Ein Kellerfenster austauschen zu lassen kostet etwa 250 bis 650 € pro Fenster. Darin enthalten sind je nach Angebot das neue Fensterelement, der Ausbau des alten Fensters, die Montage und die Abdichtung. Bei aufwendigeren Einbausituationen, etwa einem einbetonierten Stahlrahmen oder einem schwer zugänglichen Lichtschacht, können die Kosten höher ausfallen.
Ein Kellerfenster ist meist kleiner als ein Fenster für Wohnräume. Häufige Maße liegen beispielsweise zwischen 60 x 40 und 100 x 60 cm. Dadurch fällt der Materialbedarf geringer aus. Der Arbeitsaufwand hängt dagegen weniger von der Größe als vom Zustand des vorhandenen Rahmens und der Zugänglichkeit ab.
Was kostet der Austausch eines Kellerfensters?
Die Kosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Neben dem Fenster selbst fallen Ausgaben für den Ausbau und die Entsorgung des alten Elements sowie für die Montage an. Je nach Einbausituation kommen Arbeiten am Anschluss zum Lichtschacht oder an der Laibung hinzu.
| Position | Preisspanne | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kunststofffenster einfach verglast | 80 bis 160 € | Standardmaß, weiß, Kipp- oder Drehflügel |
| Kunststofffenster mit Wärmeschutzglas | 180 bis 340 € | für beheizte Räume geeignet |
| Fenster mit Sicherheitsbeschlag | 260 bis 450 € | beispielsweise Pilzkopfverriegelung und abschließbarer Griff |
| Ausbau und Entsorgung des alten Fensters | 40 bis 90 € | höher bei einbetonierten oder schwer zugänglichen Rahmen |
| Montage | 100 bis 250 € | einschließlich Abdichtung und erforderlicher Anschlussarbeiten |
| Anfahrt | 40 bis 70 € | kann sich bei mehreren Fenstern auf die einzelnen Elemente verteilen |
Für ein Kellerfenster mit Wärmeschutzverglasung ergeben sich damit Gesamtkosten von etwa 320 bis 680 €. Bei mehreren Fenstern können sich die Kosten pro Stück reduzieren, weil Anfahrt, Baustelleneinrichtung und teilweise auch die Entsorgung nur einmal anfallen.
Zum Vergleich innerhalb des Fenstermarktes: Ein Wohnraumfenster im Standardmaß kostet mit Einbau ca. 500 bis 800 €. Bei größeren Elementen oder einer Dreifachverglasung können die Kosten auch 700 bis 1.400 € erreichen. Weitere Informationen finden Sie unter die Preise für neue Fenster.
Welches Fenster passt in den Keller?
Bei einem Kellerfenster spielen Feuchtigkeit, Sicherheit und die Nutzung des Raumes eine wichtige Rolle. Für einen unbeheizten Lagerkeller gelten andere Anforderungen als für einen beheizten Hobbyraum.
| Material | Preis je Fenster | Geeignet für |
|---|---|---|
| Kunststoff weiß | 80 bis 340 € | die meisten Keller und Räume mit erhöhter Luftfeuchtigkeit |
| Kunststoff mit Stahlkern | 180 bis 420 € | höhere Stabilität und Einbruchhemmung |
| Aluminium | 260 bis 550 € | hochwertige Ausführungen und besondere Fassaden |
| Holz | 220 bis 480 € | denkmalgeschützte Gebäude und gestalterisch passende Altbauten |
Kunststoff ist für viele Keller eine geeignete Wahl. Das Material ist unempfindlich gegenüber erhöhter Luftfeuchtigkeit und benötigt wenig Pflege. Ein Kunststoffprofil mit Stahlverstärkung kann sinnvoll sein, wenn das Fenster von außen erreichbar ist und höhere Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit bestehen. Aluminium kommt vor allem bei hochwertigen oder architektonisch anspruchsvollen Lösungen infrage. Holz benötigt im Keller dagegen mehr Pflege und muss besonders vor Feuchtigkeit geschützt werden.
Eine Übersicht der verschiedenen Bauarten finden Sie unter Fensterarten. Weitere Informationen zu Ausführungen und Einsatzbereichen gibt es unter Kellerfenster.
Welche Verglasung ist für Kellerfenster sinnvoll?
Die passende Verglasung hängt davon ab, ob der Keller beheizt wird und welche Funktion der Raum hat. Ein unbeheizter Lagerraum benötigt meist keine hochwertige Wärmeschutzverglasung. Bei einem beheizten Hobbyraum oder Arbeitsraum sieht die Situation anders aus.
Einfachverglasung ist energetisch schwach und für beheizte Räume kaum geeignet. Wärmeschutzglas reduziert den Wärmeverlust und hält die innere Scheibenoberfläche wärmer. Das kann auch das Risiko von Kondenswasser an der Scheibe reduzieren. Verbundsicherheitsglas bietet zusätzlichen Schutz gegen Durchbruch und ist insbesondere bei leicht zugänglichen Fenstern interessant.
Die Preise für unterschiedliche Verglasungen finden Sie unter Glasarten und ihre Preise.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?
Der Zustand der Laibung und des alten Rahmens
Bei älteren Gebäuden sitzen Kellerfenster häufig in Stahlrahmen, die beim Bau mit dem Mauerwerk oder Beton verbunden wurden. Ein solcher Rahmen lässt sich nicht immer ohne weitere Arbeiten ausbauen. Muss Beton oder Mauerwerk geöffnet werden, steigt der Arbeitsaufwand.
Für den Ausbau eines fest sitzenden Rahmens können zusätzlich etwa 80 bis 150 € anfallen. In manchen Fällen wird das neue Fenster in den vorhandenen Rahmen gesetzt. Das kann den Ausbauaufwand reduzieren, verringert aber je nach Konstruktion die lichte Öffnung.
Vor dem Einbau sollte deshalb geprüft werden, ob der vorhandene Rahmen entfernt werden kann und in welchem Zustand sich Mauerwerk, Laibung und Anschlussbereiche befinden.
Die Verglasung
Bei einem unbeheizten Lagerkeller reicht häufig eine einfache Lösung aus. Für beheizte Räume sollte dagegen ein Fenster mit geeigneter Wärmeschutzverglasung gewählt werden.
Auch die Nutzung des Kellers spielt eine Rolle. Wird dort Wäsche getrocknet, entsteht viel Feuchtigkeit. Eine gute Verglasung kann die Oberflächentemperatur der Scheibe erhöhen und damit die Gefahr von Tauwasser reduzieren. Entscheidend bleibt allerdings ein ausreichender Luftaustausch. Ein neues Fenster ersetzt kein Lüftungskonzept.
Die Einbausituation
Ein Kellerfenster hinter einem Lichtschacht ist aufwendiger zugänglich als ein frei erreichbares Fenster. Muss der Lichtschacht teilweise freigelegt oder Erdreich entfernt werden, entstehen zusätzliche Arbeitskosten.
Für solche Arbeiten können etwa 60 bis 140 € zusätzlich anfallen. Bei stark angeschütteten Kellerfenstern oder umfangreichen Erdarbeiten können die Kosten darüber liegen.
Auch der Zustand des Lichtschachts sollte bei dieser Gelegenheit geprüft werden. Ein beschädigter Schacht, eine undichte Durchführung oder ein verstopfter Ablauf kann bei Starkregen zu Problemen führen.
Wann schreibt das Gesetz einen U-Wert vor?
Seit dem 28. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Für Änderungen an bestehenden Gebäuden enthält § 36 Anforderungen an den Wärmeschutz. Werden bei beheizten oder gekühlten Räumen Außenbauteile erneuert, ersetzt oder erstmals eingebaut, müssen die Höchstwerte aus § 36 und Anlage 7 eingehalten werden.
Für Fenster und Fenstertüren, die an die Außenluft grenzen, nennt Anlage 7 für Wohngebäude einen maximalen Uw-Wert von 1,3 W/(m²·K). Maßgeblich ist dabei der Uw-Wert des gesamten Fensters und nicht allein der Ug-Wert der Verglasung.
Eine wichtige Ausnahme enthält § 36 selbst: Änderungen an einer Bauteilgruppe bleiben von der Anforderung ausgenommen, wenn sie nicht mehr als 10 % der gesamten Fläche dieser Bauteilgruppe betreffen. Bei einem Fenstertausch ist deshalb nicht allein die Größe des einzelnen Kellerfensters entscheidend.
Die Anforderungen beziehen sich außerdem auf Außenbauteile bei beheizten oder gekühlten Räumen. Bei einem Fenster zu einem unbeheizten Kellerraum ist daher zunächst zu prüfen, ob die betreffende thermische Gebäudehülle überhaupt unter diese Anforderung fällt.
Können Sie das Kellerfenster selbst austauschen?
Ein kleines Kellerfenster lässt sich grundsätzlich selbst austauschen. Die Arbeit ist bei frei zugänglichen Fenstern weniger aufwendig als der Austausch großer Wohnraumfenster. Trotzdem kommt es auf die vorhandene Konstruktion und die fachgerechte Abdichtung an.
Vier Punkte sind besonders wichtig:
- Richtig ausmessen: Messen Sie die vorhandene Öffnung an mehreren Stellen in Breite und Höhe. Bei unterschiedlichen Maßen ist das kleinste Maß maßgeblich. Die erforderliche Montagefuge muss bei der Bestellung berücksichtigt werden. Die genaue Fugenbreite richtet sich nach Fenstersystem und Montagevorgaben und sollte nicht pauschal mit einem festen Wert angesetzt werden.
- Alten Rahmen prüfen: Ein Stahlrahmen, der im Beton sitzt, lässt sich nicht immer einfach entfernen. Beim Ausbau mit Winkelschleifer oder Meißel besteht die Gefahr, Mauerwerk und Laibung zu beschädigen.
- Anschluss fachgerecht abdichten: Der Anschluss zwischen Fensterrahmen und Baukörper muss entsprechend der Einbausituation luft- beziehungsweise schlagregendicht ausgeführt werden. Bauschaum allein ersetzt keine fachgerechte Abdichtung. Besonders bei Kellerfenstern muss die Abdichtung gegen Feuchtigkeit von außen berücksichtigt werden.
- Gewährleistung beachten: Bei einer Fachfirma bestehen für Arbeiten an einem Bauwerk grundsätzlich die gesetzlichen werkvertraglichen Mängelrechte. Bei einem BGB-Werkvertrag kann die Verjährungsfrist für Mängelansprüche bei Arbeiten an einem Bauwerk fünf Jahre betragen. Bei einer Eigenleistung tragen Sie dagegen selbst das Risiko für Montagefehler und daraus entstehende Schäden.
Beim Eigenbau lassen sich vor allem die Montagekosten von etwa 100 bis 250 € einsparen. Bei mehreren Fenstern kann sich die Eigenleistung finanziell stärker auswirken. Bei schwierigen Einbausituationen, Feuchteschäden oder einem einbetonierten Stahlrahmen ist die Beauftragung eines Fachbetriebs jedoch sinnvoll.
Wo lässt sich beim Kellerfenster sparen?
Die größte Einsparung entsteht oft durch mehrere Fenster in einem Auftrag. Anfahrt, Einrichtung des Arbeitsplatzes und teilweise auch die Entsorgung verteilen sich dann auf mehrere Elemente.
Auch bei der Verglasung lässt sich nach Nutzung unterscheiden. Ein unbeheizter Lagerraum benötigt nicht dieselbe Ausstattung wie ein beheizter Kellerraum. Bei einem von außen erreichbaren Fenster sollte dagegen nicht an der Einbruchhemmung gespart werden.
Die polizeiliche Kriminalprävention weist auf Keller- und Nebenfenster als mögliche Angriffspunkte für Einbrecher hin. Abschließbare Griffe und geeignete Verriegelungen können deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein.
Ein Sicherheitsbeschlag mit Pilzkopfverriegelungen und abschließbarem Griff kann je nach Ausführung etwa 80 bis 110 € mehr kosten. Entscheidend ist allerdings das Zusammenspiel mehrerer Bauteile. Ein abschließbarer Griff allein macht ein Fenster noch nicht zu einem einbruchhemmenden Fenster.
Vorsicht ist auch bei der Bestellung nach einem vermeintlichen Standardmaß geboten. Kellerfenster in älteren Gebäuden haben häufig individuelle Abmessungen. Vor der Bestellung sollten deshalb Breite, Höhe, Rahmenkonstruktion, Anschlag und Öffnungsrichtung geprüft werden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Austausch eines Kellerfensters?
Ein frei zugängliches Kellerfenster kann bei einer unkomplizierten Einbausituation häufig innerhalb von ein bis zwei Stunden ausgetauscht werden. Sitzt der alte Rahmen im Beton, muss der Lichtschacht freigelegt werden oder sind umfangreiche Abdichtungsarbeiten erforderlich, kann der Arbeitsaufwand einen halben Arbeitstag oder mehr betragen.
Muss ich das Kellerfenster gegen Hochwasser abdichten?
Bei Kellerfenstern unterhalb der Geländeoberkante sollte geprüft werden, ob bei Starkregen Wasser in den Lichtschacht gelangen kann. Bei gefährdeten Gebäuden können druckwasserdichte beziehungsweise gegen Rückstau und Überflutung geeignete Fenstersysteme sinnvoll sein.
Die passende Lösung hängt von der örtlichen Situation ab. Dazu gehören unter anderem Geländeverlauf, Lichtschacht, Entwässerung und die Lage des Gebäudes in einem möglichen Überschwemmungsgebiet. Die Kosten für spezielle hochwassergeschützte Kellerfenster können je nach Ausführung mehrere hundert Euro pro Fenster betragen.
Kann ich ein Kellerfenster einfach zumauern lassen?
Eine Fensteröffnung kann grundsätzlich geschlossen werden. Ob das baurechtlich möglich ist, hängt jedoch von der Nutzung des Raumes und den Anforderungen des jeweiligen Bundeslandes ab.
Bei Aufenthaltsräumen müssen unter anderem Anforderungen an Belichtung, Belüftung und Rettungswege berücksichtigt werden. Wird ein Kellerraum als Wohn-, Schlaf-, Arbeits- oder Aufenthaltsraum genutzt, sollte vor dem Zumauern geprüft werden, ob die vorhandene Nutzung genehmigt ist und welche Anforderungen an Fenster und Rettungsweg bestehen.
Ist Dreifachverglasung im Keller sinnvoll?
Dreifachverglasung kann auch bei Kellerfenstern eingesetzt werden, ist aber nicht für jeden Keller erforderlich. Bei einem unbeheizten Lagerraum ist der energetische Nutzen einer hochwertigen Verglasung gering.
Bei einem beheizten Kellerraum kann eine bessere Verglasung dagegen sinnvoll sein. Entscheidend sind der Uw-Wert des Fensters, die Größe der Fläche, die Raumtemperatur und der energetische Zustand des gesamten Kellers.
Bei kleinen Kellerfenstern ist deshalb nicht automatisch die teuerste Verglasung die wirtschaftlichste Lösung. Für viele beheizte Kellerräume reicht eine zeitgemäße Zweifach-Wärmeschutzverglasung aus, sofern sie die geltenden Anforderungen erfüllt.
Muss der Lichtschacht beim Fenstertausch mit erneuert werden?
Nein. Ein intakter Lichtschacht muss nicht zusammen mit dem Kellerfenster ausgetauscht werden. Beim Fenstertausch bietet sich allerdings eine Kontrolle an, weil der Bereich ohnehin zugänglich ist.
Geprüft werden sollten insbesondere der Zustand des Schachts, die Befestigung, der Anschluss an das Gebäude und die Entwässerung. Ein zugesetzter oder beschädigter Ablauf kann dazu führen, dass sich bei Starkregen Wasser im Lichtschacht sammelt.
Ein neuer Lichtschacht aus Kunststoff kann je nach Größe und Ausführung etwa 120 bis 280 € einschließlich Einbau kosten. Bei umfangreichen Erdarbeiten können zusätzliche Kosten entstehen.
Gibt es eine Förderung für neue Kellerfenster?
Der Austausch von Fenstern kann im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle förderfähig sein. Für die Erneuerung von Fenstern beträgt der Grundfördersatz aktuell 15 %. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kann ein zusätzlicher Bonus von 5 % hinzukommen. Die Förderung für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle wird über das BAFA abgewickelt.
Für den iSFP-Bonus gelten zusätzliche Voraussetzungen. Nach den aktuellen Förderinformationen muss bei Wohngebäuden das Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 € für die betreffende Maßnahme beziehungsweise den Antrag berücksichtigt werden. Der zusätzliche Bonus wird nur auf den förderfähigen Betrag oberhalb dieser Grenze gewährt.
Bei Kellerfenstern kommt es außerdem darauf an, ob sie Bestandteil der thermischen Gebäudehülle sind und zu einem beheizten Bereich gehören. Fenster zu unbeheizten Kellerräumen sind daher nicht automatisch förderfähig. Vor Beginn der Arbeiten sollten die technischen Förderbedingungen und die konkrete Einordnung des Kellerfensters geprüft werden.
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