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Hellgrüne Fensterläden auf weißer Holzhauswand, dazwischen kleine Büschchen auf dem Fensterbrett

Fensterläden nachrüsten und Kosten

Lesedauer 6 Minuten

Fensterläden nachzurüsten kostet etwa 250 bis 900 € je Fenster einschließlich Montage. Die Kosten hängen von Bauart, Material, Größe und Befestigung ab. Ein einfacher Klappladen aus Kunststoff liegt am unteren Ende der Preisspanne, ein Schiebeladen aus Holz mit Laufschiene kann bis zu 1.200 € je Fenster kosten. Entscheidend für die technische Umsetzung ist der Zustand der Fassade, denn Bänder, Kloben und Führungsschienen müssen sicher im tragfähigen Untergrund befestigt werden.

Welche Bauarten kommen infrage?

BauartPreis je Fenster mit MontageEigenschaften
Klappladen Kunststoff250 bis 450 €leicht, pflegearm, verschiedene Standardmaße
Klappladen Aluminium400 bis 700 €formstabil, witterungsbeständig, viele Farben
Klappladen Holz350 bis 750 €natürliche Optik, regelmäßige Pflege erforderlich
Schiebeladen mit Laufschiene600 bis 1.200 €für breite Fenster, benötigt seitlich Platz
Dekorative Blende ohne Funktion120 bis 300 €rein optische Gestaltung, nicht beweglich

Klappläden eignen sich für viele Fassaden und werden seitlich neben dem Fenster befestigt. Je nach Größe und Gewicht kommen zwei oder drei Bänder je Flügel zum Einsatz. Im geöffneten Zustand halten Feststeller die Ladenflügel an der Fassade.

Schiebeläden laufen auf einer Führungsschiene vor der Fassade. Neben dem Fenster muss deshalb ausreichend Platz für den geöffneten Laden vorhanden sein. Diese Bauart eignet sich auch für größere Fensterflächen, erfordert bei einer nachträglichen Montage aber eine sorgfältige Planung der Führung und Befestigung.

Fensterläden unterscheiden sich technisch von Rollläden und Raffstores. Rollläden und Raffstores laufen in Führungsschienen unmittelbar am Fenster und werden anders montiert. Fensterläden sitzen vor der Fassade und werden über Bänder, Kloben oder Führungsschienen befestigt.

Was muss man bei der Fassade beachten?

Die Tragfähigkeit des Untergrunds ist eine zentrale Voraussetzung für die Nachrüstung. Ein geschlossener Ladenflügel kann bei Wind hohe Kräfte auf die Befestigung übertragen. Diese Kräfte müssen sicher in das Mauerwerk eingeleitet werden.

Bei Beton und tragfähigem Vollziegel lassen sich geeignete Dübel oder Anker meist problemlos einsetzen. Bei Hochlochziegel, Porenbeton oder anderen weniger tragfähigen Baustoffen kann eine spezielle Befestigung erforderlich sein. Je nach System können dafür etwa 40 bis 120 € je Fenster zusätzlich anfallen.

Eine besondere Situation liegt bei einem Wärmedämmverbundsystem vor. Die Dämmschicht selbst ist nicht dafür ausgelegt, die Last eines Fensterladens aufzunehmen. Die Befestigung muss deshalb durch die Dämmschicht hindurch bis in den tragfähigen Untergrund geführt werden. Dafür kommen geeignete Abstandsmontagesysteme infrage. Je nach Aufbau können dafür etwa 80 bis 200 € je Fenster zusätzlich entstehen.

Eine Befestigung allein in der Dämmschicht reicht nicht aus. Neben möglichen Schäden am Wärmedämmverbundsystem besteht das Risiko, dass sich der Laden bei Wind aus der Verankerung löst.

Wann ist eine Genehmigung erforderlich?

Ob Fensterläden genehmigungsfrei montiert werden können, hängt vom Bundesland, der konkreten baulichen Situation und örtlichen Vorgaben ab. Bei einem üblichen Wohnhaus kann die Nachrüstung verfahrensfrei sein. Eine allgemeine Aussage für jedes Gebäude lässt sich daraus nicht ableiten.

Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist die Änderung der äußeren Gestaltung mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abzustimmen. Auch örtliche Gestaltungssatzungen können Vorgaben zu Material, Farbe und Erscheinungsbild der Fassade enthalten.

Bei einer Eigentumswohnung kommt zusätzlich das Wohnungseigentumsrecht hinzu. Die Fassade gehört grundsätzlich zum Gemeinschaftseigentum. Eine Veränderung der äußeren Gestaltung kann deshalb einen Beschluss der Wohnungseigentümergemeinschaft erforderlich machen.

Bei Mietwohnungen benötigen Sie die Zustimmung des Vermieters, bevor Sie fest montierte Fensterläden an der Fassade anbringen.

Klären Sie die baurechtlichen und privatrechtlichen Voraussetzungen vor der Bestellung. So vermeiden Sie spätere Auseinandersetzungen und einen möglichen Rückbau.

Wie läuft die Montage ab?

Bei Klappläden ist die Montage überschaubar und kann bei mehreren Fenstern innerhalb eines Arbeitstags erfolgen, wenn der Untergrund geeignet und die Befestigung geplant ist.

Am Anfang steht das Aufmaß. Gemessen werden Breite und Höhe der Fensteröffnung sowie die verfügbare Fläche neben und über dem Fenster. Bei älteren Gebäuden sind die Öffnungen nicht immer exakt rechtwinklig. Ein passgenauer Laden lässt sich deshalb nicht allein anhand eines angenommenen Standardmaßes bestellen.

Anschließend werden die geeigneten Beschläge ausgewählt. Kloben und Bänder müssen zum Gewicht und zur Größe des Ladenflügels sowie zum vorhandenen Mauerwerk passen. Bei größeren oder schwereren Flügeln sind zusätzliche Bänder erforderlich.

Bei der Montage werden die Befestigungspunkte exakt ausgerichtet. Besonders wichtig ist die lotrechte Position der Kloben. Schon geringe Abweichungen können dazu führen, dass der Laden nicht richtig hängt oder beim Öffnen und Schließen an der Laibung anstößt.

Danach werden die Ladenflügel eingehängt und die Feststeller montiert. Sie halten die geöffneten Flügel an der Fassade und verhindern, dass sie bei Wind unkontrolliert bewegt werden.

Zum Abschluss wird die Funktion geprüft. Die Flügel müssen sich ohne Verkanten öffnen und schließen lassen. Auch Feststeller und vorhandene Verriegelungen sollten auf sicheren Sitz kontrolliert werden.

Welche Pflege brauchen Fensterläden?

Der Pflegeaufwand hängt vom Material ab. Kunststoff- und Aluminiumläden benötigen vor allem eine regelmäßige Reinigung. Staub, Pollen und Schmutz lassen sich mit Wasser und einem milden Reinigungsmittel entfernen. Die Beschläge sollten entsprechend den Angaben des Herstellers gepflegt werden.

Holzläden benötigen mehr Aufmerksamkeit. Die Beschichtung schützt das Holz vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung und muss deshalb regelmäßig kontrolliert werden. Je nach Holzart, Beschichtung und Ausrichtung kann nach einigen Jahren ein neuer Anstrich erforderlich sein.

Kontrollieren Sie dabei nicht nur die Oberfläche. Auch Bänder, Kloben, Feststeller und Schraubverbindungen sollten auf festen Sitz und Korrosion geprüft werden. Kleine Schäden an der Beschichtung lassen sich leichter ausbessern, bevor Feuchtigkeit in das Holz eindringt.

Bei Kunststoff- und Aluminiumläden sind Verschleißteile wie Feststeller oder Bänder vergleichsweise günstig zu ersetzen. Die Kosten liegen je nach Ausführung meist im unteren zweistelligen Bereich.

Welche Vorteile bieten Fensterläden?

Fensterläden haben neben ihrer gestalterischen Funktion auch einen praktischen Nutzen. Geschlossene Ladenflügel können im Sommer die direkte Sonneneinstrahlung auf die Verglasung reduzieren. Dadurch gelangt weniger solare Wärme in den Raum.

Im Winter bilden geschlossene Fensterläden eine zusätzliche Schicht vor dem Fenster. Der Einfluss auf den Wärmeverlust eines Gebäudes hängt unter anderem von der Verglasung, der Dichtheit und der Bauart des Ladens ab.

Auch beim Einbruchschutz können Fensterläden eine zusätzliche Barriere darstellen. Sie ersetzen jedoch keine geprüften einbruchhemmenden Fenster, Türen oder Beschläge. Bei gefährdeten Fenstern sollte der Einbruchschutz deshalb am Fenster selbst geplant werden.

Fallen noch weitere Kosten unter dem Jahr an?

Bei Kunststoff und Aluminium beschränken sich die laufenden Kosten im Wesentlichen auf Reinigung und Pflege der Beschläge.

Bei Holz kommt die Erneuerung der Beschichtung hinzu. Für ein Ladenpaar mit etwa 2,5 m² Fläche können je nach verwendetem Anstrichmaterial rund 20 bis 40 € Materialkosten entstehen. Dazu kommt die Arbeitszeit. Bei mehreren Fenstern lässt sich der Aufwand bündeln.

Verschleißteile wie Feststeller, Bänder oder Befestigungsmittel lassen sich bei Bedarf einzeln ersetzen. Kontrollieren Sie die Beschläge deshalb im Rahmen der Reinigung und ziehen Sie lockere Schrauben nach, sofern dies beim jeweiligen Befestigungssystem vorgesehen ist.

Häufige Fragen zu Fensterläden

Was kosten Fensterläden mit Montage?

Für Fensterläden können Sie einschließlich Montage mit etwa 250 bis 900 € je Fenster rechnen. Kunststoff-Klappläden liegen meist am unteren Ende, während Aluminium-, Holz- und Schiebeläden höhere Kosten verursachen. Sondermaße, aufwendige Befestigungen und gedämmte Fassaden können den Preis weiter erhöhen.

Kann man Fensterläden nachträglich montieren?

Ja, Fensterläden lassen sich bei vielen bestehenden Gebäuden nachrüsten. Entscheidend sind ausreichend Platz neben dem Fenster, ein geeigneter Untergrund und eine tragfähige Befestigung. Bei einem Wärmedämmverbundsystem muss die Befestigung bis in den tragfähigen Untergrund geführt werden.

Kann ich Fensterläden selbst montieren?

Bei kleinen, leichten Ladenflügeln und geeignetem Mauerwerk ist eine Montage in Eigenleistung möglich. Die Arbeiten sollten Sie zu zweit durchführen und die Befestigung passend zum Untergrund auswählen. Bei gedämmten Fassaden, schweren Holz- oder Aluminiumläden und Fenstern im Obergeschoss ist die Montage durch einen Fachbetrieb sinnvoll.

Welche Fensterläden sind besser: Holz, Aluminium oder Kunststoff?

Kunststoff ist pflegearm und leicht. Aluminium ist stabil, witterungsbeständig und in vielen Farben erhältlich. Holz bietet eine natürliche Optik, benötigt aber eine regelmäßige Pflege der Beschichtung. Die passende Wahl hängt deshalb von Gestaltung, Pflegeaufwand, Gewicht und Befestigungsmöglichkeiten ab.

Brauchen Fensterläden eine Genehmigung?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei vielen Wohnhäusern kann die Montage verfahrensfrei sein. Vorgaben können sich jedoch aus der jeweiligen Landesbauordnung, einer Gestaltungssatzung oder dem Denkmalschutz ergeben. Bei Eigentumswohnungen muss außerdem geprüft werden, ob die Wohnungseigentümergemeinschaft zustimmen muss.

Wie werden Fensterläden an einer gedämmten Fassade befestigt?

Die Befestigung muss durch die Dämmschicht hindurch in den tragfähigen Untergrund erfolgen. Dafür stehen spezielle Abstandsmontagesysteme zur Verfügung. Eine Befestigung allein in der Dämmung reicht für einen schweren Fensterladen nicht aus.

Wie oft müssen Holzfensterläden gestrichen werden?

Das hängt von Holzart, Beschichtung, Ausrichtung und Witterung ab. Kontrollieren Sie die Oberfläche regelmäßig. Auf stark bewitterten Fassadenseiten kann ein neuer Anstrich früher erforderlich sein als auf geschützten Seiten. Maßgeblich ist der Zustand der Beschichtung und nicht ein festes Kalenderintervall. Weitere Informationen finden Sie unter Holzfenster streichen.

Sind Fensterläden ein Einbruchschutz?

Fensterläden können einen zusätzlichen Widerstand gegen einen Einbruchversuch bieten. Einen geprüften Einbruchschutz ersetzen sie jedoch nicht. Bei gefährdeten Fenstern sollten Sie zusätzlich auf geeignete Verriegelungen und einbruchhemmende Beschläge achten. Informationen zu möglichen Maßnahmen finden Sie unter Förderung für Einbruchschutz.

Gibt es eine Förderung für Fensterläden?

Eine pauschale Förderung für klassische Fensterläden gibt es nicht. Außenliegender Sonnenschutz kann im Rahmen energetischer Maßnahmen förderfähig sein, wenn die jeweiligen Förderbedingungen erfüllt sind. Ein einfacher manuell bedienbarer Klappladen ist nicht automatisch förderfähig. Bei einem geplanten Fenstertausch sollten Sie Fenster und Sonnenschutz gemeinsam hinsichtlich der aktuellen Förderbedingungen prüfen. Informationen zum Fenstertausch finden Sie unter neue Fenster mit Einbau.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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