Für die reine Montage einer Küche muss man mit ca. 500 bis 1.500 € rechnen. Eine Standardküche bauen zwei Monteure an einem Tag auf, als Richtwert für die Küchenmontage gelten 150 bis 250 € je laufendem Meter Küchenzeile. Dazu kommen Posten wie die Demontage der alten Küche und die Anschlüsse für Wasser und Strom. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen alle Preise, erklärt, welche Leistungen zu einer Montage gehören, und wo die Eigenleistung nicht mehr zielführend ist.
Womit Sie bei der Küchenmontage rechnen müssen
Für die Montage einer kleinen Küchenzeile zahlen Sie 400 bis 700 €, für eine Standardküche 500 bis 1.100 € und für große Küchen mit Kochinsel 1.000 bis 1.500 €. Siehe Tabelle:
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Küchenzeile bis 3 m | 400 bis 700 € |
| Standardküche 3 bis 5 m oder L-Form | 500 bis 1.100 € |
| Große Küche mit Kochinsel | 1.000 bis 1.500 € |
| Je laufendem Meter | 150 bis 250 € |
| Altküche demontieren und entsorgen | 150 bis 400 € |
Montagebetriebe und Tischler kalkulieren über Stundensätze von 50 bis 80 € je Monteur, eine Übersicht finden Sie im Ratgeber zu den Tischlerpreisen. Achten Sie beim Angebot darauf, ob Anfahrt, Verpackungsentsorgung und das Einstellen der Fronten enthalten sind, genau an diesen Posten unterscheiden sich günstigere von seriöseren Angeboten.
Ein Rechenbeispiel: Für eine 4 m lange Küchenzeile mit Backofen, Kochfeld und Spülmaschine zahlen Sie 600 bis 1.000 € Montage. Kommt die Demontage der alten Küche hinzu, kalkulieren Sie insgesamt ca. 750 bis 1.400 €.
Diese Leistungen gehören zu einer guten Montage
Eine vollständige Küchenmontage umfasst mehr als das Zusammenschrauben der Korpusse. Sie beginnt mit dem Prüfen der Lieferung. Der Monteur schützt den Boden, richtet die Unterschränke auf unebenen Flächen exakt aus, denn schon wenige Millimeter Gefälle machen sich später an klemmenden Auszügen bemerkbar. Hängeschränke werden mit tragfähigen Dübeln oder Montageschienen befestigt, Geräte eingesetzt, Sockelblenden und Passleisten zugeschnitten und die Arbeitsfläche angepasst.
Zum Abschluss gehört das Feinjustieren: Scharniere und Auszüge werden so eingestellt, dass alle Fugen gleichmäßig laufen und jede Front plan schließt. Planen Sie für eine Standardküche einen vollen Arbeitstag mit zwei Monteuren ein, bei Kochinsel oder Maßanpassungen auch zwei Tage. Nutzen Sie die Wochen zwischen Bestellung und Montagetermin, um die Küchenwände zu streichen und den Fliesenspiegel zu planen, denn hinter der aufgebauten Küche kommen Sie an die Wand nicht mehr heran.
Wasser und Strom sind Sache der Fachbetriebe
Der Anschluss von Herd und Kochfeld gehört in die Hände eines Elektrikers, denn dabei geht es um Starkstrom. Rechnen Sie für den Elektroanschluss mit 100 bis 200 €. Spüle, Armatur und Spülmaschine schließen viele Küchenmonteure mit an, sofern die Anschlüsse vorhanden und zugänglich sind. Müssen Leitungen verlegt oder versetzt werden, kommt der Installateur dazu, und die Kalkulation steigt um 100 bis 300 €.
Bei einem Gasherd gilt: Anschluss nur durch einen konzessionierten Fachbetrieb. Auch die Dunstabzugshaube verdient einen Blick vorab, denn eine Abluftlösung braucht einen Mauerdurchbruch samt Mauerkasten, während Umlufthauben nur eingehängt und angesteckt werden. Klären Sie diese Gewerke vor dem Montagetermin, sonst steht die neue Küche tagelang ohne funktionierenden Herd da.
Die Arbeitsplatte als eigene Teilleistung
Die Arbeitsplatte ist der anspruchsvollste Teil des Küchenaufbaus und wird oft separat kalkuliert. Zuschnitt, Ausschnitte für Spüle und Kochfeld sowie die Abdichtung entscheiden darüber, ob die Küche zehn Jahre dicht bleibt oder nach zwei Jahren aufquillt. Rechnen Sie für diesen Posten mit 150 bis 400 € zuzüglich 30 bis 80 € je Ausschnitt. Alle Preise und Details dazu finden Sie im Ratgeber zu den Kosten der Arbeitsplattenmontage.
Bei Massivholzplatten lohnt sich ein Blick auf die Eigenschaften der verschiedenen Holzarten, denn Härte und Pflegeaufwand unterscheiden sich. Naturstein und Keramik liefern spezialisierte Betriebe inklusive Montage, das läuft außerhalb des normalen Küchenaufbaus.
Woran Sie gute Küchenmonteure erkennen
Gute Monteure erkennen Sie am Ausrichten und am Fugenbild, nicht am Tempo. Wer die Wasserwaage bei jedem Schrank ansetzt, Wandunebenheiten mit Passleisten ausgleicht und am Ende jede Front einzeln justiert, arbeitet sauber. Fragen Sie vor der Beauftragung, ob das Einstellen der Scharniere und ein gemeinsamer Abnahmerundgang zum Angebot gehören. Gute Betriebe wollen außerdem vorab den Küchenplan und Fotos des Raums sehen, um Stolperstellen wie Vorwandinstallationen oder schiefe Ecken einzukalkulieren, statt sie am Montagetag zu entdecken.
Ein zweites Qualitätsmerkmal ist der Umgang mit Problemen: Seriöse Betriebe melden beschädigte Teile sofort und dokumentieren sie, statt sie stillschweigend einzubauen. Übrigens müssen Sie bei einer optisch in die Jahre gekommenen Küche nicht gleich neu kaufen, oft reicht es, die Küchenfronten zu erneuern.
Wo der Selbstaufbau an seine Grenzen stößt
Korpusse zusammenschrauben und Sockel stellen schaffen geübte Heimwerker selbst, kritisch wird es bei Hängeschränken, Arbeitsplatte und Geräten. Ein voll beladener Hängeschrank wiegt über 50 kg, die Befestigung muss zum Wandmaterial passen, und bei Leichtbauwänden braucht es Spezialdübel oder eine Traverse. Auch das Ausrichten auf schiefen Böden kostet Ungeübten Stunden und entscheidet doch über jedes spätere Fugenbild. Ohne Schlagbohrmaschine, lange Wasserwaage oder Linienlaser, Schraubzwingen und passende Dübelauswahl können Sie den Aufbau nicht bewerkstelligen. Diese kosten kommen für Sie noch dazu.
Realistisch spart der Selbstaufbau 500 bis 1.000 €, wenn Sie einen Helfer haben und ca. zwei Tage einplanen. Bedenken Sie auch die Gewährleistung: Montagefehler gehen beim Eigenaufbau zu Ihren Lasten. Und wenn Standardschränke in Ihrer Raumsituation nicht passen, etwa in Nischen oder unter Schrägen, ist die Maßlösung vom Tischler die Alternative, die Preise dafür zeigt der Ratgeber zu den Einbauschrankkosten.
FAQ zur Küchenmontage
Wie lange dauert eine Küchenmontage?
Eine Standardküche bauen zwei Monteure an einem Arbeitstag auf. Für große Küchen mit Kochinsel, Maßanpassungen oder schwierigen Wänden sollten Sie zwei Tage einplanen. Dazu kommt gegebenenfalls ein separater Termin für den Elektriker, der Herd und Kochfeld anschließt.
Was kostet die Küchenmontage pro laufendem Meter?
Ca. 150 bis 250 € je laufendem Meter Küchenzeile. Eine 4 m lange Küche liegt damit bei 600 bis 1.000 € Montagekosten. Kochinseln, Eckschränke und viele Elektrogeräte erhöhen die Kosten, einfache Zeilen ohne Geräte liegen darunter.
Ist der Anschluss von Herd und Spüle im Montagepreis enthalten?
Meist nur teilweise. Spüle und Armatur schließen viele Monteure an, der Starkstromanschluss für Herd und Kochfeld erfordert dagegen einen Elektriker und kostet 100 bis 200 € extra. Prüfen Sie das Angebot Position für Position, damit am Montagetag kein Gewerk fehlt und die Küche am Abend wirklich benutzbar ist.
Kann die alte Küche beim Umzug neu montiert werden?
Ja, viele Betriebe bieten Demontage, Transportvorbereitung und Wiederaufbau an. Rechnen Sie mit 500 bis 1.000 €, denn die Küche muss an den neuen Raum angepasst werden. Meistens wird eine neue Arbeitsplatte mit neuen Längen und Ausschnitten benötigt. Bei Küchen, die älter als 15 Jahre sind, kann man sich überlegen, ob eine Neuanschaffung in Frage kommt.
Was passiert, wenn die Wand keine Hängeschränke trägt?
Bei Trockenbauwänden oder bröseligem Altbauputz montiert der Fachmann eine Tragschiene, die die Last auf mehrere Befestigungspunkte verteilt, oder verankert in den Ständern der Wand. Das kostet etwas Aufpreis und verhindert, dass der Hängeschrank abstürzt.





