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Eine Markise an einem modernen Haus

So reinigen Sie eine Markise

Lesedauer 6 Minuten

Bürsten Sie das Markisentuch zuerst trocken ab und feuchten Sie es mit klarem Wasser an. Dann tragen Sie eine lauwarme Lösung mit 50 bis 100 ml Feinwaschmittel je Liter Wasser auf. Das Wasser sollte höchstens 30 °C warm sein, wenn der Hersteller Ihres Tuchs nichts anderes vorgibt. Nach 15 bis 30 Minuten Einwirkzeit spülen Sie mit viel klarem Wasser nach und lassen die Markise ausgefahren, bis das Tuch ganz trocken ist. Haben Sie einen Markisenreiniger benutzt oder perlt Regen nicht mehr ab, imprägnieren Sie das trockene Tuch neu. Die Imprägnierung macht es wasser-, schmutz- und ölabweisend. Hochdruckreiniger, Dampfreiniger, Waschmaschine und scharfe Hausmittel wie Essig oder Natron schaden dem Tuch und seiner Imprägnierung. Gründlich reinigen Sie eine Markise einmal im Jahr, zu Beginn oder am Ende der Saison.

Was müssen Sie vor dem Reinigen beachten?

Lesen Sie zuerst die Pflegeanleitung Ihres Herstellers. Nennt sie andere Werte für Temperatur oder Einwirkzeit, halten Sie sich an diese.

Ob Ihr Tuch aus Acryl oder aus Polyester ist, ändert an der Reinigung nichts. Ist es mit PVC beschichtet, nehmen Sie einen Reiniger für PVC-Tücher und richten sich nach dessen Anleitung. Wissen Sie nicht, aus welchem Material Ihr Tuch ist, fragen Sie den Betrieb, der die Markise geliefert hat. Ein Tuch aus Baumwolle trocknet nach Regen nur langsam und schimmelt deshalb schnell. Lassen Sie es nach dem Reinigen besonders gut trocknen.

Wählen Sie für die Reinigung einen windstillen Tag mit beständigem, trockenem Wetter. Das gilt auch, wenn Sie das Tuch danach imprägnieren (Schritt 8).

Wie Sie an das Tuch kommen, hängt von der Bauart ab. Eine offene Markise ohne Kassette reinigen Sie von unten, auf dem aufgewickelten Tuch (Schritt 1). Bei allen anderen Markisen arbeiten Sie von oben, auf einer stabilen Leiter mit festem Untergrund.

Lehnen Sie die Leiter nie an die Markise und halten Sie sich nicht an ihr fest, sonst droht ein Absturz. Trennen Sie die Markise vorher von Automatik und Strom, wenn sie automatisch fährt oder jemand sie bedienen kann, ohne Sie auf der Leiter zu sehen. Bei großen Anlagen hilft eine zweite Person, die die Leiter sichert und Wasser und Reiniger anreicht.

Das brauchen Sie für die Reinigung

  • Feinwaschmittel ohne Enzyme und Parfüm für eine Lösung von 5 bis 10 % in lauwarmem Wasser
  • einen Eimer
  • eine weiche Bürste oder einen Handfeger
  • einen weichen Schwamm
  • einen Gartenschlauch mit sanftem Strahl
  • eine stabile Leiter, wenn Sie von oben arbeiten
  • zum Imprägnieren ein Imprägniermittel für Markisentücher und ein Mikrofasertuch
  • wahlweise einen Markisenreiniger in der Sprühflasche statt des Feinwaschmittels

Für das Tuch eignen sich milde Mittel aus dem Haushalt: Statt Feinwaschmittel können Sie auch lauwarme Seifenlauge mit einem sanften Spülmittel oder Gallseife nehmen. Von scharfen Hausmitteln raten die Hersteller dagegen ab. Essig, Zitronensäure und Natron können die Imprägnierung angreifen, und ihre Rückstände können das Tuch in der Sonne verfärben. Bleichmittel und Scheuerschwämme sind ebenso ungeeignet wie Lösungsmittel, etwa Alkohol oder Benzin.

Für die Reinigung mit Feinwaschmittel brauchen Sie kein eigenes Mittel für Markisen, ein Imprägniermittel nur, wenn Regen nicht mehr abperlt. Ein Marken-Markisenreiniger kostet im Handel 31 bis 37 € je Literflasche. Das passende Imprägniermittel kostet 39 bis 55 €. Ein Liter reicht jeweils für etwa 15 m² Tuch.

So reinigen Sie das Markisentuch Schritt für Schritt

  1. Fahren Sie die Markise ganz aus. Eine offene Markise fahren Sie nur so weit aus, dass die verschmutzte Stelle auf dem aufgewickelten Tuch liegt und Sie sie von unten erreichen.
  2. Bürsten Sie losen Schmutz und Vogelkot mit der weichen Bürste oder dem Handfeger trocken ab, immer von oben nach unten.
  3. Feuchten Sie das Tuch mit klarem Wasser aus dem Gartenschlauch an.
  4. Mischen Sie 50 bis 100 ml Feinwaschmittel je Liter lauwarmes Wasser im Eimer. Tragen Sie die Lösung mit dem Schwamm auf, ohne sie einzureiben. Einen Markisenreiniger tragen Sie so auf, wie es auf der Flasche steht.
  5. Lassen Sie die Lösung so lange einwirken, wie die Pflegeanleitung Ihres Tuchs angibt, meist 15 bis 30 Minuten. Für einen Markisenreiniger gilt die Einwirkzeit auf der Flasche, zum Beispiel 10 Minuten.
  6. Spülen Sie das Tuch gründlich mit viel klarem Wasser ab. Reste von Feinwaschmittel oder Reiniger schwächen die Imprägnierung.
  7. Fahren Sie die Markise ganz aus, falls sie es noch nicht ist, und lassen Sie das Tuch vollständig trocknen. In der Zwischenzeit reinigen Sie das Gestell.
  8. Imprägnieren Sie das Tuch, wenn Regen ins Gewebe einzieht, statt abzuperlen. Nach einem Markisenreiniger ist es nötig, weil der Reiniger die Imprägnierung schwächt. Sprühen Sie das Mittel fein vernebelt in sich kreuzenden Bahnen auf das trockene Tuch. Arbeiten Sie es leicht ein und nehmen Sie Reste mit dem Mikrofasertuch ab.
  9. Nach dem Imprägnieren lassen Sie das Tuch noch einmal trocknen, bevor Sie die Markise einfahren. Seine volle Wasserabweisung erreicht es nach einigen Tagen in der Sonne.

Zwischen den gründlichen Reinigungen bürsten Sie das Tuch in der Hochsaison etwa einmal im Monat trocken ab. Leichten Staub spült der Regen ab, solange die Imprägnierung intakt und die Markise mindestens 14° geneigt ist. Mit der Zeit lässt die Imprägnierung nach. Perlt Regen nicht mehr ab, imprägnieren Sie das Tuch neu (Schritt 8). Müssen Sie die Markise nass einfahren, fahren Sie sie wieder aus, sobald der Regen nachlässt, und lassen das Tuch trocknen.

Was hilft gegen welchen Fleck?

Fleckwas hilftwas schadet
VogelkotMöglichst bald trocken abbürsten, bevor er sich festsetzt, dann mit Feinwaschmittel reinigenlanges Einwirken
Schimmel und Stockflecken, also Pilzbefall auf einem feucht aufgerollten TuchTrocken abbürsten, mit Feinwaschmittel reinigen, gründlich spülen und ganz trocknen lassenBleichmittel und scharfe Hausmittel wie Essig
Grünbelag aus Algen und Pilzen, umgangssprachlich GrünspanFeinwaschmittel ohne Enzyme und Parfüm oder ein Markisenreiniger, den Sie vorher an einer unauffälligen Stelle testenEssig und Natron

Vorgehen nach den Pflegeanleitungen von Markisen- und Tuchherstellern.

Schimmel wächst nicht im Gewebe selbst, sondern im Schmutz, der darauf liegt. Wer das Tuch sauber und trocken hält, beugt deshalb vor. Sind Schimmel oder Stockflecken einmal da, bleiben sie oft sichtbar, auch nach einem Markisenreiniger. Der Industrieverband Technische Textilien, Rollladen, Sonnenschutz (ITRS) hält solche Schäden in der Regel für nicht zu beheben.

Streifen auf dem Tuch sind nicht immer Schmutz. Knick- und Legefalten wirken im Gegenlicht dunkler und sehen auf hellem Tuch wie eine Verschmutzung aus. Auch Wickelfalten können schon von Anfang an da sein. Helle Streifen können vom Imprägniermittel stammen. Dieser Kreideeffekt entsteht bei der Fertigung und Montage des Tuchs. Nach der Richtlinie des ITRS mindern Knick- und Legefalten den Wert des Tuchs nicht, und Hersteller schließen Falten von ihrer Garantie aus. Ein Grund für eine Reklamation sind sie nicht.

Wie reinigen Sie das Gestell der Markise?

Zum Gestell gehören die Gelenkarme, die Tuchwelle und das Ausfallprofil, bei einer Kassettenmarkise auch die Kassette. Auf die Tuchwelle wird das Tuch aufgewickelt, am Ausfallprofil hängt es vorn. Reinigen Sie das Gestell mindestens einmal im Jahr mit lauwarmem Seifenwasser und einem weichen Schwamm oder feuchten Lappen. Spülen Sie danach gut ab. Verzichten Sie auf heißes Wasser und auf Mittel, die sauer wie Essig oder Zitronensäure, alkalisch oder scheuernd sind. Ist ein Gestell aus pulverbeschichtetem Aluminium stark verschmutzt, hilft ein Spezialreiniger für pulverbeschichtete Oberflächen.

Ob und wo Sie die Mechanik schmieren, steht in der Anleitung Ihres Herstellers. Ein wartungsfreies Kurbelgetriebe braucht kein Fett, ebenso wenig das textile Band, das in hochwertigen Markisen statt eines Stahlseils oder einer Kette die Kraft im Gelenkarm überträgt. Sieht die Anleitung das Schmieren vor und quietscht die Markise, können Sie die Mechanik selbst reinigen und nachfetten. Ölen Sie bewegliche Teile dabei nur leicht.

Diese Fehler schaden Tuch und Garantie

  • Ein Hochdruckreiniger kann die Imprägnierung abtragen und das Tuch mitsamt den Nähten beschädigen, am Gestell auch die beweglichen Teile.
  • Auch ein Dampfreiniger kann das Tuch beschädigen.
  • In die Waschmaschine gehört ein Markisentuch nicht, es bleibt zum Reinigen an der Markise. Ausgenommen sind abnehmbare Tücher an Seilspannmarkisen, wenn der Anbieter das Waschen vorsieht, zum Beispiel bei höchstens 40 °C.
  • Heißes Wasser kann die Imprägnierung belasten. Manche Hersteller lassen bis 40 °C zu.

Mit solchen Fehlern riskieren Sie auch die Garantie. Tuch- und Markisenhersteller schließen in ihren Garantiebedingungen zum Beispiel Schäden aus, die durch unsachgemäße Pflege oder ungeeignete Reinigungsmittel und -geräte entstehen. Das gilt auch für Schäden durch mangelnde Pflege und Wartung entgegen der Wartungs- und Gebrauchsanleitung. Halten Sie sich deshalb an die Pflege- und Wartungsanleitung Ihrer Markise.

Wann sollte ein Fachbetrieb die Markise reinigen?

Ein Fachbetrieb übernimmt die Reinigung, wenn Sie das Tuch nicht sicher erreichen oder bei einer großen Anlage niemand helfen kann. Die gründliche Reinigung des Tuchs kann Teil eines Wartungsvertrags sein.

Wie oft die Markise gewartet werden muss, steht in ihrer Wartungsanleitung. Mehrere Hersteller schreiben dort vor, dass ein Fachbetrieb die Markise mindestens einmal im Jahr wartet, und empfehlen einen Wartungsvertrag. Empfiehlt Ihnen ein Betrieb einen längeren Abstand, zum Beispiel 2 bis 3 Jahre, gilt trotzdem die Anleitung. Bei einer Wartung prüft der Fachbetrieb auch die Verankerung und den Montageuntergrund, die Motorsteuerung und das Motorkabel. Bedienteile und Tuch prüft er auf Verschleiß, und zum Schluss macht er einen Probelauf über den ganzen Fahrweg.

LeistungPreisQuelle
Wartung einer Markise mit einem Monteur169,50 € zuzüglich Anfahrt und ErsatzteilenFachbetrieb
Wartung einer Markise mit zwei Monteuren255 € zuzüglich Anfahrt und ErsatzteilenFachbetrieb
Wartung jeder weiteren Markise101,15 €Fachbetrieb
Anfahrt zu diesen WartungenFahrzeugpauschale 25,59 €, Fahrzeit 101,15 € je Stunde, abgerechnet je angefangene ViertelstundeFachbetrieb
Wartung pauschal, Dauer 1,5 Stunden, mit Anfahrt im Einsatzgebiet395 €Fachbetrieb, ohne Angabe zur Mehrwertsteuer
Komplettreinigung des Tuchs per Einsendung29,90 € je m² zuzüglich VersandOnlinehändler
Selbermachen mit Markisenreiniger und Imprägniermittel statt Feinwaschmittel, je 1 l für bis zu 15 m² Tuch70 bis 95 €zwei Onlinehändler, Mittel eines Tuchherstellers, reguläre Preise

Preise mit Mehrwertsteuer, soweit nicht anders vermerkt, aus Preislisten von Fachbetrieben und Händlern, Stand Oktober 2026.

Eine Wartung kostet bei den Fachbetrieben der Tabelle 190 bis 400 €. Am unteren Ende liegt die Wartung mit einem Monteur samt Fahrzeugpauschale. Dazu kommt die Fahrzeit mit gut 25 € je angefangene Viertelstunde. Per Einsendung berechnet ein Onlinehändler für die Reinigung eines Tuchs mit 15 m² rund 450 € zuzüglich Versand.

Lassen Sie sich im Angebot ausweisen, ob die Wartung das Reinigen und Imprägnieren des Tuchs einschließt und was die Anfahrt kostet. Nennen Sie bei der Anfrage das Geschoss, in dem die Markise hängt, damit der Betrieb weiß, wie er an sie herankommt.

Bleiben Schimmel und Stockflecken trotz regelmäßiger Reinigung, empfiehlt sich ein neues Tuch. Ein neues Tuch empfiehlt sich auch, wenn das alte nach 10 bis 15 Jahren kleine Risse oder verblichene Stellen zeigt. Dann können Sie die Markise neu bespannen lassen. Ist die ganze Markise verschlissen, vergleichen Sie, was eine neue Markise mit Montage kostet.

Bild: istock.com/KangeStudio

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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