Letzte Aktualisierung am 5. September 2022
Ein elektrischer Durchlauferhitzer kostet als Gerät 200 bis 700 €, für den Anschluss durch den Fachbetrieb kommen 150 bis 400 € hinzu. Die wichtigste Regel dabei: Sobald Starkstrom im Spiel ist, und das gilt für fast alle Vollgeräte, darf ausschließlich ein Elektrofachbetrieb anschließen. Durchlauferhitzer lohnen sich vor allem dort, wo keine zentrale Warmwasserbereitung über die Heizungsanlage existiert, etwa in Etagenwohnungen oder kleinen Haushalten mit ein bis zwei Personen. Hier lesen Sie, welche Gerätekosten, Anschlusskosten und laufenden Kosten realistisch sind.
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Wie viel kosten elektrische Durchlauferhitzer?
Elektrische Durchlauferhitzer kosten je nach Leistung und Bauweise 70 bis 700 €. Für ein einzelnes Handwaschbecken reichen drucklose Minidurchlauferhitzer, die Sie bereits für 70 bis 150 € erhalten. Ihre Leistung ist allerdings so gering, dass sie sich nicht für die Warmwasserversorgung des gesamten Haushalts eignen. Soll der Durchlauferhitzer Bad und Küche komplett versorgen, brauchen Sie ein Vollgerät mit 18 bis 33 kW Leistung. Solche Geräte mit elektronischer Regelung kosten 200 bis 700 €.
Neben der Leistung unterscheidet sich die Bauform: Übertischgeräte hängen sichtbar über Waschbecken oder Spüle, Untertischgeräte verschwinden im Unterschrank, und kompakte Wandgeräte im Bad versorgen Dusche und Waschtisch gemeinsam. Für die Kosten ist die Bauform zweitrangig, entscheidend bleibt die Leistungsklasse.
Verglichen mit dem Einbau einer zentralen Warmwasserbereitung samt neuer Leitungen bleibt die Anschaffung damit günstig. In kleineren Haushalten wird Warmwasser meist nur in Küche und Bad benötigt, und genau das deckt ein elektrischer Durchlauferhitzer ohne Probleme ab. Steht ohnehin eine Badsanierung an, lässt sich der Gerätetausch dabei günstig miterledigen.
Wie viel kostet der Anschluss eines elektrischen Durchlauferhitzers?
Für Installation und Anschluss durch den Fachbetrieb sollten Sie 150 bis 400 € einplanen. Der einfache Austausch eines alten Geräts gegen ein neues am selben Platz ist oft in unter einer Stunde erledigt und liegt mit 150 bis 250 € am unteren Ende der Spanne; Voraussetzung ist, dass Starkstromanschluss und Wasseranschlüsse weiterverwendet werden können. Eine Neumontage mit Anpassung der Wasseranschlüsse kostet bis zu 400 €.
Deutlich aufwendiger wird es, wenn für ein leistungsstarkes Gerät erst ein Starkstromanschluss verlegt werden muss. Das ist eine eigene Maßnahme im Rahmen der Elektroinstallation, deren Preis vom Weg zwischen Zählerschrank und Montageort abhängt. Mit gängigem Haushaltsstrom von 230 V laufen nur kleine Geräte bis etwa 6,5 kW, wie sie am Handwaschbecken üblich sind; alle Vollgeräte ab etwa 11 kW benötigen einen 400-V-Anschluss. Ideal ist die Beauftragung eines Sanitärbetriebs, der zusätzlich eine Zulassung für elektrische Arbeiten besitzt, dann bleibt alles in einer Hand.
Wovon hängt der Preis für den Anschluss ab?
Der Anschlusspreis hängt vor allem davon ab, ob ein passender Stromanschluss bereits vorhanden ist. Existiert am Montageort schon ein Starkstromanschluss, kostet der Anschluss kaum mehr als bei einem kleinen 230-V-Gerät, das an eine normale Steckdose angeschlossen wird. Dazu kommt der Arbeitsaufwand des Installateurs oder Elektrikers im Einzelfall: Ein reiner Gerätetausch ist schneller erledigt als eine Neuinstallation mit Anschlussverlegung. Auch die Preisgestaltung des jeweiligen Betriebs spielt eine Rolle. Konkret setzt sich der Preis aus folgenden Punkten zusammen:
- Anschlussart: Wird ein Starkstromanschluss benötigt und ist er vorhanden?
- Art und Leistung des Gerätes
- Neumontage oder Austausch eines Altgeräts
- Arbeitsaufwand des Installateurs oder Elektrikers vor Ort
- Preisgestaltung des Handwerksunternehmens
Durchlauferhitzer anschließen: Wer darf was?
Den elektrischen Anschluss eines Durchlauferhitzers dürfen Sie nicht selbst vornehmen: Vollgeräte laufen mit 400-V-Starkstrom, und Arbeiten daran sind Elektrofachbetrieben vorbehalten. Bei Eigenmontage riskieren Sie Lebensgefahr, den Verlust des Versicherungsschutzes und Ärger mit dem Netzbetreiber, denn leistungsstarke Geräte sind dort anmeldepflichtig. Die Wasserseite darf ein versierter Heimwerker vorbereiten, die elektrische Inbetriebnahme gehört aber in Profihände. Sind dafür neue Zuleitungen nötig, hilft der Beitrag Wasserleitungen verlegen bei der Kostenplanung. Bewahren Sie die Rechnung des Fachbetriebs gut auf, denn im Schadenfall verlangt die Versicherung den Nachweis der fachgerechten Installation.
Hydraulisch oder elektronisch geregelt?
Hydraulische Durchlauferhitzer schalten in festen Stufen und reagieren träge: Die Temperatur schwankt spürbar, wenn nebenan ein Wasserhahn aufgedreht wird. Elektronische Geräte halten die Wunschtemperatur dagegen gradgenau und verbrauchen dadurch weniger Strom. Der Aufpreis von rund 100 bis 200 € amortisiert sich in den meisten Haushalten innerhalb weniger Jahre. Erkennbar sind hydraulische Geräte oft am Stufenschalter, elektronische an der gradgenauen Temperaturanzeige.
Gas-Durchlauferhitzer: nur mit eingetragenem Fachbetrieb
Gas-Durchlauferhitzer, in älteren Wohnungen oft noch als Gastherme im Bad zu finden, erhitzen das Wasser mit einer Gasflamme und benötigen eine Abgasführung. Einbau und Wartung darf nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Gasinstallateur übernehmen, zusätzlich prüft der Schornsteinfeger die Abgasanlage. Was dieser Beruf umfasst, zeigt unser Porträt zum Gas-Wasser-Installateur.
Wie teuer sind die laufenden Kosten mit einem Durchlauferhitzer allgemein?
Für einen Zweipersonenhaushalt mit typischer Warmwassernutzung können Sie im Durchschnitt mit etwa 500 € Stromkosten pro Jahr rechnen, bei hohem Verbrauch mit 500 bis 1.000 €. Moderne Geräte setzen die eingesetzte Energie nahezu vollständig in Wärme um, und Strom fließt nur dann, wenn tatsächlich warmes Wasser gezapft wird. Genau das ist der Vorteil gegenüber einem Boiler, der seinen Vorrat ständig warm hält. Ein Rechenbeispiel: Ein Gerät mit 20 kW verursacht bei einem Strompreis von 30 ct pro kWh im Dauerbetrieb 6 € pro Stunde; gezapft wird aber immer nur minutenweise.
Für typische Anwendungen ergeben sich bei rund 30 ct pro kWh diese Richtwerte:
| Tätigkeit | Kosten pro Anwendung |
|---|---|
| Kurzes Händewaschen | ca. 0,03 € |
| Geschirrspülen von Hand (5 Minuten) | ca. 0,30 € |
| Duschen (10 Minuten) | 0,60-0,90 € |
| Vollbad (140 Liter) | 1,20-1,70 € |
Diese Werte variieren je nach Leistung und Einstellung des Gerätes sowie nach Ihrem persönlichen Nutzungsverhalten: Wer täglich badet, verbraucht deutlich mehr als jemand, der kurz duscht. Ein Sparduschkopf senkt den Warmwasserverbrauch um bis zu 30 %, ohne dass der Komfort spürbar leidet, und eine niedrigere Wunschtemperatur am Gerät spart zusätzlich. Wie Sie Ihren individuellen Verbrauch überschlagen, zeigt der Beitrag Warmwasserkosten berechnen.
Antworten auf häufige Fragen zum Durchlauferhitzer-Einbau
Wer darf einen Durchlauferhitzer anschließen?
Den 400-V-Anschluss darf ausschließlich ein Elektrofachbetrieb herstellen, Geräte mit hoher Leistung müssen zudem beim Netzbetreiber angemeldet werden. Nur kleine 230-V-Geräte mit Stecker dürfen Sie selbst einstecken. Die Wasseranschlüsse kann ein erfahrener Heimwerker vorbereiten, die elektrische Inbetriebnahme sollte aber immer der Fachbetrieb übernehmen.
Was kostet der Einbau eines Durchlauferhitzers komplett?
Rechnen Sie mit 350 bis 1.100 € insgesamt: 200 bis 700 € für das Gerät und 150 bis 400 € für den Anschluss durch den Fachbetrieb. Muss zusätzlich ein Starkstromanschluss neu verlegt werden, kommen je nach Leitungsweg mehrere hundert € für die Elektroinstallation hinzu.
Wie lange hält ein Durchlauferhitzer?
Elektrische Durchlauferhitzer halten üblicherweise 10 bis 15 Jahre, gut gewartete Geräte auch länger. Kalkhaltiges Leitungswasser verkürzt die Lebensdauer spürbar, weil die Heizelemente verkalken. Ob Ihr Wohnort betroffen ist, erklärt der Beitrag Hartes Wasser; langfristig kann sich dann eine Entkalkungsanlage lohnen.
Reicht ein Durchlauferhitzer für Bad und Küche gleichzeitig?
Ein Vollgerät mit 21 bis 27 kW versorgt Dusche und Waschbecken einer Wohnung zuverlässig. Werden zwei Zapfstellen gleichzeitig genutzt, kommen kleinere Geräte an ihre Grenzen und die Temperatur sinkt. Bei weit auseinanderliegenden Zapfstellen sind zwei dezentrale Geräte oft die bessere Lösung als lange Leitungswege.
Was ist besser: Durchlauferhitzer oder Boiler?
Für kleine Haushalte ist der Durchlauferhitzer meist die günstigere Wahl, denn er verbraucht nur beim Zapfen Strom. Ein Boiler hält dagegen ständig einen Wasservorrat warm und verliert dabei laufend Energie. Boiler punkten nur dort, wo viele kleine Zapfmengen über den Tag verteilt anfallen und die elektrische Anschlussleistung begrenzt ist.
Lohnt sich der Wechsel vom hydraulischen zum elektronischen Gerät?
Ja, in den meisten Haushalten. Elektronische Geräte heizen nur so viel, wie für die eingestellte Temperatur nötig ist, und sparen dadurch im Alltag rund 10 bis 20 % Strom gegenüber alten hydraulischen Modellen. Zusammen mit dem Komfortgewinn durch konstante Temperaturen rechnet sich der Tausch meist nach wenigen Jahren.




