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Baggerarbeiten im Garten eines Einfamilienhauses.

Baggerarbeiten und Erdarbeiten richtig kalkulieren

Lesedauer 4 Minuten

Bild: leszekglasner / stock.adobe.com

Ein Minibagger mit Fahrer kostet 80 bis 120 € pro Stunde, der Aushub selbst wird mit 10 bis 30 € pro m³ kalkuliert, dazu kommt die Entsorgung des Erdreichs. Ob bei einem Neubau, bei Abrissarbeiten, bei größeren Neugestaltungen im Garten oder für den lange gehegten Traum eines Swimmingpools: Baggerarbeiten erledigen in Stunden, wofür Arbeiter mit Schaufel und Schubkarre Tage bräuchten. Wie Sie Erdarbeiten realistisch kalkulieren und welche Nebenkosten oft vergessen werden, zeigt dieser Überblick.

Was kosten Baggerarbeiten pro Stunde und pro m³?

Für einen Minibagger mit Fahrer zahlen Sie 80 bis 120 € pro Stunde, den reinen Aushub kalkulieren Betriebe mit 10 bis 30 € pro m³ je nach Bodenklasse. Wer selbst baggern will, mietet einen Minibagger ohne Fahrer für etwa 120 bis 300 € pro Tag. Bei mehreren Tagen oder Wochen sinkt der Tagessatz deutlich, ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich, denn auch innerhalb einer Region gibt es erhebliche Preisunterschiede.

LeistungKosten
Minibagger mit Fahrer80 bis 120 € pro Stunde
Minibagger ohne Fahrer (Tagesmiete)120 bis 300 € pro Tag
An- und Abtransport des Baggers100 bis 200 € pauschal
Aushub (je nach Bodenklasse)10 bis 30 € pro m³
Entsorgung von Erdaushub20 bis 40 € pro m³

Die Entsorgung wird häufig unterschätzt: Sie kostet oft mehr als das Baggern selbst. Für Transport und Deponie von 10 m³ Abraum werden schnell 300 bis 400 € fällig. Enthält der Aushub Wurzeln, Grasnarbe oder Bauschutt, steigen die Deponiegebühren zusätzlich. Wer Aushub gestalterisch im Garten weiterverwenden kann, etwa für eine Hangmodellierung, spart diesen Posten ganz oder teilweise. Die Stundensätze der beteiligten Betriebe können Sie im Beitrag Stundenlohn Handwerker nachlesen.

Wie beeinflusst die Bodenklasse die Kosten?

Je schwerer der Boden lösbar ist, desto länger braucht der Bagger und desto teurer wird der m³ Aushub. Boden ist nicht gleich Boden, deshalb werden unterschiedliche Bodenklassen unterschieden. Während Humus oder Schöpfboden sehr einfach abzutragen sind, ist bröckliger oder harter Fels erheblich aufwendiger. Bei Bauarbeiten findet sich meist Boden der Klasse 3 oder 4, also leicht bis mittelschwer lösbarer Boden. Die Tabelle zeigt, wie viele Minuten ein Bagger für 5 m³ der jeweiligen Bodenklasse benötigt:

BodenklasseArbeitsdauer (für 5 m³ in Minuten)
1 (Humusboden)25 bis 50
2 (Schöpfboden)25 bis 50
3 (leicht lösbarer Boden)50 bis 100
4 (mittelschwer lösbarer Boden)100 bis 250
5 (felsartiger Boden)250 bis 400
6 (bröckeliger Fels)350 bis 450
7 (Fels)350 bis 450

Bei Boden der Klasse 7 werden zusätzlich Sprengarbeiten benötigt, da hier auch ein gut ausgestatteter Bagger nicht mehr effizient arbeiten kann.

Was kosten typische Projekte mit Erdarbeiten?

Für den Aushub eines Pools sollten Sie je nach Größe 1.500 bis 3.000 € einplanen, kleinere Projekte wie Zaunfundamente oder ein Teichaushub sind ab wenigen Hundert € machbar. Ein Rechenbeispiel: Für einen Pool werden 30 m³ Boden der Klasse 3 ausgehoben. Der Bagger arbeitet dafür rund einen Tag, dazu kommen Transport und Entsorgung.

KostenpunktKosten
Minibagger mit Fahrer (8 Stunden)640 bis 960 €
An- und Abtransport100 bis 200 €
Entsorgung von 30 m³ Aushub600 bis 1.200 €
Gesamt1.340 bis 2.360 €

Ähnlich kalkulieren Sie andere Vorhaben: Für ein Streifenfundament oder eine Bodenplatte hängt der Aufwand von Fläche und Frosttiefe ab, für eine Zisterne oder einen Brunnen von der Grubentiefe. Preisbeispiele für verwandte Projekte finden Sie in den Ratgebern Gartenteich Kosten, Brunnen bohren Kosten und Zaunbau Kosten. Soll nach den Erdarbeiten der komplette Garten neu gestaltet werden, hilft der Beitrag Garten anlegen Kosten bei der Gesamtkalkulation.

Warum ist die Zufahrt ein Preisfaktor?

Je schwerer die Baustelle erreichbar ist, desto teurer werden die Erdarbeiten. Ein großer Bagger schafft ein Vielfaches pro Stunde, braucht aber eine breite, tragfähige Zufahrt. Führt der Weg in den Garten nur durch ein schmales Tor oder an der Hauswand vorbei, muss ein schmaler Minibagger ran, der entsprechend länger arbeitet. Im Extremfall muss das Gerät per Kran über das Haus gehoben werden, was die Kosten spürbar erhöht. Auch der Abtransport des Aushubs will bedacht sein: Kann der Container nicht direkt neben der Grube stehen, kostet jeder Meter Umweg Zeit und Geld. Klären Sie die Zugänglichkeit deshalb schon bei der Besichtigung, damit das Angebot realistisch kalkuliert ist.

Wer muss vor dem Graben die Leitungsauskunft einholen?

Vor jedem Aushub muss geklärt sein, wo Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen verlaufen, sonst haftet der Verursacher für Schäden. Die sogenannte Leitungsauskunft erhalten Sie kostenlos bei den örtlichen Netzbetreibern oder über deren Online-Portale. Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, kümmert der sich in der Regel selbst darum, fragen Sie aber sicherheitshalber nach. Wer auf eigene Faust gräbt und eine Gasleitung oder ein Stromkabel trifft, riskiert nicht nur teure Reparaturen, sondern auch Lebensgefahr. Auf dem eigenen Grundstück lohnt zusätzlich ein Blick in die Bauunterlagen, denn private Leitungen wie die Zuleitung zur Gartensteckdose sind bei den Netzbetreibern nicht verzeichnet.

Bagger ohne Fahrer mieten und selbst fahren?

In den meisten Fällen ist das keine gute Idee, auch wenn die Ersparnis verlockend wirkt. Ein Bagger sieht einfach zu bedienen aus, Bedienungsfehler führen aber schnell zu erheblichen Problemen und Schäden. Unsachgemäß ausgeführte Baggerarbeiten sind für alle folgenden Gewerke ein Hindernis und lassen sich, zu spät bemerkt, nur schwer ausbügeln. Außerdem besitzt ein tonnenschweres Baugerät erhebliches Zerstörungspotenzial: Eingerissene Gartenzäune, beschädigte Wände oder platt gewalzte Beete zahlt Ihnen keine Versicherung. Und wer aus mangelnder Erfahrung doppelt so lange braucht, spart am Ende wenig. Für kleine Gräben in weichem Boden kann sich die Selbstmiete lohnen, ab Kellertiefe oder in der Nähe von Gebäuden gehört der Hebel in Profihände. Was der Fachbetrieb für die Begleitarbeiten im Garten berechnet, zeigt der Ratgeber Gärtner Kosten.

Häufige Fragen zu Baggerarbeiten und Erdarbeiten

Was kostet eine Baggerstunde mit Fahrer?

Ein Minibagger mit Fahrer kostet 80 bis 120 € pro Stunde. Größere Bagger liegen am oberen Ende der Spanne oder darüber, arbeiten dafür aber deutlich schneller. Hinzu kommen einmalig 100 bis 200 € für den An- und Abtransport des Geräts.

Was kostet 1 m³ Aushub?

Der reine Aushub kostet 10 bis 30 € pro m³, abhängig von der Bodenklasse. Dazu kommt die Entsorgung mit 20 bis 40 € pro m³. Realistisch sollten Sie also mit 30 bis 70 € pro m³ inklusive Abfuhr rechnen, bei felsigem Boden mehr.

Wie lange braucht ein Bagger für 10 m³?

In leicht lösbarem Boden der Klasse 3 schafft ein Minibagger 10 m³ in etwa zwei bis drei Stunden. Bei mittelschwerem Boden der Klasse 4 können daraus vier bis acht Stunden werden. Enge Platzverhältnisse und weite Wege zum Container verlängern die Arbeitszeit zusätzlich.

Ist die Entsorgung im Baggerpreis enthalten?

Meist nicht. Angebote nennen oft nur Baggerstunde und Anfahrt, während Container, Transport und Deponiegebühren separat berechnet werden. Fragen Sie deshalb immer nach dem Komplettpreis inklusive Entsorgung, denn dieser Posten macht häufig die Hälfte der Gesamtkosten aus.

Brauchen Sie eine Genehmigung für Erdarbeiten im Garten?

Für normale Gartenarbeiten wie Beete, Teiche oder Zaunfundamente in der Regel nicht. Genehmigungspflichtig können dagegen größere Vorhaben sein, etwa ein Pool ab einer bestimmten Größe oder Eingriffe nahe der Grundstücksgrenze. Erkundigen Sie sich im Zweifel beim örtlichen Bauamt, bevor der Bagger anrollt.

Alexander Oberst, Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Verfasst von

Alexander Oberst Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Alexander Oberst ist seit 2017 Redakteur beim Blauarbeit-Ratgeber und damit eine der dienstältesten Stimmen der Redaktion. Sein Thema ist die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Handwerksbetrieben: Angebote vergleichen, Aufträge sicher vergeben, Gewährleistung und Anfahrtskosten richtig einordnen. Sein Blick ist dabei immer der des Auftraggebers: Was muss ich wissen, bevor ich unterschreibe?

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