Ein tropfender Wasserhahn ist selten ein Fall für den Komplettaustausch: Oft genügt eine neue Kartusche oder Dichtung für 5 bis 40 € Material. Möchte man einen neuen Wasserhahn, kostet der Austausch durch den Installateur 100 bis 250 € inklusive einer einfachen neuen Armatur. Die Armatur selbst liegt je nach Qualität zwischen 30 und 800 €. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Ursache für das Tropfen eingrenzen, wann sich Reparatur oder Austausch rechnet und wie der Wechsel Schritt für Schritt gelingt.
Warum tropft der Wasserhahn überhaupt?
Hinter einem tropfenden Wasserhahn stecken fast immer verschlissene Dichtungen, eine verbrauchte Kartusche oder Kalk. Welches Bauteil betroffen ist, verrät die Bauart der Armatur.
Beim Einhebelmischer regelt eine Kartusche im Inneren die Wassermenge und die Temperatur. Ist sie verschlissen, tropft der Auslauf, der Hebel wird schwergängig oder die Temperatur lässt sich nicht mehr gut einstellen. Eine passende Ersatzkartusche kostet 15 bis 40 €. Bei einer Zweigriffarmatur sitzt unter jedem Griff ein Ventiloberteil mit Dichtung. Tropft es aus dem Auslauf, ist meist die Dichtung spröde oder das Ventiloberteil verkalkt. Beide Ersatzteile kosten einzeln unter 15 €.
Achten Sie auch darauf, wo das Wasser austritt. Tropft es nicht aus dem Auslauf, sondern unten am Sockel oder unter der Spüle, sind eher die Anschlussschläuche oder deren Dichtungen betroffen. Das ist heikler, weil hier über Wochen unbemerkt Wasser in den Unterschrank laufen kann.
Kalk verschärft alle diese Probleme, denn Ablagerungen verhindern, dass die Dichtflächen gut schließen. Wie stark Ihr Leitungswasser dazu neigt, lesen Sie im Beitrag über hartes Wasser. Sitzt der Kalk vor allem außen am Strahlregler, hilft häufig schon das Entkalken des Wasserhahns, ganz ohne Werkzeugeinsatz.
Reparieren oder besser gleich austauschen?
Als Faustregel gilt: Armaturen unter zehn Jahren werden repariert, ältere Modelle getauscht. Eine neue Kartusche oder Dichtung kostet wenig, ist in einer halben Stunde eingebaut, und die Armatur hält danach wieder viele Jahre.
Bei älteren Armaturen kommen dagegen oft mehrere Schwachstellen zusammen: Die Verschraubungen sind korrodiert, die Anschlussschläuche porös und passende Ersatzteile nicht mehr lieferbar. Dann zahlen Sie für die Reparatur fast so viel wie für den Austausch, ohne die eigentlichen Schwachstellen zu beseitigen.
Für einen Austausch sprechen außerdem praktische Gründe: sparsamere Modelle mit Durchflussbegrenzer, ein höherer Auslauf für die Küche oder schlicht eine Optik, die zum renovierten Bad passt. Für Dusche und Badewanne gelten ähnliche Überlegungen, mehr dazu im Beitrag über das Wechseln der Mischbatterie. Steht ohnehin eine Badsanierung an, gehört der Armaturentausch in dieses Gesamtpaket, das spart doppelte Anfahrten.
Wenn Sie unsicher sind, helfen drei Fragen bei der Entscheidung: Ist die Armatur jünger als zehn Jahre? Sind Ersatzteile für das Modell noch erhältlich? Sitzen die Verschraubungen darunter noch sauber und rostfrei? Dreimal Ja spricht für die Reparatur, schon ein einziges Nein macht den Austausch meist zur wirtschaftlicheren Wahl.
Was kostet der Austausch beim Installateur?
Für den Austausch einer Standardarmatur zahlen Sie 100 bis 250 €, eine einfache neue Armatur ist darin bereits enthalten. Der Preis setzt sich aus dem Stundensatz von 60 bis 90 €, der Anfahrt mit 20 bis 50 € und dem Material zusammen.
| Leistung | Preis inkl. Material |
|---|---|
| Reparatur, Kartusche oder Dichtung tauschen | 80 bis 150 € |
| Waschtischarmatur im Bad austauschen | 100 bis 200 € |
| Küchenarmatur austauschen | 120 bis 250 € |
| Austausch inklusive neuer Eckventile | 150 bis 300 € |
Wünschen Sie eine hochwertige Markenarmatur, kommt deren Aufpreis hinzu, die Spanne reicht bis etwa 800 €. Küchenarmaturen sind im Schnitt etwas teurer als Badarmaturen, weil ausziehbare Brausen und beengte Anschlüsse mehr Arbeitszeit kosten.
Lassen sich die Eckventile unter dem Becken nicht mehr bewegen oder sind sie verkalkt, sollten sie im gleichen Termin ersetzt werden. Weitere Infos gibt es in diesem Ratgeber zum Thema Eckventil wechseln.
Ein seriöses Angebot nennt den Arbeitspreis, die Anfahrt und das Material getrennt. Fragen Sie vorab, ob Sie die Armatur selbst stellen dürfen: Viele Betriebe montieren mitgebrachte Modelle problemlos, geben dann aber nur auf ihre Arbeit Gewährleistung, nicht auf das Gerät. Bei sehr günstigen Pauschalpreisen sollte man lieber nachfragen, ob die Anfahrtspauschale dabei ist.
So tauschen Sie den Wasserhahn selbst aus
Mit etwas Geschick ist der Austausch in 30 bis 60 Minuten erledigt. An Werkzeug genügen ein Maulschlüssel, eine Rohrzange und bei beengten Spülen ein spezieller Standhahnschlüssel für die Mutter unter dem Becken. Der wichtigste Schritt kommt zuerst: Drehen Sie beide Eckventile unter dem Becken zu und öffnen Sie den Hahn noch einmal, damit der Restdruck entweicht.
- Legen Sie einen Eimer und einen Lappen bereit, denn im Anschlussbereich steht immer Restwasser.
- Schrauben Sie die flexiblen Anschlussschläuche an den Eckventilen ab.
- Lösen Sie die Befestigungsmutter unter dem Becken und ziehen Sie die alte Armatur nach oben heraus.
- Setzen Sie die neue Armatur mit der mitgelieferten Dichtung ein und ziehen Sie die Befestigung von unten fest.
- Schließen Sie die Anschlussschläuche an, kalt rechts und warm links, handfest plus eine Viertelumdrehung mit dem Schlüssel.
- Öffnen Sie die Eckventile langsam und prüfen Sie alle Verschraubungen mit trockenem Küchenpapier auf Dichtheit.
Auch die Reparatur ist für geübte Heimwerker machbar: Beim Einhebelmischer sitzt die Kartusche unter der Hebelschraube und einer Abdeckkappe. Notieren Sie vor dem Kauf den Hersteller und das Modell der Armatur, denn Kartuschen sind nicht genormt und passen nur zum jeweiligen Typ. Bei der Zweigriffarmatur schrauben Sie stattdessen das Ventiloberteil mit einem Maulschlüssel heraus und tauschen die Dichtung an dessen Unterseite.
Kontrollieren Sie alle Verschraubungen nach einigen Stunden erneut, kleine Undichtigkeiten zeigen sich oft erst mit Verzögerung. Ein trockenes Stück Küchenpapier unter den Anschlüssen macht auch feinste Tropfen sichtbar.
Wann sollte der Installateur kommen?
Sobald Eckventile festsitzen, Verschraubungen korrodiert sind oder eine Unterputzarmatur verbaut ist, sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen. Gewalt an einem festsitzenden Eckventil kann die Leitung dahinter beschädigen, und aus dem kleinen Tausch wird ein teurer Wasserschaden. Auch in der Mietwohnung ist Zurückhaltung sinnvoll: Der Tausch einer Dichtung ist unproblematisch, eine neue Armatur stimmen Sie besser mit dem Vermieter ab.
Ein Handwerksbetrieb hat zudem einen praktischen Vorteil: Der Installateur erledigt mehrere kleine Arbeiten in einem Besuch, etwa das Anschließen einer Waschmaschine oder den Tausch verkalkter Eckventile. Die Anfahrtspauschale fällt dann nur einmal an.
Häufige Fragen zum Wasserhahntausch
Was kostet es, einen tropfenden Wasserhahn reparieren zu lassen?
Für den Tausch einer Kartusche oder Dichtung berechnet der Installateur meist 80 bis 150 € inklusive Anfahrt und Material. Der Arbeitsaufwand liegt bei 30 bis 60 Minuten. Bei sehr alten Armaturen kann man auch über einen Komplettaustausch nachdenken, den es ab etwa 100 € inklusive einfacher, neuer Armatur gibt.
Wie lange hält eine Armatur im Durchschnitt?
Eine solide Küchen- oder Badarmatur hält 10 bis 20 Jahre. Die Lebensdauer hängt stark von der Wasserhärte ab: In Regionen mit hartem Wasser verschleißen Kartuschen und Dichtungen schneller. Regelmäßiges Entkalken des Strahlreglers und der Griffe verlängert die Haltbarkeit und kostet nur wenige Minuten im Jahr.
Darf ich als Mieter den Wasserhahn selbst austauschen?
Kleine Reparaturen wie der Tausch einer Dichtung sind unproblematisch. Eine neue Armatur sollten Sie mit dem Vermieter abstimmen, denn die vorhandene Armatur gehört zur Mietsache. Viele Mietverträge enthalten außerdem eine Kleinreparaturklausel, nach der Mieter kleinere Reparaturbeträge selbst tragen. Überprüfen Sie davor Ihren Mietvertrag.
Warum tropft der Wasserhahn nur bei warmem Wasser?
Dann sitzt der Verschleiß auf der Warmwasserseite. Heißes Wasser lässt Dichtungen schneller altern und begünstigt Kalkablagerungen, deshalb geht die warme Seite häufig zuerst kaputt. Bei einer Zweigriffarmatur genügt es, nur das betroffene Ventiloberteil zu tauschen, beim Einhebelmischer wird immer die ganze Kartusche ersetzt.
Lohnt sich eine teure Armatur überhaupt?
Oft ja. Hochwertige Armaturen haben langlebigere Keramikkartuschen, bessere Oberflächen und über viele Jahre lieferbare Ersatzteile. Bei einer Investition von 150 bis 800 €, spart man sich häufig den nächsten Austausch nach wenigen Jahren. Bei selten genutzten Wasserhähnen, etwa im Gäste-WC, reicht dagegen ein einfaches Modell ab 30 €.





