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Weiß-grüne Kalkablagerung an einem Abflussrohr

Entkalkungsanlagen – Kosten und Wissenswertes

Wasserhärte ist ein Maßstab dafür, wie viel gelöstes Kalziumoxid (Kalk) sich im Wasser befindet. Dabei spricht man bei einem Anteil von 2,5 Millimol (etwa 140 Milligramm) Kalziumoxid pro Liter Wasser von hartem Wasser. Hartes Wasser hat zahlreiche Nachteile für die Leitungen, angeschlossene Haushaltsgeräte und auch für die Qualität damit zubereiteten Essens und Getränke. Aus diesem Grund entscheiden viele Menschen in Gebieten mit sehr hartem Wasser sich dafür, in ihrem Heim eine Entkalkungsanlage zu installieren, welche die Härte des Trinkwassers deutlich reduzieren kann. Hier erfahren Sie, was eine Entkalkungsanlage bringt, mit welchen Kosten zu rechnen ist und wie Sie eine Förderung beantragen können.

Sie wollen wissen, wie hart das Wasser in Ihrer Leitung ist? Allgemein lässt sich sagen, dass hartes Wasser vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, dem nördlichen Brandenburg, Thüringen und weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs als hartes Wasser gilt. Für die individuelle Bestimmung Ihrer Wasserhärte gibt es in Drogerien spezielle Teststäbchen, mit denen Sie in wenigen Minuten eine Antwort erhalten. Auch das örtliche Wasseramt gibt Ihnen gerne Auskunft. Hat Ihr Wasser die notwendige Härte, um eine Entkalkungsanlage sinnvoll zu machen, können Sie auf blauarbeit.de einen Sanitärinstallateur finden, der Sie über Fördermöglichkeiten berät und den Einbau sowie die Wartung gerne übernimmt.

Vorteile und Nachteile einer Wasserentkalkungsanlage im Haushalt

Vorteile

Eine Entkalkungsanlage entfernt Kalk aus dem Trinkwasser und reduziert dadurch die Härte. Damit sinkt die Gefahr von Verkalkungen an Armaturen, an Waschmaschinen, Spülmaschinen und Kaffeeanlagen sowie in den Leitungen. Besonders bei hartem Wasser entstehen in den Maschinen Kalkplaques, die den Durchfluss des Wassers behindern und Schäden an den Maschinen verursachen. Moderne Maschinen können diese Effekte zu einem gewissen Grad ausgleichen, besonders wenn Entkalkungstabs angewendet werden. Allerdings erhöht eine Entkalkungsanlage die Lebensdauer der Maschinen deutlich, verringert den Reinigungsaufwand und die Kosten für Entkalkungstabletten.

Auch der Energieverbrauch sinkt durch die Vermeidung von Kalkablagerungen erheblich. Das Erhitzen von Warmwasser in der Heizung, in Waschmaschinen und Spülmaschinen erfordert erhebliche Strommengen. Durch abgelagerten Kalk kann sich die Effizienz der Heizelemente um bis zu 30 % bei einer Schichtdicke von 4 Millimetern verringern.

Daneben wissen Liebhaber von Tee, Kaffee und auch Feinschmecker weiches Wasser zu schätzen. Hartes Wasser mindert den Geschmack der damit gekochten Gerichte, da das gelöste Kalziumoxid seinen leicht alkalischen, kalkigen Eigengeschmack zu jedem Essen dazusteuert. Häufig werden spezielle Trinkwasserentkalkungsmaschinen angeboten. Bei einer allgemeinen Entkalkungsanlage für das gesamte Haus können Sie auf diese natürlich verzichten.

Nachteile

Wie jede andere Einrichtung im Haus kostet auch eine Entkalkungsanlage Geld. Dabei ist es nicht mit den Materialkosten und dem Einbau getan, denn wie jedes andere komplexe System benötigt auch eine Entkalkungsanlage Pflege und Wartung. Die zugehörigen Arbeiten und Ressourcen kosten eine nicht unerhebliche Summe Geld, weswegen eine genaue Kosten-Nutzen-Rechnung durchgeführt werden sollte. In Gegenden mittlerer und schwacher Wasserhärte sind die Ersparnisse durch die Entkalkung im Allgemeinen geringer als die Anschaffungs- und Betriebskosten.

Daneben ist entkalktes Wasser nicht unbedingt gesünderes Wasser. Das im Wasser enthaltene Kalzium stärkt den Knochenbau, weswegen viele Menschen in Gegenden mit schwacher Wasserhärte zusätzlich Kalzium zu sich nehmen. Bei Ionentauscheranlagen werden die Kalziumionen durch Natriumionen ersetzt, was besonders für Menschen mit einem erhöhten Blutdruck problematisch werden kann. Für diese Menschen ist eine Entkalkungsanlage nach dem Umkehrosmoseprinzip sinnvoller.

Arten von Entkalkungsanlagen und ihre Kosten

Filteranlagen

Die einfachsten Entkalkungsanlagen sind Filteranlagen. Dabei wird das Wasser durch einen Aktivkohlefilter geleitet, in dem Kalkpartikel hängen bleiben. Durch regelmäßiges Rückspülen wird der Filter wieder gereinigt. Hierdurch werden nur Schwebstoffe und kleinste Kalkpartikel aus dem Leitungswasser entfernt, während gelöster Kalk diese Anlagen ungehindert passiert. Dafür sind diese Anlagen relativ günstig in der Anschaffung und im Betrieb. Anlagen dieser Art sind bereits ab 100 Euro erhältlich.

Ionentauscheranlagen

Ein Ionentauscher leitet das Wasser durch eine Substanz, die Natriumionen enthält. Beim Durchfließen ersetzen die Kalziumionen die Natriumionen, wodurch die Natriumionen in das Trinkwasser gelangen. Hierdurch sinkt die Wasserhärte erheblich. In regelmäßigen Abständen, wenn die Anzahl der Natriumionen in der Austauschersubstanz unter eine kritische Zahl gefallen ist, muss die Anlage mit einem Natriumsalz regeneriert werden. Dabei werden die abgefangenen Kalziumionen in den Abfluss gespült. Anlagen dieser Art sind sowohl in ihrer Anschaffung als auch im Betrieb im mittleren Preissegment angesiedelt. Während günstige Modelle für etwa 400 Euro erhältlich sind, können leistungsfähige Markenprodukte bis zu 1000 Euro kosten. Jede Ionentauscheranlage kann pro Tag nur eine bestimmte Menge weiches Wasser liefern. Pro Person im Haushalt muss mit einem Wasserverbrauch von 120 Liter gerechnet werden.

Umkehrosmoseanlagen

In einer Umkehrosmoseanlage wird das zu entkalkende Leitungswasser unter Druck gesetzt, sodass die darin befindlichen Kalziumionen durch eine halbdurchlässige Membran in Spülflüssigkeit wandern. Dadurch wird die Härte des Wassers gesenkt, während das Spülwasser abgeleitet wird. Je nach Wasserhärte bedarf es erheblicher Wassermengen und Elektrizität, um die Umkehrosmoseanlage zu betreiben. Dafür wird auf die Anreichung von Natrium im Trinkwasser verzichtet. Anlagen dieser Art sind teuer und verursachen erhebliche Betriebskosten. Die meisten Anlagen dieser Art kosten zwischen 1000 und 2000 Euro. Auch hier erhöhen sich die Preise bei größerer Kapazität, die auch für größere Haushalte geeignet ist, deutlich.

Betriebskosten einer Entkalkungsanlage

Eine Entkalkungsanlage verursacht sowohl im Betrieb als auch durch die notwendige Wartung kosten. Die Betriebskosten unterscheiden sich stark zwischen den einzelnen Anlagentypen. Während Filteranlagen nur die Wasserrechnung und Stromrechnung etwas erhöhen, sind Ionentauscheranlagen deutlich aufwendiger im Betrieb. Das Ionentauschersalz kostet ebenso Geld wie das zum Rückspülen notwendige Wasser. Besonders teuer ist der Betrieb von Umkehrosmoseanlagen, denn sie benötigen in Extremfällen zehn Liter Spülwasser, um einen Liter Trinkwasser zu entkalken. Bei den Wartungskosten gibt es keine erheblichen Unterschiede.

Kostenpunkt Jährliche Betriebskosten (Euro)
Strom und Wasser Ionentauscher 30
Strom und Wasser Umkehrosmose 150
Regenerationssalz 60
Wartungskosten 100 – 200

Wann lohnt sich eine Entkalkungsanlage?

Allgemein gesagt lohnt sich der Kauf einer Entkalkungsanlage ab einer Wasserhärte von 2,5 Millimol pro Liter. Dies entspricht einer Wasserhärte von 14 °DH (Deutsche Wasserhärte). Bei geringerer Wasserhärte ist nicht ausreichend Kalk im Trinkwasser enthalten, um den angeschlossenen Maschinen langfristig zu schaden. Die Geräte erwerben üblicherweise aus anderen Gründen einen Defekt, bevor der angereicherte Kalk einen Einfluss auf den Stromverbrauch oder die Leistung hat. Auch bei hoher Wasserhärte ist eine Entkalkungsanlage vor allem dann sinnvoll, wenn teure Maschinen an das Leitungswasser angeschlossen sind. Eine gute Ionentauscheranlage mit zwanzig Jahren Betriebskosten kostet etwa 5000 Euro an Anschaffungs- und Betriebskosten. Nur wenn durch sie Defekte in einer solchen Höhe verhindert werden, amortisiert sich die Anschaffung. Sollte der geschmackliche Gewinn durch weiches Wasser im Vordergrund stehen, so könnte eine am Wasserhahn installierte Entkalkungsanlage eine kostengünstige, völlig ausreichende Alternative sein.

Förderung von Wasserenthärtungsanlagen beim Austausch der Heizung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Anschaffung von Wasserenthärtungsanlagen und anderen Wasseraufbereitungsanlagen. Grund ist, dass in Gegenden mit hoher Wasserhärte diese die Warmwasserzubereitung weniger energieeffizient macht. Kalk legt sich auf die Heizelemente und erzeugt eine Patina, die wärmedämmend wirkt. Um im Zuge der Energiewende den Energieverbrauch der Warmwasserbereitung zu senken, unterstützt die BAFA deshalb seit Anfang 2020 zur Heizungsoptimierung den Einbau von Wasserenthärtungsanlagen in Verbindung mit einer neuen, klimafreundlichen Heizung.

Aus diesem Grund ist es besonders bei dem Wechsel auf eine umweltfreundliche Heizung auf Basis von Wärmepumpen, Solarthermie oder Holzpellets sinnvoll, über die zusätzliche Anschaffung einer Entkalkungsanlage nachzudenken. Dies erhöht nicht nur die Wasserqualität und senkt die Heizkosten, sondern schont auch die Umwelt.

Bild: blende11.photo / stock.adobe.com

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