Einen Marder vertreiben zu lassen kostet 200 bis 600 €, die anschließende Abdichtung der Einschlupfstellen am Dach 300 bis 1.500 €. Wer nur vergrämt und nicht abdichtet, zahlt im Folgejahr erneut, weil der Marder oder ein Nachfolger zurückkommt.
Was kosten die einzelnen Leistungen?
| Leistung | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Begehung mit Ortsbestimmung | 80 bis 200 € | häufig verrechenbar |
| Vergrämung | 200 bis 600 € | Geruchsentfernung plus Störung |
| Einschlupfstellen abdichten | 300 bis 1.500 € | je nach Dachform und Anzahl |
| Marderabwehrgitter am Traufkasten | 25 bis 60 € je lfm | verzinkt, dauerhaft |
| Reinigung Dachboden | 20 bis 50 € je m² | Kot, Urin, Beutereste |
| Dämmung erneuern | 30 bis 80 € je m² | bei durchnässter Dämmung |
| Marderschutz am Auto | 60 bis 250 € | Ultraschall oder Elektroschutz |
Die Einordnung gegenüber anderen Schädlingen liefert die Einsatzpreise im Überblick.

Warum ist die Abdichtung entscheidend?
Ein Steinmarder braucht eine Öffnung von etwa 5 cm, um durchzuschlüpfen, und er ist ein ausgezeichneter Kletterer. Typische Einstiege sind offene Traufkästen, gelöste Ortgangbretter, Lücken unter First- und Gratziegeln sowie Lüftungsöffnungen ohne Gitter.
Wird nur vergrämt, ist der Dachboden für kurze Zeit frei, bleibt aber ein attraktives Revier. Marder markieren ihr Territorium, und der Geruch zieht Nachfolger an. Deshalb gehören Vergrämung und Abdichtung in dieselbe Beauftragung.
Die Reihenfolge ist wichtig: Erst wenn sicher kein Tier mehr im Dach ist, wird verschlossen. Ein eingesperrter Marder richtet erheblichen Schaden an und verendet im schlimmsten Fall in der Dämmung.
Wie läuft eine Vergrämung ab?
- Ortsbestimmung. Der Fachbetrieb sucht Laufwege, Kotplätze und den Zugang, oft anhand von Kratzspuren an Regenrinne oder Fassade.
- Geruchsentfernung. Markierungen und Kot werden entfernt und die Flächen behandelt, weil der Eigengeruch sonst Nachfolger anzieht.
- Störung. Über einige Tage wird der Ruheplatz unattraktiv gemacht, etwa mit Licht, Geräuschen oder Duftstoffen.
- Kontrolle der Anwesenheit. Mit Mehl oder Sandflächen an den Zugängen wird geprüft, ob noch Spuren entstehen.
- Abdichten. Erst nach mehreren spurenfreien Nächten werden die Öffnungen verschlossen.
Zwischen Jungenaufzucht im Frühjahr und Sommer ist besondere Vorsicht geboten, weil Jungtiere im Dach zurückbleiben könnten. Ein seriöser Betrieb weist darauf hin und verschiebt das Verschließen entsprechend.

Was gilt rechtlich?
Der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht. Das bedeutet: Fangen und Töten sind Jagdausübung und Privatpersonen nicht erlaubt. Zuständig sind Jagdausübungsberechtigte, und es gelten Schonzeiten nach § 22 BJagdG, die während der Aufzucht besonders streng sind.
Erlaubt und der übliche Weg ist die Vergrämung: Das Tier wird vertrieben und der Zugang gesichert, ohne dass es zu Schaden kommt. Wer eine Lebendfalle aufstellen will, braucht dafür je nach Bundesland eine Erlaubnis und muss das gefangene Tier fachgerecht behandeln.
Bei Unsicherheit hilft die untere Jagdbehörde des Landkreises weiter. Sie nennt auch Ansprechpartner vor Ort.
Marder am Auto
Der Schaden entsteht meist an Zündkabeln, Faltenbälgen und Dämmmatten und liegt oft zwischen 200 und 1.500 €. Die Teilkaskoversicherung deckt Marderbiss in vielen Tarifen ab, Folgeschäden am Motor aber nur, wenn der Tarif das ausdrücklich einschließt.
Wirksam sind Elektroschutzgeräte mit Hochspannungskontakten, die 60 bis 250 € kosten, sowie eine Motorwäsche nach dem ersten Vorfall. Der Grund für Bisse ist Revierverhalten: Ein fremder Marderduft im Motorraum provoziert den ansässigen Marder. Wer das Fahrzeug in einer geschlossenen Garage abstellt, hat das Problem selten.
Wie Sie einen Befall auf dem Dachboden erkennen und selbst reagieren, beschreibt Marder auf dem Dachboden.

Woran erkennen Sie den Marder im Dach?
Bevor Sie einen Betrieb beauftragen, lohnt eine kurze Bestandsaufnahme. Sie beschleunigt die Begehung und macht das Angebot genauer.
| Posten | Details |
|---|---|
| Geräusche | Poltern und Rollen zwischen 22 und 4 Uhr, schwerer als das Trippeln von Mäusen. Oft ist zu hören, wie Beute geschleppt wird. |
| Kot | 8 bis 10 cm lang, gedreht, mit erkennbaren Beuteresten wie Federn, Haaren oder Kirschkernen. |
| Kratzspuren | An Fallrohr, Fassade und Regenrinne, dort wo der Kletterweg verläuft. |
| Geruch | Streng und moschusartig, besonders im Sommer. |
| Dämmschäden | Herausgezogene Dämmwolle und angelegte Nester in Zwischendecken. |
Zur Abgrenzung: Ein Siebenschläfer klingt leichter und ist von Oktober bis April gar nicht aktiv. Details dazu in Siebenschläfer vertreiben.
Kostenbeispiel: Einfamilienhaus mit Marder im Dach
| Position | Kosten |
|---|---|
| Begehung und Ortsbestimmung | 80 bis 200 € |
| Vergrämung über mehrere Tage | 200 bis 600 € |
| Traufkasten und Ziegellücken sichern | 400 bis 1.200 € |
| Reinigung Dachboden, 40 m² | 800 bis 2.000 € |
| Dämmung teilweise erneuern, 15 m² | 450 bis 1.200 € |
| Gesamt | 1.930 bis 5.200 € |
Auffällig ist das Verhältnis: Vergrämung und Abdichtung machen nur ein Drittel aus, der Rest entfällt auf Folgeschäden. Wer beim ersten nächtlichen Poltern handelt, zahlt weniger als jemand, der zwei Jahre wartet.
Was Sie selbst tun können
Zwei Maßnahmen sind ohne Fachbetrieb machbar und senken die Wahrscheinlichkeit einer Ansiedlung.
1) Kletterwege unterbrechen: Äste sollten mindestens 2 m Abstand zum Dach haben, Rankgitter nicht bis zur Traufe reichen, und ein Fallrohr lässt sich mit einer glatten Manschette aus Blech sichern, die 20 bis 60 € kostet.
2) den Dachboden unattraktiv halten: kein Vogelfutter, keine offenen Vorräte, keine weichen Materialien wie alte Decken oder Polster, die als Nestmaterial dienen. Wie ein bereits bestehende WG mit dem Marder wieder aufgelöst wird, beschreibt der Beitrag Marderbefall im Dach.
Häufige Fragen
Zahlt die Versicherung Marderschäden am Haus?
Die Wohngebäudeversicherung deckt Marderschäden nur, wenn sie ausdrücklich eingeschlossen sind. Ohne diesen Baustein tragen Eigentümer Reparatur und Dämmungserneuerung selbst.
Helfen Ultraschallgeräte im Dach?
Nur kurzfristig. Marder gewöhnen sich innerhalb von Tagen bis Wochen daran, besonders wenn der Platz sonst optimal ist. Dauerhaft wirkt allein die bauliche Sicherung.
Woran merke ich, dass ein Marder da ist?
An nächtlichen Poltergeräuschen, oft mit deutlichem Trippeln und Rollen, an Kot mit Beuteresten und an Kratzspuren am Fallrohr. Anders als Mäuse ist ein Marder gut zu hören.
Was kostet die Reinigung des Dachbodens?
20 bis 50 € je m². Ist die Dämmung von Urin durchtränkt, muss sie ersetzt werden, was 30 bis 80 € je m² kostet und den größten Einzelposten bildet.
Bilder: Canva





