Verpasse nicht diese Infos!

Hier kannst du dich für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden:

Gabionenwand im Bau: untere Korbreihe vollständig mit Bruchstein gefüllt, oberer Korb halb befüllt mit sichtbaren Abstandhaltern

Gabionen selber bauen: so entsteht eine gerade Steinwand

Lesedauer 6 Minuten

Für den Aufbau einer Gabionenwand brauchen Sie kein Spezialwerkzeug und keine Erfahrung im Mauerbau. Anspruchsvoll ist die Logistik: Für 12 m Wand in 1,80 m Höhe bewegen Sie rund 8 t Steine von Hand. Planen Sie zu zweit zwei volle Tage ein, davon einen für Fundament und Körbe und einen für die Befüllung.

Was Sie brauchen

  • Gabionenkörbe als Bausatz mit Gittermatten, Spiralen oder Klemmverbindern und Abstandhaltern
  • Füllsteine in passender Korngröße, meist 60 bis 120 mm bei 100 mm Maschenweite
  • Beton, Kies und Schalbretter für das Fundament
  • Schubkarre, Schaufel, Eimer und feste Handschuhe
  • Wasserwaage, Maurerschnur, Zollstock, Gummihammer
  • Kombizange und Seitenschneider für die Spiralverbinder
  • Optional ein Trennvlies, wenn die Wand an Erdreich grenzt

Was die Materialien zusammen kosten und wo die Preisunterschiede herkommen, steht in Preise für Gabionen.

Wie viel Stein brauchen Sie?

Rechnen Sie mit dem Volumen der Körbe und einer Schüttdichte von 1,4 bis 1,8 t je Kubikmeter. Bruchsteine liegen eher am unteren Ende, dichte Gesteine wie Basalt am oberen.

WandmaßVolumenSteinbedarf
1 m Länge, 1,00 m hoch, 20 cm tief0,20 m³0,3 bis 0,4 t
1 m Länge, 1,80 m hoch, 30 cm tief0,54 m³0,8 bis 1,0 t
12 m Länge, 1,80 m hoch, 30 cm tief6,48 m³9 bis 11 t
Zuschlag von 10 % einplanen, weil sich die Füllung beim Setzen verdichtet.
Gabionenwand aus verzinkten Gitterkörben mit grauen Basaltsteinen, ein Korb noch unbefüllt

Die Steingröße richtet sich nach der Maschenweite. Der kleinste Stein sollte mindestens das Anderthalbfache der Maschenweite messen, sonst rutscht er durch. Bei 100 mm Maschen sind das Steine ab 150 mm, üblicherweise als Körnung 60 bis 120 mm oder 100 bis 200 mm angeboten.

Fundament vorbereiten

Anders als bei Zäunen mit einzelnen Pfosten trägt hier eine durchgehende Fläche das Gewicht. Bei 1 t je Meter Wand ist ein tragfähiger Unterbau wichtig.

  1. Verlauf abstecken und einen Graben ausheben, 10 cm breiter als die Korbtiefe und 40 bis 60 cm tief.
  2. 20 bis 30 cm Schotter einfüllen und lagenweise verdichten, am besten mit einer Rüttelplatte aus dem Verleih für 35 bis 60 € am Tag.
  3. Bis etwa 1,00 m Wandhöhe reicht diese Tragschicht aus. Darüber kommt ein Betonstreifen von 20 bis 30 cm Stärke, der frostfrei gegründet sein muss.
  4. Oberfläche waagerecht abziehen und mit der Wasserwaage prüfen. Jede Unebenheit im Fundament überträgt sich auf die gesamte Wandhöhe.
  5. Beton eine Woche aushärten lassen, bevor die Körbe darauf stehen.

Bei freistehenden Wänden ab 1,20 m Höhe werden zusätzlich Stützstäbe aus Rundstahl in das Fundament einbetoniert, die später durch die Körbe laufen. Sie nehmen die Kippkräfte auf. Die Grundlagen zum Betonieren stehen in Punktfundamente richtig setzen.

Körbe montieren

Die Gittermatten kommen flach geliefert und werden vor Ort zusammengesetzt. Das geht schnell, sollte aber ohne Eile passieren, weil ein schief montierter Korb sich später nicht mehr korrigieren lässt.

  1. Bodenmatte auf das Fundament legen und ausrichten.
  2. Die vier Seitenmatten aufstellen und an den Ecken mit Spiralen oder Klemmen verbinden. Spiralen werden eingedreht wie ein Korkenzieher und an beiden Enden umgebogen.
  3. Lot und Winkel prüfen, bevor die letzte Ecke geschlossen wird.
  4. Nachbarkörbe direkt anschließen und mit den Seitenmatten des Vorgängers verbinden, sodass eine durchgehende Reihe entsteht.
  5. Abstandhalter einsetzen, meist alle 30 cm in der Höhe und Breite. Sie halten die Seitenwände auf Abstand und verhindern das Ausbeulen.

Bei hohen Wänden werden nicht alle Körbe im Voraus aufgestellt. Setzen Sie die untere Reihe, befüllen Sie sie, und stellen Sie erst dann die nächste Reihe darauf. Ein unbefüllter Korb auf einem befüllten steht nicht sicher.

Befüllen ohne Ausbeulen

Das Befüllen macht 60 bis 70 % der Gesamtarbeitszeit aus. Wer schnell schüttet, bekommt eine bauchige Wand mit unruhiger Oberfläche. Gleichmäßiger wird es in Lagen.

  1. Die Sichtseiten von Hand setzen: flache Steine mit der glatten Fläche nach außen, möglichst dicht an dicht und ohne große Lücken.
  2. Den Kern mit kleineren und unförmigen Steinen auffüllen. Hier zählt nur, dass wenig Hohlraum bleibt.
  3. Nach jeweils 30 cm Höhe die Abstandhalter kontrollieren und die Füllung mit den Händen nachsetzen.
  4. Die letzte Lage bewusst etwas höher füllen, weil sich die Steine in den ersten Monaten setzen.
  5. Deckelmatte auflegen und ringsum mit Spiralen verbinden.

Rechnen Sie mit 1,5 bis 2,5 Stunden je Kubikmeter Füllung zu zweit, wenn die Sichtseiten von Hand gesetzt werden. Wer nur schüttet, ist doppelt so schnell, sieht das Ergebnis aber jeden Tag.

Bepflanzen und gestalten

Gabionen lassen sich begrünen, was die harte Optik bricht. Zwei Wege stehen offen.

Beim Bewuchs von außen werden Kletterpflanzen davor gesetzt, die sich am Gitter halten. Wilder Wein, Efeu oder Waldrebe brauchen dafür kein zusätzliches Rankgitter. Nach drei bis vier Jahren ist die Wand weitgehend geschlossen.

Bei der Bepflanzung im Korb werden Pflanztaschen mit Substrat in die Füllung eingebaut. Das sieht früher gut aus, braucht aber Bewässerung, weil im Steinkörper kaum Wasser gespeichert wird. Für die meisten Gärten ist die erste Variante die pflegeleichtere.

Ein gestalterischer Hinweis: Zwei verschiedene Steinfarben in horizontalen Bändern wirken auf langen Wänden ruhiger als eine gemischte Füllung. Welche weiteren Sichtschutzlösungen es gibt, zeigt Möglichkeiten für Sichtschutz.

Was der Eigenbau spart

Position (12 m, 1,80 m hoch)EigenleistungFachbetrieb
Körbe und Zubehör600 bis 1.200 €600 bis 1.200 €
Füllsteine inkl. Anlieferung720 bis 1.800 €720 bis 1.800 €
Fundament250 bis 450 € Material720 bis 1.440 €
Aufbau und Befüllung2 Tage zu zweit840 bis 1.560 €
Geräteverleih70 bis 140 €enthalten
Summe1.640 bis 3.590 €2.880 bis 6.000 €

Die Ersparnis liegt bei rund 40 %, dafür steht körperliche Arbeit an. Man sollte bedenken: Zehn Tonnen 30 m weit zu transportieren ist ein eigener Arbeitstag.

Ab welcher Höhe wird es genehmigungspflichtig?

Gabionen gelten baurechtlich je nach Ausführung als Einfriedung oder als Stützmauer und die Grenzen unterscheiden sich von Land zu Land. Verfahrensfrei sind Einfriedungen meist bis 1,80 m in bebauten Gebieten und bis 1,20 m an Straßenseiten.

Wird die Wand höher oder nimmt sie Erddruck auf, also stützt sie Gelände ab, greifen strengere Regeln. Dann ist häufig ein Standsicherheitsnachweis verlangt, und die Wand muss von einem Fachplaner bemessen werden. Erkundigen Sie sich vor dem Materialkauf beim Bauamt, das ist ein Anruf und erspart im Zweifel den Rückbau.

Der Grenzabstand ist der zweite Punkt. Manche Landesnachbarrechtsgesetze erlauben Einfriedungen direkt auf der Grenze, andere fordern Abstand. Was in welchem Fall gilt, behandelt Zaun an der Grundstücksgrenze.

Gabionen als Stützmauer am Hang

Der zweite große Anwendungsfall neben der Sichtschutzwand ist die Geländestufe. Hier gelten andere Regeln als bei der freistehenden Wand, weil der Erddruck von der Rückseite wirkt.

  • Größere Tiefe: Statt 30 cm sind 50 bis 100 cm nötig, je nach Höhe der Stufe. Als grober Anhalt gilt die halbe Höhe als Tiefe.
  • Nach hinten geneigt: Die Wand wird um 5 bis 10 Grad in den Hang gekippt aufgebaut, damit sie dem Druck entgegensteht.
  • Trennvlies und Drainage: Zwischen Erdreich und Steinen gehört ein Vlies, dahinter eine Kiesschicht mit Drainagerohr. Sonst schwemmt Feinmaterial durch die Steine nach vorn.
  • Fachplanung ab 1,50 m: Darüber ist eine Bemessung sinnvoll und meist auch vorgeschrieben.

Für kleine Höhenunterschiede bis etwa 60 cm sind Gabionen oft überdimensioniert. Dort tun es gesetzte Palisaden, die günstiger und schneller gebaut sind, wie Palisaden setzen beschreibt.

Typische Fehler beim Eigenbau

  • Zu wenig Abstandhalter. Sie sehen im Bausatz nach Zubehör aus und sind das einzige, was die Seitenwände gerade hält. Lieber zwei zu viel als einer zu wenig.
  • Steine zu klein bestellt. Passt die Größe nicht zur Maschenweite, rieselt die Füllung nach außen. Der Fehler fällt erst beim Befüllen auf, wenn die Lieferung längst da ist.
  • Fundament nicht verdichtet. Ein loser Schotter sackt unter dem Gewicht ungleichmäßig ab, und die Wand bekommt eine Welle.
  • Alle Körbe vorab aufgestellt. Leere Körbe kippen, sobald man daneben arbeitet. Reihe für Reihe aufbauen und befüllen.
  • Ohne Handschuhe gearbeitet. Scharfkantiger Bruchstein und Drahtenden fordern nach einem Tag ihren Tribut.

Häufige Fragen

Wie tief muss der Korb sein?

Ein Sechstel bis ein Fünftel der Höhe. Für 1,80 m Wandhöhe sind das 30 cm, für 1,00 m reichen 20 cm. Schmalere Körbe brauchen einbetonierte Stützstäbe.

Rosten die Körbe?

Feuerverzinkte Gitter halten 25 bis 40 Jahre. Galvanisch verzinkte dafür kürzer. Prüfen Sie im Datenblatt, welches Verfahren angegeben ist, denn optisch unterscheiden sich beide im Neuzustand kaum.

Kann ich Bauschutt als Füllung nehmen?

Im Kern ja, an den Sichtseiten nicht. Sauber getrennter Betonbruch ohne Bewehrung und ohne Anhaftungen ist als Kernfüllung zulässig und spart Material. Bauschutt mit Gips, Holz oder Dämmstoffresten gehört nicht in eine Gabione.

Wie laut ist eine Gabionenwand als Lärmschutz?

Eine dicht gefüllte Wand von 30 cm Tiefe dämmt, ersetzt aber keine Lärmschutzwand. Für messbaren Effekt braucht es Tiefen ab 50 cm und eine geschlossene Füllung ohne Hohlräume.

Stützmauer aus mit Steinen gefüllten Gabionen

Setzt sich die Füllung mit der Zeit?

Ja, in den ersten ein bis zwei Jahren um 2 bis 5 cm. Deshalb wird die letzte Lage überhöht gefüllt. Nachfüllen ist möglich, indem der Deckel wieder geöffnet wird.

Bilder: Symbolbild, KI generiert

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

So entstehen unsere Ratgeber

Handwerker-Vermittlung

Kostenlose Angebote in 48 Stunden.

Anfrage stellen
2 Mio+Anfragen
150 k+Handwerker
48 hØ Reaktion
20Jahre Erfahrung
Nach oben scrollen