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Boiler austauschen: Installateur löst mit dem Rollgabelschlüssel den Wasseranschluss unter dem Warmwasserboiler

Boiler defekt und jetzt?

Lesedauer 4 Minuten

Was kostet ein neuer Boiler mit Einbau? Für den 5-Liter-Kleinspeicher unter der Spüle sind es 150 bis 400 €, für einen 80-Liter-Warmwasserspeicher 500 bis 1.200 €. Ob sich der Austausch überhaupt rentiert, hängt von Alter, Kalkzustand und Fehlerbild ab, denn nicht jedes lauwarme Wasser bedeutet ein defektes Gerät. Dieser Ratgeber führt durch die Boilertypen, die Preise nach Größe, eine kurze Selbstdiagnose und die Frage, welche Arbeiten zwingend zum Elektrofachbetrieb gehören.

Welcher Boilertyp hängt bei Ihnen?

Drei Gerätetypen decken fast alle Haushalte ab: Kleinspeicher, Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer. Der Kleinspeicher mit 5 Litern Inhalt sitzt als Untertischgerät unter der Spüle oder als Übertischgerät über dem Waschbecken. Er versorgt genau eine Zapfstelle, etwa in der Küche oder im Gäste-WC, und wird meist einfach in die Steckdose gesteckt.

Warmwasserspeicher mit 30 bis 120 Litern halten größere Mengen dauerhaft warm und versorgen ein ganzes Bad oder mehrere Zapfstellen. Wegen der höheren elektrischen Leistung sind sie oft fest angeschlossen. Die dritte Variante erhitzt das Wasser ohne Vorrat direkt beim Zapfen und vermeidet so die Bereitschaftsverluste des Speichers. Ob sich dieser Umstieg für Sie rechnet, klärt der Beitrag zum Einbau eines Durchlauferhitzers.

Wichtig für die Auswahl ist außerdem die Bauform des Speichers. Offene, drucklose Geräte versorgen genau eine Zapfstelle und arbeiten mit einer speziellen Armatur, geschlossene, druckfeste Speicher hängen direkt am Leitungsdruck und können mehrere Zapfstellen bedienen. Schauen Sie vor dem Neukauf auf das Typenschild des Altgeräts, dann bestellen Sie automatisch die passende Bauform.

Die Kosten nach Speichergröße

Für den Tausch eines Kleinspeichers zahlen Sie 150 bis 400 € inklusive Gerät und Montage, beim 80-Liter-Speicher werden 500 bis 1.200 € fällig. Innerhalb der Spannen entscheiden Gerätequalität, Zugänglichkeit und Anschlusssituation über den Endpreis.

GerätPreis inkl. Montage
Kleinspeicher 5 l150 bis 400 €
Warmwasserspeicher 30 bis 50 l300 bis 700 €
Warmwasserspeicher 80 bis 120 l500 bis 1.200 €

Der Arbeitslohn liegt bei 60 bis 90 € pro Stunde plus 20 bis 50 € Anfahrt, der reine Tausch bei unveränderten Anschlüssen dauert ein bis zwei Stunden. Teurer wird es, wenn der neue Speicher eine andere Größe hat und Anschlüsse versetzt werden müssen, wenn das Altgerät in einer engen Nische hängt oder ein schwerer 120-Liter-Behälter durchs Treppenhaus getragen werden muss. Fragen Sie im Angebot nach, ob die Entsorgung des Altgeräts enthalten ist. Und planen Sie den Termin geschickt: Der Installateur kann im selben Besuch weitere Kleinarbeiten erledigen, etwa eine tropfende Armatur erneuern, die Preise dazu stehen im Beitrag Wasserhahn austauschen.

Muss es wirklich ein neues Gerät sein?

Nicht immer. Bevor Sie einen neuen Boiler kaufen, lohnen sich zwei Prüfungen, die viel Geld sparen können.

Boiler entkalken statt tauschen

Bei kalkhaltigem Leitungswasser wächst auf dem Heizstab eine Kalkschicht, die wie eine Isolierung wirkt. Gängige Anzeichen sind lange Aufheizzeiten, Knackgeräusche beim Heizen und steigender Stromverbrauch. Eine Entkalkung durch den Fachbetrieb ist bei Geräten unter zehn Jahren sinnvoll, denn ein Boiler hält normalerweise 10 bis 15 Jahre. Ob Ihre Region betroffen ist, verrät der Beitrag über hartes Wasser. Wer das Problem dauerhaft an der Wurzel packen will, findet die Preise für eine zentrale Entkalkungsanlage im eigenen Ratgeber.

Warmwasser wird nicht richtig warm

Prüfen Sie zuerst die Sicherung im Verteilerkasten und den Temperaturregler am Gerät, der ist schnell versehentlich verstellt. Braucht das Wasser ungewöhnlich lange oder wird es nur lauwarm, ist häufig der Heizstab verkalkt oder defekt. Ein defekter Thermostat wiederum heizt gar nicht mehr oder schaltet zu früh ab. Bei einem Gerät jenseits der zehn Jahre ist der Austausch meist wirtschaftlicher als die Einzelreparatur, denn zum Reparaturpreis kommen Anfahrt und die Unsicherheit, welches Teil als Nächstes aufgibt.

Dürfen Sie den Boiler selbst anschließen?

Nur zum Teil. Steckerfertige Kleinspeicher mit Schukostecker dürfen Sie selbst montieren und anschließen: Eckventil zudrehen, Schläuche wechseln, Gerät aufhängen, Dichtheit prüfen, Stecker rein. Wichtig ist dabei die Armaturenfrage, denn offene, drucklose Kleinspeicher brauchen zwingend eine spezielle Niederdruckarmatur. Schließen Sie ein solches Gerät nie an eine normale Druckarmatur an, der Behälter kann dem Leitungsdruck nicht standhalten.

Alle Geräte mit Festanschluss ans Stromnetz sind dagegen tabu für Laien. Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in Deutschland in die Hände eines Elektrofachbetriebs, das gilt für den 80-Liter-Speicher im Bad genauso wie für jedes fest verdrahtete Untertischgerät. Die Wasserseite übernimmt der Sanitärprofi, was dieser Beruf alles umfasst, zeigt das Porträt des Gas-Wasser-Installateurs. Viele Betriebe decken beide Gewerke ab oder bringen den Elektriker gleich mit.

Bei druckfesten Speichern kommt noch ein Bauteil dazu, das gern übersehen wird: das Sicherheitsventil im Zulauf. Es lässt beim Aufheizen das Ausdehnungswasser tropfenweise ab, das ist normal und kein Defekt. Der Fachbetrieb prüft beim Tausch, ob das Ventil noch funktioniert, und ersetzt es bei Bedarf gleich mit.

So hält der neue Boiler länger

Mit drei Gewohnheiten erreicht ein Warmwasserspeicher das obere Ende seiner Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Stellen Sie die Temperatur auf 55 bis 60 °C ein: Heißer bedeutet schnellere Verkalkung, kühler hingegen begünstigt bei größeren Speichern die Keimbildung im Wasser. Lassen Sie das Gerät bei hartem Wasser alle paar Jahre entkalken, bevor Geräusche und Stromverbrauch steigen. Und bei größeren Speichern lohnt es sich, die eingebaute Schutzanode vom Fachbetrieb prüfen zu lassen, denn sie opfert sich für den Korrosionsschutz des Behälters und ist irgendwann aufgebraucht. Wer das Gerät längere Zeit nicht nutzt, etwa in der Ferienwohnung, schaltet es ab und lässt es vor der nächsten Nutzung einmal durchheizen.

Die fünf wichtigsten Fragen zum Boilertausch

Wie lange hält ein Boiler?

Die übliche Lebensdauer liegt bei 10 bis 15 Jahren. Hartes Wasser verkürzt sie, weil Kalk den Heizstab und den Behälter angreift. Regelmäßiges Entkalken und eine intakte Schutzanode verlängern die Laufzeit, ab etwa 15 Jahren steigt aber auch bei gepflegten Geräten das Ausfallrisiko.

Was kostet ein 5-Liter-Kleinspeicher mit Montage?

Mit Gerät und Montage durch den Installateur zahlen Sie 150 bis 400 €. Das Gerät allein gibt es je nach Qualität ab etwa 60 €. Wer handwerklich fit ist, kann ein steckerfertiges Modell selbst tauschen und zahlt nur den Gerätepreis, muss aber auf die passende Niederdruckarmatur achten.

Boiler oder Durchlauferhitzer, was ist sinnvoller?

Das hängt vom Zapfverhalten ab. Der Speicher liefert direkt warmes Wasser, verliert aber rund um die Uhr Bereitschaftswärme. Der Durchlauferhitzer heizt nur bei Bedarf, braucht dafür aber eine hohe elektrische Anschlussleistung. Für selten genutzte Zapfstellen ist der Kleinspeicher meist die günstigere Lösung, bei Bad und Dusche entscheidet der Einzelfall.

Warum wird das Wasser nur noch lauwarm?

Die drei häufigsten Ursachen sind ein verkalkter Heizstab, ein verstellter oder defekter Temperaturregler und eine ausgelöste Sicherung. Prüfen Sie Regler und Sicherung selbst, alles Weitere gehört in Fachhände. Wird das Wasser schlagartig kalt statt langsam lauwarm, spricht das eher für ein elektrisches Problem als für Kalk.

Darf ich den Boiler in der Mietwohnung austauschen lassen?

Gehört das Gerät zur Wohnungsausstattung, ist der Vermieter für Reparatur und Ersatz zuständig. Melden Sie den Defekt schriftlich und beauftragen Sie nicht auf eigene Faust, sonst bleiben Sie womöglich auf den Kosten sitzen. Nur wenn Sie den Boiler selbst nachgerüstet haben, sind Sie auch für den Tausch verantwortlich.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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