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Einbrecher mit Taschenlampe an Terrassentüre

Welche Förderung es für Einbruchschutz an Fenstern und Türen gibt

Lesedauer 5 Minuten

Der Investitionszuschuss 455-E der KfW, jahrelang der Standardweg für geförderten Einbruchschutz, nimmt keine neuen Anträge mehr an. Für neue Maßnahmen bleibt vor allem der zinsgünstige KfW-Kredit 159. Zusätzlich können selbst getragene Handwerkerleistungen unter den Voraussetzungen des § 35a EStG steuerlich berücksichtigt werden. Der Steuerbonus ersetzt die frühere Förderung nicht, kann die Kosten für die Arbeitsleistung aber reduzieren.

Was ist von der Förderung übrig?

Die KfW-Seite zum Einbruchschutz verweist inzwischen auf das Kreditprogramm Altersgerecht Umbauen (159). Bereits erteilte Zusagen für den Zuschuss 455-E bleiben bestehen und können nach Durchführung der Maßnahme und Vorlage der erforderlichen Nachweise ausgezahlt werden.

FörderwegWas Sie bekommenVoraussetzung
KfW-Kredit 159zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 € je WohneinheitAntrag über einen Finanzierungspartner vor Beginn der Maßnahme
Steuerbonus § 35a EStG20 % der begünstigten Arbeitskosten, maximal 1.200 € im JahrRechnung und unbare Zahlung, weitere steuerliche Voraussetzungen
Landesprogrammeje nach Bundesland unterschiedlichregional prüfen,oft begrenzte Fördermittel
KfW-Zuschuss 455-Ekeine neuen Anträgenur bei bereits erteilter Zusage

Der Steuerbonus nach § 35a EStG ist für kleinere Handwerkerarbeiten der einfachste Förderweg. Sie müssen dafür keinen Antrag bei der KfW stellen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Arbeiten in einem begünstigten Haushalt ausgeführt werden, die Arbeitskosten auf der Rechnung gesondert ausgewiesen sind und die Rechnung unbar bezahlt wurde. Barzahlungen werden nicht berücksichtigt.

Ein Rechenbeispiel: Wer vier Fenster und eine Haustür nachrüsten lässt, zahlt dafür 3.800 €, davon entfallen 1.400 € auf die begünstigten Arbeitskosten. Unter den Voraussetzungen des § 35a EStG können davon 20 %, also 280 €, steuerlich geltend gemacht werden. Der Betrag wird nicht direkt ausgezahlt, sondern mindert die Einkommensteuer im Rahmen der Steuererklärung.

Welche Maßnahmen zählen?

Beim Einbruchschutz kommt es darauf an, ob eine Maßnahme den Zugang tatsächlich erschwert. Mechanische Sicherungen stehen dabei im Mittelpunkt. Elektronische Systeme wie Alarmanlagen oder Kameras haben eine andere Funktion: Sie erkennen oder melden einen Einbruch, verhindern den Zugang aber nicht automatisch.

Bei Fenstern gehören beispielsweise Nachrüstbeschläge mit Pilzkopfverriegelungen, abschließbare Fenstergriffe und zusätzliche mechanische Sicherungen zu den möglichen Maßnahmen. Bei Türen kommen unter anderem Querriegelschlösser, Zusatzschlösser, Schutzbeschläge mit Zylinderabdeckung, Bandseitensicherungen und einbruchhemmende Türsysteme infrage. Was der Austausch eines Schlosses kostet, steht unter Türschloss austauschen.

Die polizeiliche Kriminalprävention weist darauf hin, dass mechanische Sicherungen einen wichtigen Bestandteil des Einbruchschutzes bilden. Elektronische Systeme können diese Maßnahmen ergänzen, ersetzen sie aber nicht.

Bei Fenstern und Türen spielt außerdem die Widerstandsklasse eine wichtige Rolle. RC 2 wird für viele private Wohnbereiche als geeignete Widerstandsklasse empfohlen. Ein nach RC 2 geprüftes Element muss einem definierten Angriff mit Werkzeugen über eine bestimmte Widerstandszeit standhalten. Die Klassifizierung bezieht sich dabei auf das gesamte geprüfte Bauteil einschließlich Rahmen, Verglasung, Beschlägen und Befestigung. Einzelne Bauteile mit einer entsprechenden Eigenschaft machen aus einem Fenster oder einer Tür noch kein RC-2-Element.

Was die Nachrüstung kostet

Die Höhe der Investition entscheidet mit darüber, welcher Förderweg sinnvoll ist. Bei kleineren Maßnahmen ist eine steuerliche Berücksichtigung der Handwerkerleistung einfacher als eine Finanzierung über ein Förderdarlehen.

MaßnahmeMaterialkostenKosten mit Montage
Pilzkopfverriegelung nachrüsten80 bis 150 €150 bis 280 €
Abschließbarer Fenstergriff20 bis 45 €40 bis 80 €
Aufschraubsicherung am Fenster40 bis 90 €90 bis 170 €
Querriegelschloss für die Haustür180 bis 400 €320 bis 650 €
Zusatzschloss mit Sperrbügel90 bis 200 €180 bis 380 €
Neue Haustür nach RC 21.500 bis 4.000 €1.900 bis 4.800 €

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit acht Fenstern im Erdgeschoss und einer Haustür kann bei einer umfassenden mechanischen Nachrüstung auf etwa 2.400 bis 4.500 € kommen. Werden nur besonders gefährdete Zugänge gesichert, beispielsweise leicht erreichbare Fenster und die Terrassentür, sind ungefähr 800 bis 1.800 € ausreichend.

Bei der Priorisierung spielt die Erreichbarkeit eine wichtige Rolle. Fenster im Erdgeschoss, Terrassentüren und leicht zugängliche Kellerfenster sollten zuerst geprüft werden. Gerade schlecht einsehbare Zugänge zum Garten oder zur Gebäuderückseite benötigen besondere Aufmerksamkeit. Was Sie beim Kellerfenster beachten sollten, steht unter Kellerfenster austauschen.

Wie Sie den KfW-Kredit richtig beantragen

Beim KfW-Kredit 159 muss der Antrag vor Beginn der geförderten Maßnahme gestellt werden. Beauftragen Sie einen Handwerksbetrieb bereits vorher mit der Ausführung, kann das den Förderanspruch gefährden. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen der KfW und des jeweiligen Finanzierungspartners.

Der Antrag läuft nicht direkt über die KfW, sondern über einen Finanzierungspartner, beispielsweise eine Bank oder Sparkasse. Lassen Sie sich deshalb vor der Auftragserteilung beraten und klären Sie, welche Unterlagen für die geplante Maßnahme benötigt werden.

Nach Abschluss der Arbeiten müssen die entsprechenden Nachweise gegenüber dem Finanzierungspartner erbracht werden. Welche Unterlagen konkret erforderlich sind, hängt vom Förderprodukt und der Finanzierung ab.

Beim Steuerbonus ist das Verfahren einfacher. Sie benötigen eine ordnungsgemäße Rechnung mit separat ausgewiesenen Arbeitskosten und müssen die Rechnung unbar bezahlen. Die steuerliche Berücksichtigung erfolgt über die Einkommensteuererklärung.

Sinnvoll ist außerdem eine Beratung durch eine polizeiliche Beratungsstelle. Dort können Sie prüfen lassen, welche Zugänge an Ihrem Gebäude besonders gefährdet sind. So vermeiden Sie Investitionen in Sicherungstechnik, die an einer anderen Stelle des Hauses einen größeren Nutzen hätte.

Wo sollte die Nachrüstung ansetzen?

Bevor Sie über Fördermöglichkeiten nachdenken, sollten Sie die gefährdeten Zugänge des Hauses erfassen. Eine hochwertige Sicherung an einem selten genutzten Fenster bringt wenig, wenn eine leicht erreichbare Terrassentür nur mit einer einfachen Standardverriegelung ausgestattet ist.

An erster Stelle stehen Terrassen- und Balkontüren sowie leicht erreichbare Fenster im Erdgeschoss. Zusätzliche mechanische Sicherungen können das Aufhebeln erschweren. Ein abschließbarer Griff verhindert außerdem, dass ein Einbrecher nach dem Überwinden der Verglasung den Fenstergriff einfach betätigt.

Danach sollten die übrigen Fenster im Erdgeschoss überprüft werden. Nachrüstbare Sicherheitsbeschläge können den Widerstand gegen Aufhebelversuche erhöhen, sofern Rahmen, Befestigung und vorhandene Beschläge dafür geeignet sind.

Auch Kellerfenster sollten nicht übersehen werden. Besonders Fenster, die von außen ohne große Hindernisse erreichbar und vom Wohnbereich oder der Straße schlecht einsehbar sind, können einen Schwachpunkt darstellen. Je nach Einbausituation kommen zusätzliche mechanische Sicherungen, einbruchhemmende Verglasung oder stabile Gitter infrage. Was beim Austausch eines Kellerfensters zu beachten ist, finden Sie unter Kellerfenster austauschen.

Bei der Haustür hängt die sinnvolle Maßnahme vom vorhandenen Türsystem ab. Bei älteren Türen können beispielsweise ein Querriegelschloss, ein Zusatzschloss oder ein geeigneter Schutzbeschlag den Widerstand erhöhen. Steht ohnehin ein Austausch an, finden Sie die Preise unter Haustür einbauen lassen.

Was können Sie selbst montieren?

Einige Maßnahmen lassen sich mit handwerklichem Geschick selbst durchführen. Bei sicherheitsrelevanten Arbeiten sollte allerdings nicht nur die Montage, sondern auch die Befestigung im vorhandenen Bauteil berücksichtigt werden.

Abschließbare Fenstergriffe lassen sich bei geeigneten Fenstern meist selbst austauschen. Die Abdeckkappe wird gedreht, die vorhandenen Schrauben werden gelöst und der neue Griff eingesetzt. Je nach Modell ist dafür lediglich ein Schraubendreher erforderlich.

Auch Aufschraubsicherungen können Heimwerker montieren. Entscheidend ist eine stabile Befestigung. Bei Kunststofffenstern muss beispielsweise berücksichtigt werden, wie der Rahmen aufgebaut ist und ob eine ausreichende Verankerung möglich ist. Eine Sicherung, die nur in einer dünnen Kunststoffwand hält, bietet keinen ausreichenden Widerstand.

Das Nachrüsten von Pilzkopfverriegelungen ist anspruchsvoller. Hier müssen die neuen Beschlagteile zum vorhandenen Fenster passen und korrekt eingestellt werden. Bei komplexen Beschlagsystemen oder älteren Fenstern ist ein Fachbetrieb die bessere Wahl.

Auch bei Türen sollte die Befestigung nicht unterschätzt werden. Ein Querriegelschloss oder Zusatzschloss kann nur dann zuverlässig wirken, wenn Schloss, Schließkasten und Verankerung ausreichend stabil ausgeführt sind.

Häufige Fragen

Gibt es den KfW-Zuschuss für Einbruchschutz nicht mehr?

Für neue Anträge ist der frühere KfW-Investitionszuschuss 455-E nicht mehr geöffnet. Die KfW verweist beim Einbruchschutz auf das Kreditprogramm 159 „Altersgerecht Umbauen“. Bereits erteilte Zusagen für den Zuschuss bleiben davon unberührt und können nach den geltenden Bedingungen abgerechnet werden.

Kann ich Steuerbonus und KfW-Kredit kombinieren?

Eine doppelte steuerliche Förderung derselben Kosten ist nicht möglich. Kosten, die bereits im Rahmen eines öffentlich geförderten Programms berücksichtigt werden, können nicht zusätzlich als Handwerkerleistung nach § 35a EStG angesetzt werden, soweit dadurch eine unzulässige Doppelförderung entsteht. Bei einer Kombination verschiedener Finanzierungsquellen sollten Sie deshalb genau prüfen, welche Kosten jeweils gefördert oder steuerlich geltend gemacht werden.

Zahlt die Hausratversicherung mehr, wenn ich nachrüste?

Die Versicherungssumme steigt durch eine Nachrüstung nicht automatisch. Je nach Versicherer und Vertrag kann eine bessere Sicherung allerdings Auswirkungen auf die Versicherungsbedingungen oder den Beitrag haben. Klären Sie deshalb vor einer größeren Investition, ob der Versicherer bestimmte Sicherungsmaßnahmen oder Nachweise verlangt.

Lohnt sich die Nachrüstung oder gleich der Austausch der Fenster?

Bei relativ jungen und technisch intakten Fenstern kann eine Nachrüstung günstiger sein als ein kompletter Austausch. Entscheidend sind der Zustand von Rahmen, Beschlägen, Verglasung und Befestigung. Bei älteren Fenstern mit schwachen Rahmen oder nicht mehr zeitgemäßen Beschlägen kann ein neues, einbruchhemmendes Fensterelement die sinnvollere Lösung sein.

Welche Bundesländer fördern zusätzlich?

Zusätzliche Förderprogramme unterscheiden sich nach Bundesland, Kommune und Förderzeitraum. Manche Programme richten sich an bestimmte Gebäude, Personengruppen oder Sanierungsmaßnahmen und verfügen über begrenzte Mittel. Prüfen Sie deshalb neben der KfW auch die Förderangebote Ihres Bundeslands und Ihrer Kommune. Aktuelle Bedingungen sollten vor Beginn der Arbeiten geprüft werden.

Bild: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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