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Drainage verlegen: Hände positionieren das gelbe Drainagerohr im Kiesbett mit Filtervlies am Fundament entlang

Drainage verlegen lassen rund ums Haus

Lesedauer 4 Minuten

Kalkulieren Sie für das Verlegen einer Drainage 20 bis 60 € pro laufenden Meter, darin stecken Rohr, Vlies, Kies und Einbau. Der größere Posten sind die Erdarbeiten: Ein Minibagger mit Fahrer schlägt mit 80 bis 120 € pro Stunde zu Buche. Für eine Ringdrainage um ein Einfamilienhaus mit etwa 40 laufenden Metern ergeben sich so meist 3.000 bis 6.000 €. Wann sich die Investition rechnet, wie die fachgerechte Verlegung abläuft und wo die Grenze für Eigenleistung liegt, lesen Sie hier.

Die Kosten pro laufendem Meter im Überblick

Die reine Drainageleitung ist günstig, teuer ist der Weg zu ihr: Rund um das Haus muss das Erdreich bis zur Fundamentsohle ausgehoben werden. Deshalb entscheidet die Grabtiefe stärker über den Endpreis als das Material.

KostenpunktEinheitPreis
Drainagerohr, Vlies und Kies inklusive Verlegungpro laufenden Meter20 bis 60 €
Minibagger mit Fahrer für den Aushubpro Stunde80 bis 120 €
Kontrollschachtpro Stück inklusive Einbau100 bis 300 €
Ringdrainage am Einfamilienhaus (ca. 40 lfm)gesamt3.000 bis 6.000 €

Die Erdarbeiten hängen stark von der Zugänglichkeit ab: Ein frei stehendes Haus mit Garten ringsum ist schnell umgraben, während Anbauten, Terrassen und gepflasterte Flächen den Aufwand vervielfachen. Was Aushub und Abtransport im Detail kosten, schlüsselt der Beitrag zu den Kosten für Baggerarbeiten auf. Muss der Aushub entsorgt statt wieder eingebaut werden, kommen Container- und Deponiegebühren hinzu.

Zur Einordnung der Gesamtsumme: Bei einem frei zugänglichen Einfamilienhaus dauert der Aushub mit dem Minibagger meist zwei bis drei Arbeitstage. Zusammen mit Material, Verlegung und zwei bis vier Kontrollschächten ergibt sich so die genannte Spanne von 3.000 bis 6.000 €. Schwierige Zufahrten, Handschachtung an engen Stellen und die Entsorgung belasteten Bodens können den Betrag erhöhen.

Wann ist eine Drainage am Haus sinnvoll?

Eine Drainage rechnet sich immer dann, wenn Niederschlags- oder Schichtenwasser nicht schnell genug versickern kann und dauerhaft am Mauerwerk ansteht. Typische Fälle sind Hanglagen, in denen Wasser gegen die bergseitige Kellerwand drückt, und bindige Böden aus Lehm oder Ton, die Wasser lange stauen. Betroffen sind vor allem ältere Gebäude, die noch ohne wirksame Außenabdichtung gebaut wurden.

Eine einfache Schürfgrube oder ein Bodengutachten zeigt, ob bindiger Boden, Schichtenwasser oder Grundwasser das Problem verursacht. Damit steht auch fest, ob eine Drainage überhaupt zulässig und wirksam ist.

Ein feuchter Keller allein ist allerdings noch kein Beweis, dass eine Drainage die richtige Lösung ist. Steht das Gebäude im Grundwasser, hilft keine Drainage, sondern nur eine dichte Abdichtung des Bauwerks; die Verfahren dafür zeigt der Ratgeber zur Mauertrockenlegung. Bei dauerhaft vernässten Rasen- und Beetflächen kann dagegen eine Flächendrainage im Garten helfen, wie sie der Beitrag über Staunässe im Garten beschreibt. Ist das Mauerwerk bereits geschädigt, finden Sie die Preise für die Reparatur im Ratgeber zu den Kosten für das Sanieren von Mauerwerk.

So läuft die fachgerechte Verlegung ab

Eine Drainage funktioniert nur, wenn Gefälle, Filteraufbau und Ableitung stimmen. Ein Fachbetrieb plant die Anlage deshalb nach den anerkannten Regeln der Technik und stimmt sie auf Boden und Wasseranfall ab. Die Arbeit gliedert sich in fünf Schritte:

  1. Freilegen: Das Erdreich wird abschnittsweise bis zur Fundamentsohle ausgehoben; einen Überblick über die Gründung des Hauses gibt der Beitrag über Fundamente.
  2. Sohle vorbereiten: Auf der Grabensohle wird ein durchgehendes Gefälle zum Ablaufpunkt hergestellt.
  3. Filteraufbau einbringen: Filtervlies, Kiesbett und das gelochte Drainagerohr werden lagenweise eingebaut, damit sich die Leitung nicht mit Feinteilen zusetzt.
  4. Schächte setzen: An Ecken und Richtungswechseln erleichtern Kontrollschächte die spätere Wartung und Spülung.
  5. Ableiten und verfüllen: Das Wasser wird in einen Sickerschacht oder mit Genehmigung in den Regenwasserkanal geführt, danach wird der Graben wieder verfüllt.

Für die Einleitung in den öffentlichen Kanal brauchen Sie die Zustimmung der Gemeinde beziehungsweise des zuständigen Entwässerungsbetriebs. Klären Sie diesen Punkt vor Baubeginn, denn ohne funktionierende Ableitung ist die beste Drainage wirkungslos. Planen Sie außerdem die Kontrollschächte so, dass sie später erreichbar bleiben und nicht unter Terrasse oder Pflaster verschwinden.

Wo liegt die Grenze für die Eigenleistung?

Als Eigenleistung eignen sich vor allem die einfachen Erdarbeiten: Kann man aber selbst einen Minibagger bedienen, spart man sich 80 bis 120 € pro Baggerstunde. Auch das Verfüllen des Grabens und das Wiederherstellen des Gartens sind normale Heimwerkeraufgaben.

Die Planung, das Gefälle und der Filteraufbau gehören dagegen in fachkundige Hände. Eine falsch verlegte Drainage ist nicht nur wirkungslos, sie kann Wasser sogar gezielt an das Fundament führen und bestehende Schäden verschlimmern. Lassen Sie deshalb mindestens die Planung und die Abnahme von einem Fachbetrieb übernehmen, auch wenn Sie selbst mit anpacken.

Liegt das Haus für die Drainage ohnehin frei, sollten Sie prüfen lassen, ob die Kellerabdichtung und gegebenenfalls die Dämmung der Außenwände gleich mit erneuert werden. Das Aufgraben ist der teuerste Teil der gesamten Maßnahme, und ein zweites Mal möchte ihn niemand bezahlen.

Fragen und Antworten zur Drainage am Haus

Wie tief muss eine Drainage liegen?

Die Drainage liegt auf Höhe der Fundamentsohle, also am tiefsten Punkt des erdberührten Mauerwerks. Nur dort kann sie anstehendes Wasser abfangen, bevor es die Kellerwand erreicht. Die genaue Tiefe ergibt sich aus der Gründung des Hauses und wird bei der Planung festgelegt.

Wohin darf das Drainagewasser abgeleitet werden?

Üblich sind ein Sickerschacht oder eine Versickerungsfläche auf dem eigenen Grundstück. Die Einleitung in den Regenwasserkanal ist nur mit Genehmigung der Gemeinde zulässig, die Einleitung in den Schmutzwasserkanal gar nicht. Fragen Sie vor Baubeginn beim örtlichen Entwässerungsbetrieb nach.

Wie lange hält eine Drainage?

Eine fachgerecht aufgebaute Drainage mit Filtervlies und Kiespackung hält mehrere Jahrzehnte. Voraussetzung ist die Wartung: Über die Kontrollschächte sollte die Leitung regelmäßig geprüft und bei Bedarf gespült werden, damit sich Rohr und Kiesbett nicht mit feinen Bodenteilchen zusetzen. Als grober Rhythmus hat sich eine Kontrolle alle paar Jahre bewährt.

Braucht jedes Haus eine Drainage?

Nein. Auf gut durchlässigen Sand- und Kiesböden versickert Niederschlagswasser von selbst, und moderne Keller aus wasserundurchlässigem Beton kommen planmäßig ohne Drainage aus. Sinnvoll ist sie vor allem bei bindigen Böden, in Hanglagen und bei älteren Gebäuden mit empfindlicher Außenabdichtung.

Kann eine Drainage nachträglich verlegt werden?

Ja, die nachträgliche Verlegung ist sogar der Regelfall, etwa wenn ein Altbau feuchte Kellerwände bekommt. Da das Haus dafür ringsum aufgegraben wird, kombinieren viele Eigentümer die Maßnahme direkt mit einer neuen Außenabdichtung der Kellerwände, um den Aufwand nur einmal zu haben.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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