später. Bedenken Sie, dass die Windlast dadurch stark steigt, weshalb die Fundamente von Anfang an dafür ausgelegt sein sollten.

Was mache ich, wenn ein Pfosten schief steht?

Solange der Beton weich ist, richten Sie ihn nach und stützen erneut ab. Ist er ausgehärtet, hilft nur Aufstemmen des Fundaments und Neusetzen. Deshalb lohnt sich die Kontrolle.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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