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Holzzaun halb frisch mit brauner Lasur gestrichen, die andere Hälfte grau verwittert, davor Farbeimer und Pinsel auf Abdeckplane

So streichen Sie einen Holzzaun, ohne dass er nach zwei Jahren abblättert

Lesedauer 4 Minuten

Streichen Sie einen Holzzaun alle zwei bis vier Jahre neu, dann bleibt das Holz geschützt. Wie lange der Anstrich hält, entscheidet sich weniger beim Streichen als bei zwei Vorentscheidungen: dem richtigen Mittel und der Vorbereitung des Untergrunds. Für 25 m Zaun in 1,20 m Höhe brauchen Sie 4 bis 6 Liter und einen Arbeitstag zu zweit.

Lasur oder Deckfarbe?

Die beiden Systeme funktionieren grundsätzlich verschieden, und ein Wechsel zwischen ihnen ist nachträglich aufwendig.

DünnschichtlasurDickschichtlasurDeckfarbe
HolzbildMaserung sichtbarMaserung sichtbarvollständig gedeckt
Haltbarkeit2 bis 3 Jahre3 bis 5 Jahre5 bis 8 Jahre
Verhalten beim Alternverwittert gleichmäßigkann abplatzenblättert an Kanten
Renovierungüberstreichen genügtanschleifen nötigabschleifen oder abbeizen
Preis je Liter12 bis 22 €18 bis 32 €15 bis 30 €

Für Zäune ist die Dünnschichtlasur die pflegeleichteste Wahl. Sie hält am kürzesten, aber der nächste Anstrich ist ein reines Überstreichen ohne Vorarbeit. Deckfarbe hält länger, doch wenn sie einmal abblättert, wird die Renovierung zur Schleifarbeit über die gesamte Zaunfläche.

Achten Sie auf einen Wirkstoff gegen Bläuepilz und auf UV-Schutzpigmente. Farblose Lasuren bieten keinen UV-Schutz, weshalb das Holz darunter trotzdem vergraut. Wer Grau mag, kann auch ganz auf den Anstrich verzichten und gleich Lärche wählen, wie Holzzaun Kosten zeigt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Zwischen 10 und 25 °C, bei trockenem Holz und ohne pralle Sonne auf der zu streichenden Fläche. Die Zeitfenster im Frühjahr und im Spätsommer sind am verlässlichsten.

Das Holz muss durchgetrocknet sein, was nach Regen zwei bis drei sonnige Tage dauert. Streichen Sie auf feuchtes Holz, schließt der Anstrich die Feuchtigkeit ein, und die Schicht löst sich binnen eines Jahres.

Auf besonnten Flächen arbeiten Sie am besten morgens oder abends. Trocknet die Lasur zu schnell, lässt sie sich nicht gleichmäßig verteilen und hinterlässt Ansätze.

Untergrund vorbereiten

  1. Reinigen. Grünbelag und Schmutz mit Bürste und Wasser entfernen. Hochdruck nur mit Abstand und niedrigem Druck, weil er die Holzfasern aufreißt.
  2. Trocknen lassen. Zwei bis drei Tage, je nach Witterung.
  3. Lose Reste entfernen. Bei blätternder Deckfarbe mit Spachtel und Schleifpapier arbeiten, bis nur noch fest haftende Bereiche stehen bleiben.
  4. Anschleifen. Körnung 120 bis 180 in Faserrichtung. Das öffnet die Oberfläche und verbessert die Haftung.
  5. Staub abnehmen. Mit einem trockenen Tuch oder Handfeger, keinesfalls nass.
  6. Neues Holz grundieren. Eine farblose Imprägniergrundierung schützt vor Bläue und wird bei neuen Zäunen vor dem ersten Anstrich aufgetragen.

Der vierte Schritt wird am häufigsten übersprungen und ist der wichtigste. Auf einer glatten, verwitterten Oberfläche hält keine Lasur, egal wie gut sie ist.

Wie viel Material brauchen Sie?

Rechnen Sie die Zaunfläche beidseitig. Bei 25 m Länge und 1,20 m Höhe sind das 60 m² Sichtfläche, wobei durch die Lattenabstände nur etwa 70 % davon tatsächlich Holz sind, also rund 42 m².

Eine Dünnschichtlasur reicht für 8 bis 12 m² je Liter und Anstrich. Bei zwei Aufträgen brauchen Sie also 7 bis 10 Liter. Sägeraues Holz schluckt doppelt so viel wie gehobeltes, was beim ersten Anstrich auf neuem Zaun die Kosten erhöht.

Streichen, rollen oder sprühen?

Der Pinsel bringt die Lasur in die Fasern und erreicht Kanten und Fugen, die Arbeit geht hier eher langsam voran. Für einen Lattenzaun mit vielen Kanten bleibt er trotzdem die beste Wahl.

Die Rolle geht auf glatten, geschlossenen Flächen schneller, etwa bei Sichtschutzelementen. Die Kanten müssen danach mit dem Pinsel nachgearbeitet werden, weil dort das Wasser eindringt.

Das Sprühgerät ist mit Abstand am schnellsten und lohnt ab etwa 40 m Zaun. Sie brauchen dafür Abdeckplanen für alles im Umkreis von mehreren Metern, windstilles Wetter und danach einen Nachgang mit dem Pinsel, damit die Lasur in die Fasern gelangt. Ein Gerät kostet im Verleih 25 bis 50 € am Tag.

Wie oft ist der Zaun wieder dran?

Nicht jede Seite altert gleich schnell. Die Wetterseite und alle waagerechten Flächen wie Lattenoberkanten und Querriegel verlieren den Anstrich zuerst.

Ein sinnvolles Vorgehen ist die geteilte Pflege: Alle zwei Jahre werden nur die Wetterseite und die Oberkanten nachgestrichen, alle vier bis sechs Jahre der ganze Zaun. Das halbiert den Aufwand und hält die Optik gleichmäßig.

Prüfen Sie jedes Frühjahr die Pfostenfüße. Dort beginnt der Verfall, lange bevor die Flächen leiden. Wie sich das konstruktiv vermeiden lässt, beschreibt Fundamente für Zaunpfosten.

Was Sie an Werkzeug brauchen

  • Flachpinsel 50 bis 80 mm für die Flächen, dazu ein schmaler Pinsel für Fugen und Kanten
  • Schleifpapier Körnung 120 und 180 oder ein Schwingschleifer für lange Strecken
  • Bürste und Spachtel zum Reinigen und Entfernen loser Reste
  • Abdeckfolie für Rasen, Beete und Pflaster unter dem Zaun
  • Krepp für Metallteile wie Beschläge und Pfostenkappen
  • Eimer und Rührholz, weil Lasur sich absetzt und vor jedem Gebrauch aufgerührt werden muss

Rühren Sie zwischendurch immer wieder auf. Die Pigmente sinken binnen einer halben Stunde ab, und die zweite Hälfte des Eimers wird sonst sichtbar dunkler als die erste.

Wie Sie ohne Ansätze arbeiten

Ansätze entstehen, wenn frische Lasur auf bereits angetrocknete trifft. Die Überlappung bleibt als dunklerer Streifen sichtbar und lässt sich nachträglich nicht beseitigen.

Arbeiten Sie deshalb Latte für Latte über die volle Höhe, statt zuerst alle Oberkanten und dann alle Flächen zu streichen. Eine Latte ist in wenigen Zügen fertig, bevor die Lasur anzieht. Bei Sichtschutzelementen mit waagerechten Brettern gehen Sie brettweise über die gesamte Elementbreite vor.

Sichtschutzelemente und Metall

Geschlossene Sichtschutzelemente haben mehr Fläche als ein Lattenzaun gleicher Länge, oft das Doppelte. Rechnen Sie den Materialbedarf entsprechend hoch, und planen Sie mehr Zeit ein, weil die Nut-und-Feder-Fugen einzeln nachgearbeitet werden müssen.

Metallteile wie Pfostenschuhe, Winkel und Schrauben werden nicht überstrichen. Kleben Sie sie ab oder arbeiten Sie mit einem schmalen Pinsel daran vorbei. Lasur auf verzinktem Stahl haftet nicht und blättert im ersten Jahr ab. Welche Beschläge im Zaunbau vorkommen, zeigt Zaunarten im Überblick.

Bei Toren gilt eine Besonderheit: Streichen Sie auch die Ober- und Unterkanten des Rahmens, weil dort das meiste Wasser steht. Wie ein Tor aufgebaut ist, beschreibt Holztor selbst bauen.

Häufige Fragen

Kann ich Lasur über alte Deckfarbe streichen?

Nein. Lasur muss ins Holz einziehen, was durch die geschlossene Farbschicht nicht möglich ist. Der alte Anstrich muss vorher entfernt werden.

Muss ich druckimprägniertes Holz streichen?

Nicht zwingend, die Imprägnierung schützt vor Fäulnis. Ein Anstrich verlangsamt aber das Vergrauen und das Aufreißen der Oberfläche. Warten Sie bei neuem Kesseldruckholz drei bis sechs Monate, bis es abgetrocknet ist.

Vor dem ersten Anstrich sollte außerdem bedacht werden, dass kesseldruckimprägniertes (KDI-)Holz mit Holzschutzmitteln behandelt wurde. Diese schützen das Holz vor Pilzen und Insekten, enthalten jedoch je nach Herstellungsverfahren chemische Wirkstoffe. Für den Einsatz im Garten gelten die verwendeten Mittel als unbedenklich, solange das Holz bestimmungsgemäß genutzt wird. Beim Sägen oder Schleifen entsteht jedoch Holzstaub, der nicht eingeatmet werden sollte. Tragen Sie deshalb eine Staubmaske und entsorgen Sie Sägespäne sowie Holzreste über den Wertstoffhof oder entsprechend den örtlichen Vorgaben. KDI-Holz eignet sich nicht für Hochbeete, Sandkästen oder andere Bereiche mit dauerhaftem Kontakt zu Erde, Lebensmitteln oder Kindern. Ein Anstrich verändert an den enthaltenen Holzschutzmitteln nichts, kann aber die Oberfläche zusätzlich vor Witterungseinflüssen schützen.

Was kostet der Anstrich beim Betrieb?

8 bis 18 € je m² Zaunfläche inklusive Material und Vorbereitung. Bei 25 m und 1,20 m Höhe sind das 240 bis 540 € je Durchgang.

Gibt es Alternativen zum Streichen?

Ja, drei: unbehandelte Lärche vergrauen lassen, auf WPC wechseln oder gleich Metall wählen. Die Kostenrechnung dazu steht in WPC-Zaun Kosten.

Bild: Symbolbild, KI generiert

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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