Wespennester können ein großes Problem rund um Garten und Haus sein. Trotzdem dürfen sie nicht einfach so zerstört werden und man sollte sich professionelle Hilfe holen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie störende Wespennester trotzdem schnell wieder loswerden und was das kostet.
Unterschied zwischen Wespen und Hornissen
Bevor Sie irgendetwas unternehmen, sollten Sie sich das Nest genauer anschauen. Handelt es sich wirklich um Wespen oder ist es ein Hornissennest? Aktive Hornissennester muss man nicht unbedingt umsiedeln oder entfernen, wenn sie sich nicht an einer gefährlichen Stelle befinden. Hornissen stehen nicht nur unter Naturschutz, sie interessieren sich auch kaum für uns Menschen. Außerdem jagen sie auch Wespen.


Am leichtesten erkennt man den Unterschied an der Länge der Tiere. Hornissen können bis zu 2,4 Zentimeter groß werden, europäische Wespenarten nur maximal 1,4 Zentimeter. Da unsere heimischen Hornissen zu den gefährdeten Arten gehören, sollte man bewohnte Nester entweder ignorieren oder umsiedeln.
Antrag für die Entfernung des Wespennestes

Da Wespen nach § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes geschützt sind, müssen Sie vor der Entfernung einen Antrag stellen und dürfen die Umsiedlung oder Entfernung auf gar keinen Fall selbst durchführen. Es können hohe Bußgelder verhängt werden, vor allem wenn es sich um eine seltene Wespenart handelt.
Wo Sie den Antrag stellen, unterscheidet sich je nach Region. In der Regel können Sie dies bei der Stadtverwaltung, dem Landratsamt oder einer örtlichen Naturschutzbehörde machen. Sie müssen dabei begründen, warum das Wespennest entfernt werden muss. Mögliche Gründe sind Allergien oder wenn das Nest eine Bedrohung für Kinder oder Tiere darstellt. Da Sie für die Umsiedlung sowieso einen Fachmann brauchen, lohnt es sich, den Antrag gemeinsam mit ihm zu stellen. Fachbetriebe können auch sagen, um welche Wespenart es sich handelt und wie viel Gefahr vom Wespennest ausgeht.
Kosten für Entfernung und Umsiedlung
Die Kosten für die Entfernung eines Wespennest liegen in der Regel zwischen 100 und 260 €. Die genauen Kosten hängen von einigen Faktoren ab:
- Dringlichkeit
- Erreichbarkeit
- Größe
- Art der Entfernung
Wollen Sie das Wespennest noch am selben Tag entfernen lassen, fallen höhere Kosten an, weil der Kammerjäger seine Terminplanung überarbeiten muss. Auch die Erreichbarkeit des Nests spielt eine große Rolle. Befindet sich das Wespennest nah am Boden und ist gut erreichbar, ist auch die Entfernung günstiger. Das Gleiche gilt auch für die Größe – große Wespennester mit vielen Tieren sind schwieriger umzusiedeln. Zu guter Letzt hängt der Preis auch davon ab, ob das Nest umgesiedelt wird oder einfach entfernt werden kann. Entfernen und Töten dürfen Sie die Tiere nur, wenn das Umsiedeln unmöglich ist.
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Was der Artenschutz vorgibt
Wespen sind nach § 39 BNatSchG besonders geschützt. Es ist verboten, wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu beunruhigen, zu fangen oder zu töten und ihre Nist- und Zufluchtstätten zu zerstören.
Ein vernünftiger Grund liegt nicht schon dann vor, wenn ein Nest stört. Erforderlich ist eine konkrete Gefährdung, etwa ein Nest direkt am Hauseingang, an einem Kinderspielplatz oder bei einer nachgewiesenen Insektengiftallergie im Haushalt. In diesen Fällen erteilt die untere Naturschutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung.
Für die beiden häufigsten Arten, die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, gelten dabei Erleichterungen. Bei Hornissen ist der Schutz strenger, weil sie nach § 44 BNatSchG streng geschützt sind. Was dort gilt, beschreibt Hornissennest entfernen.
Warum Sie nicht selbst eingreifen sollten
Neben der rechtlichen Seite spricht die Sicherheit dagegen. Ein gestörtes Volk verteidigt sein Nest, und im Spätsommer sind mehrere tausend Tiere im Nest.
Besonders gefährlich sind Ausräucherungsversuche und das Zuschütten von Fluglöchern: Beides führt dazu, dass die Tiere sich einen neuen Ausgang suchen, im ungünstigen Fall in den Wohnraum. Auch Wasser oder Bauschaum lösen das Problem nicht.
Ein Fachbetrieb mit Schutzausrüstung siedelt das Nest um oder entfernt es, je nach Lage und Genehmigung. Ende Oktober sterben die Völker ohnehin ab, und das leere Nest wird nicht wieder bezogen. Wer bis dahin warten kann, spart die Kosten vollständig.
Wann Sie das Nest einfach stehen lassen können
Ein Wespenvolk lebt nur eine Saison. Im Herbst sterben Arbeiterinnen und Königin ab, und das Nest wird nie wieder bezogen. Wer bis Ende Oktober warten kann, spart die Kosten vollständig und muss keine Genehmigung einholen.
Praktikabel ist das immer dann, wenn das Nest nicht am Hauseingang, an der Terrasse oder in einem Rollladenkasten sitzt. Ein Abstand von 3 bis 4 m reicht in der Regel aus, damit die Tiere sich nicht bedroht fühlen.
Das leere Nest kann im Winter gefahrlos entfernt werden. Verschließen Sie danach die Öffnung, weil eine Königin im Folgejahr denselben Platz wählen könnte.
Was Sie im Sommer beachten sollten
- Nicht nach Wespen schlagen. Hektische Bewegungen und Atemluft lösen Verteidigungsverhalten aus.
- Flugbahn frei halten. Stellen Sie nichts in den Anflugbereich des Nestes, dort sind die Tiere am empfindlichsten.
- Süßes abdecken. Getränke und Kuchen im Freien ziehen Arbeiterinnen an, besonders im August.
- Fallobst aufsammeln. Gärendes Obst unter Bäumen wirkt wie eine Einladung.
Wenn ein Nest in unmittelbarer Nähe sitzt und ein Familienmitglied allergisch reagiert, ist der Fall anders zu bewerten. Dann besteht ein vernünftiger Grund im Sinne des Naturschutzrechts, und die Behörde erteilt in der Regel eine Ausnahmegenehmigung.
Häufige Fragen zum Wespennest
Wer trägt die Kosten in der Mietwohnung?
In der Regel der Vermieter, weil ein Nest am Gebäude die Nutzung der Mietsache beeinträchtigt. Melden Sie es schriftlich und handeln Sie nicht eigenmächtig.
Was kostet die Umsiedlung?
100 bis 260 € bei gut zugänglichen Nestern, bei schwer erreichbaren Standorten mehr. Die Einordnung gegenüber anderen Einsätzen zeigt die Kostenübersicht Kammerjäger.
Kommen Wespen im nächsten Jahr zurück?
Nicht in dasselbe Nest, aber möglicherweise an denselben Ort. Junge Königinnen suchen im Frühjahr geschützte Hohlräume, weshalb sich das Verschließen der Öffnung im Winter lohnt.
Was tun bei einem Nest im Rollladenkasten?
Rollladen nicht mehr bewegen und einen Fachbetrieb rufen. Der Kasten ist ein Sonderfall, weil die Tiere über den Gurtdurchlass in den Wohnraum gelangen können.




