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Ein Holzhaus mit Holzterrasse

Was kostet eine Holzterrasse vom Fachbetrieb?

Lesedauer 6 Minuten

Eine Holzterrasse kostet 120 bis 340 € pro m², fertig verlegt samt Unterkonstruktion, Fundament und Montage. Mit Lärche oder Douglasie auf ebenem Grund bleiben Sie bei 120 bis 195 € pro m², Tropenholz auf einem Plattenfundament führt an die 340 €. Auf die Arbeitszeit entfällt dabei knapp die Hälfte der Summe. Wie sich der Preis zwischen Material und Arbeit verteilt und an welchen Stellen Sie selbst mitarbeiten können, rechnet dieser Ratgeber an einer 20 m² großen Terrasse durch.

Die Kosten einer Holzterrasse auf einen Blick

Der Preis setzt sich aus vier Blöcken zusammen, die jeder Fachbetrieb getrennt kalkuliert. Die Tabelle zeigt die marktüblichen Spannen je m² für eine Terrasse in kompletter Ausführung.

KostenblockSpanne pro m²
Terrassendielen25 bis 120 €
Unterkonstruktion mit Schrauben und Pads20 bis 50 €
Fundament und Untergrundvorbereitung15 bis 60 €
Montage durch den Fachbetrieb60 bis 110 €
Gesamt120 bis 340 €

Der untere Rand der Gesamtspanne steht für eine ebenerdige Terrasse aus Douglasie auf einem Punktfundament. Der obere Rand beschreibt Tropenholz auf einem Plattenfundament, mit Erdaushub und vielen Zuschnitten um Pflanzbeete oder Stufen herum.

Die Spanne gilt pro m². Flächen unter 10 m² liegen relativ höher, weil Anfahrt, Aufmaß und Werkzeug unabhängig von der Größe anfallen. Ab etwa 25 m² verteilen sich diese festen Posten auf mehr Fläche, und im Holzfachhandel greifen Mengenstaffeln. Ein zweiter Preistreiber ist die Region. In Ballungsräumen und im Süden liegen die Stundensätze der Betriebe über dem Bundesschnitt, und im Frühjahr treiben volle Auftragsbücher die Angebotspreise.

Welches Holz passt zu welchem Budget?

Die Holzart bestimmt sowohl den Materialpreis als auch, wie lange die Terrasse hält. Die Standzeiten in der Tabelle setzen eine jährliche Pflege und eine belüftete Unterkonstruktion voraus.

HolzartMaterial pro m²Standzeit
Kiefer, kesseldruckimprägniert20 bis 45 €10 bis 15 Jahre
Douglasie20 bis 40 €12 bis 18 Jahre
Lärche25 bis 35 €10 bis 15 Jahre
Bangkirai30 bis 80 €15 bis 25 Jahre
Thermoesche35 bis 60 €20 bis 25 Jahre
Teak80 bis 120 €25 bis 30 Jahre

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Katze unter einem Holzstuhl, im Winter, auf einer Holzterrasse

Douglasie und Lärche sind die Standardvariante unter den bezahlbaren Terrassenhölzern. Sie lassen sich mit normalen Sägeblättern zuschneiden, was den Montageaufwand niedrig hält. Nach ein paar Jahren zeigt sich der Nachteil. Beide Hölzer arbeiten stärker, reißen leichter auf und sollten jedes Jahr geölt werden. Kesseldruckimprägnierte Kiefer ist noch etwas günstiger, kommt optisch aber nicht an Lärche heran. Bei kesseldruckimprägniertem Holz sollte man sich aber bewusst sein, dass die Imprägnierung auch gesundheitlich bedenklich sein kann.

Thermoholz und Tropenholz für lange Standzeiten

Thermoesche wird unter Hitze behandelt, dadurch nimmt sie kaum noch Feuchtigkeit auf und bleibt formstabil. Sie stammt aus europäischen Wäldern und ist der Kompromiss zwischen Preis und Haltbarkeit. Tropenhölzer wie Bangkirai oder Teak sind von Natur aus dicht und widerstandsfähig, brauchen aber Hartmetallsägeblätter und Edelstahlschrauben. Diese Zuschläge landen in der Montageposition. Achten Sie bei Importhölzern auf ein FSC- oder PEFC-Siegel. Welche Beläge sonst noch infrage kommen, zeigt der Vergleich der gängigen Terrassenbeläge.

Was Unterkonstruktion und Fundament kosten

Die Unterkonstruktion macht ein Drittel des Budgets aus. Für 1 m² Belag brauchen Sie bei einer 145 mm breiten Diele und 5 mm Fuge rund 6,7 laufende Meter Dielenware, weil sich das Raster auf 150 mm summiert. Dazu kommen bei 50 cm Achsabstand 2 laufende Meter Unterkonstruktionsholz je m², bei 40 cm Abstand 2,5 Meter. Der Abstand richtet sich nach der Dielenstärke: Bis 21 mm sind 40 cm die Grenze, ab 25 mm dürfen es 50 cm sein.

Verschraubt wird an jedem Kreuzungspunkt zweifach. Bei 6,7 Dielenreihen und zwei Auflagern je Meter ergibt das rund 27 Schrauben pro m², für eine 20 m² große Terrasse also etwa 540 Stück. Edelstahlschrauben in dieser Menge schlagen mit 55 bis 160 € zu Buche. Das Unterkonstruktionsholz muss für den Außenbereich ohne Erdkontakt taugen, in der Sprache der Holzschutznorm DIN 68800 ist das die Gebrauchsklasse 3.2.

Punktfundament, Plattenfundament oder Stelzlager

Auf gewachsenem, ebenem Boden reicht ein Splittbett mit Punktfundamenten aus Betonpfosten. Diese müssen mindestens 80 cm tief sitzen, sonst hebt der Frost die Konstruktion an. Bei Hanglage, weichem Untergrund oder alten Aufschüttungen wird ein Streifen- oder Plattenfundament nötig, und dann steigen die Kosten samt Erdarbeiten und Entsorgung des Aushubs auf das Doppelte. Liegt bereits eine tragfähige Betonplatte, tragen höhenverstellbare Stelzlager die Unterkonstruktion für 5 bis 15 € pro Stück. Wie sich diese Posten im Detail rechnen, steht im Ratgeber zu Terrassendielen verlegen und den Kosten für die Unterkonstruktion; den Aufbau Schritt für Schritt beschreibt die Anleitung, wie Sie die Unterkonstruktion für die Terrasse richtig bauen.

Ein Gefälle von 1 bis 2 % vom Haus weg gehört in jede Planung. Bei 4 m Terrassentiefe sind das 4 bis 8 cm Höhenunterschied, damit Regenwasser abläuft und sich keine Staunässe unter den Dielen hält.

Was kostet eine Terrasse mit 20 m² in der Praxis?

Gerechnet wird hier mit Douglasiedielen, einer Unterkonstruktion aus demselben Holz und einem Punktfundament im Splittbett, ausgeführt von einem Fachbetrieb auf ebenem Grundstück:

  • Dielen: 20 m² × 32 € = 640 €
  • Unterkonstruktion samt Schrauben und Pads: 20 m² × 30 € = 600 €
  • Punktfundament mit Splitt und Unkrautvlies: 20 m² × 25 € = 500 €
  • Montage: 20 m² × 85 € = 1.700 €

Zusammen sind das 3.440 € oder 172 € pro m². Die Montage macht davon 49 % aus, der Rest entfällt auf das Material. Hinter den 1.700 € stecken etwa 24 Arbeitsstunden bei einem Stundensatz von 70 €. Fachbetriebe kalkulieren im Terrassenbau mit 65 bis 80 € pro Stunde, und je nach Fundamentaufwand liegt der Zeitbedarf für 20 m² zwischen 20 und 40 Stunden. Rechnen Sie eine Anfahrtspauschale von 40 bis 90 € obendrauf, wenn der Betrieb nicht aus dem direktem Umkreis kommt.

Möchten Sie Bangkirai statt Douglasie und ein Plattenfundament, zahlen Sie bei derselben Fläche rund 5.400 €, davon 1.400 € für die Dielen, 900 € für die Unterkonstruktion, 1.100 € für das Fundament und 2.000 € für die Montage. Das sind 270 € pro m² und damit 57 % mehr als in der Douglasievariante.

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Wo können Sie beim Terrassenbau sparen?

Sie können mit Eigenleistung die Kosten reduzieren. Im Beispiel oben bleiben ohne die Montage 1.740 € für das Material übrig, dazu 50 bis 100 € für die Werkzeugmiete von Kappsäge und Rüttelplatte. Der Selbstbau endet also bei 1.790 bis 1.840 € und spart 1.600 bis 1.650 €.

Diese Rechnung hat einen Haken. Beauftragen Sie einen Betrieb, mindert der Staat die Einkommensteuer um 20 % der Arbeitskosten, im Beispiel um 340 €. Der rechnerische Abstand schrumpft damit auf 1.260 bis 1.310 €. Dafür haben Sie Gewährleistung, und ein falsch dimensioniertes Fundament kostet später mehr als die eingesparte Montage.

Weitere Ansatzpunkte, die den Preis mindern, ohne an der Qualität zu sparen:

  1. Rechteckige Grundrisse planen. Jede Rundung, jede Stufe und jede Aussparung erhöht Verschnitt und Arbeitszeit.
  2. Im Herbst oder Winter beauftragen, wenn die Auftragslage der Betriebe ruhiger ist.
  3. Vorarbeiten selbst übernehmen. Rasen abtragen und Aushub entsorgen sind Tätigkeiten ohne Fachwissen.
  4. Drei Angebote vergleichen und darauf achten, dass Lohn- und Materialanteil getrennt ausgewiesen sind.

Ohne getrennten Ausweis der Arbeitskosten erkennt das Finanzamt die Steuerermäßigung nicht an.

Die Folgekosten unterschätzen viele Bauherren. Öl oder Lasur kosten 1 bis 4 € pro m² und Anstrich, für 20 m² also 20 bis 80 € im Jahr. Über 15 Jahre summiert sich das auf 300 bis 1.200 €, je nach Produkt. Wann und womit Sie streichen sollten, erklärt der Ratgeber zum Thema Holzterrasse richtig ölen.

Häufige Fragen zur Holzterrasse

Ist eine Holzterrasse günstiger als eine Terrasse aus Stein?

Beim Material meist ja, in der Summe selten. Douglasiedielen liegen bei 20 bis 40 € pro m², Betonplatten in einfacher Ausführung ähnlich. Der Unterschied entsteht beim Unterbau und bei der Pflege, denn Platten brauchen ein verdichtetes Schotterbett. Die Zahlen im Direktvergleich stehen im Ratgeber dazu, was es kostet, Terrassenplatten verlegen zu lassen.

Kann ich die Kosten für die Holzterrasse von der Steuer absetzen?

Absetzbar ist nur der Arbeitsanteil. Nach § 35a EStG ermäßigt sich die Einkommensteuer um 20 % der Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt, höchstens um 1.200 € pro Jahr. Der Deckel entspricht 6.000 € Arbeitskosten. Voraussetzung sind eine Rechnung mit getrenntem Lohnanteil und eine Überweisung, Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an.

Brauche ich für eine Holzterrasse eine Baugenehmigung?

Eine ebenerdige Terrasse am Haus ist in den meisten Bundesländern verfahrensfrei. Genehmigungspflichtig wird es bei größerer Aufbauhöhe, bei Überdachung und wenn Sie an die Grundstücksgrenze heranbauen. Weil die Landesbauordnungen abweichen, fragen Sie vor der Planung bei Ihrer Gemeinde nach.

Wie lange dauert der Bau einer Holzterrasse?

Für 20 m² veranschlagt ein Fachbetrieb 20 bis 40 Arbeitsstunden, verteilt auf zwei bis drei Tage. Muss das Fundament aushärten, kommt eine Woche Wartezeit dazu. Lagern Sie die Dielen vor der Montage mindestens 48 Stunden geschützt und belüftet, damit sich das Holz an die Umgebungsfeuchte anpasst.

Was kostet der Austausch einzelner Dielen?

In Eigenleistung ersetzen Sie eine beschädigte Diele für 20 bis 50 €, je nach Holzart und Länge. Lässt man größere Bereiche vom Betrieb erneuern, liegen die Preise bei bis zu 65 € pro m². Voraussetzung ist, dass die Unterkonstruktion noch tragfähig ist, sonst sollte man alles erneuern.

Bilder: Canva

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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