Verpasse nicht diese Infos!

Hier kannst du dich für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden:

Ein Pinsel wird über ein Holzbrett geführt

Wann Sie eine Holzterrasse ölen und womit

Lesedauer 5 Minuten

Eine Holzterrasse ölen Sie, statt sie zu lackieren oder zu lasieren. Das Öl zieht in die Fasern ein, hält Wasser fern und lässt das Holz trotzdem atmen. Ein Anstrich, der einen Film bildet, platzt auf einer waagerechten Fläche im Freien nach wenigen Jahren ab und muss dann abgeschliffen werden. Wie oft geölt wird, hängt vor allem von der Holzart ab, daneben von Ausrichtung und Ölwahl: Kiefer jährlich, Bangkirai alle zwei bis drei Jahre.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der einfachste Test dauert zehn Sekunden: Träufeln Sie etwas Wasser auf die Diele. Perlt es ab, ist der Schutz intakt. Zieht es innerhalb weniger Sekunden ein und dunkelt die Stelle nach, ist es Zeit für einen neuen Anstrich.

Der beste Zeitraum liegt zwischen April und Juni oder im September. Zwei Bedingungen müssen stimmen: Das Holz muss vollständig trocken sein, also mindestens zwei bis drei regenfreie Tage hinter sich haben, und die Temperatur muss zwischen 10 und 25 °C liegen. In praller Sonne trocknet das Öl an der Oberfläche, bevor es einziehen kann, und hinterlässt klebrige Flecken.

Eine neue Terrasse bekommt ihren ersten Anstrich nicht sofort. Frisch gelieferte Dielen enthalten oft noch Restfeuchte, tropische Hölzer zusätzlich Eigenöle, die den Anstrich abweisen. Warten Sie vier bis acht Wochen nach dem Verlegen, dann nimmt das Holz das Öl gleichmäßig an. Gemeint ist der erste Anstrich der fertig verlegten Fläche. Die einzelne Diele bekommt ihre allseitige Vorbehandlung vor dem Verlegen, und zwar mit einem anderen Ziel: Dort geht es nicht um eine gleichmäßige Oberfläche, sondern darum, Unterseite und Stirnseiten überhaupt zu erreichen, solange sie zugänglich sind. Dass das Öl dort noch nicht optimal einzieht, nimmt man in Kauf.

Welches Öl passt zu welchem Holz?

HolzÖlIntervall
Kiefer, imprägniertfarbloses oder pigmentiertes Terrassenöljährlich
Douglasie, LärcheTerrassenöl mit UV-Schutzalle 1 bis 2 Jahre
Bangkirai, GarapaHartholzöl, speziell für ölhaltige Artenalle 2 bis 3 Jahre
ThermoescheÖl für thermisch behandeltes Holzalle 2 bis 3 Jahre

Der Unterschied zwischen Terrassenöl und Hartholzöl ist keine Erfindung des Marketings. Tropenhölzer enthalten eigene Öle und Inhaltsstoffe, die verhindern, dass ein normales Öl einzieht. Hartholzöl ist darauf abgestimmt und dringt auch in dichte Fasern ein. Umgekehrt lohnt Hartholzöl auf weicher Kiefer nicht: Es ist dünnflüssiger und dringt tiefer ein als nötig, sodass auf der Oberfläche weniger Schutzfilm bleibt, und es kostet mehr.

Pigmentiert oder farblos ist eine Frage der Optik und der Haltbarkeit. Pigmente wirken wie ein UV-Filter und verzögern das Vergrauen, färben die Diele aber leicht ein. Farbloses Öl schützt vor Wasser, lässt UV-Licht aber durch, die Fläche vergraut also weiter. Wer die Holzfarbe erhalten will, kommt an pigmentiertem Öl nicht vorbei.

Verbrauch: Ein Liter reicht für 12 bis 15 m² je Anstrich, bei sehr saugendem Holz auch nur für 8 m². Ein Liter kostet 15 bis 30 €. Für 20 m² sind das je Anstrich 1,3 bis 1,7 Liter, bei den üblichen zwei Schichten also 2,7 bis 3,4 Liter und damit 40 bis 100 € Materialkosten. Bei sehr saugendem Holz reicht ein Liter nur für rund 8 m², für zwei Schichten auf 20 m² sind das 5 Liter. Rechnen Sie einen halben Liter für den dritten Durchgang dazu, den Schritt 6 für diesen Fall empfiehlt, also 5,5 Liter und 80 bis 165 €.

Ein Pinsel mit Öldose auf einem Holzboden

Schritt für Schritt

  1. Reinigen. Fläche abkehren, mit Schrubber und Wasser oder Terrassenreiniger säubern, Fugen ausräumen. Bei grauem Holz einen Entgrauer verwenden, der die oxidierte Schicht anlöst. Wie Sie hartnäckige Flecken, Moos und Algen loswerden, steht in der Anleitung zur Belagsreinigung.
  2. Trocknen lassen. Mindestens 48 Stunden, bei kühler Witterung länger. Öl auf feuchtem Holz schließt die Feuchtigkeit ein und führt zu Stockflecken.
  3. Anschleifen, falls nötig. Bei rauen oder splitternden Stellen mit Körnung 80 bis 120 in Faserrichtung schleifen. Danach den Schleifstaub gründlich entfernen, sonst bindet ihn das Öl ein und die Oberfläche wird fleckig und rau.
  4. Erste Schicht auftragen. Mit Flachpinsel oder Ölauftragsgerät in Faserrichtung und dielenweise arbeiten, nie mitten in einer Diele absetzen, sonst bleibt eine Ansatzkante sichtbar.
  5. Überschuss abnehmen. Nach 15 bis 30 Minuten alles Öl, das nicht eingezogen ist, mit einem fusselfreien Tuch abwischen. Dieser Schritt entscheidet über das Ergebnis: Stehendes Öl trocknet klebrig und zieht Schmutz an.
  6. Zweite Schicht. Nach der vom Hersteller angegebenen Trockenzeit, meist 12 bis 24 Stunden. Bei sehr saugendem Holz lohnt sich ein dritter Durchgang an den besonders trockenen Stellen.
  7. Aushärten lassen. 24 bis 48 Stunden nicht betreten, Möbel erst nach drei Tagen zurückstellen.

Graues Holz wieder aufhellen

Die graue Patina ist eine oberflächliche Oxidationsschicht von wenigen Zehntelmillimetern. Sie schadet dem Holz nicht, lässt sich aber entfernen, wenn die ursprüngliche Farbe wieder sichtbar werden soll.

Chemisch mit Entgrauer. Das Mittel enthält meist Oxalsäure, wird aufgetragen, eingebürstet und nach 10 bis 20 Minuten abgespült. Material 8 bis 15 € pro Liter, reicht für 10 bis 15 m². Der Vorteil: Es wird nur die graue Schicht angelöst, gesundes Holz bleibt stehen. Handschuhe und Schutzbrille sind Pflicht, und die Fläche muss gründlich nachgespült werden, sonst stört der Rückstand den Ölanstrich.

Mechanisch mit Schleifgerät. Ein Exzenterschleifer mit Körnung 80 nimmt die graue Schicht sicher ab. Das funktioniert nur auf glatten Dielen; in die Rillen geriffelter Ware kommt kein Schleifteller, dort bleibt nur der Entgrauer. Er glättet zugleich raue Stellen. Der Aufwand ist aber höher, bei 20 m² rechnen Sie mit einem halben Tag. Ein Schleifgang nimmt je nach Körnung und Andruck 0,2 bis 0,5 mm ab. Bei einer 21 mm starken Diele ist das unkritisch, solange Sie nicht jedes Jahr schleifen; alle sechs bis zehn Jahre genügt.

Die häufigsten Fehler

  • Zu dick aufgetragen. Öl ist kein Lack. Was nicht einzieht, bleibt klebrig liegen und muss abgeschliffen werden.
  • Die Trocknungsphase. Zwei bis drei regenfreie Tage sind Bedingung, und in der Trocknungsphase darf es nachts nicht frieren.
  • Mit dem Hochdruckreiniger vorgereinigt. Der Strahl faserte die Oberfläche auf, das Öl zieht danach ungleichmäßig ein.
  • Lasur oder Lack verwendet. Beide bilden einen Film, der bei Holz im Freien abplatzt.
  • Öllappen liegen gelassen. Die meisten Terrassen- und Hartholzöle trocknen oxidativ, meist auf Leinöl- oder Holzölbasis. Getränkte Tücher können sich dabei selbst entzünden. Einzeln ausgebreitet an der Luft durchtrocknen lassen, dann in den Restmüll. Oder durchnässen und nass im geschlossenen Metallbehälter zum Wertstoffhof geben.

Der letzte Punkt wird oft für eine Übertreibung gehalten. Leinöl härtet unter Sauerstoffaufnahme aus, dabei entsteht Wärme. Liegt ein zusammengeknüllter Lappen im Eimer, kann sich die Wärme so weit stauen, dass er zu brennen beginnt. Ausgebreitet gibt der Lappen die Wärme ab, im luftdicht verschlossenen Metallgefäß fehlt der Sauerstoff für die Reaktion.

Häufige Fragen

Muss man überhaupt ölen?

Technisch nicht zwingend. Eine ungeölte Terrasse vergraut, hält aber bei guter Hinterlüftung der Unterkonstruktion ähnlich lange. Öl schützt vor dem Eindringen von Wasser, hält die Oberfläche glatter und reduziert Splitterbildung. Bei weichen Hölzern wie Kiefer ist es sinnvoll, bei Bangkirai für die verlegte Fläche eine Optikfrage.

Was kostet das Ölen durch einen Betrieb?

8 bis 20 € pro m² inklusive Reinigung und Material, bei nötigem Entgrauen oder Anschleifen mehr. Über 20 Jahre summiert sich die Pflege erheblich, ein Kostenbeispiel finden Sie hier was eine Holzterrasse kostet.

Kann man über altes Öl streichen?

Ja, solange sich kein geschlossener, glänzender Überschuss aufgebaut hat. Reinigen, trocknen lassen und neu ölen genügt. Nur wenn die alte Schicht klebt oder abblättert, muss sie entfernt werden. Ein Produktwechsel zwischen Herstellern ist meist unkritisch, solange beide Produkte Öle sind und keine Lasuren. Wechseln Sie nicht zwischen wasser- und lösemittelbasierten Ölen, ohne vorher an einer verdeckten Stelle zu testen.

Müssen Fugen und Stirnseiten mitbehandelt werden?

In die Fuge selbst muss kein Öl, sie soll offen und belüftet bleiben. Entscheidend sind die Stirnseiten der Dielen: Sie saugen am stärksten und sind der häufigste Eintrittspunkt für Feuchtigkeit. Ölen Sie sie mit, soweit erreichbar. Beim Neubau einer Holzterrasse behandeln Sie die Dielen vor dem Verlegen von allen vier Seiten, das schützt genau die Flächen, die später niemand mehr erreicht, und ist später nicht mehr nachholbar.

Womit trägt man das Öl am besten auf?

Für kleine Flächen genügt ein Flachpinsel mit 10 cm Breite. Ab etwa 20 m² lohnt ein Ölauftragsgerät mit Rollenaufsatz, das die Diele in einem Zug abdeckt und den Verbrauch reduziert. Von Farbrollen aus Schaumstoff ist abzuraten, sie tragen zu viel auf und hinterlassen Blasen. Ein Lammfellwischer funktioniert auf glatten Dielen gut, auf geriffelten nicht, dort kommen Sie am zuverlässigsten mit dem Pinsel in die Rillen.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

So entstehen unsere Ratgeber

Handwerker-Vermittlung

Kostenlose Angebote in 48 Stunden.

Anfrage stellen
2 Mio+Anfragen
150 k+Handwerker
48 hØ Reaktion
20Jahre Erfahrung
Nach oben scrollen