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Geschlossener WPC-Sichtschutzzaun in Anthrazit mit waagerechten Brettern und schlanken Aluminiumpfosten

WPC-Zaun oder Holz: was rechnet sich langfristig?

Lesedauer 4 Minuten

140 bis 220 € je laufendem Meter kostet ein montierter WPC-Zaun, ein vergleichbarer Holzzaun 80 bis 130 €. Der Aufpreis von rund 60 % relativiert sich, sobald man die Pflege über zwanzig Jahre einrechnet, denn WPC braucht keinen Anstrich.

Was ist WPC überhaupt?

Hinter der Abkürzung steckt ein Verbundwerkstoff aus Holzmehl und Kunststoff, meist im Verhältnis 60 zu 40. Das Holz gibt die Optik und Haptik, der Kunststoff die Witterungsbeständigkeit. Die Bretter werden im Strangpressverfahren hergestellt und sind daher maßhaltig ohne Astlöcher und Verzug.

Für den Zaunbau kommen zwei Bauarten vor: Vollprofile, die schwerer und stabiler sind, und Hohlkammerprofile, die günstiger, aber empfindlicher gegen Punktbelastung sind.

Der Kostenvergleich über zwanzig Jahre

Position (25 m Zaun, 1,80 m hoch)Holz NadelholzWPC
Anschaffung montiert2.000 bis 3.250 €3.500 bis 5.500 €
Anstriche (7x à 240 bis 540 €)1.680 bis 3.780 €entfällt
Reinigung (gelegentlich)geringgering
Ersatz nach 15 Jahrenwahrscheinlichnein
Summe 20 Jahre3.680 bis 7.030 €3.500 bis 5.500 €

Die Kostenbilanz fällt zugunsten von WPC aus, wenn der Pflegeaufwand berücksichtigt wird. Bleibt ein Holzzaun über Jahre unbehandelt und muss nach etwa zwölf Jahren ersetzt werden, verändern sich die Gesamtkosten entsprechend. Einen Überblick über die Anschaffungskosten bietet unser Artikel Holzzaun Kosten.

Wo WPC seine Schwächen hat

  • Wärmedehnung: WPC arbeitet stärker als Holz. Bei langen Elementen müssen Dehnungsfugen eingeplant werden, sonst wölben sich die Bretter im Hochsommer.
  • Farbveränderung: Im ersten Jahr hellt fast jedes WPC nach, danach bleibt die Farbe stabil.
  • Grünbelag: Auf der Schattenseite bildet sich Algenbelag ähnlich wie auf Holz. Er lässt sich abwaschen, verschwindet aber nicht von selbst.
  • Reparatur: Kratzer lassen sich nicht abschleifen wie bei Holz, beschädigte Bretter müssen getauscht werden.

WPC muss zwar nicht gestrichen werden, ganz ohne Pflege kommt das Material jedoch nicht aus. Eine Reinigung ein- bis zweimal pro Jahr verhindert, dass sich Schmutz in der geriffelten Oberfläche festsetzt.

Worauf achten Sie beim Kauf?

Der Holzanteil beeinflusst vor allem das Erscheinungsbild, während der Kunststoffanteil die Widerstandsfähigkeit erhöht. Ein hoher Holzanteil von mehr als 70 % sorgt für eine natürliche Optik, kann jedoch das Quellen bei Feuchtigkeit begünstigen. Viele Hersteller setzen daher auf einen Holzanteil zwischen 50 und 60 %, der Optik und Beständigkeit ausgewogen verbindet.

Ummantelte Profile besitzen eine zusätzliche Kunststoffschicht, die die Oberfläche vor Schmutz und Witterung schützt. Gegenüber herkömmlichen WPC-Profilen sind sie zwar etwa 15 bis 25 % teurer, nehmen dafür weniger Schmutz auf und neigen seltener zu Verfärbungen. Einen Überblick über geeignete Bauformen bietet unser Ratgeber zum Kostenübersicht Sichtschutz.

Für wen ist WPC interessant?

WPC eignet sich vor allem für Grundstücke mit langen Zaunstrecken oder schwer zugänglichen Bereichen. Da keine regelmäßigen Anstriche erforderlich sind, fällt der Pflegeaufwand deutlich geringer aus. Das macht sich besonders zwischen dichter Bepflanzung oder an anderen schlecht erreichbaren Stellen bemerkbar.

Holz bietet dagegen mehr Gestaltungsfreiheit. Die Oberfläche kann jederzeit in einem anderen Farbton gestrichen oder aufgefrischt werden. Soll sich die Optik des Zauns im Laufe der Jahre verändern, ist ein Holzzaun meist die passendere Wahl.

Kostenbeispiel: 20 m Sichtschutz

Ein WPC-Sichtschutz von 20 m Länge und 1,80 m Höhe an der Terrassenseite ist der häufigste Anwendungsfall. So verteilen sich die Kosten.

PositionMengeKosten
WPC-Füllbretter20 m1.400 bis 2.600 €
Aluminiumpfosten mit Nut11 Stück440 bis 880 €
Punktfundamente11 Stück330 bis 550 €
Montage20 m600 bis 1.000 €
Abschlussleisten und Kleinteilepauschal100 bis 250 €
Gesamt2.870 bis 5.280 €

Die Pfosten sind bei WPC fast immer aus Aluminium, weil sie eine seitliche Nut brauchen, in die die Bretter eingeschoben werden. Holzpfosten passen konstruktiv nicht, WPC-Pfosten wären zu wenig tragfähig. Die Systeme sind deshalb nicht untereinander kombinierbar, und ein Herstellerwechsel bei einer späteren Verlängerung ist praktisch ausgeschlossen.

Was bei der Montage anders ist als bei Holz

Der wichtigste Unterschied liegt beim Pfostenabstand. Dieser muss exakt zur Länge der WPC-Profile passen, da sich die Bretter in der Regel nicht kürzen lassen, ohne dass am Abschluss unschöne Spalten entstehen. Anders als bei einem Holzzaun gibt es kaum Möglichkeiten, Maßabweichungen im letzten Zaunfeld auszugleichen.

Außerdem benötigen WPC-Profile ausreichend Platz, um temperaturbedingte Längenänderungen aufzunehmen. Zwischen dem Brettende und dem Nutgrund sollten daher auf jeder Seite 5 bis 8 mm Abstand eingehalten werden. Diese Dehnungsfuge ist zwar im Systemmaß berücksichtigt, wird bei der Eigenmontage jedoch häufig vergessen.

Die Fundamente unterscheiden sich dagegen nicht von denen anderer Zaunsysteme. Jeder Pfosten sollte in einem eigenen Fundament frostfrei gegründet und sorgfältig ausgerichtet werden. Eine Gründungstiefe von mindestens 80 cm hat sich in der Praxis bewährt.

Und im Vergleich zu Metall?

WPC steht preislich zwischen Holz und hochwertigem Metall. Ein Aluminiumzaun in gleicher Höhe kostet 190 bis 330 € je Meter und hält mindestens 40 Jahre, ein Doppelstabmattenzaun mit Sichtschutzstreifen dagegen nur 70 bis 120 €.

Hier ist eine natürlichere und sachlichere Version ohne „Wer …“-Einstiege und ohne typische KI-Formulierungen:

WPC ist eine gute Wahl, wenn die warme Optik von Holz erhalten bleiben soll, regelmäßige Anstriche jedoch nicht infrage kommen. Soll dagegen vor allem eine langlebige und wirtschaftliche Lösung entstehen, kann ein Metallzaun die bessere Alternative sein. Ausführliche Preisübersichten finden Sie in den Ratgebern Metallzaun Kosten und Preise für Doppelstabmatten. Einen Überblick über die verschiedenen Zaunarten bietet der Beitrag Bauarten und Materialien im Vergleich.

Was Sie bei der Farbwahl bedenken sollten

WPC gibt es in Anthrazit, verschiedenen Grautönen und holzähnlichen Braun- und Sandtönen. Die Farbe lässt sich später nicht ändern, deshalb sollte man sich intensiv Gedanken machen.

Dunkle Töne wirken hochwertig und lassen den Garten optisch größer erscheinen, weil sie als Hintergrund zurücktreten. Sie zeigen allerdings Kalkflecken und Pollenstaub deutlicher. Helle Sandtöne kaschieren Verschmutzung besser, verlieren aber schneller ihren Charakter, weil sie im Sonnenlicht flach wirken.

Lassen Sie sich vor der Bestellung Musterstücke zusenden und legen Sie diese für einige Wochen ins Freie. So lässt sich erkennen, wie sich Farbe und Oberfläche unter Witterungseinflüssen verändern. Die anfängliche Aufhellung vieler WPC-Produkte wird bereits in dieser Zeit sichtbar, sodass sich der spätere Farbeindruck besser einschätzen lässt.

Wie lange gibt der Hersteller Garantie?

Viele Hersteller gewähren auf WPC-Zäune Garantien von 10 bis 25 Jahren. Ein Blick in die Garantiebedingungen zeigt jedoch, dass sich der Schutz häufig auf Materialschäden wie Bruch oder Fäulnis beschränkt. Farbveränderungen, Flecken oder Verformungen sind dagegen oft ausgeschlossen.

Voraussetzung für die Garantie ist in vielen Fällen eine Montage nach den Vorgaben des Herstellers. Deshalb sollten die Montageanleitung aufbewahrt und der Aufbau möglichst mit Fotos dokumentiert werden. Diese Unterlagen können im Garantiefall als Nachweis dienen.

Häufige Fragen

Lässt sich WPC streichen?

Nicht dauerhaft. Farbe haftet auf der Kunststoffoberfläche schlecht und blättert nach ein bis zwei Jahren. Die Farbe sollte man sich deshalb vor den Kauf genau überlegen.

Wird WPC in der Sonne heiß?

Dunkle Profile schon, ähnlich wie dunkles Metall. Bei einem Zaun stört das kaum, bei Terrassendielen dagegen schon.

Wie entferne ich Grünbelag?

Mit Bürste und Wasser oder einem milden Reiniger. Hochdruck nur mit Abstand und niedrigem Druck, weil er die Oberfläche aufrauen kann.

Ist WPC recycelbar?

Grundsätzlich ja, praktisch selten, weil Rücknahmesysteme fehlen. Entsorgt wird es meist über den Restmüll oder als Baumischabfall.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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