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Fassadendämmung: Kosten pro m², Methoden und Förderung

Lesedauer 6 Minuten

Eine Fassadendämmung kostet 100 bis 200 € pro m² inklusive Gerüst, Material und Putz. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche entstehen 15.000 bis 30.000 € Gesamtkosten, die BAFA übernimmt davon 15 bis 20 %, aber die aktuellen Fördersätze sollten vor Antragstellung geprüft werden. Bei unsanierten Altbauten können die Heizkosten je nach Gebäudezustand deutlich sinken. Wir zeigen Ihnen die Methoden im Vergleich, alle Kostenposten und wie Sie die Förderung mitnehmen.

Was kostet eine Fassadendämmung pro m²?

MethodeKosten pro m²Geeignet für
WDVS mit Styropor (EPS)100 bis 150 €Standard bei Putzfassaden
WDVS mit Mineralwolle120 bis 180 €besserer Brand- und Schallschutz
WDVS mit Holzfaser140 bis 200 €ökologisch, guter Hitzeschutz
Kerndämmung (Einblasdämmung)15 bis 30 €nur bei zweischaligem Mauerwerk
Vorgehängte hinterlüftete Fassade180 bis 300 €Premiumlösung, langlebigste Variante
Innendämmung60 bis 120 €wenn außen nicht möglich (Denkmalschutz)

Die Kerndämmung ist mit Abstand am günstigsten, Voraussetzung ist ein zweischaliges Mauerwerk mit geeigneter Hohlschicht. Für alle anderen ist das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) der Standard.

Aus welchen Posten setzen sich die Kosten zusammen?

KostenpostenAnteil bei 150 m² Fassade
Gerüst (Auf- und Abbau, Standzeit)1.200 bis 2.500 €
Dämmplatten inkl. Kleber und Dübel4.000 bis 8.000 €
Armierungsschicht mit Gewebe2.500 bis 4.500 €
Oberputz und Anstrich3.500 bis 6.500 €
Detailarbeiten (Laibungen, Sockel, Anschlüsse)2.000 bis 5.000 €
Nebenkosten (Demontage Fallrohre, Außenlampen etc.)800 bis 2.000 €

Unterschätzt werden meist die Detailarbeiten: Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Sockelübergang und Dachanschluss machen 15 bis 25 % der Gesamtkosten aus, hier entscheidet sich auch die Qualität der Dämmung, denn jede Lücke wird zur Wärmebrücke.

Welche Faktoren treiben den Preis?

  • Dämmstärke: GEG-Mindeststandard (U-Wert 0,24 W/m²K) braucht 12 bis 14 cm, BAFA-Förderniveau (0,20 W/m²K) 16 bis 20 cm. Pro 2 cm mehr steigen die Materialkosten um 3 bis 5 € pro m²
  • Fassadengeometrie: Erker, Vorsprünge und viele Fenster erhöhen den Zuschnittaufwand um 10 bis 25 %
  • Untergrund: Sanierungsbedürftiger Altputz muss vorher ausgebessert oder abgeschlagen werden (10 bis 30 € pro m² extra)
  • Brandschutz: Ab Gebäudeklasse 4 (über 7 m Höhe) sind Brandriegel aus Mineralwolle sinnvoll, bei höheren Gebäuden komplett nicht brennbare Dämmung
  • Region: In Ballungsräumen liegen die Handwerkerpreise 15 bis 25 % über dem Land

Lohnt sich die Fassadendämmung wirtschaftlich?

Eine ungedämmte Außenwand verliert 20 bis 35 % der Heizwärme. Nach der Dämmung sinken die Heizkosten eines unsanierten Altbaus um 20 bis 30 %, bei 2.500 € jährlichen Heizkosten sind das 500 bis 750 € Ersparnis pro Jahr. Mit BAFA-Zuschuss rechnet sich die Investition in 12 bis 20 Jahren, bei steigenden Energiepreisen schneller. Dazu kommen Wertsteigerung der Immobilie, besserer Schallschutz und ein angenehmeres Raumklima im Sommer wie Winter.

Am wirtschaftlichsten ist die Dämmung, wenn die Fassade ohnehin saniert werden muss: Gerüst, Putz und Anstrich fallen dann sowieso an, die reine Dämmung verursacht nur noch 40 bis 70 € Mehrkosten pro m².

Welche Förderung gibt es 2026?

  • BAFA BEG-EM: 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) 20 %. Voraussetzung: U-Wert maximal 0,20 W/m²K und Umsetzung durch Fachbetrieb. Antrag vor Auftragsvergabe über bafa.de
  • KfW 261: Förderkredit mit bis zu 45 % Tilgungszuschuss bei Sanierung zum Effizienzhausstandard, die tatsächliche Höhe hängt von vom Effizienzhausstandard, dem gerade gültigen Förderprogramm und dem Zeitpunkt ab
  • Steuerbonus § 35c EStG: 20 % der Kosten über 3 Jahre von der Steuer absetzen, die unbürokratische Alternative, wenn kein BAFA-Antrag gestellt wurde
  • Regionale Programme: Viele Kommunen und Länder legen eigene Zuschüsse oben drauf, prüfen über die Förderdatenbank des Bundes

Wann ist die Fassadendämmung unumgänglich?

Werden größere Teile eines Außenbauteils erneuert oder ersetzt, können die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) greifen. Reines Streichen oder kleine Reparaturen fallen nicht unter das GEG. Details regelt das Gebäudeenergiegesetz.

So sparen Sie bei der Fassadendämmung

  • 3 bis 5 Angebote einholen: Die Preisspanne zwischen Fachbetrieben liegt bei 20 bis 35 %
  • Maßnahmen bündeln: Fenster, Dachüberstand und Fassade in einem Zug – das Gerüst zahlen Sie nur einmal
  • iSFP erstellen lassen: Der individuelle Sanierungsfahrplan kostet 300 bis 800 € Eigenanteil und hebt die BAFA-Förderung von 15 auf 20 % – bei 25.000 € Investition sind das 1.250 € mehr Zuschuss (Für Fassadendämmungen können Förderungen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) möglich sein. Die aktuellen Fördersätze sollten vor Antragstellung geprüft werden)
  • EPS statt Premiummaterial: Styropor erfüllt die Anforderungen in den meisten Fällen, Mehrpreis für Holzfaser nur bei konkretem Bedarf (Hitzeschutz, Ökologie)
  • Nebensaison anfragen: Oktober bis März sind Fassadenbetriebe schlechter ausgelastet

Checkliste: In 5 Schritten zur geförderten Fassadendämmung

  1. Energieberater einschalten: Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP, Eigenanteil 300 bis 800 €) hebt den BAFA-Zuschuss von 15 auf 20 % und priorisiert die Maßnahmen sinnvoll
  2. Kerndämmung prüfen lassen: Bei Baujahren 1900 bis 1978 erst per Endoskopie klären, ob zweischaliges Mauerwerk vorliegt, die Hohlschichtdämmung kostet ein Fünftel des WDVS
  3. Drei bis fünf Angebote einholen: Auf Systemzulassung, einzeln ausgewiesene Detailpositionen und U-Wert-Nachweis achten
  4. BAFA-Antrag vor Auftragsvergabe stellen: Die Reihenfolge ist zwingend – erst Zuschusszusage, dann Vertrag unterschreiben
  5. Maßnahmen bündeln: Fenster, Sockel, Dachüberstand und Fassade in einem Zug spart Gerüstkosten und vermeidet Anschlussflickwerk

Ablauf: In 6 Schritten zur gedämmten Fassade

  1. Energieberatung und iSFP (Woche 1-4): Der Energieberater bewertet die Wand, rechnet U-Werte und erstellt den individuellen Sanierungsfahrplan – Voraussetzung für die 20-%-Förderung. Eigenanteil nach Zuschuss: 300 bis 800 €
  2. Angebote einholen (Woche 3-8): Drei bis fünf Fachbetriebe anfragen, auf Systemzulassung und einzeln ausgewiesene Detailpositionen achten – die Preisspanne zwischen Anbietern liegt bei 20 bis 35 %
  3. BAFA-Antrag stellen (vor Vertragsunterschrift!): Der Energieberater reicht ein, die Zusage dauert 4 bis 10 Wochen – erst danach den Vertrag unterschreiben, sonst verfällt der Zuschuss
  4. Ausführung (3 bis 5 Wochen): Gerüst, Untergrundvorbereitung, Platten kleben und dübeln, Armierung, Oberputz – witterungsabhängig zwischen April und Oktober
  5. Fachunternehmererklärung und Nachweis: Der Betrieb bestätigt die förderkonforme Ausführung, der Energieberater prüft – Grundlage für die Auszahlung
  6. Auszahlung: Nach Einreichung der Rechnungen überweist das BAFA den Zuschuss – typisch 4 bis 12 Wochen nach Verwendungsnachweis

Gesamtdauer vom ersten Beratungstermin bis zur fertigen Fassade: 4 bis 8 Monate – die Förderbürokratie braucht mehr Zeit als die Baustelle. Wer im Herbst startet, hat die Zusagen im Frühjahr zur besten Bausaison.

Amortisation konkret: Das Rechenbeispiel

Ein unsaniertes Einfamilienhaus (Baujahr 1975, 150 m² Fassade, Gasheizung) verbraucht 28.000 kWh jährlich. Die Fassadendämmung auf BAFA-Niveau senkt den Verbrauch um rund 25 %:

PositionWert
Investition WDVS komplett22.000 €
BAFA-Zuschuss 20 % (mit iSFP)-4.400 €
Eigenanteil17.600 €
Heizkostenersparnis (7.000 kWh à 12 Cent)840 € pro Jahr
Amortisation (konstante Preise)ca. 21 Jahre
Amortisation (bei 4 % Energiepreissteigerung p.a.)ca. 15 Jahre

Zu beachten: Dazu kommen Wertsteigerung der Immobilie, die energetische Bewertung des Gebäudes kann sich deutlich verbessern, Schutz vor CO2-Preis-Steigerungen, wärmere Wandoberflächen ohne Zugluftgefühl und die ohnehin fällige Fassadensanierung, deren Kosten (Gerüst, Putz, Anstrich: 8.000 bis 12.000 €) in der Investition stecken. Rechnet man nur die Dämmmehrkosten gegen die Ersparnis, fällt die Amortisation auf 8 bis 12 Jahre.

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade:

Wenn das WDVS nicht mehr greift, kann man die die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) in Betracht ziehen: Auf eine Unterkonstruktion aus Aluminium oder Holz kommt die Dämmung (meist Mineralwolle), davor mit Luftspalt die Bekleidung Holz, Faserzement, Schiefer oder Metall. Der Luftspalt führt Feuchtigkeit zuverlässig ab, die Bekleidung schützt mechanisch besser als jeder Putz. Dafür kostet die VHF mit 180 bis 300 € pro m² das Anderthalb- bis Doppelte des WDVS. Sie lohnt bei besonderen Optikwünschen, bewitterten Wetterseiten, Holzhäusern und überall, wo die Fassade 60 Jahre ohne Anstrich halten soll. Für das Standardeinfamilienhaus bleibt das WDVS die wirtschaftliche Referenz, die Technikdetails stehen im Beitrag Was ist ein WDVS?.

Häufige Fragen zur Fassadendämmung

Was kostet die Fassadendämmung beim Einfamilienhaus?

Bei 150 m² Fassadenfläche: 15.000 bis 30.000 € für ein WDVS komplett. Nach Abzug der BAFA-Förderung (20 % mit iSFP) bleiben 12.000 bis 24.000 € Eigenanteil. Die günstige Kerndämmung kostet bei geeignetem Mauerwerk nur 2.500 bis 4.500 €.

Welche Dämmung ist die beste für die Fassade?

Für Standardputzfassaden: WDVS mit EPS (günstig) oder Mineralwolle (Brandschutz). Bei zweischaligem Mauerwerk: erst die Kerndämmung ausschöpfen, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis aller Dämmmaßnahmen. Für Holzhäuser und hohe Ansprüche: Holzfaser-WDVS oder vorgehängte Fassade.

Wie lange dauert die Fassadendämmung?

Beim Einfamilienhaus 3 bis 5 Wochen: eine Woche Gerüst und Vorarbeiten, ein bis zwei Wochen Dämmplatten kleben und dübeln, ein bis zwei Wochen Armierung, Putz und Anstrich mit Trocknungszeiten. Witterungsabhängig, unter 5 °C ruhen Putzarbeiten.

Führt Fassadendämmung zu Schimmel?

Nein, im Gegenteil: Gedämmte Wände sind innen wärmer, dadurch sinkt das Kondensations- und Schimmelrisiko. Schimmelprobleme nach Dämmung entstehen durch geändertes Lüftungsverhalten, die dichtere Gebäudehülle braucht konsequentes Stoßlüften oder eine Lüftungsanlage.

Kann ich die Fassade selbst dämmen?

Technisch machbar für erfahrene Heimwerker, aber mit Haken: Die BAFA-Förderung entfällt (Fachbetriebpflicht), Fehler an Anschlüssen und Laibungen verursachen Wärmebrücken und Feuchteschäden, und die Gewährleistung fehlt. Die Ersparnis von 30 bis 50 € pro m² Arbeitskosten frisst die entgangene Förderung meist auf.

Welche Dämmstärke ist an der Fassade sinnvoll?

Der GEG-Pflichtwert (U-Wert 0,24 W/m²K) verlangt je nach Bestandswand ca. 12 bis 14 cm EPS der WLG 035, das BAFA-Förderniveau (0,20 W/m²K) ca. 16 bis 18 cm. Die Angaben sind abhängig vom Wandaufbau, der Wärmeleitergruppe, dem Material und den Wärmebrücken.

Wirtschaftlich gilt: lieber gleich dicker dämmen, die Platten machen nur 15 bis 18 % der Gesamtkosten aus, Gerüst und Lohn fallen ohnehin an. Eine spätere Aufdopplung kostet ein Vielfaches des heutigen Zentimeteraufpreises.

Fassadendämmung in der Eigentümergemeinschaft. Was muss ich beachten?

Die Fassade ist Gemeinschaftseigentum. Energetische Modernisierungen können durch Mehrheitsbeschluss der Eigentümergemeinschaft beschlossen werden. Die Kosten laufen über Sonderumlage oder Rücklage; die BAFA-Förderung beantragt die WEG als Ganzes über einen Energieberater.
Praxistipp: Ein individuelle Sanierungsfahrplan fürs ganze Gebäude kann auch skeptische Miteigentümer überzeugen.

Was muss bei einer energetischen Sanierung außerdem noch beachtet werden?

Nach einer energetischen Sanierung wird oft das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung relevant.

Was sind Wärmebrücken?

Eine Wärmebrücke (umgangssprachlich „Kältebrücke“) ist eine Schwachstelle in der Gebäudehülle, an der Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch die angrenzenden Bauteile. Dadurch kühlen diese Stellen stark aus, was zu höheren Heizkosten und einem erhöhten Schimmelrisiko führt. Folgende Stellen könnten zu Problemen führen: Fensteranschlüsse, Balkonplatten, Rollladenküsten und der Sockel.

Kommt es bei einer Fassadendämmung zu Algenbildung?

Dadurch, dass die Wärme nach der Dämmung im Haus bleibt, kühlt der Außenputz schneller ab und wird nicht mehr von der Innenwärme ausgetrocknet. So entstehen durch die äußeren Umweltbedingungen Algen am Außenputz. Tritt der Algenbefall nur punktuell auf, z.B. in beschatteten Fassadenteilen, macht es Sinn, die Beschattung zu begrenzen, sodass eine natürliche Trocknung stattfinden kann. So kann man z.B. beschattende Büsche entfernen.

Auch können Anstriche und Außenputz mit Bioziden oder die Verwendung von mineralischen Anstrichen Abhilfe schaffen.
Biozide sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: Biozide in Farben und Putzen weisen das Risiko auf, ausgewaschen zu werden und somit in die Umwelt zu gelangen.
Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik hat hier die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

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Bild: istock.com/brizmaker

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