Ein Holzfenster selbst zu streichen kostet ca. 15 bis 30 € für das Material. Für ein durchschnittliches Fenster mit zwei Flügeln sollten Sie mehrere Arbeitsstunden einplanen. Ein Malerbetrieb berechnet für das Streichen eines Holzfensters etwa 90 bis 250 € pro Element. Bei mehreren Fenstern kann der Preis pro Stück sinken.
Ob sich das Streichen lohnt, hängt vor allem vom Zustand des Holzes und der vorhandenen Beschichtung ab. Ist das Holz trocken und tragfähig und sind lediglich Lack oder Lasur verwittert, kann ein neuer Anstrich die Oberfläche wieder schützen. Bei Fäulnis, größeren Rissen oder beschädigten Verbindungen muss zunächst die Holzkonstruktion repariert werden.
Wann ist der Anstrich fällig?
Nicht allein das Alter der Beschichtung entscheidet über einen neuen Anstrich. Hinweise liefern der Zustand der Oberfläche und die exponierte Lage des Fensters.
Wird die Beschichtung spröde, entstehen Risse oder lösen sich einzelne Stellen vom Untergrund, sollte das Fenster aufgearbeitet werden. Auch stark verwitterte, kreidende oder abgewitterte Oberflächen sind ein Hinweis darauf, dass der Schutz nachlässt.
Kleine Schäden lassen sich wesentlich einfacher beheben als großflächig abgeplatzte Beschichtungen. Deshalb sollte die Oberfläche regelmäßig kontrolliert werden. Besonders die unteren Bereiche des Flügels, Kanten und waagerechten Flächen sind der Witterung ausgesetzt und benötigen mehr Aufmerksamkeit.
Auf der Wetterseite kann je nach Beschichtung, Holzart und baulicher Situation bereits nach einigen Jahren ein neuer Anstrich erforderlich werden. Geschützte Fenster unter einem ausreichend großen Dachüberstand können wesentlich längere Intervalle erreichen. Ein allgemeingültiger Anstrichrhythmus lässt sich deshalb nicht festlegen.
Welches Anstrichsystem passt zum Holzfenster?
Bei Holzfenstern kommen vor allem deckende Lacke und Lasuren zum Einsatz. Entscheidend ist, welche Beschichtung bereits vorhanden ist und ob das neue Produkt damit verträglich ist.
| Beschichtung | Kosten je Liter | Mögliche Standzeit* | Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Deckender Wetterschutzlack | 25 bis 45 € | etwa 5 bis 8 Jahre | deckend, große Farbauswahl |
| Dickschichtlasur | 22 bis 40 € | etwa 4 bis 6 Jahre | Holzstruktur bleibt sichtbar |
| Dünnschichtlasur | 18 bis 32 € | etwa 2 bis 4 Jahre | dringt stärker in das Holz ein |
| Leinölfarbe | 35 bis 60 € | abhängig von Aufbau und Pflege | traditionelle Beschichtung, lange Trocknungszeiten |
*Die tatsächliche Standzeit hängt unter anderem von Witterung, Holzart, Konstruktion, Untergrund und Beschichtungsaufbau ab.
Ein deckender Lack eignet sich, wenn eine geschlossene, farbige Oberfläche gewünscht wird. Eine Lasur erhält die sichtbare Holzstruktur. Dünnschicht- und Dickschichtlasuren unterscheiden sich vor allem hinsichtlich Schichtbildung und Pflegeverhalten.
Leinölfarben werden insbesondere bei historischen Gebäuden und denkmalpflegerischen Arbeiten eingesetzt. Sie haben andere Verarbeitungseigenschaften als moderne Fensterbeschichtungen und benötigen längere Trocknungszeiten. Bei denkmalgeschützten Fenstern sollte das Beschichtungssystem mit den Vorgaben der zuständigen Behörde und den Anforderungen an das vorhandene Fenster abgestimmt werden.
Wichtig ist außerdem die Verträglichkeit mit dem vorhandenen Anstrich. Ein neues Produkt sollte nicht einfach auf eine unbekannte oder nicht tragfähige Altbeschichtung aufgebracht werden.
Bei regelmäßig beschlagenen Scheiben sollte zunächst die Ursache geprüft werden. Kondenswasser kann auf eine zu hohe Raumluftfeuchte, unzureichende Lüftung oder sehr kalte Oberflächen hinweisen. Weitere Informationen finden Sie unter Schimmel am Fenster.
Was brauchen Sie zum Streichen?
Für einen normalen Fensteranstrich benötigen Sie überschaubares Werkzeug und geeignete Beschichtungsmaterialien.
- Schleifpapier, beispielsweise in 120er und 180er Körnung
- Schleifklotz für größere Flächen
- Ziehklinge für schwer zugängliche Stellen
- Abdeckband für Glas und Beschläge
- geeignete Holzgrundierung für freiliegendes oder stark saugendes Holz
- Wetterschutzlack oder Lasur passend zum vorhandenen Beschichtungssystem
- geeignete Flach- und Lackierpinsel
- Reinigungsmittel und fusselfreie Tücher
Für ein durchschnittliches Fenster können etwa 15 bis 30 € Materialkosten anfallen. Bei mehreren Fenstern sinken die Materialkosten pro Element, weil Lack, Grundierung und Abdeckmaterial gemeinsam verwendet werden können.
In welcher Reihenfolge wird ein Holzfenster gestrichen?
1. Wetterbedingungen prüfen
Die Verarbeitungstemperatur und die zulässige Luftfeuchtigkeit richten sich nach dem verwendeten Beschichtungsprodukt. Die Angaben auf dem technischen Merkblatt sind deshalb maßgeblich.
Regen, hohe Luftfeuchtigkeit und direkte Sonneneinstrahlung können die Verarbeitung erschweren. Bei direkter Sonne kann der Lack zu schnell antrocknen und sich schlechter verteilen.
2. Flügel ausbauen
Wenn es die Konstruktion erlaubt, ist das Aushängen des Flügels sinnvoll. Dadurch lassen sich Kanten, Unterseiten und Falzbereiche besser erreichen.
Bei schweren oder großen Fensterflügeln sollten Sie den Ausbau nicht allein durchführen.
3. Oberfläche reinigen
Vor dem Schleifen müssen Staub, Schmutz, Fett und gegebenenfalls Algen oder andere Ablagerungen entfernt werden.
Die Oberfläche muss anschließend vollständig trocknen. Feuchtigkeit im Holz oder auf dem Untergrund kann die Haftung der neuen Beschichtung beeinträchtigen.
4. Alte Beschichtung anschleifen
Tragfähige Altbeschichtungen müssen nicht grundsätzlich vollständig entfernt werden. Die Oberfläche wird angeschliffen, damit die neue Beschichtung ausreichend Haftung bekommt.
Lose, abgeplatzte oder rissige Bereiche müssen dagegen bis zu einem tragfähigen Untergrund entfernt werden.
Bei sehr alten Anstrichen sollte vor dem Schleifen geprüft werden, ob gesundheitsgefährdende Altbeschichtungen vorhanden sein können. Besonders bei älteren Gebäuden können frühere Lacke problematische Inhaltsstoffe enthalten.
5. Freiliegendes Holz grundieren
Stellen, an denen das Holz vollständig freiliegt, werden entsprechend dem gewählten Beschichtungssystem grundiert. Besonders gefährdet sind Hirnholzflächen und Kanten.
Die Grundierung muss zum später verwendeten Lack- oder Lasursystem passen.
6. Glas abkleben
Die Glasscheibe wird sorgfältig geschützt. Bei Fenstern mit Kittfuge sollte diese vor dem Anstrich ebenfalls kontrolliert werden.
Lack sollte nicht auf Dichtungen gelangen. Je nach Fenstersystem kann es sinnvoll sein, Dichtungen für die Arbeiten zu entfernen oder sorgfältig abzukleben.
7. Erste Beschichtung auftragen
Die erste Schicht wird gleichmäßig und nicht zu dick aufgetragen. Kanten und schwer zugängliche Bereiche werden sorgfältig bearbeitet, anschließend folgen die größeren Flächen.
Die vom Hersteller vorgegebene Schichtdicke ist einzuhalten. Eine besonders dicke Schicht führt nicht automatisch zu einem besseren Schutz.
8. Zwischenschliff
Nach der erforderlichen Trocknungszeit kann die Oberfläche leicht angeschliffen werden. Dadurch werden aufgestellte Holzfasern und kleine Unebenheiten entfernt.
Der Schleifstaub muss anschließend vollständig entfernt werden.
9. Zweite Schicht auftragen
Die zweite Beschichtung wird entsprechend den Herstellerangaben aufgetragen. Je nach Produkt und gewünschtem Schutz kann eine weitere Schicht erforderlich sein.
Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten müssen die angegebenen Trocknungszeiten eingehalten werden.
10. Abdeckband entfernen und Fenster wieder einsetzen
Das Abdeckband sollte entsprechend den Angaben des Beschichtungsherstellers entfernt werden. Bei vollständig ausgehärtetem Lack kann sich die Kante beim späteren Entfernen des Bandes ablösen.
Nach dem Einbau werden Beschläge und Fensterflügel geprüft. Bewegliche Teile sollten nicht mit Lack in Kontakt kommen.
Wie bereiten Sie Holzfenster für den Winter vor?
Der Schutz des Holzes hängt nicht nur von der Beschichtung ab. Auch die Konstruktion muss Wasser zuverlässig ableiten können.
Der Wetterschenkel an der Unterseite des Fensterflügels leitet Niederschlagswasser nach außen. Er sollte fest sitzen und frei von Schäden sein. Eine beschädigte oder fehlende Wasserführung kann dazu führen, dass Feuchtigkeit länger am Holz bleibt.
Auch die Entwässerungsöffnungen im Fensterfalz müssen frei bleiben. Sie führen eingedrungenes Wasser und Kondensat nach außen. Lackreste, Schmutz und andere Ablagerungen können diese Öffnungen blockieren.
Die Fensterbank und ihre Anschlüsse sollten ebenfalls kontrolliert werden. Sie benötigt ein ausreichendes Gefälle nach außen und einen funktionierenden Anschluss an den Fensterrahmen. Undichte Anschlüsse lassen sich nicht durch einen neuen Anstrich beheben.
Welche Fehler passieren beim Streichen?
Eine zu dick aufgetragene Beschichtung kann langsamer und ungleichmäßig trocknen. Dadurch können Läufer, Falten oder andere Oberflächenfehler entstehen. Mehrere dünne, auf das Beschichtungssystem abgestimmte Schichten sind deshalb meist sinnvoller als eine sehr dicke Schicht.
Auch lose Altbeschichtungen dürfen nicht einfach überstrichen werden. Die neue Farbe haftet nur so gut wie der Untergrund. Abblätternde Stellen müssen deshalb zunächst entfernt und die Übergänge angeschliffen werden.
Ein weiterer Fehler ist das Überstreichen von Dichtungen und Beschlagteilen. Lack kann die Elastizität von Dichtungen beeinträchtigen und bewegliche Teile schwergängig machen.
Auch Falze und Kanten sollten bei der Vorbereitung berücksichtigt werden. Gleichzeitig darf durch den neuen Anstrich die Beweglichkeit des Flügels nicht eingeschränkt werden.
Wann ist ein Fachbetrieb sinnvoll?
Bei schwer zugänglichen Fenstern sollte die Arbeit aus Sicherheitsgründen einem Fachbetrieb überlassen werden. Eine Leiter ist insbesondere dann keine geeignete Arbeitsplattform, wenn beide Hände für die Arbeiten benötigt werden oder der Arbeitsbereich weit über die Standfläche hinausgeht.
Auch bei größeren Holzschäden reicht ein neuer Anstrich nicht aus. Weiches Holz, offene Eckverbindungen, größere Risse oder beschädigte Verglasungen müssen zunächst repariert werden.
Wie beschädigte Holzfenster fachgerecht instand gesetzt werden können, erfahren Sie unter Holzfenster sanieren.
Bei mehreren Fenstern kann sich die Beauftragung eines Fachbetriebs ebenfalls rechnen. Malerbetriebe bieten bei größeren Stückzahlen oft einen niedrigeren Preis je Fenster an. Je nach Zustand und Ausführung können etwa 90 bis 130 € pro Fenster bei mehreren Elementen anfallen.
Weitere Informationen zu den Kosten finden Sie unter Fenster streichen lassen.
Wie lässt sich der Arbeitsaufwand bei mehreren Fenstern planen?
Bei mehreren Holzfenstern sollten zunächst die am stärksten verwitterten Elemente bearbeitet werden. Besonders exponierte Fenster an der Wetterseite benötigen dementsprechend früher Pflege als geschützte Elemente.
Die Arbeiten können auf mehrere Termine verteilt werden. Dabei sollte jedes Fenster nach Möglichkeit vollständig bis zu einem geschützten Zwischenstand bearbeitet werden, damit kein vorbereitetes Holz längere Zeit ungeschützt der Witterung ausgesetzt ist.
Ein einfacher Pflegeplan mit Datum, Beschichtungsprodukt und Zustand des Fensters hilft dabei, den nächsten Anstrich rechtzeitig zu planen.
FAQ
Kann ich über alten Lack streichen?
Ja, sofern die vorhandene Beschichtung tragfähig ist. Vor dem Neuanstrich muss die Oberfläche gereinigt und angeschliffen werden. Lose, rissige oder abblätternde Bereiche müssen entfernt werden.
Ein Klebebandtest kann einen ersten Hinweis auf die Haftung geben. Er ersetzt jedoch keine sorgfältige Prüfung der gesamten Oberfläche.
Ist wasserbasierter oder lösemittelhaltiger Lack besser?
Beide Systeme können für Holzfenster geeignet sein. Wasserbasierte Fensterlacke sind meist geruchsärmer und trocknen schneller. Lösemittelhaltige Produkte haben andere Verarbeitungseigenschaften und können je nach Produkt für bestimmte Untergründe oder Beschichtungsaufbauten geeignet sein.
Entscheidend ist nicht allein die Art des Lösemittels, sondern die Eignung für Fenster, der Zustand des vorhandenen Anstrichs und die Verträglichkeit der einzelnen Schichten. Die Herstellerangaben sollten beim Wechsel des Beschichtungssystems beachtet werden.
Wie lange muss der Lack trocknen, bevor ich das Fenster schließen kann?
Das hängt vom verwendeten Produkt, der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der aufgetragenen Schichtdicke ab. „Grifffest“ bedeutet außerdem nicht, dass die Beschichtung bereits vollständig durchgehärtet ist.
Beachten Sie deshalb die Angaben des Herstellers. Wird ein Fenster zu früh geschlossen, können die Beschichtungen im Falz miteinander verkleben.
Müssen die Beschläge ausgebaut werden?
Nicht bei jedem Anstrich. Beschläge können je nach Konstruktion montiert bleiben und sorgfältig abgeklebt werden. Bei einer umfassenden Aufarbeitung kann der Ausbau einzelner Beschlagteile sinnvoll sein.
Lack sollte nicht in die Mechanik gelangen. Nach den Arbeiten sollten die Beschläge geprüft und bei Bedarf mit einem geeigneten Mittel geschmiert werden.
Wie viel Zeit muss ich für das Streichen eines Holzfensters einplanen?
Für ein durchschnittliches zweiflügeliges Fenster können bei einer normalen Auffrischung mehrere Arbeitsstunden anfallen. Die Arbeiten verteilen sich wegen der erforderlichen Trocknungszeiten meist auf mindestens zwei Arbeitstage.
Muss die alte Beschichtung großflächig entfernt oder müssen Holzschäden repariert werden, steigt der Zeitaufwand erheblich. Bei mehreren Fenstern kann es deshalb sinnvoll sein, die Arbeiten nach Zustand und Witterungsseite zu planen.
Welche Farbe hält bei Holzfenstern am längsten?
Eine bestimmte Farbe lässt sich nicht pauschal als langlebigste Lösung nennen. Helle Farbtöne erwärmen sich bei Sonneneinstrahlung weniger stark als sehr dunkle Farben. Bei dunklen Beschichtungen können die thermischen Belastungen des Holzes höher sein.
Noch wichtiger sind jedoch ein geeigneter Beschichtungsaufbau, ein intakter Untergrund, konstruktiver Holzschutz und regelmäßige Pflege. Ein Fenster mit gutem Wasserablauf und intakter Beschichtung kann wesentlich länger geschützt bleiben als ein schlecht geschütztes Fenster mit hochwertigem Lack.
Muss ich das Holzfenster vor dem Streichen auf Holzfeuchte prüfen?
Bei sichtbaren Feuchteschäden oder Unsicherheit über den Zustand des Holzes kann eine Messung sinnvoll sein. Einen allgemein gültigen Grenzwert von 15 % sollte man für alle Holzfenster jedoch nicht als zwingende Vorgabe verwenden.
Maßgeblich sind die Anforderungen des verwendeten Beschichtungssystems und der Zustand des Holzes. Vor dem Anstrich muss das Holz ausreichend trocken sein. Feuchteursachen wie undichte Anschlüsse oder stehendes Wasser sollten vor der Beschichtung beseitigt werden.
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